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Judas - "der Zwölfen einer"?
Das Judas-Evangelium
bringt neuen Aufschluß über den "dreizehnten Apostel" und die Irrlehrer
des Judasbriefs Von Hermann Detering Berlin, 17. April 2006. Na bitte! Da hat sich das Warten doch gelohnt. Am 6. April 2006 präsentierte ein Wissenschaftlerteam, zu dem u.a. Rodolphe Kasser, Marvin Meyer, Gregor Wurst, Stefan Emmel, gehören, das sog. Evangelium des Judas auf einer Pressekonferenz in Washington DC der interessierten Öffentlichkeit. Nachdem Ostern 2005 erstmals der Journalist Roger Thiede in einem Artikel des FOCUS die allgemeine Aufmerksamkeit auf das lange verschollen geglaubte und erst in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts entdeckte Evangelium aus der christlichen Frühzeit gelenkt hatte, wurde die Veröffentlichung mit Spannung erwartet. Wer dem Ereignis nicht mit falschen Hoffnungen auf Sensationen im Stile vom "Da Vinci Code" etc. entgegengesehen hatte, wurde nicht enttäuscht. Die Wissenschaftler hatten in der Tat Erstaunliches zu berichten: Sie konnten bestätigen, daß der Fund echt sei (was nach der Affäre mit dem gefälschten Jakobus-Ossuarium keineswegs selbstverständlich ist), daß es sich dabei in der Tat mit großer Wahrscheinlichkeit um das von einigen Kirchenvätern erwähnte gnostische Judas-Evangelium handelt und daß die koptische Übersetzung vermutlich auf ein griechisches Original aus dem 2. Jahrhundert zurückgeht. Zwar äußerte zumindest der Augsburger Kirchenhistoriker Gregor Wurst noch Zweifel, ob der in koptischer Sprache verfaßte Text mit dem verschollenen griechischen Judas-Evangelium identisch ist. Dieser Zweifel wird allerdings kaum ganz auszuräumen sein, jedenfalls solange nicht, wie der griechische Text verschollen bleibt. Tatsächlich paßt jedoch die Beschreibung, die der Kirchenvater Irenäus gegen Ende des 2. Jahrhunderts von dem Inhalt des Evangeliums gibt, vorzüglich zu dem Text des jetzt veröffentlichten Fundes. Irenäus bemerkt in seiner Widerlegung der Häresien 1.31.1: 1) daß Judas allein die Wahrheit erkannt habe (solum prae caeteris cognoscentem veritatem dicunt). - Das könnte sich auf das "Glaubensbekenntnis" des Judas beziehen: "Ich weiß, wer du [=Jesus] bist und von wo du gekommen bist. Du kommst aus dem ewigen Reich Barbelos, und ich bin es nicht wert, den Namen dessen, der dich gesandt hat, auszusprechen" (35.17ff). Diesem richtigen Bekenntnis steht das falsche, von Jesus verspottete Bekenntnis der Zwölf gegenüber, die Jesus für den Sohn "unseres" Gottes, d.h. weiterhin für den Sohn ihres jüdischen Gottes halten (34.13ff). Anders als Judas erweisen sich die Zwölf gegenüber Jesus als nicht "standhaft" genug (35.1ff). Nur Judas hat das Privileg, von Jesus beiseitegenommen und in das Mysterium eingeweiht zu werden: "Du hast die Möglichkeit, dieses Reich zu erlangen, jedoch wirst du großes Leid erfahren" (35.24ff). 2) Das mysterium proditionis („das Mysterium des Verrats“), von dem im Judasevangelium, das Irenäus kennt, die Rede ist, bezieht sich höchstwahrscheinlich darauf, daß Judas im JudEv von Jesus exklusiv in den "Geheimnissen des Reiches" unterrichtet wird (vgl. 45.25ff: Siehe, ich habe dir die Geheimnisse des Reiches offenbart, sowie 35.24ff, 47.2ff). In der letzten Offenbarung heißt es, daß Judas "den Menschen opfern werde, der ihn [Jesus] kleide", Das konnte von Irenäus tatsächlich als Einweisung in das mysterium proditionis gedeutet werden. 3) Möglich, daß sich auch die Bemerkung des Irenäus, der Verrat sei die Ursache für die Trennung alles Irdischen und Himmlischen (per quem et terrena et caelestia omnia dissoluta dicunt), auf eben diese Stelle bezieht. Denn der durch Judas initiierte Tod Jesu bedeutet in den Augen des gnostischen Verfassers eben nichts anderes als Trennung des irdischen Leibes vom himmlischen Pneuma. Die Art, wie die National Geographic Society in Zusammenarbeit mit der Maecenas Foundation for Ancient Art und dem Waitt Institute for Historical Discoveryist über den Fund informierte, ist - auch dann, wenn man die selbstverständlichen kommerziellen Interessen bei der Vermarktung des Fundes berücksichtigt - vorbildlich. Auf die von National Geographic anberaumte Präsentation folgte am Sonntag ein weltweit ausgestrahlter, ausführlicher Fernsehbericht über das Judas-Evangelium und dessen Entdeckungsgeschichte. Nicht genug, die National Geographic Society beschenkte den Interessierten auch noch mit einer exzellenten Webseite voll mit Informationen und nicht zuletzt: der pdf Version des vollständigen koptischen Textes und einer englischen Übersetzung! Gleich bei der ersten Lektüre erwies sich, daß offenbar einige Texte, die sich in demselben Kodex befinden und die zuvor im Internet als Texte aus dem Judas-Evangelium (inoffiziell) vorveröffentlicht worden waren, gar nicht zum Evangelium gehörten (sondern offenbar zu einer als Allogenes bezeichneten weiteren Schrift). Insofern liegt dem Aufsatz, den ich vor einem Jahr über die Frage nach der Herkunft des Evangeliums verfaßte, eine teilweise nicht korrekte Textbasis zugrunde. Allerdings hatte ich selber bereits darauf hingewiesen, daß die ganze Frage überhaupt erst bei der Veröffentlichung des Textes in einem Jahr endgültig beantwortet werden kann. Kurioserweise hat sich an dem Ergebnis trotzdem nicht viel geändert. Tatsächlich deuten eine Reihe von Indizien darauf hin, daß die "Sethianer" wieder einmal Recht bekommen haben und wir es bei dem Judas-Evangelium mit einem Produkt aus der sethianischen Gnosis zu tun haben, in der bekanntlich eine Vielzahl der in Nag Hammadi gefundenen Schriften ihren Ursprung haben. Ist die Gestalt des Judas historisch? Im Augenblick dreht sich die Debatte auf der theologischen Seite noch um Vordergründiges, wie z.B. die Rolle des Judas und die Frage, ob das harte Urteil, das die Evangelien und die kirchliche Tradition über ihn fällten, nachträglich revidiert werden muß (Judas rehabilitieren - jetzt etc.). Dabei wird in naiver Weise vorausgesetzt, daß die Gestalt des Judas historisch sei, was aber alles andere als gesichert ist. Hier könnte eine exegetische Besinnung, wie ich sie vor einem Jahr, in dem inzwischen allerdings - wie bereits erwähnt - an manchen Teilen überholten Aufsatz Judas und das Judas-Evangelium, 2005 (pdf) versucht habe, Klärung bringen. Daraus geht klar hervor, daß die Gestalt des Judas außerhalb der Evangelien erst gegen Ende des 2. Jahrhunderts (!) nachweisbar ist und selbst bei Justin noch unerwähnt bleibt. Alles deutet also darauf hin, daß der Verfasser des Evangeliums weniger an einem historischen Porträt des Judas interessiert war als an dessen Funktion als einem von den Zwölfen unabhängigen Offenbarungsträger im Kampf gegen die katholischen Kirchenchristen des 2. Jahrhunderts. Das Evangelium entstammt, wie man schnell erkennen kann, dem Kirchenkampf des 2. Jahrhunderts, der zwischen Katholiken (repräsentiert durch die Zwölf) und Gnostikern (repräsentiert durch Judas) tobte (siehe vor allem die Tempelvision und ihre allegorische Deutung, 38ff). Das neu entdeckte Evangelium kann uns einen Eindruck davon geben, mit welch unerbittlicher Härte und scharfer Polemik dieser Kampf auch von den Gnostikern geführt wurde. Judas und die Zwölf Konservative Theologen versuchen, den Wert der jüngsten Entdeckung dadurch herunterzuspielen, daß sie auf das relativ junge Alter des Judas-Evangeliums im Vergleich zu den angeblich viel älteren synoptischen Evangelien aus dem 1. Jahrhundert verweisen. Sie wähnen sich da immer ganz sicher und meinen, auf diese Weise die Gnosis des Judas-Evangeliums gegen die vermeintlichen historischen Fakten der Evangelien ausspielen zu können. So bemerkt der Präsident des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaften Walter Brandmüller, der Fund habe - anders als die kanonischen Evangelien - „keine Quellenfunktion". Es handle sich lediglich um ein interessantes literaturhistorisches Dokument. Dr. R. Roukema von der Theologischen Universität Kampen sagt noch deutlicher: "Die ältesten und zuverlässigsten Quellen sind immer noch in den Schriften zu finden, welche die Kirche in den Kanon des Neuen Testaments aufgenommen hat" (Trouw 12.04. 2006). Und im Rheinischen Merkur heißt es apodiktisch: "Die vier Evangelien der Bibel sind älter und gehen auf Augenzeugen zurück. Die neue alte Schrift wird religiöse Spekulanten interessieren. Ihr Autor war auch einer". Doch Vorsicht! Abgesehen davon, daß die historische Kritik längst gezeigt hat, daß wir es bei den Evangelienberichten kaum mit "Augenzeugenberichten" zu tun haben und diese überhaupt nicht als historisch zuverlässige Berichte angesehen werden sollten, gibt es ein - bisher noch kaum erkanntes - sicheres Indiz dafür, daß der zeitliche (nicht der theologische) Abstand zwischen unseren kanonischen Evangelien und dem nun veröffentlichten gnostischen Judas-Evangelium keineswegs so groß sein kann, wie manche Theologen das gerne möchten. Sie sollten den Text des neuen Fundes einmal genau betrachten. Im Judas-Evangelium gilt Judas nicht als Mitglied der Zwölf! Jesus bezeichnet ihn einmal als "dreizehnten Geist" (44.21), das andere Mal sagt er ausdrücklich zu Judas: "Du wirst der Dreizehnte werden" ( 46.19f). Judas: “In einer Vision sah ich, wie mich die 12 Jünger steinigten" (44.23ff). Judas gehört also ausdrücklich nicht zu den Zwölfen, die, wie wir wissen, im 2. Jahrhundert - mit Petrus an der Spitze - allmählich zu den Gründervätern der römischen Kirche avancierten. Wenn Leonardo da Vinci die Abendmahlsszene nach dem Judas-Evangelium hätte darstellen wollen, hätte er noch eine weitere Person hinzufügen müssen: Jesus mit den zwölf Aposteln und Judas! Aber haben wir in den Evangelien nicht immer gelesen, Judas sei der "Zwölfen einer"? Gewiß haben einige nachdenkliche Exegeten schon seit langem gerätselt, warum eine solche Selbstverständlichkeit in den kanonischen Evangelien gleich mehrere Male ausdrücklich ausgesprochen werden mußte. Abgesehen von den Apostellisten (Matt. 10:2-2; Mk 3:16-19; Lk. 6:14-16), in denen Judas als zwölfter Jünger aufgeführt wird, betonen die Evangelisten seine Zugehörigkeit zum Zwölferkreis auch noch an den folgenden Stellen ausdrücklich: Matt. 26:14 (21) 47; Mk. 14:10, (20) 43; Lk. 22:3.47; Joh 6:70.71). Verstand sich die Zugehörigkeit des Judas zu den Zwölfen nicht von selbst? Und warum mußte diese gerade bei ihm so ausdrücklich betont werden? Warum wird das εἷς ἐκ τῶν δώδεκα, das den Auftritt des Judas gleichsam mit der penetranten Aufdringlichkeit eines wagnerischen Leitmotivs orchestriert, nie von den anderen Jüngern (mit Ausnahme von Thomas Didymus, Joh 24:24) gesagt, für die das doch in gleicher Weise zutrifft? Auch in der Apostelgeschichte sticht die Ausdrücklichkeit, mit der Petrus in seiner Rede zur Apostelnachwahl die Zugehörigkeit des Judas zum Zwölferkreis betont, ins Auge: "denn er gehörte zu uns und hatte dieses Amt mit uns empfangen" (1:17). Jetzt könnten wir's wissen. Die Antwort ist ganz einfach: Weil die Verfasser der synoptischen Evangelien (bzw. deren Endredaktoren) das Judas-Evangelium oder eines seiner Vorläufer kannten und darauf (in polemisch korrigierender Weise) Bezug nahmen! Wir haben es mit einem System kommunzierender Röhren zu tun: Die nachdrückliche Betonung der Zugehörigkeit des Judas zum Zwölferkreis ist nicht ohne die Bestreitung eben dieses Sachverhalts (im Judas-Evangelium) zu denken. Wenn wir nun aber davon absehen, daß das Judas-Evangelium schon im 1. Jahrhundert existierte, was angesichts der ersten Bezeugung durch Irenäus gegen Ende des 2. Jahrhunderts problematisch ist und auch noch von niemandem erwogen wurde, bleibt nur die alternative Möglichkeit, daß die Evangelien offenbar wesentlich jünger sind, als angenommen. Sie stammen, wie ich anderswo in dem Aufsatz Die synoptische Apokalypse (Mk13par) - ein Dokument aus der Bar Kokhba-Zeit zu zeigen versucht habe, aus dem 2. Jahrhundert und haben teil an der Auseinandersetzung, den geistigen Strömungen und geschichtlichen Ereignissen eben dieser Zeit, was wiederum bedeutet: Sie sind mit vielen gnostischen Schriften synchron und haben - nach einigen Vorläufern (eine von den Apostolischen Vätern als "Evangelium" bezeichnete mysteriöse Spruchquelle, Marcions Evangelium, Justins "Denkwürdigkeiten der Apostel") erst in der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts endgültig Namen und Gestalt erhalten. Über den möglichen Sinn der Eingliederung des Judas siehe den übernächsten Abschnitt: Der Judasbrief - die kirchliche Antwort auf das gnostische Judas-Evangelium.
Ergänzung vom 29. 05. 2006 (kursiver
Text): Gregor Wurst hat in seinem Beitrag: Irenaeus of Lyon and the
Gospel of Judas (in: Kasser, Meyer, Wurst: The Gospel of Judas, 2006),
auf Seite 36 des Kodex hingewiesen. Dort sagt Jesus zu Judas: "Denn ein
anderer wird an deine Stelle treten, damit die zwölf J[ünger] wieder
vollzählig werden durch ihren Gott"“. Wurst sieht darin „a clear
allusion to the selection of Matthias to replace Judas in the circle of
the Twelve disciples (Acts 1:15-26). Since the book of Acts is generally
dated about 90-100 by scholars of the New Testament, the Gospel of Judas
must be placed in the second Century”.
Wie auch immer, an der oben ausgeführten Argumentation ändert
das alles wenig.
Die Antwort auf die Frage, warum Judas in den Evangelien in geradezu
aufdringlicher Weise als „der Zwölfen einer“ bezeichnet wird, müßte wohl
weiter im Judas-Evangelium gesucht werden, in dem Judas zum dreizehnten
Apostel stilisiert wird. Eine Parallele: Marcions Apostel Paulus und die Zwölf Zu dem ganzen Vorgang gibt es eine interessante Parallele: Marcion und dessen Apostel Paulus. Ebenso wie die gnostischen Judasanhänger besaß der 144 n.Chr. als "Ketzer" aus der Kirche ausgeschlossene Marcion und dessen Anhänger ihren Lieblingsjünger: den Apostel Paulus. Während die übrigen Urapostel, also die Zwölf (die hier wiederum synonym für die Überlieferungsbasis der katholischen Christen stehen), die von Christus mitgeteilte Botschaft nach Meinung Marcions nicht verstanden hatten und weiterhin (wie die 12 Apostel des Judas-Evangeliums) dem von Christus verworfenen Judengott dienten, galt ihnen Paulus als wahrer "Christusversteher" und somit als echter Jünger Jesu. Die in seinem Namen überlieferten Schriften waren mithin Garanten für die Reinheit und Authentizität der paulinisch-marcionitischen Verkündigung. Erst mit der allmählichen Katholisierung des Marcionitismus und der katholischen Bearbeitung der Paulusbriefe ist der ursprüngliche Gegensatz aufgeweicht und in die Synthese: "Zwölf Apostel und Paulus" überführt worden (Näheres in meinem "Gefälschten Paulus"). Nebenbei bemerkt, findet sich im Judas-Evangelium kein Hinweis auf Paulus. Nur die Zwölf werden erwähnt. Das ist auffallend. Hätte der Verfasser der Schrift gewußt, daß der 13. Apostelplatz in der von ihm bekämpften Kirche bereits von Paulus besetzt wurde, hätte er kaum den Versuch machen können, Judas als Dreizehnten zu inthronisieren. Mit anderen Worten: Das Judas-Evangelium beweist wieder einmal, daß Paulus und dessen Briefe in der Mitte des 2. Jahrhunderts selbst in der "rechtgläubigen" Kirche, auf die sich der Verfasser des JudEv ja bezieht, noch nicht bekannt war. Allenfalls JudEv 47 könnte ein Hinweis auf Paulus sein: "Den kein Auge eines Engels jemals sah, kein Gedanke des Herzens konnte ihn jemals begreifen, und man rief ihn nie bei einem Namen". Hier könnte es sich um eine Anspielung auf 1. Korintherbrief 2:9 handeln: "Was ein Auge nicht sah und ein Ohr nicht hörte und zum Herzen eines Menschen nicht aufstieg, was bereitete Gott den ihn Liebenden". Bekanntlich ist der Vers in seinen verschiedenen Variationen aber nicht nur bei Paulus belegt, sondern in der frühchristlichen Tradition weit verbreitet, besonders in der christlich-gnostischen (vgl. Thomasevangelium, Logion 17, der Gnostiker Justin bei Hippolyt, Refutatio 5.24,26.27, Theophilus von Antiochien an Autolykus, Ad Autolycum, 1.14 usw.).
Der Judasbrief - die kirchliche Antwort auf das gnostische Judas-Evangelium Es scheint, als ob der neue Fund auch noch auf ein anderes Problem überraschendes Licht werfen könnte. Bekanntlich enthält der neutestamentliche Kanon einen unter dem Namen des Judas verfaßten kurzen Brief, der von den Wissenschaftlern (wie so oft ohne nähere Begründung) als ein Schreiben aus der Wende vom 1. zum 2. Jahrhundert betrachtet wird, in dem es vorwiegend um die Bekämpfung von christlichen Irrlehrern geht, deren Identifizierung bisher noch umstritten war. Aufgrund dessen, daß sich der Verfasser im Briefeingang als "Judas, ein Knecht Jesu Christi und Bruder des Jakobus" bezeichnet, nahm man an, daß es sich entweder um den Herrenbruder Judas selbst handelt (Mk 6:3) oder aber - sofern der Brief pseudepigraphisch ist, wie die Mehrheit der Exegeten heute vermutet - um ein im Namen des Herrenbruders verfaßtes Schreiben. Nun kann schon ein erster flüchtiger Vergleich des Judasbriefes mit dem neu entdeckten Judas-Evangelium zeigen, daß es zwischen den beiden Schriften erstaunlich viele Berührungspunkte gibt. Das Profil der im Judasbrief geschilderten Häresie entspricht in vielen verblüffenden Details dem der im Judas-Evangelium vertretenen Lehre: 1) Der Judasbrief spricht davon, daß die Irrlehrer "unsern alleinigen Herrscher und Herrn Jesus Christus" leugnen (4). Die darin zum Ausdruck kommende Leugnung der Herrscherstellung Jesu wird sich vermutlich darauf beziehen, daß die Gnostiker in Seth statt in Jesus den Christus sahen: "Der erste ist Seth, welcher Christus genannt wird" (52.4f). 2) Der Vorwurf der Habsucht, den der Verfasser des Judasbriefs macht, indem er ihnen vorwirft, sie wandelten im Irrtum "des Bileam um Gewinnes willen" (11), könnte sich darauf beziehen, daß der gnostische Gemeindepatron Judas in dem nach ihm benannten Evangelium für seine Auslieferung Geld empfängt: "Und er empfing ein wenig Geld und lieferte ihn ihnen aus" (58.25f). 3) Im Judasbrief ist (18) von Spöttern die Rede. "Ihr Mund redet arrogante Worte" (16). Das scheint sich auf den Spott des lachenden Jesus im Judasevangelium und die Überheblichkeit der als Pneumatiker in die Mysterien Jesu eingeweihten Leserschaft zu beziehen. Das Spötter-Lachen des Erlösers begegnet im JudEv insgesamt 4 mal, der Begriff swbe selber 8 mal: 34.2ff, 36.23, 44.19, 55.12.
4) Die Gemeinde des JudEv versteht sich
als Anhängerin der Offenbarung des Judas, dem "die Geheimnisse des
Reiches offenbart" wurden (45.25f), d.h. als Gemeinde von Pneumatikern,
im Gegensatz zu den noch im dumpfen Geist des alttestamentlichen Gottes
wandelnden Nachfolgern der (judaisierenden=katholischen) Zwölf;
vgl. JudEv 34: "Sie aber sprachen 'Meister, du bist der Sohn
unseres Gottes.' Jesus aber sprach zu ihnen, 'Woher kennt ihr mich?
Wahrlich, [ich] sage euch, kein Menschengeschlecht ist unter euch, das
mich kennen wird.'" 5) Weiter bezeichnet der Judasbrief die Häretiker als "Träumer"(8). Visionen, nau, Träume und deren Auslegung bestimmen das Thema des Judas-Evangeliums. 44 berichtet Judas seine Vision, in der er sieht, wie er von den Zwölfen gesteinigt wird. In JudEv 37 f wird zwar ein Traum der Zwölf dargestellt und ausgelegt. Aber selbstverständlich konnte die ganze Darstellung der zwölf Apostel von den Kirchenchristen kaum akzeptiert werden. In ihren Augen waren nicht die Zwölf, sondern die gnostischen Gegner diejenigen, die sich das alles "zusammengeträumt" hatten und zu Recht als "Träumer" beschimpft werden durften. 6) Von den gnostischen "Träumern" heißt es im Judasbrief weiter, daß sie "jede Herrschaft verachten und die himmlischen Mächte lästern" (8). Das richtet sich natürlich gegen die eigenwillige Angelogie des Judas-Evangeliums, die von den Kirchenchristen als Abwertung und Schmähung der Engelmächte aufgefaßt werden mußte. Als "Lästerung" der jüdischen Engelwelt konnte besonders die negative Darstellung der Schöpferengel (Saklas) angesehen werden (JudEv 52 und 56, wo der Text allerdings stark korrumpiert ist). 7) Der Judasbrief erwähnt in Anspielung auf die "Himmelfahrt des Mose" den Engel Michael (Jud 9) - möglicherweise in Anspielung auf EvJud 53.20. 8) Der Verfasser des Judasbriefs bezeichnet die Irrlehrer als "Wolken ohne Wasser", die "vom Wind umhergetrieben" werden (12). Das könnte sich polemisch auf den im JudEv auffallend häufigen Gebrauch des Wolkenmotivs beziehen, JudEv kloole 47.19. qhpe 47.24, 48.22. 50.24, 51.9.17, 52.20, 57.22.26. 9) Das Wolkenmotiv begegnet interessanterweise in einer charakteristischen Kombination mit einem anderen, dem Sternmotiv,siou EvJud 37.5, 39.14, 40.17, 41.5, 42.8, 45.13, 46.2, 45.13, 54.17.22, 55.10.17.18, 56.23, 57.18.19.20. Auch darauf nimmt der Verfasser des Judasbriefs Bezug. Er bezeichnet die Irrlehrer polemisch als "umherirrende Sterne; denen das Dunkel der Finsternis in (den) Aeon aufbewahrt ist" (13); vgl. damit Jesu Worte im JudEv: „Judas, dein Stern hat dich in die Irre geführt“ (45.13f). 10) Die Rede von den "kahlen, unfruchtbaren Bäumen" (12) bezieht sich dann deutlich auf JudEv 39.15ff und ist wiederum eine Retourkutsche und polemische Umkehrung des Vorwurfs der Gnostiker, die von der Kirche der Zwölf behaupteten: [Und sie] pflanzten Bäume, die keine Frucht trugen in meinem Namen, in schändlicher Manier. 11) Der Judasbrief stellt fest: Die Irrlehrer gehen "den Weg des Kain" (11). Laut Iren Haer 1.31.1 ist das JudEv ein Werk der Kainiten. Andere wiederum lassen den Kain von der oberen Macht abstammen und bekennen Esau, Kore, die Sodomiten und ähnliche als ihre Verwandten, die zwar von ihrem Schöpfer gehaßt würden, aber doch nichts Schlimmes von ihm erlitten hätten. Denn die Sophia nahm das von ihnen, was ihr Eigentum war, zu sich. Das habe auch der Verräter Judas genau gewußt; er allein habe die Wahrheit erkannt und das Geheimnis des Verrates vollendet; er habe alles Irdische und Himmlische getrennt. Diese Dichtung nennen sie das Evangelium des Judas. Unabhängig von der Frage, ob die Kainiten tatsächlich die Verfasser des JudEv waren (oder die Sethianer - oder ob die Kainiten nur ein Ableger der Sethianer waren), existierte in jedem Fall eine kirchliche Tradition, nach welcher es sich so verhielt. Daran knüpft der Verfasser des Judasbriefes an. 12) Die Christen, an die sich der Judasbrief wendet, betrachten sich als "Heilige", denen der (wahre) Glaube, ein für allemal überliefert wurde (3). So auch die im Judas-Evangelium verspotteten, judaisierenden (also katholisierenden) Gegner, die (analog dem von Gnostikern gern zitierten Gott des Alten Testaments "Ich bin Gott, und es gibt keinen anderen Gott neben mir“, Dtn 32:39) in überheblicher Beschränktheit fragen "Herr, welches ist dieses großartige Geschlecht, das uns überlegen ist und das heiliger ist als wir, welches nicht von diesem Reich ist?“ 13) Mit dem Bild vom Gewand des Fleisches JudEv 56 ("Denn du wirst den Mann opfern, der mich kleidet") korrespondiert der Ausdruck aus dem Judasbrief: "das vom Fleisch befleckte Gewand" - der wiederum polemisch gegen Gnostiker gewendet wird. Das Gerede von den angeblichen "unzüchtigen Orgien" der Gnostiker (so z.B. Hollmann/Bousset) ist kirchliche Legendenbildung und feiert bis heute in den wissenschaftlichen Kommentaren fröhliche Urständ. Der Vorwurf zügellosen Lebens gehört offenbar bei beiden Parteien zum polemischen Standard-Repertoire (siehe auf gnostischer Seite die Tempelvision und deren Auslegung, JudEv 38ff, wo den Priestern der Zwölferkirche Kinderopfer, Homosexualität und allgemeine Gesetzlosigkeit vorgeworfen wird). Derlei schlugen sich Kirchenchristen wie Gnostiker gegenseitig um die Ohren. Darum läßt sich daraus keine präzises Gegnerprofil entnehmen. Mit gleicher Parteilichkeit ließ sich der Vorwurf umgekehrt auf die Kirchenchristen beziehen. Wahrscheinlich galten die Gnostiker den Kirchenchristen nur deswegen als "Unzüchtige" (Jud 7), weil sie - analog zu Apk 2:14.20 - an Götzenopfermahlzeiten teilnahmen - Konsequenz ihres Antinomismus, der aber keineswegs mit ethischer Laxheit gleichgesetzt werden darf, wie der Verfasser des Judasbriefes unterstellt. Nach Wikenhauser/Schmid kämpft der Verfasser des Judasbriefs "mit den Vertretern einer keimhaften Gnosis" (Einleitung in das Neue Testament, 6.Aufl 1973, S. 581). Die Argumentation, mit der der Judasbrief herunterdatiert werden soll, erweist sich aber aufgrund des neu entdeckten Evangeliums offenkundig als falsch. Der Judasbrief setzt sich, wie wir gesehen haben, zweifellos mit Gnostikern auseinander, die das Judas-Evangelium kannten und lasen, also mit einer christlich-gnostischen Strömung aus der 2. Hälfte des 2. Jahrhunderts. Deren Gnosis aber steht in voller Blüte und ist alles andere als "keimhaft"! Vor dem oben dargestellten Hintergrund könnte nun auch die Verfasserfrage in neuem Licht gesehen werden. Die Frage ist dabei nicht, ob wir es beim Judasbrief mit einem pseudepigraphischen Schreiben zu tun haben. Das ist selbstverständlich der Fall. Die Frage ist, ob der unter falschem Namen schreibende Verfasser im Namen des Herrenbruders Judas oder aber des Apostels Judas schreiben wollte. Tatsächlich kann die Möglichkeit nicht ausgeschlossen werden, daß der Verfasser des Judasbriefs bei der Abfassung nicht - wie bisher angenommen - an den Herrenbruder, sondern an den von den Gnostikern usurpierten Apostel Judas selber dachte. Dafür könnte auch sprechen, daß der Verfasser des Judasbriefes von Tertullian ausdrücklich als Apostel bezeichnet wird, De cultu fem 1.3. Daß Judas zu Beginn des Judasbriefes als "Bruder des Jakobus" eingeführt wird, muß nicht bedeuten, daß darunter der Bruder Jesu verstanden wurde, da das wiederum eine Identifizierung des Jakobus mit dem Herrenbruder voraussetzen würde, die der Verfasser selber gar nicht vornimmt. Auch Tertullian wird den Jakobus aus Jud 1:1 sicher nicht als Herrenbruder betrachtet haben, da er in dem Verfasser des Judasbriefs den Apostel Judas sah. Las Tertullian in seiner Bibelausgabe statt Bruder möglicherweise Sohn? Bestätigt werden könnte die Vermutung durch Hippolyts consummatione mundi 10.14, wo der Verfasser des Judasbriefs tatsächlich als Ιουδας Іακωβου, also als Sohn des Jakobus bezeichnet wird! Tatsächlich kennt Lukas bzw. der Verfasser der Apostelgeschichte - im Gegensatz zu Markus und Matthäus und ähnlich wie Johannes - keinen Herrenbruder Judas, dagegen aber zwei Judas mit Aposteltitel, einen Judas Iskariot und Ιουδας Іακωβου, also den Sohn des Jakobus! (6:16 und Apg 1:13) Es wäre dann zu fragen, ob der Verfasser des Judasbriefs mit seinem Schreiben etwa die Absicht verfolgte, durch seine Fälschung im Namen des Judas den Gnostikern, die sich auf Judas als 13. Gegenapostel beriefen, die Legitimation zu entziehen. Tatsächlich hätte dies kaum besser geschehen können, als dadurch, daß er den kirchlichen Judas selber (der überlieferungsgeschichtlich noch nicht mit der Verratsgeschichte verbunden gewesen wäre) die Lehre des Judas-Evangeliums verdammen ließ und ihn so in den Zwölferkreis heimholte. Das ergäbe einen plausiblen Sinn. Es würde auch erklären, warum die "Zwölferkirche" in dieser Phase der Auseinandersetzung mit der Gnosis soviel Wert darauf legte, daß Judas "einer von den Zwölfen" war. Später hätte dann die Kirche in der Auseinandersetzung mit den Gnostikern allerdings einen neuen Weg beschritten, indem sie in ihren Evangelien das Motiv von der Auslieferung Jesu durch Judas übernahm, doch darin, anders als die Gnostiker, keine Heilstat sah, sondern Judas zum geldgierigen Bösewicht stempelte. Da dieser nun nicht mit dem bisherigen Judas (Sohn des Jakobus) identisch sein durfte, verlieh man ihm zur Unterscheidung den Beinamen Iskariot. Die überlieferungsgeschichtliche Entwicklung spaltete also den einen Judas (analog Paulus/Simon) mit der Zeit in einen "bösen" (Iskariot) und einen "guten" (Sohn des Jakobus) und beförderte den "guten", nachdem er als Sohn des Jakobus zumindest in der älteren lukanischen Tradition noch eine Weile im Zwölferkreis verblieben war, um jede Verwechslung auszuschließen, mittels der Änderung des Verwandtschaftsverhältnis - aus dem Sohn des Jakobus wurde der Bruder - hinauf in den Rang eines Herrenbruders. Als solcher gilt der Verfasser des Judasbriefes in der kirchlichen Überlieferung und bei den meisten Exegeten bis auf den heutigen Tag! Angesichts der weiten Streuung des Namens Judas in der frühchristlichen Überlieferung und der hochgradigen Kompliziertheit des überlieferungsgeschichtlichen Befundes, bleibt das alles vorerst Vermutung. Doch vor allem das Zeugnis des Hippolyt könnte bestätigen, daß der 1. Vers des Judasbriefs ursprünglich anders lautete und Judas vom Verfasser darin als Apostel, Sohn des Jakobus vorgestellt wurde. Was nach dem Fund des Judas-Evangeliums allerdings kaum noch von der Hand zu weisen ist: daß der Verfasser des Judasbriefes das Judas-Evangelium und die gnostische Gemeinde, aus der es stammte, kannte und bekämpfte. Der Judasbrief ist die frühkatholische Antwort auf das Judas-Evangelium! Papst Benedikt XVI. und neuerdings auch der russische Patriarch hätten sich mit gutem Grund auf das kleine Schreiben berufen können, in dem die kirchliche Ächtung des Judas-Evangelium ca. 1850 Jahre vorweggenommen wurde (ich übergehe die Frage, wie gut einer selbstbewußten Kirche solche Verdammungsurteile nach so viel Jahrhunderten noch zu Gesicht stehen).
Auf der Suche nach den Ursprüngen Wie lange nun schon ziehen Bibelforscher aus, um nach den historischen Grundlagen des Christentums zu suchen. Aber statt handfester Details, die unsere Sicht über den Menschen Jesus aus Nazareth komplettieren könnten, finden sie nichts als jüdische Theosophie, apokalyptische Menschensohnphantasien, alexandrinische Logosphilosophie und immer wieder Gnosis, Gnosis, nichts als Gnosis. Statt endlich des ersehnten Porträts des historischen Predigers aus Nazareth ansichtig zu werden, werden uns "gnostische Phantasien" wie jene zugemutet, die wir in dem Judas-Evangelium finden, wo Jesus seinen Jüngern als kleines Kind erscheint (33.20f - ein bekanntes gnostisches Motiv: sog. Polymorphie des Erlösers). Da kann dem rationalistischen Bibelerklärer auch keine Deutung im Stile der jüngsten "Blitzeis-Exegese" helfen. Vielleicht wäre es an der Zeit, endlich daraus lernen und sich die Frage zu stellen, worin unsere "Enttäuschung" denn eigentlich ihre Ursachen hat? Vielleicht meinen wir ja nur deswegen wieder einmal nichts Entscheidendes gefunden zu haben, weil unsere Erwartungen bezüglich des Aussehens des Fundes auf falschen Annahmen basierte? Vielleicht ist es ja so, daß wir nur deswegen das Gesuchte nicht finden und überhaupt niemals finden werden, weil es das gar nicht gibt. Oder positiv gewendet, vielleicht haben wir das Gesuchte - ohne es zu wissen - ja schon längst gefunden, weil jüdische Theosophie, hellenistische Mystik und Mysterien, Gnosis und Apokalyptik tatsächlich die einzige geschichtliche Grundlage für das neutestamentliche Jesus-Bild sind - und sonst nichts. Dann aber wäre es für die Kirchen und viele theologische Kollegen, die sich an den Ergebnissen der Radikalkritik bisher seltsam desinteressiert zeigten, an der Zeit, einmal prophylaktisch ihr Verhältnis zur christlichen Gnosis und Mystik zu überdenken, bevor sie in einigen Jahrzehnten feststellen müssen, daß in bezug auf das überlieferte Bild des Christentums kein Stein mehr auf dem andern steht und sie angesichts der Lücke, die der vorbildliche historische Sozialarbeiter aus Nazareth hinterlassen hat, nicht mehr wissen, was sie noch predigen sollen. Der lachende Jesus Anders als der synoptische Jesus, von dem nirgendwo überliefert wird, daß er jemals gelacht habe (und der bei Lukas 6:25 sogar sein "Wehe über die Lachenden" spricht), scheint der gnostische des Judas-Evangeliums einen Sinn für Humor zu haben. Er lacht insgesamt 4 mal - z.B. als spöttische Reaktion auf die Ignoranz der Jünger, die weiter in den jüdischen Riten verharren (z.B. indem sie das Passafest feiern, 33,22ff) und nichts vom transzendenten Reich, aus dem Jesus kommt, verstehen (36.15ff). Das Lachen ist also im Grunde nur die Kehrseite des aus den kanonischen Evangelien bekannten Jünger-Unverständnismotivs. Man könnte sagen: Angesichts der fortschreitenden Verfälschung und Vernichtung des gnostischen Schrifttums durch die katholischen Psychiker hatte der gnostische Jesus wenig Grund zum Lachen. Aber Humor ist, wenn man trotzdem lacht. Und wer zuletzt lacht, der lacht bekanntlich am besten.
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Siehe auch: Michel van Rhijn-Website mit Original-Abbildungen Klaus Berger: Ende eines Schurken (Die Welt): Berger weist auf ein interessantes exegetisches Detail hin: "Die Schilderung der Umstände des Judasverrats bietet Neues. Die Offenbarungen an Judas gibt Jesus drei Tage vor dem Abendmahl. Dieser Satz schließt an die ansonsten unerklärte Stelle Markus 14,1 an: "Und nach zwei Tagen war das Passahfest der Juden." Zwei Tage nach was? Am dritten Tag, also am Tag vor Markus 14,1, spricht Jesus mit Judas" Martin Schrader: Bedeutung des "Judas-Evangeliums" ist umstritten (DW-World)
* Judas und das Judas-Evangelium, 2006 (pdf)
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