StartAktuellesBuecherKlassikerBiographienLinksGaestebuch

 


Jetzt erschienen:

Hermann Detering: Falsche Zeugen  
- außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand
Alibri-Verlag  2011

Hat Jesus wirklich gelebt? Nach Ansicht der meisten Theologen und Historiker ist die geschichtliche Existenz Jesu von Nazaret nicht nur durch christliche, sondern auch durch außerchristliche Quellen klar bezeugt. Als „Kronzeugen“ gelten vor allem die antiken Historiker Josephus, Tacitus, Sueton sowie der römische Literat und Statthalter von Bithynien, Plinius der Jüngere.
Moderne Untersuchungsmethoden lassen die Ursprünge des Christentums in einem neuen Licht erscheinen. Stammt das Testimonium Flavianum, in dem vom „weisen Mann“ Jesus die Rede ist, tatsächlich aus der Feder des Josephus? Hat es die neronische Christenverfolgung wirklich gegeben? Handelt es sich beim „Chrestus“ des Sueton um Jesus? Wie authentisch sind die „Christenbriefe“ des jüngeren Plinius?
Es zeigt sich, dass die angeblichen „Jesuszeugnisse“ weder einen historischen Jesus von Nazaret noch die Existenz eines frühen Christentums im 1. Jahrhundert bezeugen können. Die negativen historischen Resultate werfen die Frage nach der Bedeutung der Geschichte für den christlichen Glauben auf.

Aus dem Inhalt

Christliche Interpolationen bei Flavius Josephus * Tacitus: Der Brand Roms und die „neronische Christenverfolgung“ * Plinius der Jüngere – Christenverfolgung in Bithynien * Leben und Werk des jüngeren Plinius * Sueton: Christus in Rom - Sueton und seine Biographien römischer Kaiser * Mara bar Serapion: der „weise König“ * Thallus: Ein Hinweis auf die Passionsgeschichte? * Das Schweigen nichtchristlicher Quellen

    Verlagsinformationen

[hier klicken]

Inhaltsverzeichnis

     [Download]

Probekapitel

 [Download]

 


                

Der Gefälschte Paulus

Das Urchristentum im Zwielicht, 1995

Kurzbeschreibung aus "Humanist"

Kritische Anfragen zum "Gefälschten Paulus" - Briefwechsel Pfr. Carl Beleites  - Dr. Hermann Detering, 2003 

The Falsified Paul - Early Christianity in the Twilight 

The Journal of Higher Criticism - Volume 10, No. 2 - Fall 2003

In theology and church Paul is regarded as the most important and most reliable historial witness to Jesus and early Christianity. This book nevertheless contradicts the common conception and shows that all the Pauline letters are in fact skillful falsifications from the second century.
The author solves the numerous unresolved questions that surround the figure and the writings of Paul until today in convincing and scholarly original ways. At the same time, the reader accompanies him on his breath-taking trip through the mysterious world of Gnosticism and the early Christianities.
Numerous individual observations which have not been considered by theologians until now are brought together to produce an entirely new picture of early Christianity. At the end of the book the puzzle of Paul finds a solution that is as amazing as it is illuminating.
This exciting history of the spuriousness of all the Pauline writings allows the time of earliest Christianity to appear in an entirely new light and invites a critical consideration and new evaluation of presumably certain facts of Christian history. 

Paulusbriefe ohne Paulus?

Die Paulusbriefe in der Holländischen Radikalkritik (Kontexte. Neue Beiträge zur Historischen und Systematischen Theologie, Bd. 10), 1992. 
Preis 25,00 € + Versandkosten

Hiermit bestelle ich

Abstract (english/german/dutch) Inhalt (pdf)  Leseprobe (pdf)

 

Rezensionen

Theologische Literaturzeitung - Nr 11 - 122. Jg - Nov 1997 - Sp. 977-978 - Jürgen Becker: Der Völkerapostel Paulus im Spiegel seiner neuesten Interpreten

FOCUS Nr. 5 - 30 Januar 1995 - Roger Thiede: Der falsche Paulus

      http://www.focus.de/kultur/leben/religion-der-falsche-paulus_aid_152723.html

      http://www.focus.de/kultur/leben/modernes-leben-wer-war-jesus_aid_156686.html

IDEA Nr. 7/95 - Rainer Riesner: Paulus ist keine Erfindung

Dazu Leserbrief von L.A. Eisenlöffel, IDEA Nr. 13/95

SELK-INFO Nr. 187 März 1995  - Volker Stolle: Der Briefe schreibende Paulus - eine literarische Fiktion?

Reformiertes Forum 15/16, 13. April 1995 - Fritz Gloor: Echte Auseinandersetzung gefordert

Eta Linneman: Der Wahnsinn hat Methode! 

HAZ Hannoversche Allgemeine Zeitung, 25. April 1995: Ekkehart Böhm: Suche nach dem Ghostwriter

Bremer Kirchenzeitung 13/95 - Wilhelm Fuhrmann: Der gefälschte Paulus

Interpretatie juni 1995 - Eduard Verhoef: Geen brief van Paulus?

Kirche intern, Forum für eine offene Kirche, für Gesellschaft, Politik und Kultur, 4/95  - Wolfgang Beilner: Wer ist der heilige Paulus?

Hermann Detering, Falsified Paul: Lunacy in a Package

Mehr Polemik als Rezension - Titel offenbar durch Lindemanns Artikel inspiriert


G.A. van den Bergh van Eysinga:  

Lebt Jesus - oder hat er nur gelebt?

 

Hat Jesus gelebt? - Die Frage wird vom niederländischen Neutestamentler Gustaaf A. van den Bergh van Eysinga in verschiedenen Einzelstudien wissenschaftlich kompetent und ohne jede Sensationshascherei untersucht. Sein Ergebnis: Jesus war ursprünglich keine historische Gestalt, sondern die symbolische Darstellung verschiedener religiöser und philosophischer Ideen der Antike. Der kirchliche Jesus ist das Resultat eines komplizierten Historisierungsprozesses. Für den modernen Menschen kommt es darauf an, religiöse und geschichtliche Wahrheit auseinanderzuhalten und wieder den ursprünglichen Gleichnischarakter der Christusgestalt zu entdecken.

Der Band versammelt 5 frühchristliche Studien des holländischen Radikalkritikers.

 

Inhalt:
Lebt Jesus - oder hat er nur gelebt?
Hercules – Christus
Historisierter Mythos
Jesus Christus als Logos
Die Entstehung der katholischen Kirche

 

Libri      Amazon

 


Harald Specht: 
Jesus? Tatsachen und Erfindungen
Engelsdorfer Verlag, Leipzig 2010 (19,90€) .      

 

Jesusbücher gibt es viele, vielleicht zu viele. Ein Jesusbuch mit einem Fragezeichen war bisher noch nicht darunter. Nun ist es erschienen. Es heißt schlicht „Jesus?“, stammt aus der Feder von Harald Specht und hat den Untertitel: „Tatsachen und Erfindungen“.
Das Fragezeichen gibt die Richtung vor. Der Autor bemüht sich um Antwort auf Fragen wie z.B.: Hat Jesus wirklich gelebt? War er ein Mensch aus Fleisch und Blut? Oder ist er nur ein Phantom, die Erfindung einer frühchristlichen Sekte? Warum weist die Bibel zahlreiche Ungereimtheiten auf, wenn es um Jesu Herkunft, Geburt und Familie geht? Weshalb agierten die ersten christlichen Gemeinden im Geheimen? Was hat es mit dem rätselhaften Stern zu Bethlehem auf sich und wieso beteten noch im Mittelalter Christen vor dem Petersdom zu Rom die Sonne an? Und was haben Christus und Weihnachten mit der Wintersonnenwende zu tun? usw.
      Die Antworten, dies sei vorweg gesagt, fallen anders aus, als es die heutigen Leser von Papst Benedikt XVI., Klaus Berger und Paul Verhoeven gewöhnt sein mögen: nachdenklicher, skeptischer, kritischer, mit einem Wort radikalkritischer. Bei der Alternative „Tatsachen oder Erfindungen“, „Fakten oder Fiktionen“ entscheidet sich der Autor in fast allen Fällen zugunsten der letzteren. Nicht aus Prinzip, sondern mit Argumenten, alten und neuen, stärkeren und schwächeren.
      Den christlichen Quellen ist ein Abschnitt gewidmet („Jesus im Neuen Testament – irgendetwas stimmt hier nicht“) ebenso wie den nichtchristlichen: Josephus, Sueton, Tacitus und Plinius. Weil geschichtliche Vergewisserung hier nimmermehr zu finden ist, bleibt für den Verfasser „nichts, was wir noch zu glauben hätten.“ Doch ist es überhaupt vorstellbar, dass wir es bei der Gestalt Jesu mit einer Fiktion zu tun haben? Kapitel 5, die „Erfindung Jesu“, entwirft Szenarien, wie es hätte sein können und wie aus einem Mythos Geschichte werden konnte.
Der Verfasser beschließt sein Buch mit sieben Thesen. Das Buch, das mit dem Motto „De omnibus dubitandum“ begann, endet, wen wundert’s, mit der Feststellung, dass Jesus lebt, aber nie gelebt hat. Eine schlechte Botschaft nur für die, die ihren christlichen Glauben mit dem Fürwahrhalten historischer Tatbestände verwechselten.
      Der Autor hat das Buch verfasst, weil er kein aktuelles deutschsprachiges Buch fand, das die historische Suche nach Jesus als Überblick für den Nichtexperten zusammenfasst. Die Lücke zu füllen, ist ihm voll und ganz gelungen. So ein Buch hat es seit langem im deutschprachigen Raum nicht gegeben. Eine spannende Tour durch die Geschichte der Leben-Jesu-Foschung – mit besonderem Schwerpunkt auf deren weithin vergessenem radikalkritischen Flügel, den „Zweiflern und Leugnern“ – glänzend geschrieben und trotz seiner gut 600 Seiten (654 mit Anmerkungen) sehr kurzweilig. Das richtige Buch für den Weihnachtsgabentisch für alle, die es schon immer etwas genauer wissen wollen und sich nicht mit frommen Sprüchen abspeisen lassen.

Dr. Harald Specht ist deutscher Wissenschaftler und Autor. Neben mehr als 70 wissenschaftlichen Publikationen sowie zahlreichen Drehbüchern und Filmkommentaren verfasste er auch mehrere Sachbücher und Romane.


Günther  Schwab:
Echtheitskritische Untersuchungen zu den vier kleineren Paulusbriefen. Band 1, Halbband A : Der Philemonbrief. Beobachtungen zur Sprache des Philipper- und des Galaterbriefs - Band 2 Halbband B: Beobachtungen zur Sprache des ersten Thessalonikerbriefs.
BoD 2011.             
                        
                  

Dr. Günther Schwab machte mich auf seine jüngst erschienene Dissertation, eine zweibändige Echtheitsuntersuchung der Paulusbriefe, darunter auch der bisher als echt betrachteten Briefe Phlm, Gal, Phil, 1 Thess, aufmerksam. Das Beweisziel klingt vielversprechend. Leider war es mir bisher noch nicht möglich, mich näher mit dem Werk zu beschäftigen. Bei der Echtheitskritik des Galaterbriefs scheint, wie aus dem Inhaltsverzeichnis hervorgeht,  vor allem die schon von Bruno Bauer beobachtete Abhängigkeit von der Apostelgeschichte von großer Bedeutung zu sein.

Das Beweisziel: "Als Beitrag zur Erstellung einer philologisch-historisch nachvollziehbaren echtheitskritischen Beurteilung des Corpus Paulinum und Korrektiv einer in der Literatur zu den sogenannten Protopaulinen deutlich wahrnehmbaren einseitigen Favorisierung der Echtheitsmöglichkeit weisen diese Studien nach, dass die bisherigen Echtheitsurteile über vier der sieben „Protopaulinen“ — Philemonbrief (Phm), Philipperbrief (Phil), Galaterbrief (Gal) und erster Thessalonikerbrief (1Thess) — unter Ausblendung echtheitskritisch beachtenswerter Merkmale dieser Texte zustande gekommen sind. Es wäre kein Zeichen von Parteilichkeit oder irgendeiner anderen wissenschaftlichen Untugend, würde die etablierte Paulusforschung die Möglichkeit, dass Phm, Phl, Gal und 1Thess fiktive, nicht von Paulus stammende Briefe sind, ernster als bisher nehmen und die Echtheitsfrage für jeden einzelnen „protopaulinischen“ Text neu aufrollen."
 

Aus dem Geleitwort von Prof. Wolfgang Speyer

Da der Kanon des Neuen Testamentes Quelle des christlichen Glaubens ist, waren und sind die Theologen bei der Kritik der Verfasserschaft, als die die Kirche letztlich den Heiligen Geist annimmt, weit zurückhaltender als gegenüber den ‚Apokryphen‘. Im letzten halben Jahrhundert nahmen aber immer mehr Bibelwissenschaftler zur Kenntnis, dass nicht nur die meisten Apostelschreiben unecht sind, sondern dass auch das Corpus Paulinum pseudepigraphische Briefe in einem größeren Maße enthält. So zogen sie sich schließlich auf die Festung von sieben unbezweifelbaren Briefen des Apostels Paulus zurück.

Von diesen Voraussetzungen aus konnte Dr. Günther Schwab, der bereits Aufsätze zu Sophokles und Sallust veröffentlicht hat, die große Aufgabe auf sich nehmen, das, was die neutestamentliche Wissenschaft bisher unterlassen hat, nachzuholen, nämlich die Gesichtspunkte zusammenzutragen, die gegen die Authentizität von vier der sieben ‚echten‘ Briefe des Paulus sprechen: an Philemon, die Galater, die Philipper und an die Thessaloniker (1 Thess). Von den geplanten Bänden, die diese und die übrigen ‚echten‘ Briefe sprachlich-stilistisch und inhaltlich untersuchen sollen, liegt hiermit der erste vor.

Der Verfasser analysiert in der weit gespannten Einführung die Möglichkeiten der Echtheitskritik auf der Grundlage der philologisch-historischen Methode, wobei er auch die Vorgangsweisen der heutigen Kriminalistik mitberücksichtigt. So erhalten wir einen ersten kritischen Überblick über die bisherige Geschichte und den Inhalt der Echtheitskritik im Blick auf das Corpus Paulinum und auf dessen Rezeption im 2. Jahrhundert. Dabei sind die Stimmen der Bibelwissenschaftler des 19. Jahrhunderts ebenso präsent wie die des 20. und des 21. Jahrhunderts.

Mit Hilfe der Möglichkeiten, die der Computer bietet, gibt der Verfasser im Hauptteil einen feinteiligen Sprach- und Stilvergleich zwischen den vier genannten Paulusbriefen und den übrigen Paulusbriefen sowie der Apostelgeschichte. Das Ergebnis dieser Untersuchungen zeigt, dass für die Annahme der Unechtheit mehr spricht, als bislang registriert worden ist. Dem üblichen Echtheitsurteil stehen beachtenswerte Indizienreihen entgegen.

Für den Mut und den Anstoß, die Paulus-Frage neu zu durchdenken, gebührt dem Verfasser der Dank der Mitforschenden.
 


STUDIES ON THE AUTHENTICITY OF THE FOUR MINOR PAULINE EPISTLES. Volume 1, half-volumes A and B.

As a contribution to a philologically-historically comprehensible assessment of the authenticity of the Pauline corpus and as corrective to the one-sided preference for the possibility of authenticity – a preference clearly visible in the research literature on the so-called proto-Pauline epistles – these studies demonstrate that the current judgments on the authenticity of four of the seven “proto-Pauline” writings – Philemon (Phm), Philippians (Php), Galatians (Gal) and First Thessalonians (1 Thess) – have been achieved by disregarding many features of these texts relevant for judging the probability of authenticity. It would not be a sign of bias or of any other scientific vice, if the mainstream of Pauline researchers took the possibility more seriously than up to now that Phm, Php, Gal and 1Thess are fictional letters originating not from the apostle Paul, and would be willing to reconsider the question of authenticity for every single “proto-Pauline” text.
 

 


 

Earl Doherty

Das Jesus-Puzzle 

Basiert das Christentum auf einer Legende? 2003
Angelika Lenz-Verlag

Warum ist der historische Jesus nicht in den paulinischen Briefen zu finden? Warum hat die göttliche Christusgestalt des Paulus  nichts mit dem Jesus der Evangelien zu tun? Gehen die Details der Passionsgeschichte bereits auf Passagen aus dem Alten Testament zurück? - Der schriftgelehrte Verfasser geht diesen und anderen Fragen in detaillierten exegetischen Untersuchungen  nach. Sein Ergebnis: Am Beginn des Christentums stand kein historischer Jesus, sondern ein mythischer  Christus. 

 

Rezensionen

MIZ - Dr. Michael Schmidt-Salomon, Trier, 2004


 

Eduard von Hartmann

Jean-Claude Wolf

 

 

 

 

 

Jean-Claude Wolf, Eduard von Hartmann. Ein Philosoph der Gründerzeit. – 236 S., Würzburg (Königshausen & Neumann), 2006, 48,00 Euro.

Jean – Claude Wolf (Hrsg.), Eduard von Hartmann. Zeitgenosse und Gegenspieler Nietzsches. – 173 S., Würzburg (Königshausen & Neumann), 2006, 24,80 Euro.

Rezension von Dr. Bernhard Hoffers, 2006

Das Todesjahr des Philosophen Eduard von Hartmann, geboren 1842, jährte sich 2006 zum hundertsten Male, am 6. Juni. Zu diesem Anlass hat Jean – Claude Wolf, Professor für Ethik und Politische Philosophie an der Universität Miséricorde in Freiburg/Schweiz, gleich zwei Bücher erscheinen lassen. Was hat es mit dem einst vielgenannten, viel kritisierten und dann vergessenen Verfasser der „Philosophie des Unbewussten“ auf sich, dass ihm nach all den langen Jahren der Nichtbeachtung diese Aufmerksamkeit zu Teil wird?            


Roger Parvus

A New Look At The Letters Of Ignatius Of Antioch And Other Apellean Writings

In meinem Aufsatz Turmel redivivus - Die Ignatianen als marcionitische Pseudepigrapha, 2007 habe ich versucht, im Anschluß an Joseph Turmel  die marcionitische Herkunft der Ignatianen zu erweisen. Einen anderen Weg, die Herkunft der Ignatianen zu klären, geht Roger Parvus. In seinem soeben erschienenen Buch  "A New Look At The Letters Of Ignatius Of Antioch And Other Apellean Writings" vertritt er die These, die dem Bischof Ignatius zugeschriebenen Briefe der Mittleren Rezension stammten in Wahrheit aus dem Kreis des Marcion-Schülers Apelles und seiner Gefährtin, der Prophetin Philumene.  Der Text in seiner heutigen Form geht nach Parvus auf die Arbeit eines späteren Redaktors zurück, der zahlreiche  Änderungen und Interpolationen vornahm, um ihn für die katholische bzw. protokatholische Kirche des 2. Jahrhunderts umzuschreiben. Zur Untermauerung seiner These unterzieht Parvus zentrale Textstellen des ignatianischen Briefcorpus einer ausführlichen Exegese. Schließlich wagt er eine vorsichtige Identifizierung des Verfassers. Es soll sich, wie  Parvus im Anschluß an eine entsprechende These von Daniel Völter vermutet, um keinen anderen als um den aus einer lukianischen Satire bestens bekannten Peregrinus Proteus handeln (vgl. dazu meinen Aufsatz Marcion - Peregrinus, Berlin 2000  Ist Lukians Schrift „Über das Lebensende des Peregrinus" eine Marcion-Satire? bzw. Is Lucian’s „On the Death of Peregrinus”a Satire on Marcion? Translated by Frans-Joris Fabri/Rowan Berkeley,  Berlin 2004 )

Im letzten Kapitel des Buches beschäftigt sich Parvus mit der Bedeutung seiner Theorie für die übrige frühchristliche Literatur. Er beobachtet zahlreiche Parallelen zwischen den Ignatius-Briefen und dem johanneischen Corpus und weist nach, daß sowohl Johannesevangelium wie Johannesbriefe als Produkte der Schule des Apelles aufgefaßt werden können. Auch hier hat nach Parvus die katholische bzw. protokatholische Redaktion den Blick auf die wirkliche Herkunft dieser Literatur bis heute vernebelt. Parvus prophezeit, daß der Tag kommen wird, an dem das einstweilen noch unter dem Namen von Ignatius und dem Evangelisten Johannes kursierende Textcorpus korrekt auf Philumene, Apelles und Peregrin zurückgeführt werden wird.

Der Autor ist ehemaliger katholischer Priester und lehrte von 1980 bis 1987 an einem katholischen  traditionalistischen Seminar in den USA.   HD

Revising a theory first put forward in 1927 by the modernist Catholic priest Joseph Turmel, the author contends the letters of Ignatius of Antioch were in fact written by a follower of Apelles, the second-century one-time disciple of Marcion. He shows how the present text of the letters are the work of a proto-Catholic editor who, later in the same century, modified the letters to make them serviceable to his own community. In support of this new theory, Parvus examines the Ignatian letters for traces of Apellean doctrine as well as telltale signs of editorial additions and deletions. He also ventures a guess as to the identity of the Apellean author and the orthodox editor.

In the last chapter of the book Parvus considers how this new scenario for the Ignatian letters impacts our understanding of early Christian history and literature. In particular, he notes certain similarities between the Ignatian and Johannine literature, and he shows how an Apellean origin for the Gospel and Letters of John explains many of their puzzling aspects. The proto-Catholic church’s acceptance of the Johannine writings in a modified form was, Parvus claims, part of a reconciliation of this church with former followers of Apelles.


 

Robert M. Price  

Deconstructing Jesus, 1999

Nach mehr als einem Jahrhundert neutestamentlicher Wissenschaft wird für  Price immer deutlicher erkennbar, daß wir es bei "Jesus" mit einem fiktiven Amalgam zu tun haben, in dem sich die Hoffnungen und Glaubensrichtungen  der frühen Christenheit widerspiegeln. Über den historischen Jesus sagen sie nichts. 

 

 

Rezensionen

Reviewed by Earl Doherty. Institute for Higher Critical Studies  JHC 7/1 (Spring 2000), 126-140. 

 

The incredible shrinking son of man, 2003

Der amerikanische Neutestamentler (Mitglied des "Jesus Seminars" und Herausgeber des "Journal of Higher Criticism") weist nach, daß die Grundlagen für ein historisch verantwortetes Jesusbild radikal geschrumpft sind. An einer deutschen Übersetzung des Buches wird derzeit gearbeitet.

Rezensionen

Rezension von Earl Doherty

 

Robert M. Price: The Pre-Nicene New Testament
Fifty-four Formative Texts

Salt Lake City, 2006

Das monumentale, mehr als tausend Seiten starke Werk ist - wie der  Untertitel bereits andeutet -  eine Sammlung  "vor-nicaenischer" bzw. frühchristlicher Texte in englischer, von Price selbst besorgter Übersetzung. Neben den 27 Schriften des Neuen Testaments finden sich 27 nichtkanonische Texte ganz unterschiedlicher Herkunft; darunter gnostische Schriften aus Nag Hammadi (Thomasevangelium, Bronte), der mandäischen Literatur und aus der Zitat-Überlieferung der Kirchenväter, apokryphe Apostelakten, Werke der Apostolischen Väter (Barnabasbrief, Hirte des Hermas), jüdische Quellen über das Leben Jesu (Toldoth Jesu), Qumrantexte  - und als besonderes "Schmankerl": einige schwer zugängliche und für die Erforschung des frühen Christentums meines Wissens bisher kaum ausgewertete Quellen wie z.B. die Jesusworte aus dem Hauptwerk des mittelalterlichen islamischen Theologen und Mystikers Al Ghazali, der Wiederbelebung der Wissenschaft von der Religion’.(Ihya' 'ulum al-Din). "Kanonische" und "nichtkanonische" Texte werden nicht hintereinander dargeboten, sondern in 8 verschiedenen "circles". So existiert  z.B. ein vorapostolischer Kreis, u.a. mit Werken des Dositheos und Simon Magus, ein matthäischer, der neben dem Mattäusevangelium  u.a. auch das Thomasevangelium enthält und ein marcionitischer mit einem vollständig rekonstruierten Text der marcionitischen Paulusbriefe und dem marcionitischen Evangelium; zu einem Theophilus-Kreis gehören vor allem die lukanischen Schriften; ein johanneischer, petrinischer, paulinischer sowie ein weiterer Kreis, der als Heirs of Jesus bezeichnet wird und ausgewählte Qumrantexte enthält, runden das Ganze ab.  Sinn dieser Konzeption ist es, durch "Durchmischung" ein Bewußtsein für die Fragwürdigkeit der kirchlich festgelegten Kanongrenzen  zu schaffen und die frühchristliche Literatur wieder so zu präsentieren, wie sie sich einst dem frühchristlichen Leser dargestellt haben könnte: in einer ebenso faszinierenden wie verwirrend chaotischen Vielfalt. 

Alle Texte werden von Price eingeleitet und kommentiert. Hier warten auf den an herkömmliche theologische "Einleitungen" und Kommentare gewöhnten Leser sicherlich die größten Überraschungen. Price verfolgt in seiner Kommentierung durchgehend eine an der radikalen Kritik (niederländischer Coleur) geschulte Perspektive. Die Paulsbriefe gelten ihm sämtlich als pseudepigraphische Schreiben aus dem 2. Jahrhundert, marcionitische Kreise als deren Verfasser, katholische Theologen des späten 2. Jahrhunderts als deren Bearbeiter. Die "Orthodoxie" geht der "Häresie" in den meisten Fällen nicht voran, sondern folgt ihr nach. Die Gestalt des historischen Jesus verschwimmt im doketischen Nebel. HD

Earl Doherty: "But the most innovative and intriguing grouping in The Pre-Nicene New Testament is what Price has done with the Pauline corpus of epistles..."


Eingegangene Bücher

Georg Naundorfer: Das Projekt Jesus Christus - Die Geburt einer Religion (Ergänzte und erweiterte Neuauflage 2011)
ISBN 978-3-8391-3064-3, 496 Seiten,
29,90 Euro (ab 4. Auflage per Mai 2011 als Paperback)

Gewiss kein radikalkritisches, aber in vieler Hinsicht ungewöhnliches Werk. Naundorfer wandelt in den Spuren Eislers, Carmichaels und Eisenmans: Jesus ist für ihn das Haupt einer Essenerverschwörung. Aus der militanten Sekte bildet sich später unter Einfluss des Saulus/Paulus das Christentum. Ansonsten ist das Buch, was Datierung und Behandlung der Quellen betrifft, recht konventionell. Die synoptischen Evangelien werden in die Zeit zwischen 71-95 datiert, die Briefe des Saulus/Paulus zwischen 52 und 62 etc.

Prof. Dr. Dr. h. c. Wolfgang Huber: "Ich ... bestätige Ihnen gern, dass die Intensität Ihrer Beschäftigung mit den neutestamentlichen Quellen sowie mit Flavius Josephus mich beeindruckt."

 

 

 

 

NEU

The Prolegomena of Jean Hardouin - translated by Edwin Johnson
New Edition by Dr. Hermann Detering

 
“It is my intention, with the assistance of God, as long as He grants me life, to show that all writings which are commonly thought to be old, are in fact, with certain exceptions to be presently named, supposititious, and the fabrication of an unprincipled crew of literary men … What matters it, I pray you, that no one before my time has said what I have just said … ”
(Hardouin, Prolegomena)

***

In his famous “Prolegomena” the Jesuit Jean Hardouin (1646-1729) developed the thesis that the greater part of Classical literature, along with most Christian patristic literature, had been fabricated by a crew of forgers in the thirteenth and fourteenth centuries.

English translation by Edwin Johnson, M.A. First published 1909.
New Edition (2010) by Dr. Hermann Detering, Berlin.

USA/GB  AMAZON.COM 

GERMANY  AMAZON.DE   -  LIBRI  -  REHME



"Antiqua Mater" erstmals in deutscher Übersetzung

Juni 2010 - Die Welt des frühen Christentums = ein historisch unbezeugtes „Metaversum“ – Jesus und die Apostel = pseudo-historische Gründergestalten der Kirche des 2. Jahrhunderts.  So etwa lauten die bahnbrechenden Thesen des Historikers Edwin Johnson (1842-1901). Trotz seiner Bedeutung geriet das erstmals 1887 anonym erschienene Buch bald wieder in Vergessenheit. Erst in den letzten Jahren ist das Werk aus der „Bibliothek der vergessenen Bücher“ wiederentdeckt worden. Durch die in den angelsächsischen Ländern aufgeflammte Debatte über die Existenz des „Historischen Jesus“ (G.A. Wells, T. Freke/P. Gandy, Earl Doherty, R. J. Hoffmann, Robert M. Price) haben Johnsons Thesen neue Aktualität bekommen. Inzwischen ist sein Werk ein Geheimtipp unter Chronologie- und Radikalkritikern. Bei der vorliegenden Übertragung von Frans-Joris Fabri handelt es sich um die erste deutsche Übersetzung des Buches.
Eingeleitet wird sie mit einem Vorwort von Hermann Detering.

Es gehört eine tiefe Kenntnis der Probleme … dazu, um diese Versuche …
nicht einfach als absurd bei Seite zu schieben.“
Adolf von Harnack

Antiqua Mater is the result of a keen-eyed and innovative scholar actually managing to set aside all the ingrained preconceptions and conventional assumptions, and to take a genuinely fresh look at too-familiar data. As you read it, you will find yourself held accountable for every agreement and disagreement with the author. How tragic! Not to be able to take anything for granted anymore!

Prof. Robert M. Price, Verfasser von „Deconstructing Jesus“

Ein Klassiker der historischen Kritik … würdig, neben den Werken von Reimarus, David Friedrich Strauß, F.C. Baur und Bruno Bauer genannt zu werden

Dr. Hermann Detering