1Cl 1:1 Die Kirche Gottes, die zu Rom in der Fremde lebt, an die Kirche Gottes, die zu Korinth in der Fremde lebt, den Berufenen, nach dem Willen Gottes durch unseren Herrn Jesus Christus Geheiligten. Gnade sei euch und Friede in reicher Fülle von dem allmächtigen Gott durch Jesus Christus. Wegen der plötzlichen und einander nachfolgenden Drangsale und Leiden bei uns, Brüder, glauben wir, etwas lässig sein zu dürfen, bis wir unsere Aufmerksamkeit den bei euch lebhaft verhandelten Dingen zuwendeten: wir meinen, Geliebte, den für die Auserwählten Gottes unpassenden und fremdartigen, den ruchlosen und unseligen Streit, den einige wenige hitzige und verwegene Leute, die da sind, bis zu einem solchen Grade von Unverstand angefacht haben, dass euer ehrwürdiger, hochgerühmter und bei allen Menschen beliebter Name in hohem Grade beschimpft wurde. 1Cl 1:2 Denn wer ist bei euch eingekehrt und hätte nicht euren tüchtigen und festen Glauben gerühmt? Wer hätte nicht eure besonnene und geziemende Frömmigkeit in Christus bewundert? Wer hätte nicht die grossartige Weise eurer Gastfreundschaft verkündet? Wer nicht eure vollkommene und zuverlässige Erkenntnis gerühmt? 1Cl 1:3 Denn ohne Ansehen der Person tatet ihr alles und nach den Gesetzen des Herrn war euer Wandel, da ihr untertänig waret euren Vorgesetzten und die geziemende Ehrfurcht euren Priestern erzeigtet; die Jungen wieset ihr an, eine gemässigte und heilige Gesinnung zu hegen, den Frauen befahlet ihr, alles in einem tadellosen, heiligen und reinen Gewissen zu tun und ihre Männer in der richtigen Weise zu lieben; auch lehrtet ihr sie, in den Schranken der Unterwürfigkeit sich zu halten und das Hauswesen würdevoll zu besorgen und sich in jeglicher Hinsicht verständig zu benehmen. 1Cl 2:1 Alle waret ihr demütiger Gesinnung, fern jeder Uberhebung, lieber Untergebene als Gebieter, freudiger zum Geben als zum Nehmen; ihr waret zufrieden mit den Gütern, die Christus für den Lebensweg euch gab und auf sie bedacht; seine Worte habt ihr gar sorgfältig eingeschlossen in euer Inneres (Herz), und seine Leiden standen euch vor Augen. 1Cl 2:2 So war allen ein tiefer und gedeihlicher Friede beschieden und ein unstillbares Verlangen, Gutes zu tun, und in vollen Strömen ergoss sich der Heilige Geist über (euch) alle. 1Cl 2:3 Voll heiligen Eifers habt ihr in guter Absicht mit frommem Vertrauen eure Hände ausgestreckt zu dem allmächtigen Gotte und ihn angefleht, er möge euch gnädig sein, wenn ihr wider Willen einen Fehler begangen hattet. 1Cl 2:4 Ein Wetteifer war unter euch Tag und Nacht zum Frommen der ganzen Gemeinde von Brüdern, auf dass mit Erbarmen und Gewissenhaftigkeit die Zahl seiner Auserwählten gerettet werde. 1Cl 2:5 Ihr waret aufrichtig und arglos und truget einander Schlimmes nicht nach. 1Cl 2:6 Jeder Streit und jede Spaltung war euch ein Greuel. Über die Fehltritte des Nächsten empfandet ihr Schmerz; seine Sünden sahet ihr an als eure eigenen. 1Cl 2:7 Keine gute Tat hat euch gereut, "zu jedem guten Werke waret ihr bereit". 1Cl 2:8 Geschmückt durch einen ganz tugendhaften und ehrwürdigen Wandel, vollbrachtet ihr alles in seiner (= des Herrn) Furcht; die Gebote und Satzungen des Herrn waren eingeschrieben auf die Wände eures Herzens. 1Cl 3:1 Jeglicher Ruhm und volles Gedeihen ward euch zuteil, und es hat sich erfüllet das Wort der Schrift: "Er ass und trank, wurde dick und fett, da schlug er aus, der Geliebte". 1Cl 3:2 Daher kommt Eifersucht und Neid, Streit und Aufruhr, Verfolgung und Unordnung, Krieg und Gefangenschaft. 1Cl 3:3 So erhoben sich die Unbeachteten gegen die Geachteten, die Ruhmlosen gegen die Berühmten, die Unverständigen gegen die Weisen, die Jungen gegen die Alten. 1Cl 3:4 Deshalb ist weit weg geflohen die Gerechtigkeit und der Friede, indem jeder ablegte die Furcht Gottes und in seinem Glauben an ihn erblindete, nicht mehr wandelte auf dem gesetzlichen Pfad seiner Gebote noch ein Christus würdiges Leben führte, sondern indem jeder den Leidenschaften seines bösen Herzens nachging: so nahmen sie die ungerechte und gottlose Eifersucht in sich auf, durch welche auch "der Tod in die Welt gekommen ist". 1Cl 4:1 So steht nämlich geschrieben: "Und es geschah nach einigen Tagen, da brachte Kain von den Früchten der Erde Gott ein Opfer dar, und Abel seinerseits brachte dar von der Erstgeburt der Schafe und von ihrem Fette. 1Cl 4:2 Und Gott sah auf Abel und seine Gaben, Kain aber und seine Opfer beachtete er nicht. 1Cl 4:3 Und Kain war gar sehr betrübt und sein Angesicht fiel ein. Und Gott sprach zu Kain: Warum bist du gar so betrübt geworden und warum ist eingefallen dein Angesicht? Hast du nicht gesündigt, wenn du zwar richtig dargebracht, aber nicht richtig geteilt hast? 1Cl 4:4 Und Gott sprach zu Kain: Warum bist du gar so betrübt geworden und warum ist eingefallen dein Angesicht? Hast du nicht gesündigt, wenn du zwar richtig dargebracht, aber nicht richtig geteilt hast? 1Cl 4:5 Beruhige dich; es kehrt zu dir Gabe, und du sollst verfügen über sie. 1Cl 4:6 Und Kain sprach zu seinem Bruder Abel: Wir wollen auf das Feld hinausgehen. Und es geschah, während sie auf dem Felde waren, erhob sich Kain gegen seinen Bruder Abel und schlug ihn tot". 1Cl 4:7 Sehet, Brüder, Eifersucht und Neid hat den Brudermord verschuldet. 1Cl 4:8 Wegen der Eifersucht musste unser Vater Jakob fliehen vor dem Angesicht Esaus, seines Bruders. 1Cl 4:9 Die Eifersucht war schuld, dass Joseph bis zum Tode verfolgt wurde und dass er in Knechtschaft geriet. 1Cl 4:10 Eifersucht zwang Moses, vor dem Angesichte des ägyptischen Königs Pharao zu fliehen, da er von einem Stammesgenossen hören musste: "Wer hat dich zum Richter oder Rächer über uns gesetzt? Willst du etwa auch mich umbringen, wie du gestern den Ägypter erschlagen hast?" 1Cl 4:11 Wegen Eifersucht mussten Aaron und Mariam ausserhalb des Lagers bleiben. 1Cl 4:12 Eifersucht führte Dathan und Abiron lebend in die Unterwelt hinab, weil sie sich widersetzten gegen Moses, den Diener Gottes. 1Cl 4:13 Wegen Eifersucht musste David Mordanschlag erleiden nicht nur von Leuten fremder Stämme, sondern, auch von Saul, dem Könige Israels, wurde er verfolgt. 1Cl 5:1 Aber, um mit den alten Beispielen aufzuhören, wollen wir nun auf die Kämpfer der neuesten Zeit kommen; wir wollen die hervorstechendsten Beispiele unseres Zeitalters herausgreifen. 1Cl 5:2 Wegen Eifersucht und Neid haben die grössten und gerechtesten Männer, Säulen waren sie, Verfolgung und Kampf bis zum Tode getragen. 1Cl 5:3 Stellen wir uns die guten Apostel vor Augen: 1Cl 5:4 einen Petrus, der wegen ungerechter Eifersucht nicht ein oder zwei, sondern vielerlei Mühseligkeiten erduldet hat und, nachdem er so sein Zeugnis (für Christus) abgelegt hatte, angelangt ist an dem ihm gebührenden Orte der Herrlichkeit. 1Cl 5:5 Wegen Eifersucht und Streit hat Paulus den Beweis seiner Ausdauer erbracht. 1Cl 5:6 Siebenmal gefesselt, vertrieben, gesteinigt, Herold [des Evangeliums) im Osten und Westen, holte er sich den herrlichen Ruhm seines Glaubens. Er hatte Gerechtigkeit der ganzen Welt gelehrt, war bis in den äussersten Westen vorgedrungen und hatte vor den Machthabern sein Zeugnis abgelegt, so wurde er weggenommen von dieser Welt und ging ein in den heiligen Ort, das grösste Beispiel der Geduld. 1Cl 6:1 Diesen Männern, die einen heiligen Wandel geführt haben, ward zugesellt eine grosse Zahl Auserwählter, die wegen der Eifersucht durch viele Misshandlungen und Prüfungen gelitten haben und so unter uns zum herrlichsten Vorbild geworden sind. 1Cl 6:2 Frauen wurden wegen der Eifersucht verfolgt, wie Danaiden und Dirken, ertrugen fürchterliche und grauenhafte Peinen, wandelten so auf dem sicheren Pfade des Glaubens und holten sich den herrlichen Preis, obwohl sie schwach am Leibe waren. 1Cl 6:3 Eifersucht hat schon Frauen ihren Männern entfremdet und hat das Wort unseres Vaters Adam geändert: "Das nun ist Bein von meinem Beine und Fleisch von meinem Fleische". 1Cl 6:4 Eifersucht und Streit hat grosse Städte zerstört und grosse Völker mit der Wurzel ausgerottet. 1Cl 7:1 Dies, meine Geliebten, schreiben wir nicht nur zu eurer Ermahnung, sondern auch zu unserer eigenen Beherzigung; wir befinden uns ja auf demselben Kampfplatz, und der gleiche Kampf ist uns auferlegt. 1Cl 7:2 Deshalb wollen wir die leeren und eitlen Sorgen aufgeben und wollen uns zuwenden der ruhmvollen und heiligen Regel der uns übergebenen Lehre, 1Cl 7:3 und wollen sehen, was schön, erfreulich und angenehm ist in den Augen unseres Schöpfers. 1Cl 7:4 Wir wollen hinblicken auf das Blut Christi und erkennen, wie kostbar es auch Gott seinem Vater ist, weil es, wegen unseres Heiles vergossen, der ganzen Welt die Gnade der Reue gebracht hat. 1Cl 7:5 Lasset uns alle Geschlechter durchwandeln und erkennen, dass der Herr einem jeden Geschlechte Gelegenheit zur Busse gab, allen, die sich zu ihm bekehren wollten. 1Cl 7:6 Noë predigte Busse, und die auf ihn hörten, wurden gerettet. 1Cl 7:7 Jonas kündigte den Niniviten ihren Untergang an; sie taten Busse für ihre Sünden, versöhnten durch Gebet ihren Gott und erlangten Rettung, obwohl sie nicht zum Volke Gottes gehörten. 1Cl 8:1 Die Diener der Gnade Gottes haben durch den Heiligen Geist über die Busse geredet, 1Cl 8:2 ja auch er selbst, der Gebieter über alle, hat über die Busse gesprochen unter einem Eidschwur: "So wahr ich lebe, spricht der Herr, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern dass er Busse tue"; und er fügt den guten Rat hinzu: 1Cl 8:3 "Haus Israel, bekehre dich von deiner Gottlosigkeit". Sprich zu den Kindern meines Volkes: Wenn eure Sünden reichen von der Erde bis zum Himmel und wenn sie rot sind wie Scharlach und schwarz wie ein Busssack und ihr euch aus ganzem Herzen zu mir bekehret und sprechet: "Vater", dann werde ich euch erhören wie ein heiliges Volk. 1Cl 8:4 Und an einer anderen Stelle spricht er also: "Waschet und reiniget euch, entfernet eure Schlechtigkeit von euren Seelen vor meinen Augen. Lasset ab von eurer Bosheit, lernet Gutes tun, suchet gerecht zu sein, helfet den Unrecht Leidenden, seid ein Anwalt dem Waisenkind, und der Witwe verschaffet Recht! Dann kommt hierher, und wir wollen rechten miteinander, spricht der Herr. Und wenn eure Sünden sind wie Purpur, werde ich sie weiss machen wie Schnee, und wenn sie sind wie Scharlach, will ich sie weiss machen wie Wolle. Und wenn ihr guten Willen habt und auf mich höret, sollt ihr die Güter der Erde geniessen; wenn ihr aber keinen guten Willen habt und nicht auf mich höret, wird das Schwert euch fressen. Der Mund des Herrn hat dies gesprochen". 1Cl 8:5 Da er also wollte, dass alle seine Lieblinge teilhaben an der Busse, so bestärkte er sie mit seinem allmächtigen Willen. 1Cl 9:1 Deshalb wollen wir hören auf seinen heiligen, ruhmvollen Willen, sein Erbarmen und seine Güte erflehend, niederfallen und uns zuwenden seinen Erbarmungen, nachdem wir aufgegeben haben die nutzlose Mühe, den Streit und die Eifersucht, die zum Tode führt. 1Cl 9:2 Hinschauen wollen wir auf die, die in Vollkommenheit seiner erhabenen Herrlichkeit gedient haben. 1Cl 9:3 Nehmen wir Enoch, der in Gehorsam gerecht befunden und entrückt wurde, ohne dass von seinem Tod eine Spur entdeckt wurde. 1Cl 9:4 Noë wurde als gläubig befunden und verkündete durch seinen (Gottes-) Dienst der Welt ihre Wiedergeburt, und durch ihn hat der Herr die Tiere gerettet, die in Eintracht in die Arche gegangen waren. 1Cl 10:1 Abraham, der Freund genannt, wurde als gläubig befunden, weil er den Worten Gottes gehorsam war. 1Cl 10:2 Dieser ging in Gehorsam weg aus seinem Lande, aus seiner Verwandtschaft und aus seinem Vaterhause, um ein kleines Land, eine schwache Verwandtschaft und ein kleines Haus zu verlassen und dafür die Verheissungen Gottes zu erben. Denn er sagt ihm: 1Cl 10:3 "Gehe hinweg aus deinem Lande und aus deiner Verwandtschaft und aus dem Hause deines Vaters in das Land, das ich dir zeigen werde; und ich werde dich zu einem grossen Volke machen und ich werde dich segnen und werde deinen Namen gross machen, und du wirst gesegnet sein; und ich werde segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen, und in dir werden gesegnet werden alle Geschlechter der Erde". 1Cl 10:4 Und wiederum bei seinem Abschied von Lot sagte ihm Gott: "Erhebe deine Augen und schaue von dein Orte, wo du jetzt bist, nach Norden und Süden, nach Osten und Westen; denn alles Land, das du siehst, ich werde es dir und deinem Samen geben auf ewig. 1Cl 10:5 Und ich werde deine Nachkommen machen wie den Staub der Erde; wenn einer den Staub der Erde zählen kann, wird man auch deinen Samen zählen können". 1Cl 10:6 Und wiederum sagt er: "Gott führte den Abraham heraus und sagte zu ihm: Schaue auf zum Himmel und zähle die Sterne, wenn du sie zählen kannst; so wird dein Same sein. Abraham glaubte aber seinem Gott, und es wurde ihm angerechnet zur Gerechtigkeit". 1Cl 10:7 Wegen seines Glaubens und seiner Gastfreundschaft wurde ihm im Alter ein Sohn geschenkt, und im Gehorsam brachte er ihn Gott als Opfer hin auf einen der Berge, die er ihm gezeigt hatte. 1Cl 11:1 Wegen Gastfreundschaft und Frömmigkeit wurde Lot aus Sodoma gerettet, während die ganze Umgebung durch Feuer und Schwefel gerichtet wurde; der Herr hatte es ja vorher verkündet, dass er die nicht verlast, die auf ihn hoffen, dass er aber den Abtrünnigen Strafe und Qual auferlegt. 1Cl 11:2 Denn sein Weib, das mit ihm herausgezogen, aber anderer Meinung und nicht eines Sinnes mit ihm war, wurde zu dem Zweck als Wahrzeichen hingestellt - sie wurde nämlich zu einer Salzsäule bis auf den heutigen Tag - damit allen es ersichtlich sei, dass die mit geteiltem Herzen und die, welche an der Macht Gottes zweifeln, zum Gericht und zum Warnungszeichen für alle Geschlechter werden. 1Cl 12:1 Wegen ihres Glaubens und ihrer Gastfreundschaft wurde Raab, die Dirne, gerettet. 1Cl 12:2 Als nämlich Jesus, der Sohn Naves, Späher nach Jericho geschickt hatte, erfuhr der König des Landes, dass sie gekommen waren, um ihr Land auszukundschaften, und er sandte Männer aus, sie zu ergreifen, um sie dann zu töten. 1Cl 12:3 Die gastliche Raab nahm sie nun auf und verbarg sie im Obergemach unter dem Flachse. 1Cl 12:4 Als aber die Leute des Königs vor ihr standen und sagten: "Bei dir sind die eingekehrt, die unser Land auskundschaften, führe sie heraus, denn der König gebietet es so", erwiderte sie: "Die Leute, die ihr suchet, sind zwar zu mir gekommen, aber sogleich sind sie wieder weggegangen und sie ziehen ihres Weges weiter", dabei zeigte sie ihnen eine andere Richtung. 1Cl 12:5 Und sie sprach zu den Männern: "Ich sehe es klar ein, dass Gott der Herr euch dieses Land gibt; denn Angst und Furcht vor euch hat die Bewohner desselben ergriffen. Wenn es nun geschieht, dass ihr das Land in Besitz nehmet, rettet mich und das Haus meines Vaters". 1Cl 12:6 Und sie sagten zu ihr: "So soll es sein, wie du uns gesagt hast. Wenn du uns also heranrücken siehst, dann versammle alle deine Angehörigen unter deinem Dache, und sie werden gerettet werden; denn alle, die man ausserhalb des Hauses antrifft, werden verloren sein". 1Cl 12:7 Und sie rieten ihr, ein Zeichen zu geben, dass sie zu ihrem Hause ein rotes (Seil) heraushängen solle; damit offenbarten sie, dass durch das Blut des Herrn Erlösung zuteil werden soll allen, die an Gott glauben und auf ihn hoffen. 1Cl 12:8 Sehet, Geliebte, nicht nur Glaube, sondern sogar die Prophetengabe hat in dem Weibe gewohnt. 1Cl 13:1 Daher wollen wir, Brüder, demütigen Sinnes sein, ablegen jede Prahlerei, Hochmut, Unbesonnenheit, Zorn und erfüllen, was geschrieben steht; es sagt nämlich der Heilige Geist: "Nicht rühme sich der Weise in seiner Weisheit noch der Starke in seiner Stärke noch der Reiche in seinem Reichtum, sondern wer sich rühmt, rühme sich im Herrn, damit er ihn suche und Recht und Gerechtigkeit übe". Dabei wollen wir vor allem eingedenk sein der Worte des Herrn Jesus, die er sprach, da er uns Geduld und Langmut lehrte. 1Cl 13:2 Denn so hat er gesprochen: "Seid barmherzig, damit ihr Barmherzigkeit erlanget; verzeihet, damit ihr Verzeihung findet; wie ihr tuet, so wird man euch tun; wie ihr gebet, so wird euch gegeben werden; wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden; wie ihr Milde übet, so werdet ihr Milde erfahren; mit welchem Masse ihr messet, mit dem wird euch gemessen werden". 1Cl 13:3 Mit diesem Gebote und diesen Vorschriften wollen wir uns stärken, damit wir wandeln im Gehorsam gegen seine heiligen Worte, demütigen Sinnes; denn also spricht das heilige Wort: 1Cl 13:4 "Wen werde ich ansehen, ausser den Sanftmütigen und den Ruhigen und den, der meine Worte fürchtet?". 1Cl 14:1 Es ist daher recht und heilig, Männer, Brüder, mehr Gott untertan zu sein, als denen zu folgen, die in Prahlerei und Abfall Führer zu verruchter Eifersucht sind. 1Cl 14:2 Denn wir werden nicht in den nächsten besten (= geringen) Schaden, vielmehr in grosse Gefahr uns stürzen, wenn wir uns verwegen dem Willen von Leuten ausliefern, die es auf Streit und Zwist abgesehen haben, um uns von dem, was gut ist, abzubringen. 1Cl 14:3 Lasst uns freundlich sein gegen uns selbst, gemäss der Freundlichkeit und Liebe unseres Schöpfers. 1Cl 14:4 Denn es steht geschrieben: "Mildherzige werden wohnen im Lande, und Unschuldige werden in demselben bleiben, die Gottlosen aber werden daraus vertilgt werden". 1Cl 14:5 Und wiederum sagt er: "Ich sah den Gottlosen hochragend und erhaben wie die Zedern Libanons; und ich ging vorüber und siehe, er war nicht mehr, und ich suchte seinen Ort, aber ich fand ihn nicht. Bewahre die Unschuld und schaue auf Rechtlichkeit, weil ein Erbe beschieden ist dem friedfertigen Menschen". 1Cl 15:1 Deshalb wollen wir uns denen anschliessen, die in Frömmigkeit den Frieden lieben, aber nicht denen, die in Verstellung den Frieden wollen. 1Cl 15:2 Er sagt nämlich an einer Stelle: "Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist ferne von mir' . 1Cl 15:3 Und wiederum: "Mit ihrem Munde sprachen sie Lob, mit ihrem Herzen aber Fluch". 1Cl 15:4 Und wieder sagt er: "Sie liebten ihn mit dem Munde, und mit ihrer Zunge tauschten sie ihn, ihr Herz aber meint es nicht aufrichtig mit ihm, und sie wurden nicht für treu erachtet in seinem Testamente". 1Cl 15:5 "Deshalb sollen stumm werden die trügerischen Lippen, da sie Schlimmes reden wider den Gerechten". Und wiederum: "Verderben wird der Herr alle die trügerischen Lippen, eine prahlerische Zunge, Leute, die sprechen: Unsere Zunge wollen wir berühmt machen, unsere Lippen stehen uns bei; wer ist unser Herr? 1Cl 15:6 Wegen des Elends der Darbenden und wegen des Seufzens der Armen will ich jetzt mich erheben, spricht der Herr; ich will Rettung bringen; offen werde ich dabei zu Werke gehen". 1Cl 16:1 Den Demütigen gehört nämlich Christus, nicht denen, die sich erheben über seine Herde. 1Cl 16:2 Das Szepter der Majestät Gottes, der Herr Jesus Christus, ist nicht erschienen in prahlerischem und auffallendem Prunke, obwohl er es gekonnt hätte, sondern in Demut, wie der Heilige Geist von ihm verkündet hatte; er sagt nämlich: 1Cl 16:3 "Herr, wer hat unserer Predigt geglaubt? wem ist der Arm des Herrn offenbar geworden? Wir redeten angesichts seiner: er ist wie ein Kindlein, wie ein Schössling in dürstendem Erdreich; er hat nicht Gestalt noch Würde; und wir haben ihn gesehen, und er hatte weder Gestalt noch Schönheit, vielmehr ist seine Gestalt unscheinbar, zurückbleibend hinter der Gestalt der Menschen; er ist ein Mann in Wunden und Weh und versteht, Krankheit zu tragen; weil sich abgewendet hat sein Antlitz, deshalb wurde er zurückgesetzt und nicht beachtet. 1Cl 16:4 Er trägt unsere Sünden und leidet für uns, und wir glaubten, er selbst sei in Weh und Schmerz und Elend. 1Cl 16:5 Aber er ist verwundet unserer Sünden wegen und gezüchtigt ob unserer Missetaten. Zu unserem Frieden liegt auf ihm die Züchtigung, durch seine Striemen sind wir geheilt. 1Cl 16:6 Alle gingen wir irre wie Schafe, der Mensch verirrte sich auf seinem Wege. 1Cl 16:7 Und der Herr gab ihn dahin für unsere Sünden, und er selbst öffnete den Mund nicht wegen seiner Misshandlung. Wie ein Lamm wurde er zur Schlachtbank geführt, und wie ein Schaf stumm bleibt vor dem Scherer, so tat er seinen Mund nicht auf. In seiner Erniedrigung wurde seine Verurteilung aufgehoben. 1Cl 16:8 Wer wird sein Geschlecht aufzählen? da von der Erde sein Leben weggenommen wird. 1Cl 16:9 Wegen der Missetaten meines Volkes wird er zum Tod geführt. 1Cl 16:10 Und ich will hingeben die Bösen für sein Grab und die Reichen für seinen Tod; denn er hat nichts Böses getan, und in seinem Mund ward kein Trug gefunden. Und der Herr will ihn befreien von seiner Qual. 1Cl 16:11 Wenn ihr Opfer bringt für eure Sünden, wird eure Seele lang lebende Nachkommen sehen. 1Cl 16:12 Und der Herr will mindern die Mühsal seiner Seele, will Licht ihm zeigen und durch Einsicht bilden, rechtfertigen den Gerechten, der vielen gut dient; und ihre Sünden will er selbst hinwegnehmen. 1Cl 16:13 Deshalb wird er viele beerben und die Beute der Starken teilen dafür, dass seine Seele hingegeben wurde in den Tod und er gezählt wurde unter die Bösen. 1Cl 16:14 Und er selbst hat die Sünden vieler getragen, und wegen ihrer Sünden wurde er dahingegeben". 1Cl 16:15 Und wiederum sagt er selbst: "Ich aber bin ein Wurm und kein Mensch, der Spott der Menschen und die Verachtung des Volkes. 1Cl 16:16 Alle, die mich sahen, verlachten mich, schwatzten mit den Lippen und schüttelten das Haupt: Er hat auf Gott gehofft, er erlöse ihn, rette ihn, da er ihm geneigt ist". 1Cl 16:17 Ihr sehet, Geliebte, wer das Vorbild ist, das uns gegeben ist; wenn nämlich der Herr sich so erniedrigt hat, was sollen dann wir tun, die wir unter das Joch seiner Gnade durch ihn selbst gekommen sind? 1Cl 17:1 Wir wollen Nachahmer sein auch derjenigen, die in Ziegen- und Schaffellen einherzogen und die Ankunft Christi verkündeten; wir meinen die Propheten Elias, Elisäus und dazu noch Ezechiel, ferner die ein gutes Zeugnis erhalten haben (von Gott). 1Cl 17:2 Ein herrliches Zeugnis wurde dem Abraham gegeben, Freund Gottes wurde er zubenannt, und er sprach die Herrlichkeit Gottes betrachtend in Demut: "Ich aber bin Erde und Asche". 1Cl 17:3 Ferner steht auch über Job also geschrieben: "Job aber war gerecht und untadelig, wahrheitsliebend, gottesfürchtig, von allem Bösen ferne". 1Cl 17:4 Aber er selbst klagt sich an mit den Worten: "Keiner ist rein von Schmutz, auch wenn sein Leben nur einen Tag dauert". 1Cl 17:5 Moses wurde treu in seinem (Gottes) ganzen Hause genannt, und durch seinen Dienst strafte Gott Ägypten durch die Geisseln und Plagen, (die er) gegen sie (sandte); aber auch er führte, obwohl hochgeehrt, keine hochfahrenden Reden, sondern sprach, als ihm die Offenbarung im Dornbusch gegeben wurde: "Wer bin ich, dass Du mich sendest? Ich habe eine schwache Stimme und eine schwere Zunge", 1Cl 17:6 Und wieder sagt er: "Ich aber bin Dunst, (der) von einem Kochtopfe (aufsteigt)". 1Cl 18:1 Was aber sollen wir sagen von David, der ein so gutes Zeugnis erhielt? Zu ihm sprach Gott: "Ich habe gefunden einen Mann nach meinem Herzen, David., Jesses Sohn, in ewigem Erbarmen habe ich ihn gesalbt". 1Cl 18:2 Aber auch er sprach zu Gott: "Erbarme Dich meiner, Gott, nach Deiner grossen Barmherzigkeit, und nach der Menge Deiner Erbarmung lösche aus meine Missetat. 1Cl 18:3 Mehr und mehr wasche mich von meiner Ungerechtigkeit, und von meiner Sünde reinige mich; denn mein Unrecht sehe ich ein, und meine Sünde steht vor meinem Auge immerdar. 1Cl 18:4 Dir allein habe ich gesündigt und das Böse habe ich vor Dir getan, damit Du für gerecht befunden werdest in Deinen Worten und den Sieg erhaltest, wenn man Dich richtet. 1Cl 18:5 Denn siehe, in Ungerechtigkeit bin ich empfangen, und in Sünden hat meine Mutter mich empfangen. 1Cl 18:6 Denn siehe, die Wahrheit hast Du geliebt; das Verborgene und Geheime Deiner Weisheit hast Du mir geoffenbart. 1Cl 18:7 Du wirst mich mit Hyssop besprengen und ich werde rein sein; Du wirst mich waschen, und ich werde weissei sein als Schnee. 1Cl 18:8 Du wirst mich Freude und Wonne hören lassen, dann werden frohlocken die zerschlagenen Gebeine. 1Cl 18:9 Wende weg Dein Angesicht von meinen Sünden und lösche aus alle meine Missetaten. 1Cl 18:10 Ein reines Herz erschaff in mir, mein Gott, und einen geraden Geist mache neu in meinem Innern. 1Cl 18:11 Verstosse mich nicht von Deinem Angesicht, und Deinen Heiligen Geist nimm nicht von mir. 1Cl 18:12 Gib mir zurück die Freude Deines Heiles, und mit fürstlichem Geiste stärke mich. 1Cl 18:13 Lehren werde ich Ungerechte Deine Wege, und Gottlose werden sich zu Dir bekehren. 1Cl 18:14 Errette mich von Blutschuld, mein Gott, Du Gott meines Heiles. Preisen wird meine Zunge Deine Gerechtigkeit; Herr, Du wirst öffnen meinen Mund, und meine Lippen werden verkünden Dein Lob. Denn wenn Du ein Opfer gewollt hättest, hätte ich es gegeben; an Brandopfern wirst Du kein Gefallen haben. Ein Opfer für Gott ist ein zerknirschter Geist; ein zerknirschtes und gedemütigtes Herz wirst Du, o Gott, nicht verschmähen". 1Cl 19:1 Die Demut also und Bescheidenheit so grosser und solcher mit herrlichem Zeugnis ausgezeichneter Männer hat durch den Gehorsam nicht nur uns, sondern auch die Geschlechter vor uns besser gemacht, und zwar diejenigen, welche die Worte in Furcht und Wahrheit aufgenommen haben. 1Cl 19:2 Da wir nun an vielen grossen and herrlichen Taten Anteil bekommen haben, wollen wir dem von Anfang an uns gesteckten Friedensziele von neuem zueilen, den Blick richten auf den Vater und Schöpfer der ganzen Welt und uns eng verbinden mit seinen grossartigen und überschwenglichen Segnungen des Friedens und seinen Wohltaten. 1Cl 19:3 Betrachten wir ihn im Geiste und schauen wir mit den Augen der Seele auf die Langmut seines Willens; betrachten wir, wie gütig er sich gegen seine ganze Schöpfung erzeigt. 1Cl 20:1 Die Himmel, die nach seiner Anordnung sich bewegen, gehorchen ihm in Frieden. 1Cl 20:2 Tag und Nacht vollenden sie den von ihm bestimmten Lauf, ohne einander im geringsten zu hindern. 1Cl 20:3 Sonne und Mond und der Sterne Reigen durchkreisen nach seinem Gesetze einträchtig ohne jede Abschweifung die ihnen vorgeschriebenen Bezirke. 1Cl 20:4 Die Erde bringt Frucht nach seinem Willen zur rechten Zeit und erzeugt für Menschen und Tiere und jegliches Wesen, das auf ihr lebt, reichliche Nahrung; dabei zögert sie nicht noch ändert sie etwas an seinen Befehlen. 1Cl 20:5 Der Abgründe unzugängliche und der Unterwelt unerforschliche Gerichte bestehen durch die gleichen Gesetze. 1Cl 20:6 Das Becken des unendlichen Meeres - nach seiner Schöpfung zur Sammlung (der Wasser) festgebaut - überschreitet nicht die ihm rings gesetzten Schranken, sondern wie er ihm befohlen, so tut es. 1Cl 20:7 Er sagte nämlich: "Bis hierher sollst du kommen, und deine Wogen sollen in dir selbst zerfallen". 1Cl 20:8 Der Ozean, den Menschen nicht durchfahren können, und die Welten hinter ihm, werden durch die nämlichen Gesetze des Herrn regiert. 1Cl 20:9 Des Frühlings, Sommers, Herbstes und Winters Zeiten lösen einander in friedlichem Wechsel ab. 1Cl 20:10 Der Winde Posten tun zur bestimmten Zeit ohne Anstoss ihren Dienst. Nichtversiegende Quellen, zum Gebrauch, für die Gesundheit geschaffen, reichen unaufhörlich ihre den Menschen Leben spendenden Brüste; auch die kleinsten Tiere halten ihre Versammlungen in Eintracht und Friede. 1Cl 20:11 Dies alles besteht nach des grossen Schöpfers und Herrn der Welt Befehl in Friede und Eintracht, da er allen Wohltaten spendet in reichstem Ubermasse aber uns, die wir unsere Zuflucht genommen zu seinen Erbarmungen durch unseren Herrn Jesus Christus. 1Cl 20:12 Ihm sei Ruhm und Herrlichkeit von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1Cl 21:1 Sehet zu, Geliebte, dass nicht seine vielen Wohltaten uns allen zum Gerichte werden, wenn wir nicht seiner würdig wandeln und das Gute und Wohlgefällige vor ihm tun in Eintracht. 1Cl 21:2 Er sagt nämlich irgendwo: "Der Geist des Herrn ist eine Leuchte, die das Innere des Leibes durchforscht". 1Cl 21:3 Betrachten wir, wie nahe er ist, und dass ihm nichts verborgen ist von unseren Gedanken oder von den Plänen, die wir schmieden. 1Cl 21:4 Es ist also recht, dass wir uns seinem Willen nicht entziehen. Lieber wollen wir bei Menschen, bei törichten, unverständigen, stolzen, die eingebildet sind auf ihre prahlerischen Reden, Anstoss erregen als bei Gott. 1Cl 21:5 Lieber wollen wir bei Menschen, bei törichten, unverständigen, stolzen, die eingebildet sind auf ihre prahlerischen Reden, Anstoss erregen als bei Gott. 1Cl 21:6 Unseren Herrn Jesus Christus, dessen Blut für uns hingegeben wurde, wollen wir verehren, unsere Vorgesetzten wollen wir achten, die Älteren ehren, die Jugend wollen wir erziehen in der Zucht der Gottesfurcht, unsere Frauen wollen wir zum Guten anleiten: 1Cl 21:7 Sie sollen der Keuschheit liebenswürdige Sitte zeigen, sollen ihrer Sanftmut unversehrte Gesinnung an den Tag legen, die Mässigung ihrer Zunge durch ihr Schweigen kund tun; ihre Liebeswerke sollen sie nicht tun nach Neigung, sondern sie in heiliger Gesinnung gleichermassen allen zuwenden, die Gott fürchten. 1Cl 21:8 Unsere Kinder sollen der Erziehung in Christus teilhaftig werden; sie sollen lernen, was demütiger Sinn bei Gott vermag, wie mächtig reine Liebe bei Gott ist, wie Gottesfurcht gut und gross ist und wie sie alle rettet, die in ihr ein heiliges Leben führen in reiner Gesinnung. 1Cl 21:9 Er erforscht nämlich die Gedanken und Gesinnungen; sein Odem wohnt in uns, und wenn er will, nimmt er ihn weg. 1Cl 22:1 All dies befestigt der Glaube an Christus. Denn auch er selbst redet durch den Heiligen Geist uns also an: "Kommet her, Kinder, höret mich, Gottesfurcht will ich euch lehren. 1Cl 22:2 Wer ist der Mensch, der das Leben liebt, gerne gute Tage sieht? 1Cl 22:3 Halte ab deine Zunge vom Bösen, und deine Lippen, dass sie keine Lüge reden! 1Cl 22:4 Wende dich weg vom Bösen und tue Gutes! 1Cl 22:5 Suche den Frieden und jage ihm nach! 1Cl 22:6 Die Augen des Herrn (sind gerichtet) auf die Gerechten und seine Ohren auf ihre Bitten. Das Antlitz des Herrn kehrt sich gegen die, die Böses tun, damit er ihr Andenken vertilge von der Erde. 1Cl 22:7 Es rief der Gerechte, und der Herr erhörte ihn und befreite ihn aus all seiner Trübsal. 1Cl 22:8 Zahlreich sind die Kümmernisse des Gerechten, aber aus allen wird ihn erretten der Herr". Sodann: "Zahlreich sind die Geisseln des Sünders, aber die auf den Herrn vertrauen, wird Erbarmen umgeben". 1Cl 23:1 Der in allem barmherzige und gütige Vater hat ein Herz für die, die ihn fürchten, gerne und freudig gibt er seine Gnadenerweisungen denen, die einfältigen Herzens zu ihm kommen. 1Cl 23:2 Deshalb sollen wir nicht zweifeln, und unsere Seele soll sich nicht aufblähen ob seiner überreichen und herrlichen Gnadengaben. 1Cl 23:3 Nimmer passe auf uns dieser Schrifttext, wo es heisst: "Unglücklich sind die Zweifler, die geteilten Herzens sind und sagen: Dies haben wir gehört auch schon zur Zeit unserer Väter, und siehe, wir sind alt geworden, und nichts davon ist uns zugekommen. 1Cl 23:4 0 ihr Toren, vergleichet euch mit einem Baum; nehmet einen Weinstock: zuerst verliert er die (alten) Blätter, dann wächst eine Knospe, dann ein Blatt, dann eine Blüte, hernach eine saure Traube, und dann erst ist die reife Traube da". Ihr sehet, dass in kurzer Zeit die Frucht des Baumes zur Reife gelangt. 1Cl 23:5 Wahrhaftig, schnell und plötzlich wird sein Wille Vollendung finden, da ja auch die Schrift selbst hierfür Zeugnis gibt: "Schnell wird er kommen und nicht zögern, und plötzlich wird einziehen der Herr in seinen Tempel und der Heilige, den ihr erwartet". 1Cl 24:1 Erwägen wir, Geliebte, wie der Herr fortwährend uns zeigt, dass es eine künftige Auferstehung geben werde, zu deren Anfang er den Herrn Jesus Christus selbst machte, da er ihn von den Toten erweckte. 1Cl 24:2 Lasst uns, Geliebte, die Auferstehung betrachten, die zu seiner Zeit sich vollzieht. 1Cl 24:3 Tag und Nacht zeigen uns die Auferstehung; die Nacht legt sich zur Ruhe, der Tag steht auf; der Tag zieht ab, die Nacht kommt heran. 1Cl 24:4 Nehmen wir die Früchte! Wie und auf welche Weise wächst der Same? 1Cl 24:5 "Es ging aus der Säemann" und warf auf die Erde jegliches Saatkorn; alle fallen trocken und nackt zur Erde und gehen in Verwesung über; hernach erweckt sie aus der Verwesung die fürsorgliche Macht des Herrn, und aus einem wachsen viele und tragen Frucht. 1Cl 25:1 Betrachten wir auch das auffallende Zeichen, das im Morgenlande geschieht, das heisst in den Gegenden bei Arabien. 1Cl 25:2 Es ist nämlich ein Vogel, der Phönix genannt wird. Dieser ist der einzige seiner Art und lebt fünfhundert Jahre; wenn er bereits der Auflösung im Tode nahe ist, baut er sich ein Nest aus Weihrauch, Myrrhe und sonstigen wohlriechenden Gewächsen; ist seine Zeit erfüllt, so geht er in dies Nest und stirbt. 1Cl 25:3 Wenn dann das Fleisch verfault, entsteht ein Wurm, welcher sich von dem verfaulenden Leichnam des Tieres nährt und Flügel bekommt; wenn er dann kräftig geworden ist, hebt er jenes Nest, in dem die Knochen des früheren sind, und fliegt mit ihnen von Arabien bis nach Ägypten in die Stadt Heliopolis. 1Cl 25:4 Und bei Tag, wenn alle es sehen, fliegt er auf den Altar des Helios, legt sie dort nieder und kehrt wieder zurück. 1Cl 25:5 Die Priester sehen dann genau die Aufzeichnungen der Zeiten nach und finden, dass er nach Verfluss von fünfhundert Jahren gekommen ist. 1Cl 26:1 Halten wir es nun für etwas Grosses und Wunderbares, wenn der Schöpfer des Weltalls die auferwecken wird, die ihm heilig gedient haben in der Zuversicht eines guten Glaubens, wo er uns sogar durch einen Vogel die Grösse seiner Verheissung kund tut? 1Cl 26:2 Er sagt nämlich einmal: "Und Du wirst mich auferwecken, und ich werde Dich preisen", und: "Ich legte mich nieder und schlummerte ein, ich erwachte, weil Du mit mir bist". Und wieder sagt Job: 1Cl 26:3 "Und Du wirst auferwecken dieses mein Fleisch, das all dies erduldet hat". 1Cl 27:1 Durch diese Hoffnungen also sollen unsere Seelen fest gekettet sein an den, der treu ist in seinen Verheissungen und gerecht in seinen Gerichten. 1Cl 27:2 Der verboten hat zu lügen, wird viel weniger selber lügen; denn bei Gott ist nichts unmöglich ausser die Lüge. 1Cl 27:3 Entzünden soll sich daher in uns der Glaube an ihn, und wir wollen beherzigen, dass ihm alles nahe ist. 1Cl 27:4 In seinem mächtigen Worte hat er das All aufgebaut, und in seinem Worte kann er es niederreissen. 1Cl 27:5 "Wer wird ihm sagen: Was hast Du gemacht? oder wer wird entgegentreten seiner gewaltigen Starke?" Wann er will und wie er will, wird er alles machen, und nichts darf vergehen von dem, was er bestimmt hat. 1Cl 27:6 Alles liegt da vor seinem Auge, und nichts ist seinem Rate verborgen. 1Cl 27:7 "Wenn die Himmel den Ruhm Gottes verkünden, so erzählt das Firmament seiner Hände Werk. Ein Tag ruft es dem anderen zu, und eine Nacht gibt es der anderen kund; und es sind nicht Reden noch Worte, deren Stimme man nicht hört". 1Cl 28:1 Da er also alles sieht und hört, wollen wir ihn fürchten und die schmutzigen Begierden nach schlechten Werken aufgeben, damit wir durch sein Erbarmen Schutz finden vor den kommenden Gerichten. 1Cl 28:2 Denn wohin kann einer aus uns fliehen vor seiner starken Hand? und welche Welt wird aufnehmen einen Überläufer, der ihm entronnen? Es sagt nämlich einmal die Schrift: 1Cl 28:3 "Wohin werde ich entkommen und wo mich verbergen vor seinem Angesicht? Wenn ich hinaufsteige in den Himmel, bist Du dort; wenn ich wegziehe an die Grenzen der Erde, ist Deine Rechte dort, und wenn ich mein Lager bereite in der Unterwelt, so ist Dein Geist dort". 1Cl 28:4 Wohin also soll man fliehen, und wo soll man entrinnen dem, der das All umspannt? 1Cl 29:1 Wir wollen also zu ihm hinzutreten in Heiligkeit des Herzens, rein und unbefleckt die Hände zu ihm erhebend, voll Liebe zu unserem milden und gütigen Vater, der sich uns gemacht hat zu seinem auserwählten Teil. 1Cl 29:2 So steht nämlich geschrieben: "Als der Höchste die Völker teilte, da er zerstreute die Kinder Adams, setzte er die Grenzen für die Völker fest nach der Zahl der Engel Gottes. Und es ward der Teil des Herrn sein Volk Jakob, sein zugemessenes Erbe Israel". 1Cl 29:3 Und an einer anderen Stelle sagt er: "Siehe, der Herr nimmt sich ein Volk mitten aus den Völkern, so wie ein Mann das Erstlingsopfer nimmt von seiner Tenne; und aus jenem Volke wird hervorgehen das Allerheiligste". 1Cl 30:1 Da wir nun ein heiliger Teil sind, wollen wir alle Werke der Heiligung tun, fliehen die üblen Nachreden, Befleckungen und sündhafte Umarmungen, Trunkenheit, Neuerungssucht, verwerfliche Begierden, abscheuungswürdigen Ehebruch, verwerflichen Stolz. 1Cl 30:2 "Denn Gott", sagt er, "widersteht den Hoffärtigen, den Demütigen gibt er seine Gnade". 1Cl 30:3 Wir wollen es also mit denen halten, welchen von Gott die Gnade verliehen ist. Lasset uns anziehen die Eintracht, voll Demut und Enthaltsamkeit, von jeder Ohrenblaserei und Verleumdung uns ferne haltend, durch Werke gerechtfertigt und nicht durch Worte. 1Cl 30:4 Er sagt nämlich: "Wer viel redet, muss auch wieder viel hören; oder glaubt der Geschwätzige, er sei gerecht? 1Cl 30:5 Glücklich der vom Weibe Geborene, der kurze Zeit lebt. Verlege dich nicht aufs viele Reden". 1Cl 30:6 Unser Lob komme von Gott, nicht von uns selbst; denn die sich selbst loben, hasst Gott. 1Cl 30:7 Das Zeugnis, dass wir recht handeln, soll von anderen gegeben werden, so wie es unseren gerechten Voreltern gegeben wurde. 1Cl 30:8 Kühnheit, Keckheit, Vermessenheit ist bei denen, die Gott verflucht hat. Einfalt, Demut, Milde ist bei denen, die Gott gesegnet hat. 1Cl 31:1 Suchen wir uns also seinen Segen und schauen wir, welches die Wege seines Segens sind! Lasset uns die Geschichte von Anfang an betrachten! 1Cl 31:2 Weswegen wurde unser Vater Abraham gesegnet? Nicht deshalb, weil er Gerechtigkeit und Wahrheit übte durch Glauben? 1Cl 31:3 Isaak liess sich voll Vertrauen, da er die Zukunft kannte, freudig zum Opfer bringen. 1Cl 31:4 Jakob verliess demütigen Sinnes seine Heimat wegen des Bruders, ging zu Laban und diente ihm, und ihm wurden verliehen die zwölf Stämme Israels. 1Cl 32:1 Wenn dies jemand im einzelnen genau überdenkt, wird er die Grösse der von ihm verliehenen Gaben erkennen. 1Cl 32:2 Von ihm nämlich stammen alle Priester und Leviten ab, die am Altare Gottes dienen; von ihm stammt der Herr Jesus ab, dem Fleische nach; von ihm die Könige, Herrscher und Führer durch Juda; auch die übrigen Stämme stehen in nicht geringem Ansehen, wie Gott es verheissen hatte, dass "deine Nachkommenschaft sein werde wie die Sterne des Himmels". 1Cl 32:3 Alle haben demnach Ehre und Herrlichkeit erlangt nicht durch sich selbst oder durch ihre Werke oder wegen ihrer Gerechtigkeit, die sie übten, sondern durch seinen Willen. 1Cl 32:4 Und auch wir, die wir durch seinen Willen in Christus Jesus berufen sind, werden nicht durch uns selbst gerechtfertigt noch durch unsere Weisheit oder Einsicht oder Frömmigkeit oder durch die Werke, die wir vollbracht haben in der Heiligkeit des Herzens, sondern durch den Glauben, durch den alle von Anbeginn an der allmächtige Gott gerechtfertigt hat. Ihm sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1Cl 33:1 Was sollen wir demnach tun, Brüder? Sollen wir ablassen von guten Werken und die Liebe aufgeben? Möge es der Herr niemals zugeben, dass dies bei uns geschehe, sondern beeilen wir uns, mit Beharrlichkeit und Bereitwilligkeit jedes gute Werk zu vollbringen. 1Cl 33:2 Denn der Schöpfer und Herr des Weltalls frohlockt über seine Werke. 1Cl 33:3 Denn mit seiner unendlich grossen Macht hat er die Himmel gegründet, und mit seiner unerschöpflichen Weisheit hat er sie geordnet; die Erde hat er von dem es umgebenden Wasser geschieden und hat sie festgestellt auf das unerschütterliche Fundament seines Willens; den Tieren, die auf ihr leben, befahl er, nach seiner Anordnung sich zu bewegen; das Meer und seine Tiere, die in ihm sind, hat er geschaffen und hat sie eingeschlossen mit seiner Macht. 1Cl 33:4 Zu allem hin schuf er das Herrlichste und Grossartigste wegen seiner Vernunft, den Menschen; mit seinen heiligen und untadeligen Händen schuf er seines Bildes Abbild. 1Cl 33:5 So nämlich spricht der Herr: "Lasset uns den Menschen machen nach unserem Bild und Gleichnis, und Gott schuf den Menschen, als Mann und Weib schuf er sie". 1Cl 33:6 Nachdem er nun all dieses vollendet hatte, lobte er es und prISmes und sprach: "Wachset und mehret euch". 1Cl 33:7 Beachten wir, dass alle Gerechte mit guten Werken verherrlicht waren und dass der Herr selbst, nachdem er sich selbst durch gute Werke verherrlicht hatte, darüber erfreut war. 1Cl 33:8 Da wir nun ein solches Vorbild haben, wollen wir unverzüglich seinem Willen nachkommen; mit all unserer Kraft wollen wir Werke der Gerechtigkeit tun. 1Cl 34:1 Der gute Arbeiter nimmt freimütig das Brot für ;eine Arbeit, der faule und untätige aber wagt nicht dem Blicke seines Arbeitgebers zu begegnen. 1Cl 34:2 Daher ist es nötig, dass wir bereit sind zu guten Werken; von ihm kommt ja alles. 1Cl 34:3 Er sagt nämlich zu uns: "Siehe, hier ist der Herr, und sein Lohn ist vor ihm, damit er jedem gebe nach seinem Werke". 1Cl 34:4 Deshalb ermahnt er uns, die wir aus ganzem Herzen ihm vertrauen, weder träge noch nachlässig zu sein 'in jeglichem guten Werke'. 1Cl 34:5 Unser Ruhm und unsere Zuversicht sei in ihm; seinem Willen wollen wir uns fügen; denken wir an die ganze Schar seiner Engel, wie sie bereit stehen, seinen Willen zu erfüllen. 1Cl 34:6 Denn die Schrift sagt: "Zehntausendmal zehntausend standen vor ihm, und tausendmal tausend dienten ihm und riefen: Heilig, heilig, heilig ist der Herr Sabaoth, die ganze Schöpfung ist voll seiner Herrlichkeit". 1Cl 34:7 Auch wir, in Eintracht versammelt, einmütigen Sinnes, wollen wie aus einem Munde anhaltend zu ihm rufen, damit wir teilhaftig werden seiner grossen und herrlichen Verheissungen. 1Cl 34:8 Er sagt ja: "Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört, und in keines Menschen Herz ist es gedrungen, was Gott denen bereitet hat, die auf ihn harren". 1Cl 35:1 Wie selig und wunderbar sind die Geschenke Gottes, Geliebte! 1Cl 35:2 Leben in Unsterblichkeit, Glanz in Gerechtigkeit, Wahrheit in Freimut, Glaube in Vertrauen, Enthaltsamkeit in Heiligung; und dies alles ist schon in unser Verständnis gedrungen. 1Cl 35:3 Was nun fürwahr ist denen bereitet, die ausharren? Der Schöpfer und Vater der Ewigkeit, der Allheilige selbst kennt die Grösse und Schönheit dieser Güter. 1Cl 35:4 Wir nun wollen kämpfen, damit wir erfunden werden in der Zahl derer, die ausharren, auf dass wir teilhaben an den versprochenen Gütern. 1Cl 35:5 Wie aber wird das geschehen, Geliebte? Wenn unsere Gesinnung in Treue gefestigt ist gegen Gott, wenn wir nachstreben dem, was ihm angenehm und wohlgefällig ist, wenn wir tun, was seinem heiligen Willen entspricht, wenn wir gehen auf dem Wege der Wahrheit, wenn wir wegwerfen von uns alles Unrecht und alle Schlechtigkeit, Habsucht, Streit, Bosheit und Hinterlist, Verleumdung und üble Nachrede, Hall gegen Gott, Aufgeblasenheit und Prahlerei, Eitelkeit und ungastliches Wesen. 1Cl 35:6 Denn wer solches tut, ist bei Gott verhasst; aber nicht allein die solches tun, sondern auch die, welche ihnen zustimmen. 1Cl 35:7 Es sagt nämlich die Schrift: "Zu dem Sünder aber sprach Gott: Warum zählst du meine Satzungen auf und warum nimmst du meinen Bund in deinen Mund? 1Cl 35:8 Du hast die Zucht gehasst und hast meine Worte verworfen. Wenn du einen Dieb sahest, gingst du mit ihm, bei den Ehebrechern hattest du Anteil. Dein Mund ging über von Schlechtigkeit, und deine Zunge spann trügerische Tücke. Du setztest dich hin und sprachest gegen deinen Bruder, und dem Sohn deiner Mutter stelltest du eine Falle. 1Cl 35:9 Das tatest du, und ich habe geschwiegen. Du nahmst an, Gottloser, dass ich dir gleich sei. 1Cl 35:10 Ich werde dich überführen und dein Antlitz gegen dich kehren. 1Cl 35:11 Beherziget dies, ihr Gottvergessenen, damit er euch nicht wegschleppe wie ein Löwe und niemand da sei, der rettet; 1Cl 35:12 ein Lobopfer wird mich ehren, und dort ist der Weg, den ich ihm zeigen will, das Heil Gottes". 1Cl 36:1 Das ist der Weg, Geliebte, auf dem wir unser Heil finden, Jesus Christus, den Hohenpriester unserer Opfergaben, den Anwalt und Helfer in unserer Schwäche. 1Cl 36:2 Durch ihn streben wir standhaft nach den Höhen des Himmels, durch im schauen wir sein heiliges und erhabenes Antlitz, durch ihn wurden die Augen unseres Herzens geöffnet, durch ihn ringt sich unser unweiser und dunkler Verstand durch zum Licht, durch ihn wollte der Herr uns kosten lassen von dem unsterblichen Wissen, der, "da er der Abglanz ist seiner Majestät, um soviel grösser ist als die Engel, urn wieviel sein Name sich unterscheidet, den er erhalten hat". 1Cl 36:3 Es steht nämlich also geschrieben: "Der Geister zu seinen Boten macht und Feuerflammen zu seinen Dienern]. 1Cl 36:4 Zu seinem Söhne aber sprach der Herr also. "Mein Sohn bist du, heute habe ich dich gezeugt; verlange von mir, und ich will dir Völker geben zum Erbe und zu deinem Besitze die Enden der Erde". 1Cl 36:5 Und wiederum sagt er zu ihm: "Setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde zum Schemel deiner Füsse lege". 1Cl 36:6 Welches sind aber die Feinde? Die Schlechten, die Gottes Willen sich widersetzen. 1Cl 37:1 Lasset uns also kämpfen, Männer, Brüder, mit aller Ausdauer unter seinen untadeligen Gesetzen. 1Cl 37:2 Schauen wollen wir auf die, die unter unseren Führern kämpfen, wie sie wohlgeordnet, geziemend und gehorsam die Befehle vollziehen. 1Cl 37:3 Nicht alle sind Tribunen, oder Oberste, oder Hauptleute, oder Führer von Abteilungen usw., sondern jeder erfüllt auf seinem richtigen Posten die Anordnungen des Königs und der Führer. 1Cl 37:4 Die Grossen können nicht sein ohne die Kleinen und die Kleinen nicht ohne die Grossen; überall gibt es eine Art Mischung, und darin liegt der Vorteil. 1Cl 37:5 Nehmen wir unseren Körper; der Kopf ist nichts ohne die Füsse, ebenso die Füsse nichts ohne den Kopf; und die kleinsten Glieder unseres Leibes sind notwendig und nützlich für den ganzen Körper; aber alle halten zusammen, und es bedarf eines einmütigen Gehorsams zum Wohle des ganzen Körpers. 1Cl 38:1 So soll denn unser ganzer Körper gerettet werden in Christus Jesus, und jeder soll seinem Nächsten sich fügen, wie es in seiner Gnadengabe begründet ist. 1Cl 38:2 Der Starke sorge für den Schwachen, und der Schwache kümmere sich um den Starken; der Reiche unterstütze den Armen, der Arme aber danke Gott dafür, dass er jenem gegeben, wodurch seinem Mangel abgeholfen werde; der Weise zeige seine Weisheit nicht in Worten, sondern in guten Werken; der Demütige stelle sich selbst kein Zeugnis aus, sondern lasse einen anderen über sich Zeugnis geben; wer keusch ist im Fleische, rühme sich nicht in der Erkenntnis, dass ein anderer es ist, der ihm die (Gnade der) Enthaltsamkeit verleiht. 1Cl 38:3 Betrachten wir nun, Brüder, aus welchem Stoff wir geschaffen wurden, welcher Art und was wir waren beim Eintritt in diese Welt, aus welch dunkler Gruft unser Bildner und Schöpfer uns in seine Welt geführt, da er seine Wohltaten bereit hielt, schon bevor wir geboren waren. 1Cl 38:4 Da wir nun dies alles von ihm bekommen haben, schulden wir ihm in allem Dank. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1Cl 39:1 Unverständige, törichte, dumme und ungebildete Leute sind es, die uns verhöhnen und verspotten, da sie sich selbst überheben wollen in ihren Gedanken. 1Cl 39:2 Was vermag denn ein sterblicher Mensch? oder was ist es mit der Kraft des Erdgeborenen? 1Cl 39:3 Es steht ja geschrieben: "Es war keine Gestalt vor meinen Augen, sondern ich hörte Odem und eine Stimme. 1Cl 39:4 Wie denn? Soll denn ein Sterblicher rein sein vor Gott? Oder ist ein Mann von seinen Werken her ohne Fehl, wenn er seinen Knechten misstraut und bei seinen Boten Unrechtes wahrnimmt? 1Cl 39:5 Der Himmel ist nicht rein vor ihm, wieviel weniger Menschen, die wohnen in Häusern aus Lehm, zu denen auch wir gehören, die wir aus demselben Lehm gebildet sind. Er schlug sie wie eine Motte, und vom Morgen bis zum Abend sind sie nicht mehr; weil sie sich selbst nicht helfen konnten, gingen sie zugrunde. 1Cl 39:6 Er hauchte sie an, und sie starben, weil sie keine Weisheit hatten. 1Cl 39:7 Rufe, ob einer auf dich hören wird, oder ob du einen der heiligen Engel sehen wirst; denn den Törichten reibt der Zorn auf, und den Irrsinnigen tötet Eifersucht. 1Cl 39:8 Ich aber habe gesehen, dass Toren Wurzel schlugen, aber sogleich ward ihr Lebensgut aufgezehrt. 1Cl 39:9 Ferne bleiben mögen ihre Söhne vom Heile; sie mögen zertreten werden vor den Türen der Schwachen, und es wird niemand sein, der sie aufhebt. Denn, was für jene bereitet war, essen Gerechte; sie selbst aber werden aus den übeln nicht erlöst werden". 1Cl 40:1 Da uns also dieses ganz klar ist, und wir weit hinabgedrungen sind in die Tiefen der göttlichen Erkenntnis, müssen wir alles ordnungsgemäss tun, was der Herr an bestimmten Zeiten zu erfüllen angeordnet hat. 1Cl 40:2 Er wollte, dass Opfer und Gottesdienst gehalten werde, aber nicht aufs Geratewohl und ohne Ordnung solle es geschehen, sondern zu festgesetzten Zeiten und Stunden. 1Cl 40:3 Wo und durch wen er es verrichtet wissen will, hat er nach seinem allerhöchsten Willen selbst bestimmt, damit alles heiligmässig geschehe und so in Wohlgefallen aufgenommen werde von seinem Willen. 1Cl 40:4 Die nun ihre Opfer darbringen zur vorgeschriebenen Zeit, sind wohlgefällig und selig; denn wenn sie den Gesetzen des Herrn nachkommen, sündigen sie nicht. 1Cl 40:5 Dem obersten Priester sind nämlich eigene Verrichtungen zugeteilt, auch den Priestern ist ihr eigener Platz angewiesen, und den Leviten obliegen eigene Dienstleistungen; der Laie ist an die Laienvorschriften gebunden. 1Cl 41:1 Jeder von uns, Brüder, soll in seinem Stande Gott danken, indem er sich ein gutes Gewissen bewahrt und die für seine Verrichtung festgesetzte Regel nicht übertritt, in würdigem Wandel. 1Cl 41:2 Nicht an allen Orten, Brüder, werden Gott immerwährende Opfer oder Gelübdeopfer oder Sühnopfer oder Schuldopfer dargebracht, sondern nur in Jerusalem; aber auch dort wird nicht überall geopfert, sondern vor dem Heiligen am Altare, wobei die Opfergabe genau untersucht wird durch den Oberpriester und die vorerwähnten Diener des Heiligtums. 1Cl 41:3 Wer nun nicht seinem Willen entsprechend etwas tut, erleidet den Tod als gebührende Strafe. 1Cl 41:4 Ihr sehet, Brüder, je grösser die Erkenntnis ist, deren wir gewürdigt worden sind, um so grösser ist auch die Gefahr, der wir ausgesetzt sind. 1Cl 42:1 Die Apostel haben uns das Evangelium verkündet, (das sie) vom Herrn Jesus Christus (bekommen haben), Jesus Christus aber ist gesandt von Gott. 1Cl 42:2 Christus ist also von Gott und die Apostel von Christus (gesandt); beides ist demnach geschehen in aller Ordnung nach dem Willen Gottes. 1Cl 42:3 Sie empfingen also ihre Aufträge, wurden durch die Auferstehung unseres Herrn Jesus Christus mit Gewissheit erfüllt, wurden im Glauben an das Wort Gottes gefestigt und dann zogen sie voll des Heiligen Geistes hinaus zur Predigt, dass das Reich Gottes nahe sei. 1Cl 42:4 Indem sie nun in Ländern und Städten predigten, setzten sie die Erstlingsfrüchte ihrer (Predigt), nach vorhergegangener Prüfung im Geiste, zu Bischöfen und Diakonen der zukünftigen Gläubigen ein. 1Cl 42:5 Und dies war nichts Neues; denn schon seit langer Zeit war geschrieben über Bischöfe und Diakone. So nämlich sagt einmal die Schrift: "Ich will einsetzen ihre Bischöfe in Gerechtigkeit und ihre Diakone in Treue". 1Cl 43:1 Und ist es zu verwundern, wenn die von Christus mit einem solchen Werke Betrauten die oben Genannten eingesetzt haben? Da ja auch der selige Moses, "der getreue Diener im ganzen Hause, die an ihn ergangenen Befehle sämtlich in den heiligen Büchern verzeichnet hat, dem auch die übrigen Propheten gefolgt sind, indem auch sie Zeugnis geben für das, was von ihm gesetzlich angeordnet wurde. 1Cl 43:2 Als nämlich Eifersucht entstand wegen der Priesterwürde und die Stämme darüber stritten, welcher von ihnen mit dem rühmlichen Namen geschmückt werden sollte, befahl jener den zwölf Stammeshäuptern, sie sollten Stäbe mit dem Namen jedes einzelnen Stammes bezeichnen und diese ihm bringen. Und er nahm sie, band sie zusammen, versiegelte sie mit den Ringen der zwölf Vorsteher, hinterlegte sie in dem Zelte des Zeugnisses auf dem Tische Gottes. 1Cl 43:3 Und nachdem er das Zelt abgeschlossen hatte, versiegelte er - den Verschluss ebenso wie die Stäbe 1Cl 43:4 und sprach zu ihnen: Männer, Brüder! Der Stamm, dessen Stab ausschlägt, den hat Gott auserwählt, auf dass er ihm opfere und diene. 1Cl 43:5 Am anderen Morgen nun versammelte er ganz Israel, die sechshunderttausend Männer, zeigte den Stammeshäuptern die Siegel, öffnete das Zelt des Zeugnisses und nahm die Stäbe heraus; und es fand sich, dass der Stab Aarons nicht nur Knospen, sondern sogar Früchte hatte. 1Cl 43:6 Was meint ihr, Geliebte? Wusste Moses nicht zum voraus, dass es so kommen werde? Ganz gewiss. Aber damit in Israel kein Aufruhr entstände, handelte er so, damit verherrlicht werde der Name des wahrhaftigen und einen Gottes; ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1Cl 44:1 Auch unsere Apostel wussten durch unseren Herrn Jesus Christus, dass Streit entstehen werde um die Bischofswürde. 1Cl 44:2 Aus diesem Grunde setzten sie auch, da sie eine genaue Kenntnis hiervon zum voraus erhalten hatten, die oben Genannten ein und gaben ihnen dazu Auftrag, dass, wenn sie entschlafen wären, andere erprobte Männer ihren Dienst übernähmen. 1Cl 44:3 Die also von jenen oder hernach von anderen ausgezeichneten Männern unter Zustimmung der ganzen Gemeinde eingesetzten (Bischöfe), die das Hirtenamt Christi in Demut untadelig, ruhig, uneigennützig verwaltet haben, die lange Zeit hindurch von allen ein gutes Zeugnis erhalten haben, diese von ihrem heiligen Amte abzusetzen, ist nach unserer Ansicht ein Unrecht. 1Cl 44:4 Denn es wird für uns keine kleine Sünde sein, wenn wir Männer, die tadellos und heiligmässig ihre Opfer dargebracht haben, aus ihrem Bischof samte vertreiben. 1Cl 44:5 Selig sind die Presbyter, die ihren Lebensweg bereits durchlaufen und eine vollkommene, an Früchten reiche Auflösung erreicht haben; denn sie müssen nicht fürchten, dass man sie verdrängt von dem für sie festbestimmten Platze. Wir müssen es nämlich erleben, dass ihr einige, die einen guten Wandel führten, vertrieben habt aus dem heiligen Dienste, dem sie durch tadellose Verwaltung alle Ehre gemacht hatten. 1Cl 45:1 Streitsüchtig seid ihr, Brüder, und eifersüchtig in den Dingen, die zum Heile nötig sind. 1Cl 45:2 Die heiligen Schriften, die wahren, die vom Heiligen Geist eingegebenen, habt ihr genau durchforscht. 1Cl 45:3 Ihr wisst, dass nichts Unrechtes und nichts Verkehrtes in denselben geschrieben steht (Da) werdet ihr nicht finden, dass Gerechte abgesetzt worden sind von heiligen Männern. 1Cl 45:4 Es wurden zwar Gerechte verfolgt, aber von Bösen; sie wurden eingekerkert, aber von Gottlosen, sie wurden gesteinigt von Missetätern, sie wurden getötet von solchen, die mit verruchter und sündhafter Eifersucht erfüllt waren. 1Cl 45:5 Solches haben sie in rühmlicher Geduld ertragen. 1Cl 45:6 Was sollen wir denn sagen, Brüder? Wurde Daniel von Gottesfürchtigen in die Löwengrube geworfen? 1Cl 45:7 Oder Ananias, Azarias und Misael, wurden die von Leuten, die sich dem erhabenen und herrlichen Dienste des Allerhöchsten widmeten, in den Feuerofen gesperrt? Das sei ferne! Was für Leute sind es nun, die solches verübten? Die Verhassten, die von jeglicher Schlechtigkeit erfüllt sind, haben ihren Zorn bis zu dem Grade entflammt, dass sie Männer, die in heiliger und untadeliger Absicht Gott dienten, schmählich behandelten, ohne zu wissen, dass der Höchste ein starker Verteidiger und Beschützer derer ist, die in reinem Gewissen seinem hochgelobten Namen dienen; ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1Cl 45:8 Die aber in Zuversicht duldeten, haben Ruhm und Ehre erlangt, sie sind erhöht und ihre Namen von Gott eingeschrieben worden auf ihr Denkmal für alle Ewigkeit. Amen. 1Cl 46:1 An solche Vorbilder müssen auch wir uns halten, Brüder. 1Cl 46:2 Es steht nämlich geschrieben: "Gehet mit den Heiligen, denn die mit ihnen gehen, werden geheiligt werden". 1Cl 46:3 Und wieder an einer anderen Stelle heisst es: "Mit einem unschuldigen Manne wirst du unschuldig sein, und mit einem auserwählten wirst du auserwählt sein, und mit einem verkehrten wirst du verkehrt sein ". 1Cl 46:4 Wir wollen deshalb mit den Unschuldigen und Gerechten verkehren; denn diese sind die Auserwählten Gottes. 1Cl 46:5 Warum herrschen Streit, Zorn, Gegensätze, Zwiespalt und Krieg unter euch? 1Cl 46:6 Etwa deshalb, weil wir einen Gott haben, einen Christus, einen Geist der Gnade, der über uns ausgegossen ist, und weil e i n e Berufung ist in Christus? 1Cl 46:7 Weshalb reissen und zerren wir die Glieder Christi auseinander und weshalb sind wir uneins gegen den eigenen Leib, und weshalb gehen wir soweit in der Torheit, dass wir vergessen, dass wir untereinander Glieder sind? Denket an die Worte unseres Herrn Jesus! 1Cl 46:8 Er sprach nämlich: "Wehe jenem Menschen, besser wäre es für ihn gewesen, wenn er nicht geboren worden wäre, als dass er einem meiner Auserwählten Ärgernis gibt; nützlicher wäre es für ihn, wenn ihm ein Mühlstein umgehängt und er in die Tiefe des Meeres versenkt würde, als dass er einen meiner Auserwählten verführt". 1Cl 46:9 Eure Spaltung hat viele verführt, viele in Mutlosigkeit versetzt, viele in Wankelmut, euch alle in Trauer; und euer Zwist dauert noch immer fort. 1Cl 47:1 Nehmet den Brief des seligen Paulus, des Apostels. 1Cl 47:2 Was hat er euch im Anfang seiner Predigt geschrieben? 1Cl 47:3 Wahrhaft vom Geiste angeregt, hat er euch belehrt über sich selbst und über Kephas und über Apollo, weil ihr auch damals Parteien gebildet hattet. 1Cl 47:4 Aber jene Parteiung hat euch geringere Schuld eingetragen; denn ihr habt damals Partei ergriffen für Apostel, denen ein gutes Zeugnis gegeben war, und für einen Mann, der erprobt war von ihnen. 1Cl 47:5 Jetzt aber beherziget, was für Leute euch verführt und die Erhabenheit eurer weitgerühmten Bruderliebe geschmälert haben. 1Cl 47:6 Eine Schande, Geliebte, eine grosse Schande und eine Schmach für den Wandel in Christo, wenn man hören muss, wie die festgegründete und uralte Kirche von Korinth wegen einer oder zweier Personen sich empört gegen ihre Presbyter. 1Cl 47:7 Und diese Kunde ist nicht nur zu uns gedrungen, sondern auch zu den Andersgesinnten, so dass dem Namen des Herrn Schmach angetan wird wegen eures Unverstandes, für euch selbst aber Gefahr entsteht. 1Cl 48:1 Schleunig wollen wir daher diesen Missstand beseitigen und niederfallen vor dem Herrn und unter Tränen ihn anflehen, dass er in Gnaden sich versöhne mit uns und uns zurückbringe zu dem erhabenen heiligen Wandel gegenseitiger Bruderliebe. 1Cl 48:2 Denn das ist eine Pforte der Gerechtigkeit, die geöffnet ist zum Leben, gemäss dem Schriftwort: "Öffnet mir Tore der Gerechtigkeit; ich will eintreten durch sie und lobsingen dem Herrn. 1Cl 48:3 Das ist das Tor des Herrn: Gerechte sollen durch dasselbe einziehen". 1Cl 48:4 Obgleich nun viele Tore offen stehen, so ist das Tor der Gerechtigkeit das Tor Christi; selig sind alle, die durch dieses eingehen und die geraden Weges wandeln "in Heiligkeit und Gerechtigkeit", indem sie unbeirrt alles vollbringen. 1Cl 48:5 Mag einer gläubig sein, mag einer tüchtig sein, Weisheit zu reden, mag einer verstehen die Reden zu unterscheiden, mag einer heilig sein in (seinen) Werken, 1Cl 48:6 er muss eben um so demütiger sein, je mehr er sich erhaben dünkt, und er muss das suchen, was allen gemeinsam, nicht ihm allein nützlich ist. 1Cl 49:1 Wer Liebe in Christus hat, der halte die Gebote Christi. 1Cl 49:2 Wer kann das Band der Liebe Gottes beschreiben? 1Cl 49:3 Wer ist imstande, seine erhabene Schönheit zu schildern? 1Cl 49:4 Die Höhe, zu der die Liebe emporführt, ist unbeschreiblich. 1Cl 49:5 Liebe verbindet uns mit Gott, "Liebe deckt eine Menge Sünden zu", Liebe erträgt alles, Liebe ist in allem langmütig; nichts Gemeines gibt es in der Liebe, nichts Hoffärtiges; Liebe kennt keine Spaltung, Liebe lehnt sich nicht auf, Liebe tut alles in Eintracht; in der Liebe haben alle Auserwählten Gottes ihre Vollkommenheit erlangt, ohne Liebe Ist Gott nichts wohlgefällig. 1Cl 49:6 In Liebe hat der Herr uns angenommen; wegen der Liebe, die er zu uns trug, hat unser Herr Jesus Christus sein Blut hingegeben für uns nach Gottes Willen, sein Fleisch für unser Fleisch, seine Seele für unsere Seelen. 1Cl 50:1 Geliebte, ihr sehet, wie gross und wunderbar die Liebe ist, und ihre Vollkommenheit lässt sich nicht darlegen. 1Cl 50:2 Wer ist fähig, in der Liebe erfunden zu werden, ausser wen Gott derselben für würdig erachtet? Flehen und beten wir daher zu seiner Erbarmung, dass wir erfunden werden in Liebe ohne menschliche PatLeiung, frei von Tadel. 1Cl 50:3 Alle Geschlechter sind dahingegangen von Adam bis auf den heutigen Tag; aber die in Liebe vollkommen waren, besitzen nach der Gnade Gottes den Platz der Frommen, sie werden offenbar werden bei der Besichtigung des Reiches Christi. 1Cl 50:4 Es steht nämlich geschrieben: "Tretet ein in die Kammern auf einen ganz kurzen Augenblick, bis mein Zorn und meine Erregung vorbei ist, und ich will eines guten Tages gedenken und euch auferwecken aus euren Gräbern". 1Cl 50:5 Selig sind wir, Geliebte, wenn wir die Gebote Gottes halten in einträchtiger Liebe, auf dass uns durch die Liebe die Sünden nachgelassen werden. 1Cl 50:6 Es steht nämlich geschrieben: "Selig (sind die), deren Vergehen nachgelassen und deren Sünden zugedeckt sind; glückselig der Mann, dem der Herr die Sünde nicht zurechnet und in dessen Mund kein Trug ist". Diese Seligpreisung ist erfolgt auf die von Gott Auserwählten durch unseren Herrn Jesus Christus, dem die Ehre sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1Cl 51:1 Was wir nun gefehlt haben und was wir durch einen aus der Schar des Widersachers (verführt) getan haben, dafür wollen wir uns Verzeihung erflehen; aber auch diejenigen, die Führer der Empörung und Entzweiung gewesen sind, müssen die gemeinsame Hoffnung ins Auge fassen. 1Cl 51:2 Denn die in Furcht und Liebe wandeln, wollen lieber, dass sie selbst der Züchtigung verfallen als der Nächste; sie wollen lieber selbst Verachtung tragen, als die (Verachtung) der uns gut und gerecht überlieferten Einheit (mitansehen). 1Cl 51:3 Denn es ist besser für den Menschen, sich über seine Verfehlungen anzuklagen, als sein Herz zu verhärten, wie das Herz derer verhärtet worden ist, die sich erhoben wider Moses, den Diener Gottes, deren Verdammung offenkundig geworden ist: 1Cl 51:4 "Sie stiegen ja lebend hinab in die Unterwelt" und der Tod weidet sie. 1Cl 51:5 Pharao und sein Heer, alle Fürsten Ögyptens, die Wagen und deren Führer wurden nur deswegen in das Rote Meer versenkt und kamen nur deshalb um, weil ihre törichten Herzen sich verhärtet hatten, (und zwar) nachdem Zeichen und Wunder in Ägypten geschehen waren durch Moses, den Diener Gottes. 1Cl 52:1 Brüder, der Herr bedarf gar nichts, er braucht von niemand etwas, nur dass man ihm ein Bekenntnis ablege. 1Cl 52:2 Denn so sagt David, der Auserwählte: "Bekennen will ich dem Herrn, und das wird ihm besser gefallen als ein junges Rind, das Homer und Klauen ansetzt; sehen sollen es Arme und sich freuen". 1Cl 52:3 Und wiederum heisst es: "Opfere Gott ein Opfer des Lobes und weihe dem Höchsten deine Gebete. Und rufe mich an am Tage deiner Trübsal, und ich will dich erlösen, und du sollst mich verherrlichen". 1Cl 52:4 "Denn ein Opfer vor Gott ist ein zerknirschter Geist". 1Cl 53:1 Die heiligen Schriften kennet ihr, Geliebte, und zwar gut, und ihr habt euch vertieft in die Worte Gottes; deshalb schreiben wir euch dies zur Erinnerung. 1Cl 53:2 Als Moses auf den Berg gestiegen war und vierzig Tage und vierzig Nächte in Entbehrung und Fasten zugebracht hatte, da sprach Gott zu ihm: "Moses, Moses, steige eilends hinab von hier, denn dein Volk, das du aus Ägypten geführt, hat gesündigt; gar schnell hat es den Weg verlassen, den du ihnen vorgeschrieben hattest; sie haben sich Bilder gegossen". 1Cl 53:3 Und der Herr sprach zu ihm: "Einmal und zweimal habe ich zu dir also geredet: Ich habe dieses Volk mir angeschaut, und siehe, es ist halsstarrig; lass mich sie ausrotten, und ich will ihren Namen auslöschen unter dem Himmel, und ich will dich zu einem grossen, wunderbaren Volke machen, viel grösser als dieses". 1Cl 53:4 Und Moses erwiderte: "Niemals, Herr! Verzeihe diesem Volk seine Sünde oder tilge auch mich aus dem Buche der Lebenden". 1Cl 53:5 O grosse Liebe, o unübertreffliche Vollkommenheit! Voll Freimut redet der Diener zum Herrn, er bittet um Verzeihung für das Volk, oder er verlangt, dass er selbst mit ihnen ausgetilgt werde. 1Cl 54:1 Wer ist nun unter euch edelmütig, wer barmherzig, wer voll Liebe? 1Cl 54:2 Der soll sprechen: Wenn ich schuld bin an Aufruhr, Streit und Zwietracht, so wandere ich aus, ziehe fort, wohin ihr wollt, und tue, was die Mehrheit vorschreibt; nur soll die Herde Christi in Frieden leben mit ihren bestellten Presbytern. 1Cl 54:3 Wer so handelt, wird sich grossen Ruhm in Christus erwerben, und jeglicher Ort wird ihn aufnehmen. "Denn dem Herrn gehört die Erde und was in ihr ist". 1Cl 54:4 So haben gehandelt und so werden handeln, die ohne Vorwurf den Weg Gottes gehen. 1Cl 55:1 Um auch Beispiele (aus der Geschichte) der Heiden anzuführen: Viele Könige und Fürsten haben, wenn eine Pest herrschte, auf den Rat des Orakels hin sich selbst dem Tode preisgegeben, um durch ihr eigenes Blut die Mitbürger zu retten. Viele haben ihre Stadt verlassen, um die Fortdauer des Zwistes zu verhüten. 1Cl 55:2 Wir kennen unter uns viele, die sich selbst den Ketten überliefert haben, um andere zu befreien; viele haben sich in Knechtschaft begeben, und mit ihrem Verdienste (Lohne) haben sie andere gespeist. 1Cl 55:3 Viele Frauen haben, gestärkt durch die Gnade Gottes, manch männliche Tat vollbracht. 1Cl 55:4 Judith, die selige, bat bei der Belagerung ihrer Vaterstadt die Ältesten, man möge sie hinausgehen lassen in das Lager der Feinde. 1Cl 55:5 Und aus Liebe zum Vaterlande und zu ihrem eingeschlossenen Volke ging sie hinaus, sich selbst in Gefahr stürzend, und der Herr übergab den Holophernes in die Hand eines Weibes. 1Cl 55:6 Auch die glaubensstarke Esther setzte sich keiner geringeren Gefahr aus, um die zwölf Stämme Israels zu retten, als ihnen der Untergang drohte; denn durch ihr Fasten und ihre Demut bestürmte sie den allsehenden Herrn, den Gott der Ewigkeiten; er sah an die Verdemütigung ihrer Seele und errettete das Volk, um dessetwillen sie die Gefahr auf sich genommen hatte. 1Cl 56:1 Deshalb wollen auch wir beten für die, die in einer Sünde leben, auf dass ihnen Nachgiebigkeit und Demut verliehen werde, damit sie nicht uns, sondern dem Willen Gottes gehorchen; so wird ihnen nämlich zum Nutzen und zur Vollkommenheit gereichen, dass wir ihrer bei Gott und den Heiligen mit Seufzern gedenken. 1Cl 56:2 Wir wollen, Geliebte, die Zurechtweisung annehmen, über die sich niemand ärgern darf. Die Ermahnungen, die wir einander gegenseitig geben, sind gut und überaus nützlich; denn sie verbinden uns mit dem Willen Gottes. 1Cl 56:3 Denn also sagt das heilige Wort: "Gar sehr hat mich der Herr in Zucht genommen, aber dem Tode hat er mich nicht preisgegeben". 1Cl 56:4 "Wen nämlich der Herr lieb hat, den züchtigt er; jedem Kind, das er annimmt, gibt er die Rute zu fühlen". 1Cl 56:5 "Ja er wird als Gerechter", so heisst es, "mich züchtigen mit Erbarmen und mich zurechtweisen, aber öl von Sündern soll mein Haupt nicht salben". 1Cl 56:6 Und wiederum sagt er: "Glückselig der Mann, den der Herr zurechtgewiesen hat; denn einen Tadel des Allmächtigen weise nicht zurück; er verursacht nämlich Schmerz, aber er macht wieder gut. 1Cl 56:7 Er hat geschlagen, aber seine Hände haben wieder geheilt. 1Cl 56:8 Sechsmal wird er aus der Not dich herausreissen, und das siebente Mal wird dich Unglück nicht erfassen. 1Cl 56:9 Zur Zeit der Hungersnot wird er dich vor dem Tode retten, und im Kriege dich bewahren vor der Gewalt des Schwertes. 1Cl 56:10 Vor der Zunge Geissel wird er dich verbergen, und du brauchst dich nicht zu fürchten vor drohendem Übel. 1Cl 56:11 Über Ungerechte und Missetäter darfst du lachen, vor wilden Tieren musst du dich nicht fürchten. 1Cl 56:12 Denn die wilden Tiere werden dich in Ruhe lassen. 1Cl 56:13 Dann wirst du erkennen, dass dein Haus in Frieden leben wird, der Vorrat deines Zeltes soll nicht ausgehen. 1Cl 56:14 Du wirst sehen, dass deine Kinder zahlreich sind, deine Nachkommen wie das Gras des Feldes. 1Cl 56:15 Du wirst ins Grab steigen wie reife Frucht, geerntet zur rechten Zeit, oder wie ein Haufen Frucht auf der Tenne, den man zur rechten Zeit eingebracht hat". 1Cl 56:16 Ihr sehet, Geliebte, wie stark der Schutz ist für die, welche der Herr in seine Zucht nimmt. Da er nämlich ein guter Vater ist, züchtigt er, damit wir durch seine heilige Zucht Erbarmen finden. 1Cl 57:1 Ihr nun, die ihr den Grund zum Aufruhr gelegt habt, unterwerfet euch den Presbytern, lasset euch die Züchtigung dienen zur Umkehr, beuget die Knie eures Herzens. 1Cl 57:2 Lernet Unterwürfigkeit, leget ab die grosssprecherische und hochfahrende Kühnheit eurer Zunge; es ist nämlich besser für euch, wenn ihr in der Herde Christi klein, aber ehrenhaft befunden werdet, als wenn ihr in scheinbarer Grösse ausgeschlossen seid von ihrer Hoffnung, 1Cl 57:3 Denn also spricht die hochgerühmte Weisheit: "Sehet, ich will euch heraussagen eine Rede meines Hauches, lehren will ich euch mein Wort. 1Cl 57:4 Weil ich rief und ihr nicht darauf hörtet, weil ich entwickelte meine Worte und ihr darauf nicht achtgabet, vielmehr nutzlos machtet meine Pläne und meinen Warnungen nicht folgtet deshalb werde nun auch ich spotten über euren Untergang und mich freuen, wenn Verderben über euch kommt, und wenn plötzlich über euch Aufruhr hereinbricht, wenn euer Untergang ähnlich wie ein Sturm vor euch steht, oder wenn Trübsal und Belagerung euch heimsucht. 1Cl 57:5 Denn kommen wird die Zeit, da ihr zu mir ruft, ich aber euch nicht erhören werde; suchen werden mich die Bösen, aber sie werden mich nicht finden; denn die Weisheit haben sie gehasst, die Furcht des Herrn haben sie nicht angenommen, noch wollten sie achten auf meine Ratschläge, meine Warnungen haben sie verspottet. 1Cl 57:6 Deshalb sollen sie essen die Früchte ihres Wandels und sollen satt werden von ihrer Gottlosigkeit. 1Cl 57:7 Dafür, dass sie gegen Unmündige gefrevelt haben, sollen sie getötet werden, und das Gericht soll die Gottlosen vernichten; wer aber auf mich hört, der soll in Hoffnung und Vertrauen sein Zelt bewohnen und ohne Furcht Ruhe haben vor jeglichem Unglück". 1Cl 58:1 Wir wollen daher gehorchen seinem allheiligen und herrlichen Namen, um zu entgehen den erwähnten Drohungen, die seine Weisheit gegen die Ungehorsamen gerichtet hat, damit wir wohnen im Verhauen auf seinen heiligsten und erhabensten Namen. 1Cl 58:2 Nehmet an unseren Rat, und es wird euch nicht gereuen. Denn es lebt Gott und es lebt der Herr Jesus Christus und der Heilige Geist, der Glaube und die Hoffnung der Auserwählten, dass der, welcher in Demut mit beharrlichem Gehorsam ohne Wanken die von Gott gegebenen Satzungen und Gebote hält, dass dieser wird eingeordnet und eingereiht werden in die Zahl der durch Jesus Christus Geretteten, durch den ihm die Ehre sei von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1Cl 59:1 Wer aber ungehorsam ist gegen das, was er durch uns gesagt hat, der soll wissen, dass er sich in Sünde und nicht geringe Gefahr verstrickt. 1Cl 59:2 Wir aber werden keine Schuld haben an dieser Sünde und werden in andauernden Bitten und Flehen anhalten, dass der Schöpfer des Weltalls die abgezählte Zahl seiner Auserwählten auf der ganzen Welt - unversehrt erhalten wolle durch seinen geliebten Sohn Jesus Christus durch den er uns berufen hat von der Finsternis zum Licht, von der Unwissenheit zur Erkenntnis der Herrlichkeit seines Namens, 1Cl 59:3 auf dass wir hoffen auf Deinen Namen, der aller Schöpfung den Anfang gab, da Du uns geöffnet hast die Augen unseres Herzens, damit wir Dich erkennen, den einzigen "Höchsten in der Höhe, den Heiligen, der im Heiligtume ruht", "Dich, der Du den Stolz der Prahler demütigst", "die Pläne der Heiden vereitelst", "die Demütigen erhöhst und die Hohen erniedrigst", "der Du reich machst und arm", "tötest und rettest und Leben weckst", "Dich, den einzigen Wohltäter der Geister und den Gott alles Fleisches", "der Du hineinsiehst in die Unterwelt", schaust auf die Werke der Menschen, den Helfer in Gefahr, "den Retter in der Verzweiflung", den Schöpfer und Aufseher jeglichen Geistes; der Du die Völker zahlreich machst auf der Erde und von allen die erwählt hast, die Dich lieben durch Jesus Christus, Deinen geliebten Sohn, durch den Du uns erzogen, geheiligt und geehrt hast. 1Cl 59:4 Wir bitten Dich, Herr, Du mögest unser "Helfer und Beistand" sein. Unsere Bedrängten errette, mit den Bedrückten habe Erbarmen, die Gefallenen richte auf, den Betenden zeige Dich, die Kranken heile, die Irrenden aus Deinem Volke führe den rechten Weg; gib Nahrung den Hungernden, befreie unsere Gefangenen, richte auf die Schwachen, tröste die Kleinmutigen; "erkennen sollen Dich alle Völker, dass Du bist der einzige Gott und Jesus Christus Dein Sohn und "wir Dein Volk und die Schafe Deiner Weide". 1Cl 60:1 Denn Du hast den bleibenden Bestand der Welt durch das Geschaffene geoffenbart; Du, Herr, hast den Erdkreis gegründet, treu in allen Geschlechtern, gerecht in Deinen Gerichten, bewunderungswürdig in der Macht und Majestät, weise im Erschaffen und verständig im Erhalten des Geschaffenen, gut in dem, was man sieht, und treu gegen die auf Dich Hoffenden, "barmherzig und voll Huld"; vergib uns unsere Sünden und Missetaten, unsere Fehltritte und Vergehen. 1Cl 60:2 Rechne nicht jede Sünde Deiner Diener und Dienerinnen an, reinige uns so, wie Deine Wahrheit rein macht, "und leite unsere Schritte, dass wir wandeln in Heiligkeit des Herzens, das Gute tun und was vor Dir wohlgefällig ist" und vor unseren Vorgesetzten. 1Cl 60:3 Ja, Herr, "zeige uns Dein Angesicht, damit wir Gutes (erhalten) im Frieden, auf dass wir beschützt seien durch Deine starke Hand" und errettet werden von jeder Sünde "durch Deinen erhabenen Arm", und dass Du uns erlösest von denen, die uns ungerecht hassen. 1Cl 60:4 Gib Friede und Eintracht uns und allen Bewohnern der Erde, wie Du ihn verliehen hast unseren Vätern, "die fromm Dich angerufen haben in Glaube und Wahrheit" , da sie untertan waren Deinem allmächtigen und hochgepriesenen Namen und unseren Herren und Fürsten auf der Erde. 1Cl 61:1 Du, o Herr, hast ihnen die Vollmacht zu herrschen gegeben durch Deine übergrosse und unbeschreibliche Stärke, damit wir die von Dir ihnen verliehene Herrlichkeit und Ehre anerkennend ihnen gehorchen, ohne irgendwie Deinem Willen zu widersprechen; schenke ihnen, Herr, Gesundheit, Frieden, Einigkeit und Stärke, damit sie ohne Anstoss ihre von Dir verliehene Herrschaft führen. 1Cl 61:2 Denn Du, o Herr, himmlischer König der Ewigkeiten, verleihest den Menschenkindern Ehre und Ansehen und Macht über das, was auf Erden ist; leite Du, o Herr, ihren Sinn so wie es gut und Dir wohlgefällig ist", damit sie gottesfürchtigen Sinnes in Frieden und Milde ihre von Dir verliehene Gewalt ausüben und so Deiner Gnade teilhaftig werden. 1Cl 61:3 Der Du allein imstande bist, diese und noch grössere Wohltaten unter uns zu wirken, Dich preisen wir durch den obersten Priester und Führer unserer Seelen Jesus Christus; durch ihn sei Dir die Ehre und die Verherrlichung jetzt und von Geschlecht zu Geschlecht und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. 1Cl 62:1 Darüber, was unser Gottesdienst erfordert und was am meisten nützlich ist für die, welche ein tugendhaftes Leben in Frömmigkeit und Gerechtigkeit führen wollen, habe ich euch genug geschrieben, Männer, Bruder. 1Cl 62:2 Denn über Glaube und Reue und über echte Liebe, Enthaltsamkeit, Keuschheit, Geduld haben wir allerorts gesprochen und daran erinnert, dass ihr in Gerechtigkeit, Wahrheit und Langmut heiligen Sinnes dem allmächtigen Gott gefallen müsst, indem ihr ohne Böses nachzutragen in Liebe und Friede mit dauernder Nachgiebigkeit einmütig lebet, wie auch unsere oben gerühmten Vater Gott wohlgefällig waren dadurch, dass sie demütig waren in dem, was den Vater und Gott und Schöpfer und alle Menschen angeht. 1Cl 62:3 Und daran haben wir euch um so lieber erinnert, als wir wohl wussten, dass wir an gläubige und ausgezeichnete Männer schreiben, die wohlbewandert sind in den Worten der göttlichen Lehre. 1Cl 63:1 Daher ist es am Platze, dass wir solchen und so vielen Vorbildern uns anschliessen, den Nacken beugen und die Pflicht des Gehorsams erfüllen, auf dass wir von dem nutzlosen Streite ablassen und dem uns in Wahrheit vorgesteckten Ziele ohne Tadel zueilen. 1Cl 63:2 Ihr werdet uns Freude und Vergnügen bereiten, wenn ihr, gehorsam gegen das, was wir durch den Heiligen Geist (geleitet) geschrieben haben, den sündhaften Zorn eurer Erbitterung ableget, entsprechend der Mahnung, die wir euch über Frieden und Eintracht in diesem Briefe gegeben haben. 1Cl 63:3 Wir haben euch zuverlässige und verständige Männer geschickt, die von Jugend auf bis in ihr Alter einen tadellosen Wandel unter uns geführt haben, diese sollen auch Zeugen zwischen euch und uns sein. 1Cl 63:4 Dies haben wir getan, damit ihr einsehet, dass wir jede Sorgfalt angewendet haben und anwenden, damit ihr in Bälde den Weg zum Frieden findet. 1Cl 64:1 Im übrigen wolle der allsehende "Gott, der Gebieter der Geister und Herr alles Fleisches", der den Herrn Jesus Christus und durch ihn uns erwählt hat zu einem bevorzugten Volke, jeder Seele, die seinen erhabenen und heiligen Namen anruft, verleihen Glaube, Furcht, Friede, Geduld und Langmut, Enthaltsamkeit, Keuschheit und Mässigung, auf dass sie wohlgefällig sei seinem Namen durch unseren obersten Priester und Führer Jesus Christus, durch den ihm Ruhm und Verherrlichung, Stärke und Ehre sei jetzt und in alle Ewigkeit der Ewigkeiten. Amen. 1Cl 65:1 Unsere Abgesandten Klaudius Ephebus, Valerius Biton und Fortunatus schicket uns bald in Frieden mit Freuden zurück, damit sie recht schnell Kunde bringen, dass der von uns sehnlichst erwünschte Friede und die Eintracht hergestellt sei, auf dass auch wir uns schneller freuen können über eure wohlgeordneten Verhältnisse. 1Cl 65:2 Die Gnade unseres Herrn Jesus Christus sei mit euch und überall mit allen, die berufen sind von Gott und durch ihn, durch den ihm Ruhm, Ehre, Stärke und Verherrlichung, ewige Herrschaft sei von Ewigkeit in alle Ewigkeit. Amen. 2Cl 1:1 Brüder, wir müssen von Jesus Christus so denken wie von Gott, wie von einem Richter über Lebende und Tote; und wir dürfen nicht gering denken über unser Heil. 2Cl 1:2 Wenn wir nämlich gering von ihm denken, hoffen wir auch wenig von ihm zu erlangen; und die es anhören wie etwas Geringfügiges, sündigen, und auch wir sündigen, wenn wir nicht wissen, von woher, von wem und wohin wir berufen sind, und welche große Leiden Jesus Christus unseretwegen auf sich genommen hat. 2Cl 1:3 Was für eine Entgeltung wollen wir ihm nun geben oder welchen Lohn, der dem, was er uns gegeben hat, entsprechend wäre? Wie viele Gaben schulden wir ihm? 2Cl 1:4 Denn das Licht hat er uns geschenkt, wie ein Vater hat er uns seine Söhne genannt, vor dem drohenden Untergang hat er uns gerettet. 2Cl 1:5 Was für ein Lob wollen wir ihm nun geben oder welchen Lohn als Gegengabe für das, was wir von ihm empfangen haben? 2Cl 1:6 Blind war unsere Einsicht, da wir Werke der Menschen, Steine, Holz, Gold, Silber und Erz anbeteten; und unser ganzes Leben war nichts anderes als der Tod. Dunkelheit lagerte um uns, und unser Auge war voll von einer solchen Finsternis: da wurden wir sehend, als wir durch seinen Willen ablegten jene Finsternis, die uns umgab. 2Cl 1:7 Denn er erbarmte sich unser, und aus Mitleid errettete er uns, da er in uns viel Irrtum und Verderben sah, während wir keine Hoffnung auf Rettung hatten außer von ihm. 2Cl 1:8 Denn er rief uns, da wir nicht waren, und er wollte, daß wir aus dem Nichts ins Dasein traten. 2Cl 2:1 "Frohlocke, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst, jauchze auf und rufe, die du keine Wehen hast; denn die Kinder der Alleinstehenden sind zahlreicher als die Kinder derer, die den Mann hat". Mit den Worten: "Frohlocke, du Unfruchtbare, die du nicht gebierst", meint er uns; denn unsere Kirche war unfruchtbar, bevor ihr Kinder geschenkt waren. 2Cl 2:2 Mit den Worten aber: "Rufe, die du keine Wehen hast", meint er dies: Wir sollen unsere Gebete einfach Gott vortragen, damit wir nicht wie die Kreißenden uns übel benehmen. 2Cl 2:3 Sodann wollen die Worte: "Denn die Kinder der Alleinstehenden sind zahlreicher als die Kinder derer, die den Mann hat", besagen: Da unser Volk von Gott verlassen zu sein schien, sind wir jetzt, nachdem wir gläubig geworden, zahlreicher als die, welche sich den Anschein gaben, Gott zu besitzen. 2Cl 2:4 Eine andere Schriftstelle sagt: "Ich bin nicht gekommen, Gerechte, sondern Sünder zu berufen". 2Cl 2:5 Dies sagte er, weil man die Untergehenden retten muß. 2Cl 2:6 Denn das ist groß und bewunderungswürdig, nicht das Stehende zu stützen, sondern das Fallende. 2Cl 2:7 So wollte auch Jesus Christus das Untergehende retten, und er hat viele gerettet, da er erschienen ist und uns berufen hat, die wir schon am Verderben waren. 2Cl 3:1 Da er nun uns gegenüber soviel Erbarmen geübt hat, so ist es das erste, daß wir, die Lebenden, den toten Göttern nicht opfern und sie nicht verehren; vielmehr haben wir durch ihn den Vater der Wahrheit erkannt; worin besteht die zu ihm (= Gott) führende Erkenntnis anders als im Bekenntnis dessen, durch den wir ihn erkannt haben? 2Cl 3:2 Auch er selbst sagt: "Wer mich vor den Menschen bekennt, den werde ich auch vor meinem Vater bekennen". 2Cl 3:3 Dies also ist unser Lohn (für ihn), wenn wir den bekennen, durch den wir erlöst worden sind. 2Cl 3:4 Wodurch sollen wir ihn aber bekennen? Wenn wir tun, was er sagt, und seine Gebote nicht überhören und ihn nicht bloß mit den Lippen ehren, sondern aus ganzer Seele und aus ganzer Gesinnung. 2Cl 3:5 Es heißt nämlich bei Isaias: "Dieses Volk ehrt mich mit den Lippen, aber ihr Herz ist weit weg von mir". 2Cl 4:1 Wir wollen ihn daher nicht Herr nennen; denn das wird uns nicht retten. 2Cl 4:2 Er sagt nämlich: "Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr, Herr, wird gerettet werden, sondern wer die Gerechtigkeit übt". 2Cl 4:3 Deshalb, Brüder, wollen wir ihn bekennen durch die Werke, dadurch, daß wir einander lieben, die Ehe nicht brechen, nichts Böses über den anderen reden, nicht eifersüchtig sind, vielmehr enthaltsam, barmherzig und gütig sind; auch müssen wir Mitleid miteinander haben und dürfen nicht geldgierig sein. Durch diese und nicht durch die entgegengesetzten Werke wollen wir ihn bekennen; 2Cl 4:4 auch müssen wir Gott mehr fürchten als die Menschen. 2Cl 4:5 Deshalb spricht der Herr, wenn ihr dieses tut: "Wenn ihr eingeschlossen seid in meinem Busen, aber meine Gebote nicht haltet, werde ich euch verwerfen und zu euch sprechen: Weichet von mir, ich kenne euch nicht; woher seid ihr, Vollbringer böser Werke?" 2Cl 5:1 Deshalb, Brüder, wollen wir aufgeben das Verweilen in dieser Welt und den Willen dessen tun, der uns berufen hat und uns nicht fürchten vor dem Abschied aus dieser Welt. 2Cl 5:2 Denn der Herr sagt: "Ihr werdet sein wie Schafe mitten unter Wölfen". 2Cl 5:3 Und Petrus gab ihm zur Antwort: "Wenn nun die Wölfe die Schafe zerreißen?" 2Cl 5:4 Jesus sagte zu Petrus: "Die Schafe sollen sich nach ihrem Tode vor den Wollen nicht fürchten; auch ihr sollt die nicht fürchten, die euch töten, aber euch sonst nichts antun können; fürchtet vielmehr den, der nach eurem Tode die Macht hat, Seele und Leib in das Feuer der Hölle zu stürzen". 2Cl 5:5 Auch wollet ihr bedenken, Brüder, daß der Aufenthalt in dieser Welt des Fleisches kurz und von geringer Dauer, die Verheißung Christi aber groß und wunderbar ist und Ruhe im künftigen Reiche und im ewigen Leben. 2Cl 5:6 Was müssen wir nun tun, um diese Güter zu erlangen? Nichts als heilig und gerecht wandeln, die Dinge dieser Welt für feindlich halten und ihrer nicht begehren. 2Cl 5:7 Denn wenn wir nach ihrem Besitze verlangen, verlieren wir den Weg der Gerechtigkeit. 2Cl 6:1 Es sagt aber der Herr: "Kein Untergebener kann zwei Herren dienen". Wenn wir Gott und dem Mammon dienen wollen, so ist dies uns unzuträglich. 2Cl 6:2 Denn was nützt es, wenn jemand die ganze Welt gewinnt, aber an seiner Seele Schaden leidet? 2Cl 6:3 Die jetzige und die zukünftige Welt sind zwei Feinde. 2Cl 6:4 Die jetzige predigt Ehebruch, (sittliches) Verderben, Geldgier und Trug, die andere widersagt diesem. 2Cl 6:5 Wir können also nicht beider Freund sein; wir müssen dieser Welt entsagen und uns der anderen anschließen. 2Cl 6:6 Wir sind der Meinung, daß es besser ist, die Dinge dieser Welt zu hassen, weil sie gering, von kurzer Dauer und hinfällig sind, die der anderen aber zu lieben, die gut und unvergänglich sind. 2Cl 6:7 Wenn wir nämlich den Willen Christi erfüllen, werden wir Ruhe finden; wo nicht, wird nichts uns vor der ewigen Strafe erretten, wenn wir nämlich auf seine Gebote nicht hören. 2Cl 6:8 Die Schrift sagt auch bei Ezechiel: "Wenn Noë und Job und Daniel aufstehen, so werden sie ihre Kinder nicht befreien, die in der Gefangenschaft sind". 2Cl 6:9 Wenn aber selbst solche Gerechte es mit ihrer Gerechtigkeit nicht vermögen, ihre eigenen Kinder zu befreien, worauf können dann wir bauen, daß wir eingehen dürfen in das Reich Gottes, wenn wir die Taufe nicht rein und unbefleckt bewahren? Oder wer wird unser Beistand sein, wenn wir nicht erfunden werden mit heiligen und gerechten Werken? 2Cl 7:1 So laßt uns denn kämpfen, meine Brüder; denn wir wissen ja, daß der Kampf uns vorgelegt ist und daß zu den vergänglichen Kämpfen viele herbeisegeln, aber nicht alle gekrönt werden, wenn sie nicht vieles auf sich genommen und rühmlich gekämpft haben. 2Cl 7:2 Wir also wollen kämpfen, damit wir alle gekrönt werden. 2Cl 7:3 So wollen wir denn laufen auf dem geraden Weg, und wollen zahlreich herbeisegeln zu dem unvergänglichen Kampf und wollen ihn kämpfen, damit wir auch gekrönt werden; wenn wir auch nicht alle gekrönt werden können, so wollen wir doch der Krone möglichst nahe kommen. 2Cl 7:4 Wir müssen nämlich wissen, daß, wer beim vergänglichen Wettkampf sich beteiligt und dabei auf einem Betrug ertappt wird, daß dieser gegeißelt, ausgeschieden und zum Kampfplatz hinausgeworfen wird. 2Cl 7:5 Was meint ihr, daß dem widerfährt, der beim unvergänglichen Kampfe betrügt? 2Cl 7:6 Denn von denen, die das Siegel nicht bewahren, heißt es: "Ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht erlöschen, und sie werden für alles Fleisch am Pranger stehen". 2Cl 8:1 Solange wir also auf Erden sind, geschehe unsere Sinnesänderung. 2Cl 8:2 Denn wir sind Lehm in des Meisters Hand; wie nämlich der Töpfer, wenn er ein Gefäß fertigt, es in seinen Händen umbiegt und zusammendrückt und dann es wieder neugestaltet, wenn er es aber einmal in den Brennofen gebracht hat, ihm nicht mehr nachhelfen kann, so wollen auch wir, solange wir in dieser Welt sind, was wir im Fleische Böses getan, aus ganzem Herzen bereuen, damit wir vom Herrn gerettet werden, solange wir noch Zeit zur Umkehr haben. 2Cl 8:3 Denn wenn wir einmal diese Welt verlassen haben, so kann es im Jenseits kein Bekenntnis und keine Umkehr mehr geben. 2Cl 8:4 Wenn wir also, Brüder, den Willen des Vaters tun, das Fleisch rein bewahren und die Gebote des Herrn halten, werden wir ewiges Leben empfangen. 2Cl 8:5 Der Herr sagt nämlich im Evangelium: "Wenn ihr auf das Kleine nicht acht habet, wer wird euch das Große geben? Denn ich sage euch, daß der im Geringsten Getreue auch im Großen getreu ist". 2Cl 8:6 Damit also meint er dieses: Bewahrt euren Leib heilig und das Siegel unverletzt, auf daß wir das ewige Leben empfangen. 2Cl 9:1 Und keiner von euch sage, daß dieses Fleisch nicht gerichtet wird und nicht aufersteht. 2Cl 9:2 Bedenket, worin seid ihr erlöst worden, worin ging euch das Licht auf, wenn nicht während eures Wandels in diesem Fleische? 2Cl 9:3 Deshalb müssen wir dieses Fleisch behüten wie einen Tempel Gottes. 2Cl 9:4 Wie ihr nämlich im Fleische berufen worden seid, so werdet ihr auch im Fleische (zu ihm) kommen. 2Cl 9:5 Wenn nämlich Christus, der Herr, unser Erlöser, der zuerst Geist war, Fleisch geworden ist und so uns berufen hat, so werden auch wir in diesem Fleische unseren Lohn bekommen. 2Cl 9:6 Daher wollen wir einander lieben, damit wir alle in das Reich Gottes kommen. 2Cl 9:7 Solange wir Zeit haben zur Heilung, wollen wir uns dem heilenden Gotte anvertrauen, indem wir ihm dafür Vergeltung geben. 2Cl 9:8 Welche? Die Reue aus aufrichtigem Herzen. 2Cl 9:9 Denn er weiß alles voraus und er kennt das in unserem Herzen Verborgene. 2Cl 9:10 Zollen wir ihm daher Lob, aber nicht nur mit dem Munde, sondern auch mit dem Herzen, damit er uns aufnehme wie Söhne! 2Cl 9:11 Denn der Herr hat auch gesagt: "Meine Brüder sind die, welche den Willen meines Vaters tun". 2Cl 10:1 Darum, meine Brüder, wollen wir den Willen des Vaters tun, der uns berufen hat, damit wir leben, und darum wollen wir lieber der Tugend nachstreben; die Leichtfertigkeit aber wollen wir verlassen als die Wegbereiterin für unsere Sünden, und die Gottlosigkeit wollen wir fliehen, damit das Böse nicht Besitz von uns ergreife. 2Cl 10:2 Denn wenn wir eifrig sind in guten Werken, wird uns Friede folgen. 2Cl 10:3 Ihn können deshalb unmöglich Leute finden, welche sich mit menschlichen (= irdischen) Sorgen abgeben, da sie den gegenwärtigen Genuß vorgezogen haben der kommenden Verheißung. 2Cl 10:4 Sie wissen nämlich nicht, welche Plage der Genuß dieses Lebens mit sich bringt, und welche Wonne die künftige Verheißung in sich trägt. 2Cl 10:5 Und wenn sie nur für sich allein so handeln würden, dann wäre es erträglich; nun aber belehren sie immerfort die unschuldigen Seelen im Bösen, ohne zu bedenken, daß sie ein zweifaches Gericht bekommen werden, sie selbst und ihre Jünger. 2Cl 11:1 Wir wollen daher mit reinem Herzen Gott dienen, dann werden wir gerecht sein; wenn wir aber diesen Dienst unterlassen, weil wir der Verheißung Gottes nicht trauen, werden wir unglücklich sein. 2Cl 11:2 Denn also spricht das Wort des Propheten: "Unglücklich sind die Zweifler, die schwanken in ihrem Herzen und sprechen: Das haben wir längst gehört auch schon zur Zeit unserer Väter, und wir haben von einem Tag zum anderen gewartet und nichts davon gesehen. 2Cl 11:3 O ihr Toren, vergleichet euch mit dem Baume! Nehmet den Weinstock! Zuerst verliert er Blätter, dann treibt er Schösslinge, dann saure Trauben und dann erst ist die reife Traube da. 2Cl 11:4 So hatte auch mein Volk Mühen und Trübsal; dann wird es Wohltaten empfangen". 2Cl 11:5 So wollen wir also, meine Brüder, nicht zweifeln, sondern in Hoffnung ausharren, damit wir auch den Lohn empfangen. 2Cl 11:6 Denn getreu ist der, welcher versprochen hat, einem jeden seinen Lohn zu geben nach seinen Werken. 2Cl 11:7 Wenn wir also die Gerechtigkeit üben vor Gott, werden wir in sein Reich kommen und die Verheißungen empfangen, die kein Ohr gehört, kein Auge gesehen, die in keines Menschen Herz gedrungen. 2Cl 12:1 Wir wollen daher zu jeder Zeit das Reich Gottes in Liebe und Gerechtigkeit erwarten, da wir ja den Tag der Erscheinung Gottes nicht kennen. 2Cl 12:2 Als nämlich der Herr von jemand gefragt wurde, wann sein Reich kommen werde, erwiderte er: Wenn zwei eins sein werden, das Äußere wie das Innere, das Männliche beim Weiblichen, weder männlich noch weiblich. 2Cl 12:3 Zwei aber sind eins, wenn wir zueinander die Wahrheit reden und in zwei Körpern ohne Trug und Falsch eine Seele wohnt. 2Cl 12:4 Und das Äußere wie das Innere besagt: die Seele bedeutet das Innere, das Äußere bedeutet den Leib. Wie nun dein Körper erscheint, so soll auch deine Seele offenbar sein in guten Werken. 2Cl 12:5 Und das Männliche beim Weiblichen, weder männlich noch weiblich, das bedeutet: daß ein Bruder, wenn er eine Schwester sieht, bei ihr nicht an das Weib, noch sie bei ihm an den Mann denke. 2Cl 12:6 Wenn ihr dieses tut, sagt er, wird das Reich meines Vaters kommen. 2Cl 13:1 Wohlan, Brüder, jetzt wollen wir einmal Buße tun, dem Guten zustreben! denn wir sind voll von Torheit und Schlechtigkeit. Abwaschen wollen wir von uns die früheren Sünden, wollen von Herzen Buße tun und so Erlösung finden, nicht den Beifall der Menschen suchen und nicht bloß unter uns Anerkennung erstreben, sondern auch bei den Außenstehenden auf Grund der Gerechtigkeit, damit nicht durch uns der Name (Gottes) entehrt werde. 2Cl 13:2 Denn der Herr sagt: "Überall wird mein Name entehrt bei allen Völkern", und wiederum: "Wehe dem, durch den mein Name entehrt wird". Wodurch wird er entehrt? Dadurch, daß ihr meinen Willen nicht tut. 2Cl 13:3 Wenn nämlich die Heiden aus unserem Munde die Aussprüche Gottes hören, staunen sie darüber als über gute und erhabene (Worte); wenn sie aber hernach bemerken, daß unsere Werke den Worten, die wir reden, nicht entsprechen, kommen sie infolgedessen zur Gotteslästerung und sagen: es sei irgendein Mythus und Irrtum. 2Cl 13:4 Wenn sie nämlich von uns hören, daß Gott sagt: "Ihr bekommt keinen Dank, wenn ihr die liebet, die euch lieben, aber ihr bekommt Dank, wenn ihr eure Feinde liebet und die, welche euch hassen", wenn sie dies hören, werden sie staunen über die übergrosse Güte; wenn sie aber sehen, daß wir nicht nur die uns Hassenden nicht lieben, sondern nicht einmal die uns Liebenden, dann lachen sie über uns und der Name wird entehrt 2Cl 14:1 Wenn wir also, Brüder, den Willen Gottes, unseres Vaters, tun, werden wir angehören der ersten, der geistigen Kirche, die vor Sonne und Mond gestiftet ist; wenn wir aber den Willen des Herrn nicht tun, werden wir zu der gehören, von der die Schrift sagt: "Mein Haus ist geworden zu einer Räuberhöhle". Deshalb wollen wir es vorziehen, der Kirche des Lebens anzugehören, auf daß wir gerettet werden. 2Cl 14:2 Ich glaube, es ist euch wohlbekannt, daß die lebende Kirche der Leib Christi ist; denn die Schrift sagt: "Gott schuf den Menschen als Männliches und Weibliches; das Männliche ist Christus, das Weibliche die Kirche. Auch die Bücher der Propheten und die Apostel (lehren), daß die Kirche nicht aus der jetzigen Zeit stamme, sondern aus früheren Zeiten; sie war nämlich geistig, wie auch unser Jesus; aber in den letzten Tagen ist er sichtbar erschienen, damit er uns erlöse. 2Cl 14:3 Die Kirche aber, die geistig ist, ist in dem Fleische Christi erschienen, um uns kund zu tun, daß, wer sie von uns behütet im Fleische und sie nicht entehrt, sie bekommen wird im Heiligen Geiste; denn dieses Fleisch ist das Abbild des Geistes; keiner also wird das Urbild bekommen, der das Abbild entehrt hat. Demnach also, Brüder, hat dies den Sinn: behütet das Fleisch, damit ihr teilbekommet am Geiste. 2Cl 14:4 Wenn wir aber sagen, das Fleisch sei die Kirche und der Geist Christus, so hat also die Kirche geschändet, wer das Fleisch geschändet hat. Ein solcher wird also nicht teilhaben am Geiste, der Christus ist. 2Cl 14:5 Ein solch unsterbliches Leben kann dieses Fleisch bekommen, wenn der Heilige Geist mit ihm sich verbindet, und niemand kann es aussprechen und kundtun, was Gott seinen Auserwählten bereitet hat. 2Cl 15:1 Wir sind nicht der Meinung, einen geringfügigen Rat gegeben zu haben betreffs der Enthaltsamkeit; wer ihn befolgt, wird es nicht bereuen, sondern er wird sowohl sich retten als auch mich, den Ratgeber. Denn es ist kein geringes Verdienst, eine verirrte, dem Verderben zueilende Seele zum Heile zu bekehren. 2Cl 15:2 Denn das ist die Vergeltung, die wir Gott, unserem Schöpfer, abstatten können, daß der Redende und der Hörende mit Glauben und Liebe redet und hört. 2Cl 15:3 Halten wir also gerecht und heilig aus bei dem, was wir geglaubt haben, damit wir in Freimut zu Gott beten, der spricht: "Während du noch redest, will ich antworten; siehe, ich bin da"'). 2Cl 15:4 Denn dieses Wort ist ein Zeichen seiner großen Verheißung; denn der Herr sagt, er sei eher bereit zum Geben als der Bittende (zum Bitten). 2Cl 15:5 Da wir also teilhaben an so großer Güte, wollen wir einander nicht beneiden, wenn wir so große Wohltaten bekommen. Denn so groß die Freude ist für die, welche nach diesen Worten handeln, so groß die Verdammung für die, welche ihnen nicht gehorchen. 2Cl 16:1 Daher wollen wir, Brüder, einen kräftigen Anlauf nehmen zur Buße, wollen zur rechten Zeit uns hinkehren zu Gott, der uns berufen hat, da wir den noch haben, der uns aufnimmt. 2Cl 16:2 Wenn wir nämlich diesen Lüsten entsagen und uns überwinden dadurch, daß wir die bösen Begierden der Seele nicht erfüllen, werden wir das Erbarmen Jesu erlangen. 2Cl 16:3 Wisset nämlich, daß bereits der Tag des Gerichtes kommt wie ein glühender Ofen, und ein Teil der Himmel wird schmelzen, und die ganze Erde (wird sein) wie Blei, das auf dem Feuer schmilzt, und dann werden sichtbar werden die geheimen und offenen Werke der Menschen. 2Cl 16:4 Gut ist nun Almosen als Buße für die Sünde; Fasten ist besser als Gebet, mehr als beides ist das Almosen; denn die Liebe deckt eine Menge Sünden zu, das aus gutem Gewissen kommende Gebet errettet von dem Tode. Glückselig jeder, der in diesen (Tugenden) vollkommen erfunden wird; das Almosen nämlich macht die Sünde leichter. 2Cl 17:1 Daher wollen wir aus ganzem Herzen Buße tun, damit keiner aus uns verloren gehe. Wenn wir nämlich Auftrag haben, auch das zu tun, nämlich von den Götzen abzulenken und (in der christlichen Lehre) zu unterrichten, um wieviel weniger darf eine Gott schon kennende Seele verloren gehen? 2Cl 17:2 Helfen wir also einander, auch die Schwachen an das Gute heranzubringen, damit wir alle gerettet werden, wir einander bekehren und ermuntern. 2Cl 17:3 Und nicht nur jetzt, da wir von den Presbytern Ermahnungen bekommen, wollen wir gläubig und aufmerksam erscheinen, sondern auch wenn wir von hier nach Hause kommen, wollen wir der Gebote des Herrn eingedenk sein und uns nicht von den weltlichen Begierden verleiten lassen, sondern, indem wir fleißiger (hierher) kommen, wollen wir versuchen, in den Geboten Gottes Fortschritte zu machen, damit wir alle eines Sinnes versammelt seien zum Leben. 2Cl 17:4 Denn der Herr hat gesagt: "Ich komme, um alle Völker, Stämme und Sprachen zu versammeln". Damit meint er den Tag seines Erscheinens, wenn er kommen und uns erlösen wird, jeden nach seinen Werken. 2Cl 17:5 Und sehen werden seine Herrlichkeit und seine Macht die Ungläubigen, und sie werden verwundert anstaunen das Weltreich Jesu und sagen: Wehe uns, da du warst, und wir wußten es nicht und glaubten nicht und gehorchten nicht den Presbytern, die uns von unserem Heile predigten; und ihr Wurm wird nicht sterben und ihr Feuer nicht erlöschen, und sie werden am Pranger stehen für jegliches Fleisch. 2Cl 17:6 Er meinte jenen Tag des Gerichtes, wenn sie diejenigen sehen werden, die unter uns gottlos lebten und die Gebote Jesu Christi übertraten. 2Cl 17:7 Wenn aber die Gerechten, die Gutes taten, die Prüfungen bestanden und die Lüste der Seele haßten, sehen, wie die vom Ziele Abgeirrten, die in Wort und Tat Jesus verleugneten, mit schrecklichen Qualen durch das unauslöschliche Feuer gepeinigt werden, werden sie ihren Gott verherrlichen und sprechen: Gute Hoffnung wird sein für den, der Gott aus ganzem Herzen gedient hat. 2Cl 18:1 Auch wir wollen zu denen gehören, die Dank sagen, die Gott gedient haben, und nicht zu den verdammten Bösen! 2Cl 18:2 Denn auch ich selbst, der ich voller Sünden bin und der Versuchung noch nicht entronnen, sondern noch mitten in den (Verführungs-) Künsten des Teufels, bemühe mich, nach der Gerechtigkeit zu streben, damit ich imstande sei, nahe an sie heranzukommen, denn ich fürchte das kommende Gericht. 2Cl 19:1 Brüder und Schwestern! Nachdem der Gott der Wahrheit geredet, will also ich euch die Mahnung vorlesen, daß ihr euch halten sollt an das, was geschrieben steht, damit ihr euch selbst rettet und den, der unter euch vorliest; als Lohn erbitte ich, daß ihr Buße tut aus ganzem Herzen und so euch selbst Heil und Leben gebet. Denn dadurch setzen wir all den Jungen ein Ziel, die entschlossen sind, um Frömmigkeit und die Güte Gottes sich zu bemühen. 2Cl 19:2 Und da wir nicht weise sind, wollen wir es nicht übel aufnehmen und uns nicht gekrankt fühlen, wenn einer uns warnt und von der Ungerechtigkeit zur Gerechtigkeit uns bekehrt. Denn manchmal merken wir es nicht, wenn wir Boses tun wegen des Zweifelns und des schwachen Glaubens, der in unserer Brust wohnt, und unser Geist ist verdunkelt') von den eitlen Begierden. 2Cl 19:3 Darum laßt uns die Gerechtigkeit üben, daß wir schließlich gerettet werden. Glückselig, die diese Vorschriften befolgen; auch wenn es ihnen kurze Zeit auf dieser Welt übel ergeht, so werden sie doch die unsterbliche Frucht der Auferstehung ernten. 2Cl 19:4 Deshalb soll sich der Fromme nicht kränken, wenn er in dieser Zeit dulden muß; eine glückselige Zeit wartet auf ihn; dort oben wird er neu aufleben unter den Vätern und wird frohlocken durch eine selige Ewigkeit. 2Cl 20:1 Aber auch dies soll euch nicht beunruhigen, daß wir die Bösen in Reichtum und die Diener Gottes in Armut sehen. 2Cl 20:2 Wir wollen den Glauben festhalten, Brüder und Schwestern! Wir müssen die Prüfung des lebendigen Gottes bestehen und werden in diesem Leben geschult, damit wir im künftigen gekrönt werden. 2Cl 20:3 Keiner der Gerechten hat alsbald seinen Lohn bekommen, sondern er erwartet ihn. 2Cl 20:4 Denn wenn Gott den Lohn der Gerechten unverzüglich ausbezahlen würde, dann würden wir eilends ein Geschäft betreiben, aber nicht die Gottesverehrung; denn wir würden als gerecht gelten, nicht wenn wir die Frömmigkeit, sondern den Gewinn erstrebten. Und deshalb verwirft das Gericht einen Geist, der nicht gerecht ist und legt ihn in schwere Ketten. 2Cl 20:5 Dem einzigen unsichtbaren Gott, dem Vater der Wahrheit, der uns den Erlöser und den Führer der Unsterblichkeit gesandt, durch den er uns die Wahrheit geoffenbart und das Leben im Himmel, ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Brn 1:1 Seid gegrüsst, Söhne und Töchter, im Namen des Herrn, der uns geliebt hat, in Frieden! Brn 1:2 Da gross und reich sind die Anordnungen Gottes an euch, erfreuen mich gar sehr, ja über die Massen eure glücklichen und lobenswerten Erweisungen des Geistes; so sehr habt ihr empfangen die eingepflanzte Gnade des Geistesgeschenkes. Brn 1:3 Deshalb beglückwünsche ich mich selbst in der Hoffnung, gerettet zu werden, weil ich wahrhaft unter euch ausgegossen sehe den Geist vom Herrn, aus der reichen Quelle an euch (gespendet); so sehr hat mich bei euch ergriffen euer mir so ersehntes Wiedersehen. Brn 1:4 In dieser Überzeugung und im Bewusstsein, vieles zu verstehen, wenn ich unter euch rede, weil der Herr auf dem Wege der Gerechtigkeit mein Begleiter war, sehe ich mich erst recht gezwungen, auch meinerseits euch mehr als meine Seele zu lieben, daraufhin, weil grosser Glaube und Liebe in euch wohnt wegen der "Hoffnung seines Lebens". Brn 1:5 Indem ich nun dies bedachte, dass, wenn ich es mir euch zulieb angelegen sein lasse, ein Stück von dem, was ich empfangen, euch mitzuteilen, dass ich solchen Geistern mir selbst zum Lohne förderlich bin, habe ich mich angestrengt, einiges Wenige an euch zu senden, damit ihr (in Verbindung) mit eurem Glauben vollkommene Erkenntnis habet. Brn 1:6 Dreifach nun sind die Anordnungen des Herrn: "Hoffnung des Lebens " ist Anfang und Ende unseres Glaubens, und Gerechtigkeit ist Anfang und Ende des Gerichtes, frohe und über die Werke erfreute Liebe ist das Zeugnis der Gerechtigkeit Brn 1:7 Denn kundgetan hat uns der Herr durch die Propheten das Vergangene und das Gegenwärtige, auch von der Zukunft gab er uns den Anfang zu kosten. Sehen wir nun davon Punkt für Punkt sich verwirklichen gemäss seinem Worte, so muss unsere Furcht vor ihm immer reicher und tiefer werden. Brn 1:8 Ich werde euch aber nicht wie ein Lehrer, sondern wie einer aus euch, auf einiges Wenige hinweisen, wodurch ihr in den gegenwärtigen Verhältnissen erfreut werden sollet. Brn 2:1 Da nun die Tage schlecht sind und da der Waltende selbst die Macht noch besitzt, müssen wir uns selbst beobachtend die Anordnungen des Herrn genau erforschen. Brn 2:2 Unseres Glaubens Helfer nun sind Furcht und Geduld, unsere Kampfgenossen Langmut und Enthaltsamkeit. Brn 2:3 Halten diese unversehrt stand bei der Sache des Herrn, so freuen sich mit ihnen Weisheit, Einsicht, Wissen, Erkenntnis. Brn 2:4 Denn er hat uns geoffenbart durch alle Propheten, dass er weder Schlachtopfer noch Brandopfer noch Gaben brauche, indem er einmal sagte: Brn 2:5 "Was soll mir die Menge eurer Schlachtopfer? spricht der Herr; satt bin ich der Brandopfer, und Fett von Lämmern und Blut von Stieren und Böcken mag ich nicht, auch wenn ihr kommt, um von mir gesehen zu werden. Wer hat denn dies verlangt aus euren Händen? In meinem Vorhof gehet nicht länger einher. Wenn ihr Speiseopfer bringet, ist es um sonst. Rauchopfer ist mir ein Greuel, eure Neumonde und Sabbate ertrage ich nicht". Brn 2:6 Das also hat er abgeschafft, damit das neue Gesetz unseres Herrn Jesus Christus, das kein Zwangsjoch ist, nicht ein Opfer habe, das Menschenwerk ist. Brn 2:7 Er sagt aber wiederum zu ihnen: "Habe vielleicht ich euren Vätern, als sie aus dem Lande Ägypten zogen, befohlen, mir Brandopfer und Schlachtopfer darzubringen? Brn 2:8 Nein; vielmehr dieses habe ich ihnen befohlen: "Keiner von euch trage gegen seinen Nächsten Böses in seinem Herzen nach, und falschen Eid liebet nicht". Brn 2:9 So müssen wir also, falls wir nicht Toren sind, die Absicht der Güte unseres Vaters begreifen; da er uns nicht auf Irrwegen wie jene (= die Juden) suchen will, sagt er ja, wie wir ihm nahen sollen. Brn 2:10 Er spricht also folgendermassen zu uns: "Opfer für Gott ist ein zerknirschtes Herz, Wohlgeruch für den Herrn ist ein Herz, das den lobpreist, der es gebildet". Sorgfältig müssen wir also, Brüder, bedacht sein auf unser Heil, damit nicht der Böse einen Schlupfwinkel für den Irrtum in uns bereite und uns so wegschleudere von unserem Leben. Brn 3:1 Er sagt aber ein anderes Mal hierüber zu ihnen: "Wozu fastet ihr mir, spricht der Herr, so dass heute im Geschrei eure Stimme vernommen wird? Nicht dieses Fasten habe ich mir erkoren, spricht der Herr, nicht einen Menschen, der seine Seele schwächt. Brn 3:2 Auch nicht, wenn ihr euren Nacken krümmtet wie einen Kreis, wenn ihr einen Sack anziehen und auf Asche euch betten würdet, auch dann sollt ihr es nicht ein wohlgefälliges Fasten nennen". Brn 3:3 Zu uns aber sagt er: "Siehe, das ist das Fasten, das ich mir erkoren habe, spricht der Herr. Löse jede Fessel der Ungerechtigkeit, löse auf die Schlingen erzwungener Verträge, entlasse Verwundete in Freiheit und zerreisse jede ungerechte Verschreibung. Brich Hungrigen dein Brot, und wenn du einen nackt siehst, den bekleide. Obdachlose führe in dein Haus, und wenn du einen Niedrigen siehst, so sollst du ihn nicht verachten, auch keinen von den Hausgenossen aus deinem Samen. Brn 3:4 Dann wird mit dem Morgenstrahl hervorbrechen dein Licht, und deine Gewänder werden schnell aufleuchten, und vor dir herziehen wird die Gerechtigkeit, und Gottes Herrlichkeit wird dich umgeben. Brn 3:5 Dann wirst du rufen, und Gott wird auf dich hören; wenn du noch redest, wird er schon sprechen: Siehe hier bin ich; wenn du ablegst von dir die Fesseln, das Handerheben, die mürrischen Reden und wenn du dein Brot von Herzen dem Hungernden gibst und einer niedergebeugten Seele dich erbarmst". Brn 3:6 So hat also, Brüder, der Langmütige in der Voraussicht, dass in Herzenseinfalt glauben werde das Volk, das er in seinem Geliebten (= Christus) bereitet hat, uns im voraus über alles unterrichtet, damit wir nicht wie Proselyten zerschellen an ihrem Gesetze. Brn 4:1 Daher müssen wir über die gegenwärtigen Verhältnisse fleissig nachforschen und so herausfinden, was uns retten kann. Fliehen wir also vollständig vor allen Werken der Gesetzlosigkeit, damit uns nicht die Werke der Gesetzlosigkeit in Besitz nehmen; und hassen wollen wir den Irrtum der gegenwärtigen Zeit, damit wir Liebe finden in der zukünftigen. Brn 4:2 Geben wir unserer Seele keine Freiheit, so dass sie die Möglichkeit bekommt, mit Sündern und Frevlern zu laufen, damit wir ihnen nicht ähnlich werden. Brn 4:3 Das vollkommene Ärgernis ist nahe gerückt, von dem in der Schrift steht, wie Henoch sagt. Dazu nämlich hat der Herr die Zeiten und die Tage abgekürzt, damit sein Geliebter sich beeile und zu seinem Erbe gelange. Brn 4:4 Es sagt aber auch der Prophet so: "Zehn Königsherrschaften werden herrschen auf Erden, und danach wird ein kleiner König aufstehen, der drei von den Königen auf einmal erniedrigen wird". Brn 4:5 Ähnlich sagt über denselben Punkt Daniel: "Und ich sah das vierte Tier, böse und stark und wilder als alle Tiere des Meeres, und wie aus ihm herauswuchsen zehn Hörner und wie aus ihnen ein kleines Nebenhorn wuchs und wie es auf einmal drei der grossen Hörner erniedrigte". Brn 4:6 Ihr müsst es aber verstehen. Aber auch darum bitte ich noch als einer aus euch, der ich jeden einzelnen und alle mehr liebe als meine Seele, dass ihr jetzt acht habet auf euch und nicht gewissen Leuten ähnlich werdet, indem ihr Sünden auf Sünden häufet und dann saget, ihr Bund sei auch der unsrige. Brn 4:7 . Der unsrige, ja, aber jene (die Juden) haben ihn auf folgende Weise für immer verloren, obwohl Moses ihn schon empfangen hatte. Es sagt nämlich die Schrift: "Und Moses war auf dem Berge, vierzig Tage und vierzig Nächte lastend, und er empfing den Bund vom Herrn, steinerne Tafeln, beschrieben durch den Finger des Herrn". Brn 4:8 . Aber da sie sich den Götzen zuwandten, verloren sie ihn. Denn so spricht der Herr: "Moses, Moses, steige eilends hinab, denn es hat das Gesetz übertreten dein Volk, das du aus dem Lande Ägypten herausgeführt hast". Und Moses erkannte es und warf die beiden Tafeln aus den Händen, und ihr Bund wurde zertrümmert, damit der Bund des geliebten Jesus fest in unserem Herzen versiegelt würde durch die Hoffflung des Glaubens an ihn. Brn 4:9 Da ich vieles schreiben wollte nicht als Lehrer, sondern wie es einem Liebenden geziemt, gab ich mir Mühe, als der Niedrigste unter euch zu schreiben, um nichts auszulassen von dem, was wir haben. Haben wir also acht in den letzten Tagen! Denn die ganze Zeit unseres Lebens und Glaubens wird uns nichts nützen, wenn wir nicht jetzt in der zuchtlosen Zeit und in den bevorstehenden Örgernissen Widerstand leisten, wie es Kindern Gottes geziemt. Brn 4:10 Damit also der Schwarze sich nicht einschleichen könne, wollen wir vor jeglicher Eitelkeit fliehen, wollen wir ganz und gar hassen die Werke des bösen Wandels. Ziehet euch nicht auf euch selbst zurück und bleibet nicht allein, als ob ihr schon gerechtfertigt wäret, sondern kommet an einem Ort zusammen und strebet vereint dem nach, was der Gesamtheit nützlich ist. Brn 4:11 . Denn die Schrift sagt: "Wehe denen, die sich selbst weise und die in ihren eigenen Augen verständig sind". Werden wir doch Geistesmenschen, werden wir ein vollkommener Tempel für Gott! Streben wir, soviel es an uns liegt, nach der Furcht Gottes) und ringen wir um die Erfüllung seiner Gebote, damit wir froh werden in seinen Satzungen. Brn 4:12 Der Herr wird die Welt richten ohne Ansehen der Person. Ein jeder wird empfangen nach seinen Werken. Wenn er gut ist, wird seine Gerechtigkeit ihm vorangehen; wenn er böse ist, wird der Lohn seiner Schlechtigkeit vor ihm her sein. Brn 4:13 (Hüten wir uns), dass wir nicht ausruhend wie Berufene einschlafen über unseren Sünden und der böse Fürst Gewalt über uns bekomme und uns hinausstosse aus dem Reiche des Herrn. Brn 4:14 Auch das bedenket noch, meine Brüder! Wenn ihr sehet, dass nach so vielen Zeichen und Wundern, die in Israel geschehen sind, sie auch so noch verlassen worden sind, dann wollen wir sorgen, dass nicht wir erfunden werden gemäss dem Worte der Schrift: "Viele sind berufen, aber wenige auserwählt". Brn 5:1 Denn dazu hat es der Herr auf sich genommen, hinzugeben sein Fleisch zum Verderben, damit wir durch die Nachlassung der Sünden geheiligt werden in der Aussprengung seines Blutes. Brn 5:2 Es steht nämlich geschrieben über ihn teils mit Bezug auf Israel teils mit Bezug auf uns; er sagt aber also: "Er wurde verwundet wegen unserer Ungerechtigkeit, und er ist misshandelt worden wegen unserer Sünden; durch seine Striemen wurden wir geheilt Wie ein Schaf wurde er zur Schlachtbank geführt und wie ein Lamm stumm bleibt angesichts seines Scherers". Brn 5:3 Daher schulden wir übergrossen Dank dem Herrn, weil er das Vergangene uns geoffenbart und in der Gegenwart uns belehrt hat, und für die Zukunft sind wir nicht ohne Verständnis. Brn 5:4 Es sagt aber die Schrift: "Nicht mit Unrecht werden Netze ausgespannt für die Vögel", das besagt, dass mit Recht ein Mensch zugrunde gehen wird, der sich wegbegibt auf den Weg der Finsternis, obwohl er den Weg der Gerechtigkeit kennt. Brn 5:5 Auch das noch (muss ich sagen), meine Brüder: wenn der Herr es auf sich nahm, für unsere Seele zu leiden, obwohl er der Herr der ganzen Welt ist, zu dem Gott bei der Grundlegung der Welt sprach: "Lasset uns den Menschen schaffen nach unserem Bild und Gleichnis", wie nun hat er es auf sich genommen, von Menschenhand zu leiden? Verstehet! Brn 5:6 Die Propheten, welche von ihm die Gnade hatten, weissagten auf ihn hin; weil er aber im Fleische sich offenbaren musste, damit er den Tod entkräfte und die Auferstehung von den Toten zeige, nahm er (das Leiden) auf sich, Brn 5:7 damit er den Vätern die Verheissung einlöse und sich selbst das neue Volk bereite und auf Erden wandelnd nachweise, dass er die Auferstehung bewirken und dann richten werde. Brn 5:8 Überdies lehrte er Israel, und indem er solche Zeichen und Wunder tat, trat er als (Gottes) Herold auf, und gar sehr liebte er es (das Volk Israel). Brn 5:9 Als er aber seine eigenen Apostel, die sein Evangelium verkünden sollten, Leute, die über alles Sündenmass ungerecht waren, auserwählt hatte, um zu zeigen, dass er nicht gekommen ist, die Gerechten, sondern die Sünder zu berufen da offenbarte es sich, dass er der Sohn Gottes ist. Brn 5:10 Wenn er nämlich nicht im Fleische erschienen wäre, wie wären die Menschen am Leben geblieben bei seinem Anblick, die es nicht aushalten können, in die Sonne zu sehen, seiner Hände Werk, das jetzt noch besteht, einmal aber nicht mehr sein wird, und in ihre Strahlen ihr Auge zu richten? Brn 5:11 Also ist der Sohn Gottes dazu im Fleische erschienen, damit er das Sündenmass vollmache für diejenigen, die bis zum Tode seine Propheten verfolgt haben. Brn 5:12 Zu diesem Zwecke also nahm er es (das Leiden) auf sich. Denn Gott sagt, dass die Verwundung seines Fleisches von ihnen komme: "Wenn sie ihren Hirten geschlagen han, werden die Schafe der Herde zugrunde gehen". Brn 5:13 Er selbst aber wollte auf diese Weise leiden; es war nämlich nötig, dass er am (Kreuzes-) Holze leide, denn es sagt' der Prophet über ihn: "Verschone meine Seele vom Schwerte", und: "Mit Nageln durchbohre mein Fleisch, weil die Versammlungen der Frevler aufgestanden sind wider mich". Brn 5:14 Und wiederum sagt er: "Siehe, hingehalten habe ich meinen Rücken für Geisseln und meine Wangen für Schläge; mein Angesicht hielt ich hin wie einen harten Fels“, Brn 6:1 Über die Zeit aber, nachdem er seinen Auftrag vollbracht hat, was sagt er hierüber? "Wer ist, der mit mir rechtet? Er soll mir entgegentreten! Oder wer will Klage erheben wider mich? Er soll sich nahen dem Knechte des Herrn! Wehe euch, da ihr alle altern werdet wie ein Gewand, und die Motte zernagt euch." Brn 6:2 Und wieder sagt der Prophet, da er wie ein starker Stein gesetzt wurde als Eckstein: "Siehe, ich will in die Grundmauern Sions einen kostbaren Stein legen, einen auserlesenen, einen Eckstein, einen wertvollen". Und was sagt er dann: "Und wer an ihn glaubt, wird leben in Ewigkeit". Brn 6:3 Auf einen Stein also ist unsere Hoffnung gebaut? Das sei ferne; vielmehr (heisst es so), weil der Herr sein Fleisch stark gemacht hat. Denn er sagt: "Und er stellte mich hin wie einen harten Fels." Brn 6:4 Es sagt aber wiederum der Prophet. "Der Stein, den die Bauleute verworfen haben, der ist zum Eckstein geworden"". Und wiederum sagt er: "Das ist der grosse und wunderbare Tag, den der Herr gemacht hat" Brn 6:5 Ich schreibe euch recht einfach, damit ihr es versteht; ich, der unwürdigste Diener meiner Liebe zu euch. Brn 6:6 Was sagt nun weiterhin der Prophet? "Es hat mich umstellt eine Rotte von Frevlern, sie haben mich rings umschwärmt wie die Bienen eine Wabe", und: "Über mein Gewand haben sie das Los geworfen.“ Brn 6:7 Da er also im Fleische sich offenbaren und leiden sollte, wurde sein Leiden vorherverkündet. Es sagt nämlich der Prophet zu Israel: "Wehe ihrer Seele, da sie einen schlechten Ratschluss gefasst haben wider sich selbst, indem sie sprachen: Fesseln wollen wir den Gerechten, da er uns im Wege ist". Brn 6:8 Was sagt ihnen Moses, der andere Prophet? "Siehe, also spricht der Herr Gott: Ziehet ein in das gute Land, welches der Herr zugeschworen hat Abraham, Isaak und Jakob; und teilet es unter euch, das Land, das von Milch und Honig fliesst". Brn 6:9 Was aber sagt die Erkenntnis? Vernehmet! Hoffet, spricht sie, auf Jesus, der sich euch im Fleische offenbaren wird! Der Mensch ist nämlich leidende Erde; denn von [dem Angesicht) der Erde wurde Adam gebildet Brn 6:10 Was besagt nur der Ausdruck "in das gute Land, das von Milch und Honig fliesst"? Gepriesen sei unser Herr, Brüder, der uns Weisheit und Verständnis für seine Geheimnisse gegeben hat. Der Prophet meint nämlich im Gleichnis den Herrn; wer wird es verstehen, ausser wer weise ist, voll Verständnis und voll Liebe zu seinem Herrn? Brn 6:11 Als er nun uns erneuerte in der Vergebung unserer Sünden, da machte er uns zu einer anderen Art, so dass wir die Seele von Kindern haben, wie wenn er uns ein zweites Mal geschaffen hätte. Brn 6:12 Es sagt nämlich die Schrift über uns, dass er (Gott Vater) zu seinem Sohne spricht: "Lasset uns nach unserem Bilde und Gleichnisse den Menschen machen, und herrschen sollen sie über die Tiere der Erde und über die Vögel des Himmels und über die Fische des Meeres". Und der Herr sprach, als er sah, dass er uns schön gebildet habe: "Wachset und mehret euch und erfüllet die Erde". Dies sagte er zu seinem Sohne. Brn 6:13 Hinwiederum will ich dir zeigen, wie er zu uns redet; eine zweite Schöpfung hat er in letzter Zeit gewirkt. Der Herr spricht: "Siehe, ich mache das letzte wie das erste". Auf dies hin hat der Prophet geweissagt: "Ziehet ein in das Land, das von Milch und Honig fliesst, und beherrschet es". Brn 6:14 Sieh nun, wir sind neu geschaffen worden, wie er wiederum bei einem anderen Propheten sagt: "Siehe, spricht der Herr, herausnehmen will ich von diesen", das heisst von denen es der Geist des Herrn vorhergesehen hat, "die steinernen Herzen, und ich werde ihnen fleischerne hineinlegen", weil er selbst im Fleische sich offenbaren und in uns wohnen wollte. Brn 6:15 Ein heiliger Tempel nämlich, meine Brüder, ist für den Herrn die Wohnung unseres Herzens. 16. Denn wiederum spricht der Herr: "In wem werde ich erscheinen vor dem Herrn, meinem Gott, und verherrlicht werden?" Er sagt: "Offen werde ich Dir Zeugnis geben in der Versammlung meiner Brüder, und lobsingen werde ich Dir mitten in der Versammlung der Heiligen". Wir also sind es, die er geführt hat in das gute Land. Brn 6:16 Denn wiederum spricht der Herr: "In wem werde ich erscheinen vor dem Herrn, meinem Gott, und verherrlicht werden?" Er sagt: "Offen werde ich Dir Zeugnis geben in der Versammlung meiner Brüder, und lobsingen werde ich Dir mitten in der Versammlung der Heiligen". Wir also sind es, die er geführt hat in das gute Land. Brn 6:17 Was bedeutet nun "Milch und Honig"? weil das kleine Kind zuerst mit Honig, dann mit Milch am Leben erhalten wird; indem auch wir so durch den Glauben an die Verheissung und durch sein Wort genährt werden, werden wir als Herren des Landes weiterleben. Brn 6:18 Oben hat er vorausgesagt: "Und sie sollen wachsen und sich mehren und herrschen über die Fische." Wer nun kann schon jetzt herrschen über die Tiere oder die Fische oder die Vögel des Himmels? Wir müssen nämlich merken, dass diese Herrschaft Sache einer Gewalt ist, damit einer durch seine Befehle sich als Herrn erweise. Brn 6:19 Wenn dies nicht jetzt schon der Fall ist, so hat er uns doch gesagt, wann; dann, wenn auch wir selbst vollkommen genug sind, um Erben des Bundes des Herrn zu werden. Brn 7:1 Ihr merket also, Kinder der Freude, dass uns der gute Herr alles vorher geoffenbart hat, damit wir erkennen, wem wir in allem Dank und Lob schulden. Brn 7:2 Wenn nun der Sohn Gottes, obwohl er der Herr ist und einmal richten wird Lebendige und Tote, gelitten hat, damit seine Wunde uns Leben schenke, so sollen wir überzeugt sein, dass der Sohn Gottes nur unseretwegen leiden konnte. Brn 7:3 Aber sogar noch am Kreuze wurde er getränkt mit Essig und Galle:). Höret, wie darüber die Priester des Tempels geweissagt haben. Es steht geschrieben das Gebot: "Wer das Fasten nicht hält, der soll durch Tod ausgerottet werden"; so befahl der Herr, weil auch er selbst für unsere Sünden das Gefäss des Geistes (= seinen Leib) als Opfer darbringen sollte, damit auch das Vorbild in Erfüllung gehe, das geworden ist in Isaak, der auf den Opferaltar gelegt wurde. Brn 7:4 Wie nun sagt er bei dem Propheten? "Und essen sollen sie von dem Bock, der am Fasttage dargebracht wird für alle Sünden". Merket genau auf: "Und essen sollen allein alle Priester das Eingeweide ungewaschen mit Essig". Brn 7:5 Wozu? Weil ihr mir, da ich für die Sünden meines neuen Volkes mein Fleisch opfern werde, "Galle mit Essig zum Trinken geben werdet"", esset ihr allein, während das Volk fastet und in Sack und Asche vor Trauer sich an die Brust schlägt, damit es zeige, dass er durch sie leiden müsse. Brn 7:6 Höret seinen Befehl: "Nehmet zwei schöne, einander ähnliche Böcke und bringet sie dar, und der Priester soll den einen nehmen zum Brandopfer für die Sünden". Brn 7:7 Was aber sollen sie mit dem anderen machen? "Verflucht sei", spricht er, "der andere". Merket auf, wie sich das Vorbild Jesu offenbart. Brn 7:8 "Und ihr alle sollet ihn anspucken und schlagen und um seinen Kopf die rote Wolle legen, und so soll er in die Wüste hinausgestossen werden". Und wenn es so geschehen ist, dann bringt der Träger den Bock in die Wüste und nimmt die Wolle weg und legt sie auf einen sogenannten Brombeerstrauch, dessen Früchte wir zu essen pflegen, wenn wir sie auf dem Felde finden; nur dieser Dornstrauch trägt süsse Früchte. Brn 7:9 Was nun bedeutet dies? Merket auf: "Den einen auf den Altar, den anderen als Verfluchten ", und wozu den Verfluchten mit einem Kranze? Da sie ihn (= Christus) an jenem Tage sehen werden mit dem roten Talar auf dem Leibe und da sie sagen werden: ist das nicht der, den wir einst verachtet, geschlagen, angespieen und dann gekreuzigt haben? Wahrhaftig, der war es, der damals sagte, er sei der Sohn Gottes. Brn 7:10 Wie ist er denn jenem ähnlich? Dazu hat er "ähnliche, schöne, gleichgewachsene Böcke" verlangt, dass sie, wenn sie ihn (= Christus) einmal kommen sehen, erschrecken über die Öhnlichkeit, wie sie bei dem Bocke (vorgebildet) ist. Siehe also das Vorbild des kommenden leidenden Jesus. Brn 7:11 Was aber bedeutet es, dass sie die Wolle mitten in die Dornen legen? Es ist als ein Vorbild Jesu, für die Gemeinde niedergelegt, dass nämlich, wer die scharlachrote Wolle holen will, viel leiden muss, weil der Dornbusch Schrecken einflösst, und er nur mit Schmerz in deren Besitz kommt. So, sagt er, so müssen die, die mich sehen und meines Reiches teilhaftig werden wollen, in Schmerz und Leiden mich in Besitz nehmen. Brn 8:1 Für was für ein Vorbild haltet ihr aber das, dass dem Volke Israel befohlen worden ist: die Männer, die voll von Sünden sind, müssen eine junge Kuh darbringen, schlachten und verbrennen; dann müssen Knaben die Asche sammeln, in Gefässe bringen, die scharlachrote Wolle um ein Holz legen [siehe! wiederum das Vorbild des Kreuzes und die scharlachrote Wolle] und Hyssop, und so müssen die Knaben jeden einzelnen aus dem Volke besprengen, damit sie geheiligt werden vonihren Sünden. Brn 8:2 Sehet, wie er in Einfachheit zu euch redet! Das Opfertier ist Jesus Christus; die sündigen Männer, die es darbringen, bedeuten die, welche ihn zur Schlachtbank geführt haben. Doch jetzt genug von den Männern, genug des Redens über die Sünder. Brn 8:3 Die besprengenden Knaben bedeuten die, welche uns die Nachiassung der Sünden und die Heiligung des Herzens verkündet haben, denen er die Vollmacht gab, das Evangelium zu verkünden, die zwölf waren zum Zeugnis für die Stämme (es waren nämlich zwölf Stämme in Israel). Brn 8:4 Weshalb sind aber drei Knaben die Besprengenden? Zum Zeugnis für Abraham, Isaak, Jakob; denn diese sind gross vor Gott. Brn 8:5 Warum aber ist die Wolle an dem Holze? Weil die Herrschaft Jesu auf dem (Kreuzes-) Holze beruht und weil die auf ihn Hoffenden in Ewigkeit leben werden. Brn 8:6 Weshalb aber Wolle und Hyssop zugleich? Weil in seiner Herrschaft böse und trübe Tage kommen werden, an welchen wir jerettet werden sollen; und weil auch der körperlich Kranke durch den trüben Saft des Hyssop geheilt wird. Brn 8:7 Und deshalb sind uns diese Dinge klar, jenen aber dunkel, weil sie auf die Stimme des Herrn nicht gehört haben. Brn 9:1 Er spricht aber wiederum über unsere Ohren, wie er unser Herz beschnitten habe. Es sagt der Herr bei dem Propheten: "Auf das Vernehmen mit dem Ohre hin gehorchten sie mir". Und wiederum sagt er: "Durchs Hören werden sie in der Ferne es auffassen; was ich getan habe, werden sie erkennen" . Und: "Lasset eure Herzen each beschneiden, spricht der Herr". Brn 9:2 Und wiederum sagt er: "Höre Israel, denn also spricht der Herr, dein Gott". Und noch einmal weissagt der Geist des Herrn: "'Wer will leben in Ewigkeit? Der höre genau auf die Stimme meines Knechtes". Brn 9:3 Und wiederum sagt er: "Höre es Himmel und vernimm es Erde, dass der Herr dieses gesprochen hat zum Zeugnis". Und wiederum sagt er: "Höret das Wort des Herrn, ihr Fürsten dieses Volkes". Und wiederum sagt er: "Höret, Kinder, die Stimme des Rufenden in der Wüste". Also hat er unsere Ohren beschnitten, damit wir das Wort hören und dann glauben. Brn 9:4 Aber auch die Beschneidung, auf die sie vertraut haben, ist abgeschafft. Er sagt nämlich, die Beschneidung solle nicht am Fleische geschehen; sie aber handelten dagegen, weil ein böser Engel sie beschwatzte. Brn 9:5 Er sagt zu ihnen: "Also spricht der Herr, euer Gott [so finde ich das Gebot]: Säet nicht auf Dornen, beschneidet euch für euren Herrn". Und was will er damit sagen: "Beschneidet eure Hartherzigkeit und versteifet nicht euren Nacken"". Vernimm wiederum: 'Siehe, spricht der Herr, alle (Heiden-) Völker sind nicht beschnitten an der Vorhaut, dieses Volk aber ist unbeschnitten am Herzen". Brn 9:6 Aber du wirst sagen: dieses Volk ist doch beschnitten zur Besiegelung (seines Bundes mit Gott). Aber auch jeder Syrer und Araber und alle Götzenpriester (sind beschnitten). Dann gehören auch diese zu ihrem Bunde. Aber auch die Ägypter haben die Beschneidung. Brn 9:7 Verstehet also, Kinder der Liebe, in allem reichlich, dass Abraham, welcher im Geiste vorausschauend auf Jesus zuerst die Beschneidung einführte, sie vollzog, nachdem er die Lehre (Bedeutung) von drei Buchstaben erhalten hatte. Brn 9:8 Er sagt nämlich: "Und Abraham beschnitt aus seinem Hause 18 und 300 Männer". Welches ist nun die ihm verliehene Erkenntnis? Wisset, dass er zuerst die 18 nennt, dann erst nach einem Zwischenraum die 300. 18 sind gleich I = 10 und H = 8; damit hast du IHCOYC (Jesus). Weil aber das Kreuz im Tau (= T) die Gnade sinnbilden sollte, nennt er auch die 300. Er offenbart nun in den zwei Buchstaben Jesus, in dem einen das Kreuz. Brn 9:9 Das weiss der, welcher das Geschenk seiner Lehre uns eingegossen und in uns gelegt hat. Niemand zwar hat eine echtere Unterweisung von mir empfangen; aber ich weiss, dass ihr dessen würdig seid. Brn 10:1 Wenn aber Moses gesagt hat: "Ihr sollet das Schwein nicht essen, noch Adler, noch Habicht, noch Raben, noch einen Fisch, der keine Schuppen an sich hat", so hat er damit in geistigem Sinne drei Lehren gegeben. Brn 10:2 Ferner sagt er ihnen im Deuteronomium: "Und ich werde diesem Volke meine Satzungen darlegen". Es ist also nicht ein (wirkliches) Gebot Gottes, nicht zu essen, Moses hat vielmehr im geistigen Sinn gesprochen. Brn 10:3 Das Schwein nun nannte er in diesem Sinne: der Mensch soll nicht verkehren mit Leuten. die den Schweinen ähnlich sind; denn wenn sie in Fülle haben, vergessen sie den Herrn, wenn sie aber Mangel haben, anerkennen sie den Herrn, genau wie das Schwein; solange es zu fressen hat, kennt es seinen Herrn nicht; wenn es aber Hunger leidet, dann raunzt es, und sobald es (Futter) bekommen hat, schweigt es wieder. Brn 10:4 "Auch sollst du nicht essen", sagt er, "den Adler, den Habicht, den Geier, den Raben". Er will sagen: Verkehre nicht mit solchen und sei ihnen nicht ähnlich, die nicht wissen, mit Mühe und Schweiss sich das Brot zu verdienen, sondern die in ihrer Gesetzwidrigkeit Fremdes rauben, die zwar scheinbar in Unschuld einhergehen, dabei aber spähen und umschauen, wen sie ausziehen könnten in ihrer Habsucht, genau wie nur diese Vögel sich ihre Nahrung nicht erwerben, sondern müssig sitzend darauf ausgehen, wie sie fremdes Fleisch verzehren können, eine wahre Pest durch ihre Schlechtigkeit. Brn 10:5 "Auch sollst du nicht essen den Meeraal, den Polypen, den Tintenfisch"; er will sagen, du sollst durch deinen Verkehr nicht ähnlich werden solchen Leuten, die gottlos sind bis zum äussersten und jetzt schon dem Tode geweiht, genau wie diese Fischarten allein dazu verflucht sind, in der Meerestiefe zu schwimmen, und nicht bloss untertauchen wie die übrigen, sondern tief unten auf dem Meeresgrund hausen. Brn 10:6 Aber auch den Hasen sollst du nicht essen. Weshalb? Er will sagen, du sollst kein Knabenschänder werden noch solchen ähnlich werden, weil der Hase jedes Jahr seinen After vervielfältigt; denn so viele Jahre er lebt, so viele Öffnungen hat er. Brn 10:7 Aber auch die Hyäne sollst du nicht essen. Er will sagen, du sollst kein Ehebrecher oder Knabenschänder oder etwas Derartiges werden. Weshalb? Weil dieses Tier jedjährlich sein Geschlecht ändert und bald männlich, bald weiblich wird. Brn 10:8 Aber auch das Wiesel verfolgt sein Hass mit gutem Grunde; er will sagen, du sollst nicht werden wie Leute, von denen man hört, dass sie aus Lasterhaftigkeit mit dem Munde Unzucht treiben, und du sollst nicht mit den verdorbenen Weihern verkehren, die mit ihrem Munde das Böse tun; denn dieses Tier wird durch den Mund schwanger. Brn 10:9 Nachdem Moses die drei Lehrpunkte empfangen hatte, hat er über die Speisen im geistigen Sinne so gesprochen; sie aber haben es nach der Begierlichkeit ihres Fleisches so verstanden, als rede er wirklich vom Essen. Brn 10:10 Von denselben drei Lehrpunkten bekam auch David das rechte Verständnis, und er sprach ähnlich: "Glückselig der Mann, der nicht wandelte im Rate der Gottlosen", wie auch die Fische in der Finsternis der Tiefe wandeln, "und nicht betrat den Weg der Sünder", wie die, die scheinbar den Herrn fürchten, aber sich vergehen gleich dem Schweine, "und sich nicht setzte auf den Stuhl der Gottlosen" (wörtlich: der Pest), wie die Vögel, die da sitzen, um zu rauben. Auch über das Speisegesetz seid ihr nun vollkommen unterrichtet. Brn 10:11 Wiederum sagt Moses: "Essen dürft ihr alle Zweihufer und Wiederkäuer". Was bedeutet dies? Weil (diese Tiere), wenn sie ihr Futter bekommen, ihren Ernährer kennen, und wenn sie aufhören (zu fressen), sich über ihn zu freuen scheinen. Trefflich hat er also gesprochen mit Rücksicht auf das Gebot. Was sagt er nun? Verkehret mit den Gottesfürchtigen, mit denen, die nachdenken in ihren Herzen über die Bestimmung des Gesetzes, die sie empfangen haben; mit denen, die sprechen über die Satzungen des Herrn und sie beobachten, die wissen, dass das Nachsinnen ist ein Werk der Freude und die das Wort des Herrn (sozusagen) wiederkäuen. Was bedeutet aber "Zweihufer"? Dass der Gerechte sowohl auf dieser Welt wandelt als auch die selige Ewigkeit erwartet. Ihr sehet, wie trefflich Moses seine Gesetze gegeben hat. Brn 10:12 Aber woher sollten jene das erkennen und verstehen? Wir aber haben die Gebote recht verstanden und reden darüber so, wie der Herr es wollte. Deshalb hat der Herr unsere Ohren und Herzen beschnitten, damit wir dieses verstehen. Brn 11:1 Lasset uns aber untersuchen, ob dem Herrn daran gelegen war, über das Wasser und über das Kreuz im voraus etwas zu offenbaren. Über das, Wasser steht an Israel geschrieben, wie sie die Taufe, die Vergebung der Sünden bringt, nicht annehmen werden, sondern wie sie andere Gebräuche für sich einführen werden. Brn 11:2 Es sagt nämlich der Prophet: "Entsetze dich Himmel und noch mehr schaudere darüber die Erde, dass zwei Verbrechen begangen hat dieses Volk: mich haben sie verlassen, den Quell des Lebens, und gegraben haben sie sich eine Zisterne des Todes". Brn 11:3 "Ist etwa ein verlassener Fels mein heiliger Berg Sion? ihr werdet sein wie die Jungen eines Vogels, die, des Nestes beraubt, auffliegen". Brn 11:4 Und wiederum sagt der Prophet: "Ich werde vor dir herziehen. und werde Berge ebnen, eherne Tore sprengen, eiserne Riegel zerbrechen, und geben werde ich dir geheime, verborgene, unsichtbare Schätze, damit sie erkennen, dass ich bin Gott der Herr". Brn 11:5 . Und: "Wohnen wirst du in hochgelegener Höhle eines festen Felsens, und sein Wasser ist getreu; ihr werdet den König in Herrlichkeit schauen, und eure Seele wird sinnen auf Furcht des Herrn". Brn 11:6 Und wiederum sagt er bei einem anderen Propheten: "Und wer dieses tut, wird sein wie ein Baum, gepflanzt an fliessendes Wasser, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit, und seine Blätter werden nicht abfallen, und alles, was er tut, wird gut vorwärts gehen. Brn 11:7 Nicht so die Gottlosen, nicht so, sondern wie Spreu, die der Wind wegrafft von (dem Antlitz) der Erde. Deshalb werden sich die Gottlosen nicht erheben beim Gerichte noch die Sünder im Rate der Gerechten, weil der Herr den Weg der Gerechten kennt, und,der Weg der Gottlosen wird verloren sein". Brn 11:8 Bemerket, wie er damit das Wasser und das Kreuz zugleich gekennzeichnet hat. Dies nämlich sagt er: Glückselig, die auf das Kreuz hoffend ins Wasser stiegen, weil ich ihren Lohn - er sagt "zu seiner Zeit", er will sagen "dereinst" - bezahlen werde. Für jetzt aber wollen die Worte "seine Blätter werden nicht abfallen" besagen, dass jedes Wort, das euch aus eurem Munde in Glauben und Liebe ausgeht, vielen zur Bekehrung und Hoffnung dienen wird. Brn 11:9 Und wiederum sagt ein anderer Prophet: "Und das Land Jakobs war gelobt vor allen Ländern", das will sagen, er verherrlicht das Gefäss seines Geistes (= den Leib Christi). Brn 11:10 Was sagt er sodann? "Und es war ein Fluss zur Rechten sich hinziehend, und aus ihm ragten auf stattliche Bäume, und wer von ihnen isst, wird in Ewigkeit leben" . Brn 11:11 Das sagt er, weil wir hinabsteigen in das Wasser voll von Sünden und Schmutz, und heraufsteigen Fruchte bringend, da wir im Herzen haben die Furcht und die Hoffnung auf Jesus im Geiste. "Und wer von diesen isst, wird leben in Ewigkeit" besagt dieses: Wer immer, so meint er, diese Worte hört und glaubt, wird leben in Ewigkeit. Brn 12:1 Ähnlich spricht er wieder bestimmt vom Kreuze bei einem anderen Propheten, der sagt: "Und wann wird dies vollendet werden? Der Herr spricht: Wenn einmal das Holz sich neigt und wieder aufsteht, und wenn aus dem Holze Blut träufelt". Da hast du wieder (eine Weissagung) über das Kreuz und den, der gekreuzigt werden soll. Brn 12:2 Wiederum sagt er dem Moses, als Israel bekriegt wurde von den fremden Völkern und damit er sie erinnere im Kriege, dass sie wegen ihrer Sünden dem Tode überliefert seien; es spricht der Geist in das Herz des Moses, damit er ein Vorbild des Kreuzes und dessen, der leiden sollte, aufstelle, dass sie nämlich ewig unter Krieg zu leiden hätten, wenn sie nicht auf ihn hoffen. Moses legte also Schild auf Schild mit' ten in der Schlacht, stellte sich darauf, bis er alle anderen überragte, und breitete so die Arme aus. Und so siegte wiederum Israel; dann, wenn er die Arme sinken liess, ging es ihnen ans Leben. Brn 12:3 Wozu? Damit sie erkennen, dass sie nicht gerettet werden können, ausser sie hoffen auf ihn. Brn 12:4 Und wiederum sagt er bei einem anderen Propheten: "Den ganzen Tag streckte ich meine Hände aus gegen ein ungehorsames Volk, das meinem gerechten Wege widerspricht". Brn 12:5 Und nochmals gab Moses, als Israel dahinstarb, ein Vorbild von Jesus, dass er leiden müsse und dass gerade er lebendig machen werde, von dem sie glauben werden, sie hätten ihn am Zeichen (des Kreuzes) getötet. Der Herr liess sie nämlich von jener Schlange beissen, und sie starben dahin, (da ja einmal die Sünde durch die Schlange in Eva geschehen ist), damit er ihnen zeige, dass sie wegen ihrer Übertretungen der Todesnot anheimfallen werden. Brn 12:6 Obwohl überdies Moses das Gebot gegeben hatte: "Ihr sollt kein Bild von eurem Gott, weder ein gegossenes noch ein geschnitztes haben", so machte er doch selbst ein solches, damit er ein Vorbild Jesu zeige. So machte denn Moses eine eherne Schlange, stellte sie recht sichtbar auf und liess durch Herolde das Volk zusammenrufen. Brn 12:7 Wie sie nun versammelt waren, baten sie Moses, er solle für ihre Heilung ein Gebet emporschicken. Moses aber sprach zu ihnen: "Wenn einer", sagt er, "gebissen ist, soll er zu der Schlange kommen, die auf dem Holze liegt, und er soll hoffen im Glauben, dass sie ihn am Leben erhalten könne, obschon sie selbst tot ist, und sogleich wird er gerettet werden". Und so taten sie. Wiederum findest du auch hierin die Ehre Jesu, dass in ihm alles ist und auf ihn alles geht. Brn 12:8 Was sagt wiederum Moses zu Jesus, dem Sohne des Nave, da er ihm diesen Namen beilegte, als einem Propheten, nur damit das ganze Volk höre, dass der Vater alles offenbare über Jesus, seinen Sohn? Brn 12:9 Moses sagte also zu Jesus, dem Sohne des Nave, nachdem er ihn so genannt hatte, als er ihn fortschickte, das Land auszukundschaften: "Nimm ein Buch in deine 1-lande und schreibe, was der Herr sagt, dass der Sohn Gottes am Ende der Tage mit der Wurzel ausrotten wird das ganze Haus der Amalekiter". Brn 12:10 Siehe, wieder ist Jesus, nicht als der Sohn eines Menschen, sondern als Gottes Sohn, aber durch ein Vorbild im Fleisctie geoffenbart. Weil sie aber nun voraussichtlich sagen werden, dass der Christus Davids Sohn sei, weissagt David selbst in dieser Furcht und in der Erkenntnis des Irrtums der Sünder (= der Juden): "Es hat gesprochen der Herr zu meinem Herrn, setze dich zu meiner Rechten, bis ich deine Feinde lege zum Schemel deiner Füsse". Brn 12:11 Und wiederum sagt Isaias: "Gesprochen hat der Herr zu meinem Herrn, dem Christus, dessen Rechte ich ergriffen habe, dass ihm die Völker gehorchen, und ich werde die Macht von Königen zerbrechen". Siehe, wie David ihn Herr nennt, aber nicht Sohn. Brn 13:1 Wir wollen sehen, ob dieses (unser) Volk Erbe ist oder das erste, und ob der Bund für uns da ist oder für jene. Brn 13:2 Höret also, was die Schrift über das Volk sagt: "Isaak betete für sein Weib Rebekka, weil sie unfruchtbar war; und sie empfing". Sodann: "Und Rebekka ging hinaus, um den Herrn zu fragen, und es sprach der Herr zu ihr: Zwei Stämme sind in deinem Leibe und zwei Völker in deinem Mutterschosse, und ein Volk wird das andere überholen, und das ältere wird dem jüngeren dienen". Brn 13:3 Ihr müsst acht geben, wer der Isaak ist, wer Rebekka, und auf wen er hingewiesen, dass dieses Volk grösser sein werde als jenes. Brn 13:4 Und in einer anderen Weissagung spricht Jakob deutlicher zu seinem Sohn Joseph mit den Worten: "Siehe, der Herr hat mich deines Angesichtes nicht beraubt, führe her zu mir deine Söhne, damit ich sie segne". Brn 13:5 Und er führte herzu Ephraim und Manasse, in der Absicht, dass Manasse gesegnet werde, weil er der ältere war. Joseph führte ihn nämlich an die rechte Hand seines Vaters Jakob. Jakob aber sah im Geiste ein Vorbild des kommenden Volkes. Und was sagt die Schrift? "Und Jakob kreuzte seine Hände und legte seine Rechte auf das Haupt Ephraims, des zweiten und jüngeren, und segnete ihn. Und Joseph sprach zu Jakob: Lege deine Rechte auf Manasses Haupt, weil es mein erstgeborener Sohn ist. Und Jakob sprach zu Joseph: Ich weiss es, mein Sohn, ich weiss es; aber der ältere wird dem jüngeren dienen, und dieser wird gesegnet werden". Brn 13:6 Sehet, für wen er es bestimmt hat, dieses erste Volk zu sein und Erbe seines Bundes. Brn 13:7 Wenn nun auch noch durch Abraham seiner (= dieses Volkes) Erwähnung geschah, dann haben wir das Vollmass unserer Erkenntnis. Was sagt nun der Herr dem Abraham, als es ihm zur Gerechtigkeit angerechnet wurde, dass er allein glaubte? "Siehe, ich habe dich, Abraham, gemacht zum Stammvater der Völker, die in der Vorhaut an Gott glauben". Brn 14:1 Gut! Aber wir wollen sehen, ob der Bund, von dem er den Vätern geschworen, dass er ihn dem Volke gebe, von ihm wirklich gegeben worden ist. Ja; aber wegen ihrer Sünden waren sie nicht würdig, ihn zu empfangen. Brn 14:2 Denn der Prophet sagt: "Und Moses fastete auf dem Berge Sina, um zu holen den Bund des Herrn an sein Volk, vierzig Tage und vierzig Nächte lang". "Und Moses empfing die zwei Tafeln, die mit dem Finger des Herrn geschrieben waren im Geiste"; und Moses nahm sie und trug sie herab, um sie dem Volke zu geben. Brn 14:3 Und der Herr sprach zu Moses: 'Moses, Moses, steige eilends hinab; denn das Volk, das du aus Ägypten herausgeführt hast, hat das Gesetz übertreten.' Und Moses erkannte, dass sie sich wieder eherne Bilder gegossen hatten, und er schleuderte die Tafeln aus seinen Händen, und die Tafeln dess Bundes des Herrn zerbrachen". Brn 14:4 Moses hatte ihn (den Bund) zwar empfangen, aber sie waren dessen nicht würdig. Vernehmet, wie wir ihn empfangen haben. Moses empfing ihn als sein Diener, aber der Herr selbst hat ihn uns gegeben, dass wir seien ein Erbvolk, da er unseretwegen gelitten hat. Brn 14:5 Er erschien aber, damit einerseits jenen das Mass ihrer Sünden voll würde, andererseits wir ihn empfingen durch den Herrn Jesus, des Bundes Erben, der dazu bestimmt war, dass er durch sein Erscheinen unsere schon dem Tode geweihten und der Gesetzwidrigkeit des Irrtums überantworteten Herzen aus der Finsternis erlöse und durch sein Wort in uns den Bund errichte. Brn 14:6 Es steht näm-lich geschrieben, wie sein Vater ihm den Auftrag gibt, dass er uns aus der Finsternis erlösen und ihm ein heiliges Volk bereiten soll. Brn 14:7 Es sagt also der Prophet: "Ich, der Herr, dein Gott, habe dich gerufen in Gerechtigkeit, und ich will deine Hand ergreifen und dich stark machen, und ich habe dich gemacht zum Bunde für das Volk, zum Licht für die Heiden, zu öffnen die Augen von Blinden und zu befreien Gefangene von ihren Fesseln und aus dem Kerker, die im Finstern sitzen". Wir erkennen also, aus welcher Lage wir erlöst worden sind. Brn 14:8 Und wiederum sagt der Prophet: "Siehe, ich habe dich zum Licht für die Völker gesetzt, damit du seiest zur Erlösung bis an die Grenzen der Erde, so spricht der Herr, dein Gott, der dich erlöst hat". Brn 14:9 Und wiederum sagt der Prophet: "Der Geist des Herrn ist über mir deshalb, weil er mich gesalbt hat, Armen frohe Botschaft zu bringen, mich gesandt hat zu heilen, die zerknirschten Herzens sind, zu verkünden Gefangenen Freilassung, Blinden neues Augenlicht, auszurufen das angenehme Jahr des Herrn und den Tag der Vergeltung, zu trösten alle Trauernden". Brn 15:1 Ferner ist auch über den Sabbat geschrieben in den zehn Geboten, in denen der Herr auf dem Berge Sina zu Moses von Angesicht zu Angesicht gesprochen hat: "Und heiliget den Sabbat des Herrn mit reinen Händen und reinem Herzen ". Brn 15:2 Und an einer anderen Stelle sagt er: "Wenn meine Söhne den Sabbat halten, dann will ich mein Erbarmen hingeben über sie". Brn 15:3 Den Sabbat erwähnt er am Anfang der Schöpfung: "Und der Herr schuf in sechs Tagen die Werke seiner Hände, und am siebten Tage hatte er sie vollendet, und er ruhte an diesem Tage und heiligte ihn". Brn 15:4 Merket auf Kinder, was bedeutet das "in sechs Tagen vollendete er sie". Das heisst, dass in sechstausend Jahren der Herr alles vollenden wird; denn der Tag bedeutet bei ihm tausend Jahre. Er selbst bezeugt mir das, wenn er sagt: "Siehe, ein Tag des Herrn wird sein wie tausend Jahre". Also Kinder, in sechs Tagen, (das heisst) in sechstausend Jahren wird alles vollendet sein. Brn 15:5 Und am siebten Tage ruhte er. Das heisst: Wenn sein Sohn kommt und der Zeit des Bösen ein Ende machen und die Gottlosen richten und die Sonne, den Mond und die Sterne umändern wird, dann wird er ruhmvoll ruhen am siebten Tage. Brn 15:6 Fernerhin sagt er: "Du sollst ihn heiligen mit reinen Händen und reinem Herzen' . Wenn nun jemand den Tag, den der Herr geheiligt hat, jetzt schon heiligen kann mit reinem Herzen, dann sind wir völlig im Irrtum. Brn 15:7 Siehe, dass wir erst dann recht ruhen und ihn heiligen werden, wenn wir dazu imstande sind, weil wir selbst gerechtfertigt sind und das Evangelium empfangen haben, wenn es kein Unrecht mehr gibt, vielmehr alles vom Herrn neu geschaffen ist. erst dann also werden wir ihn heiligen können, wenn wir selbst zuerst geheiligt sind. Brn 15:8 Zudem aber sagt er ihnen: "Eure Neumonde und eure Sabbate ertrage ich nicht mehr". Sehet, wie er sagt: Nicht die jetzigen Sabbate sind mir angenehm, sondern den ich eingesetzt habe, an dem ich, nachdem ich alles beendigt habe, den Anfang des achten Tages, das heisst den Beginn einer anderen Welt ansetzen werde. Brn 15:9 Deshalb begehen wir auch den achten Tag zn den Sonntag, den ersten Tag der neuen Woche) in Freude, an dem auch Jesus von den Toten auferstanden und, nachdem er sich geoffenbart hatte, in den Himmel aufgestiegen ist. Brn 16:1 Auch über den Tempel will ich noch zu euch reden, wie die Unglücklichen in ihrem Irrtum ihre Hoffnung setzten auf den Bau, als wäre er das Haus Gottes, statt dass sie auf ihren Gott, der sie erschaffen, gehofft hätten. Brn 16:2 Denn fast nach Art der Heiden haben sie ihn verehrt in dem Tempel. Aber höret, wie der Herr spricht, da er ihm ein Ende setzt: "Wer hat den Himmel gemessen mit der Spanne oder die Erde mit der hohlen Hand? Nicht ich? Es spricht der Herr: Der Himmel ist mein Thron, die Erde der Schemel meiner Füsse. Was für ein Haus wollt ihr mir erbauen oder was soll der Ort meiner Ruhe sein?" Erkennet also, dass ihre Hoffnung grundlos ist Brn 16:3 Ferner sagt er wiederum: "Siehe, die diesen Tempel zerstörten, werden ihn selbst wieder aufbauen". Brn 16:4 Das trifft ein. Denn weil sie Krieg führten, wurde der Tempel von ihren Feinden zerstört; jetzt werden gerade die Untertanen der Feinde ihn wieder aufbauen. Brn 16:5 Wiederum ist geoffenbart worden, dass die Stadt, der Tempel und das Volk Israel dem Untergang anheimgegeben werden soll. Es sagt nämlich die Schrift: "Und es wird geschehen am Ende der Tage, und der Herr wird übergeben die Schafe der Weide, ihren Stall und ihren Turm dem Untergang". Und es geschah, wie der Herr gesagt hatte. Brn 16:6 Untersuchen wir nun aber, ob es einen Tempel Gottes gibt. Es gibt einen da, wo er selbst ihn zu bauen und aufzurichten bezeugt. Es steht nämlich geschrieben: "Und es wird geschehen, wenn die Woche zu Ende geht, wird der Tempel prachtvoll erbaut werden auf den Namen des Herrn". Brn 16:7 Ich finde also, dass es einen Tempel gibt. Wie er nun wird erbaut werden auf den Namen des Herrn, das vernehmet. Bevor wir nämlich unserem Gotte glaubten, war die Wohnung unseres Herzens dem Verderben zugänglich und schwach, wie ein wirklich von Händen erbauter Tempel, weil es voll war von Götzendienst und weil es war eine Behausung für Dämonen, weil wir taten, was Gott zuwider war. Brn 16:8 Er wird aber aufgebaut werden auf den Namen des Herrn. Gebet aber acht, auf dass der Tempel des Herrn prachtvoll aufgebaut werde. Wie? Das vernehmet! Da wir Verzeihung der Sünden erlangten und gehofft haben auf den Namen des Herrn, sind wir neu geboren worden, wiederum von neuem geschaffen; deshalb wohnt in uns im Gemache (unseres Herzens) Gott wahrhaftig. Brn 16:9 Wieso? Sein Wort der Treue, seine Berufung zur Verheissung, die Weisheit seiner Satzungen, die Forderungen seiner Lehre, ja er selbst, der in uns weissagt, er selbst, der in uns wohnt, der uns, dem Tode Unterworfenen, die Türe des Tempels, das ist den Mund öffnet, der uns Bussgeist verleiht, er zieht ein in den unvergänglichen Tempel. Brn 16:10 Denn wer nach dem Heile sich sehnt, schaut nicht auf den. Menschen, sondern auf den, der in ihm wohnt und spricht, erstaunt darüber, dass er seither weder die Worte einmal vernommen aus dem Munde des Redenden, noch dass er selbst bisher sich gesehnt habe, sie zu hören. Das ist der geistige Tempel. erbaut für den Herrn. Brn 17:1 Soweit es möglich war, in einfacher Weise euch aufzuklären, hofft meine Seele, dass ich in meinem Bestreben nichts übergangen habe, was zum Heile dienlich ist. Brn 17:2 Wenn ich euch über die gegenwärtigen und künftigen Dinge schreiben würde, (so fürchte ich,) ihr würdet es nicht verstehen, weil es in Geheimnissen verborgen liegt. Das habe ich also auf diese Weise erledigt. Brn 18:1 Nun wollen wir aber übergehen zu der anderen Erkenntnis und Lehre. Es gibt zwei Wege der Lehre und der Macht, nämlich den des Lichtes und den der Finsternis. Der Unterschied zwischen den beiden Wegen aber ist gross. Auf dem einen sind nämlich aufgestellt lichttragende Engel Gottes, auf dem anderen aber Engel des Teufels. Brn 18:2 Und jener ist Herr von Ewigkeit zu Ewigkeit, dieser aber ist der Fürst dieser gegenwärticn, gottlosen Zeit. Brn 19:1 Der Weg des Lichtes nun ist dieser: Wenn einer seinen Weg gehen will bis zum vorgesteckten Ziele, so soll er sich beeilen durch seine Werke. Die Erkenntnis nun, die uns gegeben wurde darüber, wie wir auf diesem Wege wandeln müssen, ist also: Brn 19:2 Liebe den, der dich erschaffen, fürchte den, der dich gebildet, verherrliche den, der vom Tode dich erlöst hat! Sei geraden Herzens und reich im Geiste! Verkehre nicht mit denen, die wandein auf dem Wege des Todes! Hasse alles, was Gott nicht gefällt, hasse jegliche Heuchelei! Versäume nichts von Gottes Geboten! Brn 19:3 Erhebe dich nicht selbst, denke demütig in jeglicher Hinsicht, schreibe dir selbst keine Ehre zu! Fasse keinen bösen Anschlag wider deinen Nächsten! Gestatte deiner Seele keine Anmassung! Brn 19:4 Treibe nicht Unzucht, Ehebruch, Knabenschändung! Das Wort Gottes rede nicht bei der Unreinheit anderer! Schau nicht auf die Person, wenn du jemand zurechtweisest über einen Fehltritt! Sei milde, ruhig, zittere vor den Worten, die du gehört hast! Deinem Bruder frage Böses nicht nach! Brn 19:5 Sei nicht geteilter Meinung, ob es (= die Verheissungen) sich erfüllen werde oder nicht! "Du sollst den Namen Gottes nicht eitel nennen"! Liebe deinen Nächsten mehr als deine eigene Seele! Töte das Kind nicht durch Abtreibung, noch auch töte das Neugeborene! Ziehe deine Hand nicht zurück von deinem Sohne oder von deiner Tochter, sondern lehre sie von jung auf die Furcht Gottes! Brn 19:6 Begehre nicht nach dem Besitze deines Nächsten, werde nicht habsüchtig! Geselle dich nicht in deinem Herzen zu den Hochmütigen, sondern verkehre mit den Demütigen und Gerechten! Was dir übles zustösst, das nimm als gut an und wisse, dass ohne Gott nichts geschieht! Brn 19:7 Denke nicht noch rede zwiespältig! Denn die Doppelzüngigkeit ist ein Fallstrick des Todes. Sei untertan deinem Herrn als dem Vertreter Gottes in Achtung und Furcht! Gib deinem Knecht und deiner Magd, die auf den gleichen Gott hoffen, deine Befehle nicht in Bitterkeit, damit sie nicht einmal ablegen ihre Furcht vor Gott, der über euch beide herrscht. Denn er ist nicht gekommen, um zu berufen nach Ansehen der Person, sondern zu denen, die der Geist vorbereitet hat. Brn 19:8 Von allem sollst du deinem Nächsten mitteilen und nicht sagen, es sei dein eigen! Wenn ihr nämlich die unvergänglichen Güter gemeinsam habt, um wieviel mehr die vergänglichen? Sei nicht vorlaut! Ein Fallstrick des Todes ist nämlich der Mund. Soviel du kannst, führe ein reines Leben deiner Seele zulieb! Brn 19:9 Sei nicht so, dass du deine Hand ausstreckst zum Nehmen, zum Geben aber sie zuhältst! Liebe wie deinen Augapfel jeden, der dir das Wort des Herrn verkündet! Brn 19:10 Bei Tag und bei Nacht denke an den Tag des Gerichtes und suche täglich das Antlitz der Heiligen, sei es dass du durch Reden dich abmühest, hingehest, sie zu trösten, und nachsinnest, wie du durch die Rede eine Seele rettest, oder dass du mit den Händen (= durch Almosen) arbeitest zur Tilgung deiner Sünden. Brn 19:11 Zweifle nicht, ob du geben sollst, und gib ohne Murren! Du wirst einsehen, wer der herrliche Erstatter deines Lohnes ist. Bewahre, was du erhalten, ohne etwas hinzuzufügen oder wegzunehmen! Das Böse hasse in Ewigkeit! Urteile gerecht!) Brn 19:12 Rufe keine Spaltungen hervor, sondern stifte Frieden, indem du Streitende versöhnst! Bekenne deine Sünden! Schreite nicht zum Gebete mit einem schlechten Gewissen! Das ist der Weg des Lichtes. Brn 20:1 Der Weg der Finsternis aber ist krumm und voll Fluch. Es ist nämlich der Weg zum ewigen Tode voll Strafe; auf diesem befindet sich das, was ihre Seelen zugrunde richtet: Götzendienst, Frechheit, Uberhebung wegen der Macht, Heuchelei, Doppelherzigkeit, Ehebruch, Mord, Raub, Stolz, Übertretung, List, Bosheit, Anmassung, Giftmischerei, Zauberei, Habsucht, Vermessenheit gegen Gott. Brn 20:2 Leute, die die Guten verfolgen, die Wahrheit hassen, die Lüge lieben, den Lohn der Gerechtigkeit nicht kennen, dem Guten nicht nach streben und dem gerechten Urteil, sich nicht bemühen um Witwen und Waisen, sich nicht kümmern um die Gottesfurcht, sondern um das Böse, von denen gar weit entfernt ist Sanftmut und Geduld, die das Eitle lieben, nach Vergeltung haschen , kein Mitleid haben mit dem Bettler, sich nicht annehmen um den Niedergebeugten, die bereit sind zum Verleumden, die ihren Schöpfer nicht anerkennen, Kinder morden), die Geschöpfe Gottes im Mutterschosse umbringen, dem Bedürftigen den Rücken zukehren, den Bedrängten unterdrücken, den Reichen beistehen, die Armen ungerecht richten, Sünder in allen Stücken. Brn 21:1 Daher ist es recht, dass der Mensch alle Satzungen des Herrn, die geschrieben stehen, kennen lerne, und in diesen wandle. Denn wer dieses tut, wird in, Reiche Gottes verherrlicht werden; wer dagegen jenes andere ( den Weg der Finsternis) sich auswählet, wird zugleich mit seinen Werken verloren gehen. Darum gibt es eine Auferstehung, darum eine Wiedervergeltung. Brn 21:2 Ich bitte euch, die Vornehmen, wenn ihr von mir einen wohlgemeinten Rat annehmet: Ihr habt unter euch solche, denen ihr Gutes tun könnt; versäumet das nicht! Brn 21:3 Nahe ist der Tag, an dem für den Bösen alles verloren ist; nahe ist der Herr und sein Lohn). Brn 21:4 Immer wieder bitte ich euch: Seid euch selbst gute Gesetzgeber, bleibet euch selbst gute Ratgeber, tilget aus in euch jegliche Heuchelei! Brn 21:5 Gott aber, der über die ganze Welt gebietet, möge euch verleihen Weisheit, Einsicht, Verstand, Erkenntnis seiner Satzungen, Beharrlichkeit. Brn 21:6 Werdet gelehrige Schüler Gottes, indem ihr fleissig forschet, was Gott von euch verlangt, und tuet es, damit ihr (als solche = gelehrige Schüler Gottes, Gerechte) erfunden werdet am Tage des Gerichtes. Brn 21:7 Wenn ihr ein Gedächtnis habet für eine Wohltat, gedenket meiner, indem ihr diese meine Worte beherziget, damit mein Verlangen und meine Sorgfalt zu etwas Gutem führe. Ich ersuche euch darum, indem ich eine Wohltat erbitte. Brn 21:8 Solange noch das herrliche Gefäss bei euch ist (solange ihr noch in diesem Leibe lebet), versäumet nichts von dem Eurigen (= euren Verpflichtungen), sondern forschet stets darüber nach und erfüllet jegliches Gebot; denn sie sind es wert. Brn 21:9 Deshalb war ich um so mehr bemüht, von dem, was ich beherrschte, euch zu schreiben, um euch eine Freude zu machen. Lebet wohl, Kinder der Liebe und des Friedens, der Herr der Herrlichkeit und jeglicher Gnade sei mit eurem Geiste! Dio 1:1 Du hast, wie ich sehe, mein bester Diognet, einen ungewöhnlichen Eifer, die Religion der Christen kennen zu lernen, und erkundigst dich über sie sehr genau und sorgfältig, was das für ein Gott ist, dem vertrauend und dienend sie alle die Welt geringschätzen und den Tod verachten und weder die von den Griechen anerkannten Götter als solche ansehen noch dem Aberglauben der Juden huldigen; ferner was das für eine Liebe ist, die sie gegeneinander hegen; endlich, warum diese neue Lebensart und Gottesverehrung erst jetzt und nicht früher in die Welt getreten ist. Dio 1:2 Ich begrüsse dich ob deines guten Willens und bitte zu Gott, der uns die Sprache und das Gehör verleiht, um die Gabe für mich, so zu sprechen, dass du durch Hören möglichst besser werdest, und für dich, so zu hören, dass der Sprecher nicht betrübt werde. Dio 2:1 Wohlan denn, mache dich frei von allen Vorurteilen, die deinen Geist gefangen halten, lege ab die trügerische Gewohnheit und werde wie im Anfang ein neuer Mensch, da du ja auch nach deinem eigenen Geständnisse Hörer einer neuen Lehre sein wirst; schaue nicht bloss mit den Augen, sondern auch mit dem Verstande, welches Wesen und welche Gestalt die Götter haben, die ihr so nennt und an die ihr glaubt. Dio 2:2 Ist nicht der eine Stein, ähnlich dem Pflasterstein, der andere Erz, nicht besser als die zu unserem Gebrauche geschmiedeten Geräte, ein anderer Holz, das vielleicht schon faul ist, wieder ein anderer Silber, das eines menschlichen Wärters bedarf, damit es nicht gestohlen werde, der wieder Eisen, vom Rost zerfressen, der endlich gebrannter Ton, in keiner Weise edler als das gewöhnlichste Hausgerät? Dio 2:3 Besteht nicht das alles aus vergänglichem Stoff? Ist es nicht geschmiedet aus Eisen im Feuer? Hat nicht das eine davon der Steinmetz, das andere der Erzgiesser, dies der Silberschmied, jenes der Töpfer gebildet? War nicht ein jedes dieser Dinge, ehe es durch die Kunstfertigkeit jener Männer zu seiner Gestalt ausgeprägt wurde, und ist es nicht auch noch jetzt zu allem Möglichen gestaltbar? Könnten nicht die jetzt aus demselben Stoff bestehenden Geräte, wenn sie in die Hand derselben Künstler kämen, solchen Götzenbildern ähnlich gemacht werden? Dio 2:4 Könnten nicht wiederum diese, die jetzt von euch angebetet werden, von Menschen zu Geräten gemacht werden, ähnlich den übrigen? Sind sie nicht alle taub, nicht blind, nicht leblos? nicht ohne Empfindung und Bewegung? nicht alle der Fäulnis und der Verderbnis unterworfen? Dio 2:5 Diese nennt ihr Götter, diesen dienet ihr, sie betet ihr an und werdet ihnen schliesslich ähnlich. Dio 2:6 Darum hasst ihr die Christen, weil sie solche nicht für Götter halten. Dio 2:7 Aber ihr, die ihr sie zu preisen vermeint, drückt ihr ihnen nicht weit mehr eure Verachtung aus? Verspottet und beschimpft ihr sie nicht weit mehr, indem ihr zwar die, welche von Stein und von Ton sind, ohne Bewachung verehrt, die silbernen und goldenen aber des Nachts einschliesst und am Tage mit Wachposten umstellt, damit sie nicht gestohlen werden? Dio 2:8 Mit den Ehrengaben aber, welche ihr ihnen darzubringen glaubt, straft ihr sie vielmehr, wenn sie Empfindung haben; sind sie aber empfindungslos, so bringt ihr ihnen das zum Bewusstsein, indem ihr sie mit Blut und Fettdampf verehrt. Dio 2:9 Das halte einer von euch aus, das lasse einer an sich geschehen! Fürwahr, auch nicht einer der Menschen wird sich eine solche unangenehme Behandlung gefallen lassen, hat er doch Empfindung und Verstand; der Stein aber nimmt sie hin, weil er empfindungslos ist; beweist ihr also nicht selbst seine Empfindungslosigkeit? Dio 2:10 Darüber, dass die Christen solchen Göttern sich nicht untertänig erweisen, könnte ich noch vieles andere sagen; sollte aber einem das Gesagte nicht hinreichend scheinen, so halte ich es für überflüssig, ihm noch mehr zu sagen. Dio 3:1 Weiterhin hast du, glaube ich, ein grosses Verlangen, zu hören, warum die Christen Gott nicht auf dieselbe Weise verehren, wie die Juden. Dio 3:2 Wenn die Juden sich des vorher genannten Götzendienstes enthalten, so haben sie darin recht, dass sie nur einen Gott des Weltalls verehren und als Herrn ansehen; sofern sie aber auf gleiche Weise, wie die vorher Genannten Heiden, ihm diese Verehrung erweisen, sind sie im Irrtum. Dio 3:3 Denn wenn die Griechen damit, dass sie empfindungslosen und tauben Wesen Opfer darbringen, einen Beweis von Unverstand geben, so sollten diese die Juden es mit Recht noch mehr für Torheit und nicht für Gottesdienst halten, wenn sie glauben, solche Gaben ihrem Gott darbringen zu müssen, als ob er ihrer bedürfte. Dio 3:4 Denn der den Himmel und die Erde und alles, was darin ist, erschaffen hat und uns allen darreicht, was wir brauchen, hat doch wohl nicht selbst etwas nötig von dem, was er selbst denen, die es zu geben meinen, darreicht. Dio 3:5 Die ihm aber Opfer von Blut, Fettdampf und ganzen Tieren darzubringen und ihn durch solche Ehren zu verherrlichen glauben, die scheinen mir sich in nichts von denen zu unterscheiden, welche dieselbe Huldigung tauben Göttern darbringen; denn offenbar bringen die einen sie solchen dar, welche die Ehre nicht geniessen können, die andern aber dem, der keiner Sache bedarf. Dio 4:1 Jedoch über ihre ängstliche Vorsicht hinsichtlich der Speisen, über ihren Aberglauben betreffs der Sabbate, über ihre Prahlerei mit der Beschneidung und über ihre Heuchelei hinsichtlich der Fasten und der Neumondsfeier, alles Dinge, die lächerlich und nicht der Rede wert sind, verlangst du, wie ich glaube, von mir keinen Aufschluss. Dio 4:2 Denn wie sollte es nicht unrecht sein, von dem, was Gott zum Gebrauche der Menschen geschaffen hat, das eine als gut geschaffen anzunehmen, das andere aber als unbrauchbar und überflüssig zurückzuweisen Dio 4:3 und wie sollte es nicht gottlos sein, Gott zu verleumden, als verbiete er, am Tage des Sabbates etwas Gutes zu tun? Dio 4:4 Sich aber mit der Verstümmelung des Fleisches als einem Zeugnis der Auserwählung zu brüsten, als ob man deswegen von Gott ganz besonders geliebt sei, verdient das nicht Spott? Dio 4:5 Dass sie ferner beständig auf die Sternes und den Mond achten, Beobachtungen über Monate und Tage anstellen, die Anordnungen Gottes und die wechselnden Zeiten nach ihrem eigenen Gutdünken abteilen, die einen zu Festen, die andern zur Trauerfeiern, wer möchte das für einen Beweis von Gottesfurcht und nicht vielmehr von Unverstand ansehen? Dio 4:6 Dass sich also die Christen mit Recht von dem allgemeinen Unverstande und Irrtum und von der jüdischen Vielgeschäftigkeit und Prahlerei fernhalten, das hast du, wie ich glaube, zur Genüge erkannt. Erwarte aber nicht, dass du das geheimnisvolle Wesen ihrer eigenen Gottesverehrung von einem Menschen erfahren kannst. Dio 5:1 Denn die Christen sind weder durch Heimat noch durch Sprache und Sitten von den übrigen Menschen verschieden. Dio 5:2 Sie bewohnen nirgendwo eigene Städte, bedienen sich keiner abweichenden Sprache und führen auch kein absonderliches Leben. Dio 5:3 Keineswegs durch einen Einfall oder durch den Scharfsinn vorwitziger Menschen ist diese ihre Lehre aufgebracht worden und sie vertreten auch keine menschliche Schulweisheit wie andere. Dio 5:4 Sie bewohnen Städte von Griechen und Nichtgriechen, wie es einem jeden das Schicksal beschieden hat, und fügen sich der Landessitte in Kleidung, Nahrung und in der sonstigen Lebensart, legen aber dabei einen wunderbaren und anerkanntermassen überraschenden Wandel in ihrem bürgerlichen Leben an den Tag. Dio 5:5 Sie bewohnen jeder sein Vaterland, aber nur wie Beisassen; sie beteiligen sich an allem wie Bürger und lassen sich alles gefallen wie Fremde; jede Fremde ist ihnen Vaterland und jedes Vaterland eine Fremde. Dio 5:6 Sie heiraten wie alle andern und zeugen Kinder, setzen aber die geborenen nicht aus. Dio 5:7 Sie haben gemeinsamen Tisch, aber kein gemeinsames Lager. Dio 5:8 Sie sind im Fleische, leben aber nicht nach dem Fleische. Dio 5:9 Sie weilen auf Erden, aber ihr Wandel ist im Himmel. Dio 5:10 Sie gehorchen den bestehenden Gesetzen und überbieten in ihrem Lebenswandel die Gesetze. Dio 5:11 Sie lieben alle und werden von allen verfolgt. Dio 5:12 Man kennt sie nicht und verurteilt sie doch, man tötet sie und bringt sie dadurch zum Leben, Dio 5:13 Sie sind arm und machen viele reich; sie leiden Mangel an allem und haben doch auch wieder an allem Überfluss, Dio 5:14 Sie werden missachtet und in der Missachtung verherrlicht; sie werden geschmäht und doch als gerecht befunden. Dio 5:15 Sie werden gekränkt und segnen, werden verspottet und erweisen Ehre, Dio 5:16 Sie tun Gutes und werden wie Übeltäter gestraft; mit dem Tode bestraft, freuen sie sich, als würden sie zum Leben erweckt. Dio 5:17 Von den Juden werden sie angefeindet wie Fremde, und von den Griechen werden sie verfolgt; aber einen Grund für ihre Feindschaft vermögen die Hasser nicht anzugeben. Dio 6:1 Um es kurz zu sagen, was im Leibe die Seele ist, das sind in der Welt die Christen. Dio 6:2 Wie die Seele über alle Glieder des Leibes, so sind die Christen über die Städte der Weit verbreitet. Dio 6:3 Die Seele wohnt zwar im Leibe, stammt aber nicht aus dem Leibe; so wohnen die Christen in der Welt, sind aber nicht von der Welt. Dio 6:4 Die unsichtbare Seele ist in den sichtbaren Leib eingeschlossen; so weiss man zwar von den Christen, dass sie in der Weit sind, aber ihre Religion bleibt unsichtbar. Dio 6:5 Das Fleisch hasst und bekämpft die Seele, die ihm kein. Leid antut, bloss weil es von ihr gehindert wird, seinen Lüsten zu frönen; ebenso hasst die Welt die Christen, die ihr nichts zuleide tun, nur weil sie sich ihren Lüsten widersetzen. Dio 6:6 Die Seele liebt das ihr feindselige Fleisch und die Glieder; so lieben auch die Christen ihre Hasser, Dio 6:7 Die Seele ist zwar vom Leibe umschlossen, hält aber den Leib zusammen; so werden auch die Christen von der Welt gleichsam in Gewahrsam gehalten, aber gerade sie halten die Welt zusammen Dio 6:8 Unsterblich wohnt die Seele im sterblichen Gezelte; so wohnen auch die Christen im Vergänglichen, erwarten aber die Unvergänglichkeit im Himmel. Dio 6:9 Schlecht bedient mit Speise und Trank, wird die Seele vollkommener; auch die Christen nehmen, wenn sie mit dem Tode bestraft werden, von Tag zu Tag mehr zu. Dio 6:10 In eine solche Stellung hat Gott sie versetzt, und sie haben nicht das Recht, dieselbe zu verlassen. Dio 7:1 Denn, wie ich schon sagte (5), nicht als irdische Erfindung wurde ihnen dieses anvertraut und nicht als einen sterblichen Gedanken wollen sie dieses so sorgfältig hüten, auch nicht mit der Verwaltung menschlicher Geheimnisse sind sie betraut; Dio 7:2 sondern der allmächtige Schöpfer und unsichtbare Gott selbst, er hat wahrhaftig die Wahrheit und sein heiliges und unfassbares Wort vom Himmel her unter den Menschen Wohnung nehmen lassen und ihren Herzen eingegründet, indem er nicht, wie man erwarten sollte, den Menschen einen Diener schickte, etwa einen Engel oder einen Fürsten oder einen von denen, die mit der Verwaltung im Himmel betraut sind, sondern den Schöpfer und Bildner des Alls selbst, durch den er die Himmel geschaffen, das Meer in seine Grenzen eingeschlossen hat, dessen Geheimnisse alle Himmelskörper treu bewahren, von dem die Sonne die Masse ihrer Tagesumläufe vorgezeichnet erhielt, nach dessen Befehle der Mond in der Nacht scheint, dem die Sterne gehorchen, welche der Bahn des Mondes folgen, von dem alles geordnet und bestimmt und dem alles unterworfen ist, die Himmel und was im Himmel, die Erde und was auf Erden, das Meer und was im Meere ist, Feuer, Luft, Abgrund, was in den Höhen, was in den Tiefen und was dazwischen ist. Diesen hat er zu ihnen gesandt. Dio 7:3 Etwa, wie ein Mensch denken könnte, zur Gewaltherrschaft, tim Furcht und Schrecken zu verbreiten? Dio 7:4 Keineswegs, sondern in Milde und Sanftmut schickte er ihn, wie ein König einen Königssohn sendet, als einen Gott sandte er ihn, wie einen Menschen zu Menschen sandte er ihn, zur Erlösung schickte er ihn, zur Überzeugung, nicht zum Zwang; denn Zwang liegt Gott ferne. Dio 7:5 Er sandte ihn, um zu rufen, nicht zum Verfolgen; er sandte ihn in Liebe, nicht zum Gerichte. Dio 7:6 Er wird ihn zwar auch noch senden zum Gerichte, und wer wird vor seinem Angesichte bestehen? Dio 7:7 Siehst du nicht, wie sie wilden Tieren vorgeworfen werden, damit sie den Herrn verleugnen, wie sie aber nicht überwunden werden? Dio 7:8 Siehst du nicht, dass, je mehr von ihnen hingerichtet werden, desto mehr die andern an Zahl wachsen? Dio 7:9 Das ist offenbar nicht Menschenwerk, sondern Gotteskraft, das sind Beweise seiner Gegenwart. Dio 8:1 Denn welcher Mensch wusste überhaupt, was Gott ist, ehe er selbst erschien? Dio 8:2 Oder willst du die gehaltlosen und läppischen Erklärungen jener unfehlbaren Philosophen annehmen, von denen die einen sagen, Gott sei Feuer - wohin sie selbst wandern werden, das nennen sie Gott, die andern, er sei Wasser oder ein anderes der von Gott geschaffenen Elemente? Dio 8:3 Freilich könnte, wenn eine von diesen Behauptungen annehmbar wäre, auch ein jedes der übrigen Geschöpfe in gleicher Weise für Gott erklärt werden. Dio 8:4 Aber das ist Blendwerk und Trug von Gauklern. Dio 8:5 Von den Menschen hat keiner Gott gesehen oder erkannt, er selbst hat sich kundgetan. Dio 8:6 Er offenbarte sich aber durch den Glauben, dem allein es gegeben ist, Gott zu schauen. Dio 8:7 Denn Gott, der Herr und Schöpfer des Weltalls, der alles gemacht und mit Ordnung eingerichtet hat, war nicht allein menschenfreundlich, sondern auch langmütig. Dio 8:8 Er war zwar immer ein solcher und ist es und wird es sein, milde und gut, leidenschaftslos und wahrhaft, und er ist allein gut; Dio 8:9 als er aber den grossen und unaussprechlichen Gedanken gefasst hatte, teilte er ihn nur seinem Sohne mit. Dio 8:10 Solange er nun seinen weisen Ratschluss als Geheimnis hei sich behielt und bewahrte, schien es, als oh er sich um uns nicht kümmere und unbesorgt sei; Dio 8:11 als er aber das von Anfang an in Aussicht Genommene durch seinen geliebten Sohn enthüllte und offenbar machte, gewährte er uns alles zusammen, sowohl die Teilnahme an seinen Wohltaten als auch das Schauen und die Einsicht. Wer von uns hätte das jemals erwartet? Dio 9:1 Als er nun bereits alles bei sich mit seinem Sohne geordnet hatte, liess er uns bis zu der nun abgelaufenen Zeit, wie wir es wollten, von ungeordneten Trieben geleitet werden, von Lüsten und Begierden fortgerissen; durchaus nicht etwa aus Freude an unseren Sünden, sondern in Langmut, auch nicht, als hätte er Wohlgefallen an der damaligen Zeit der Ungerechtigkeit, sondern zur Vorbereitung auf die jetzige Zeit der Gerechtigkeit, damit wir, in der damaligen Zeit durch unsere eigenen Werke überführt, dass wir des Lebens unwürdig seien, jetzt durch die Güte Gottes würdig gemacht würden und, nachdem wir den Beweis von unserer eigenen Ohnmacht, in das Reich Gottes einzugehen, geliefert hätten, durch die Kraft Gottes dazu befähigt würden. Dio 9:2 Als aber das Mass unserer Ungerechtigkeit voll und es völlig klar geworden war, dass als ihr Lohn Strafe und Tod uns erwarte, und als der Zeitpunkt gekommen war, den Gott vorausbestimmt hatte, um fortan seine Güte und Macht zu offenbaren, - o überschwengliche Menschenfreundlichkeit und Liebe Gottes! - da hasste und verstiess er uns nicht und gedachte nicht des Bösen, sondern war langmütig und geduldig und nahm aus Erbarmen selbst unsere Sünden auf sich; er selbst gab den eigenen Sohn als Lösepreis für uns, den Heiligen für die Unheiligen, den Unschuldigen für die Sünder, den Gerechten für die Ungerechten, den Unvergänglichen für die Vergänglichen, den Unsterblichen für die Sterblichen. Dio 9:3 Denn was anders war imstande, unsere Sünden zu verdecken als seine Gerechtigkeit? Dio 9:4 In wem konnten wir Missetäter und Gottlose gerechtfertigt werden, wenn nicht allein im Sohne Gottes? Dio 9:5 Welch süsser Tausch, welch unerforschliches Walten, welch unverhoffte Wohltat, dass die Ungerechtigkeit vieler in einem Gerechten verborgen würde und die Gerechtigkeit eines einzigen viele Sünder rechtfertige! Dio 9:6 Nachdem er also in der früheren Zeit die Ohnmacht unserer Natur, zum Leben zu gelangen, dargetan hatte, zeigte er jetzt, dass der Erlöser Macht habe, auch das Ohnmächtige zu retten; durch beides aber wollte er uns zum Glauben an seine Güte bringen, ihn anzusehen als Ernährer, Vater, Lehrer, Ratgeber, Arzt, Geist, Licht, Ehre, Ruhm, Kraft und Leben, und für Kleidung und Nahrung nicht ängstlich zu sorgen. Dio 10:1 Trägst auch du nach diesem Glauben Verlangen, so lerne zuerst den Vater kennen. Dio 10:2 Denn Gott hat die Menschen geliebt; ihretwegen schuf er die Welt, ihnen unterwarf er alles auf Erden, ihnen gab er Rede, ihnen Vernunft; ihnen allein gestattete er, aufwärts zu ihm zu blicken; sie gestaltete er nach seinem Ebenbilde, ihnen sandte er seinen eingeborenen Sohn, ihnen verhiess er das Himmelreich und wird es geben denen, die ihn lieben. Dio 10:3 Von welcher Freude aber glaubst du wohl erfüllt zu werden, wenn du ihn erkannt hast? Oder wie wirst du den lieben, der dich so zuvor geliebt hat? Dio 10:4 Liebst du ihn aber, so wirst du auch ein Nachahmer seiner Güte sein. Und wundere dich nicht, dass ein Mensch Nachahmer Gottes sein kann; er kann es, weil er Gott es will. Dio 10:5 Denn das Glück besteht nicht darin, dass man über seine Nebenmenschen herrscht oder mehr haben will als die Schwächern, auch nicht darin, dass man reich ist und die Niedrigem unterdrückt; in solchen Dingen kann niemand Gott nachahmen, sie liegen ausserhalb seiner Majestät, Dio 10:6 Wer dagegen die Last seines Nächsten auf sich nimmt, wer dem Schwächern helfen will in den Stücken, in denen er ihm überlegen ist, wer das, was er von Gott empfangen hat, den Bedürftigen spendet, der wird ein Gott für die Empfänger, er ist Gottes Nachahmer. Dio 10:7 Dann wirst du, auf Erden lebend, schauen, dass ein Gott im Himmel waltet; dann wirst du Gottes Geheimnisse zu reden anfangen; dann wirst du die, welche zum Tode geführt werden, weil sie Gott nicht verleugnen wollen, lieben und bewundern; dann wirst du die Täuschung und Irrung der Welt verachten, wenn du wahrhaft im Himmel zu leben verstehst, wenn du den scheinbaren Tod hienieden verachtest, wenn du den wirklichen Tod fürchtest, der denen vorbehalten ist, die zum ewigen Feuer verurteilt werden sollen, das die ihm überlieferten bis ans Ende peinigen wird. Dio 10:8 Dann wirst du die, welche sich um der Gerechtigkeit willen dem zeitlichen Feuer unterziehen, bewundern und seligpreisen, wenn du jenes Feuer kennst. Dio 11:1 Nicht Fremdartiges predige ich und stelle keine vernunftwidrigen Untersuchungen an, sondern nachdem ich Schüler der Apostel geworden bin, werde ich Lehrer der Heiden und biete das Überlieferte in rechter Weise solchen dar, die Schüler der Wahrheit werden. Dio 11:2 Denn welcher Mensch, der rechtgläubig unterwiesen und dem Logos befreundet geworden ist, hat nicht das Bestreben, klar zu erfassen, was durch den Logos den Jüngern deutlich gezeigt wurde, denen der Logos, als er sichtbar erschienen war, es offenbarte, indem er freimütig zu ihnen redete? Von den Ungläubigen wurde er zwar nicht begriffen, zu den Jüngern aber redete er deutlich, die, als Gläubige von ihm erkannt, die Geheimnisse des Vaters kennen lernten. Dio 11:3 Deswegen sandte er den Logos, damit er der Welt erschiene, der von seinem Volke missachtet, von den Aposteln gepredigt und von den Heiden gläubig aufgenommen wurde. Dio 11:4 Dieser ist es, der von Anfang an war, als ein Neuer erschien und als der Alte erfunden wurde, der immerfort neu in den Herzen der Heiligen geboren wird. Dio 11:5 Er ist der Ewige, von dem es heisst, er sei heute der Sohn; durch ihn wird die Kirche bereichert und die Gnade, die sich in den Heiligen entfaltet, vermehrt, die da Verständnis gewährt, Geheimnisse erschliesst, Zeiten ankündigt, sich an den Gläubigen erfreut, sich den Suchenden mitteilt, jenen nämlich, von denen die Gelöbnisse des Glaubens nicht gebrochen und die von den Vätern gesteckten Grenzen nicht überschritten werden. Dio 11:6 Dar :1 die Gesetzes furcht gepriesen, die Prophetengabe erkannt, der Glaube der Evangelien gefestigt und die Überlieferung der Apostel bewahrt; es frohlockt die Gnade der Kirche. Dio 11:7 Wenn du diese nicht betrübst, wirst du erkennen, was der Logos verkündet, durch wen und wann er will. Dio 11:8 Denn was wir nach dem Willen des gebietenden Logos mühsam auszudrücken bewogen wurden, das teilen wir euch mit aus Liebe zu dem Geoffenbarten. Dio 12:1 Wenn ihr darauf achtet und es mit Eifer anhöret, werdet ihr inne werden, was Gott denen bietet, die ihn in rechter Weise lieben, die ihr geworden seid ein Paradies der Wonne und in euch aufsprossen lasset einen herrlich blühenden, fruchtbeladenen Baum, mit allerlei Früchten geschmückt. Dio 12:2 An diesem Orte nämlich ist ein Baum der Erkenntnis und ein Baum des Lebens gepflanzt; aber nicht der Baum der Erkenntnis tötet, sondern der Ungehorsam. Dio 12:3 Denn nicht ohne tiefern Sinn ist, was geschrieben steht, dass Gott am Anfange einen Baum der Erkenntnis und einen Baum des Lebens in der Mitte des Paradieses pflanzte: durch Erkenntnis hat er das Leben angedeutet; weil die Stammeltern von ihr keinen lautem Gebrauch machten, wurden sie durch Betrug der Schlange entblösst. Dio 12:4 Denn weder gibt es Leben ohne Erkenntnis, noch sichere Erkenntnis ohne wahres Leben; deshalb sind beide nebeneinander gepflanzt worden. Dio 12:5 Im Hinblick auf die Macht dieser Verbindung tadelt der Apostel die Erkenntnis, die ohne Wahrheit der Anwendung aufs Leben geübt wird, und sagt: Die Wissenschaft bläht auf, die Liebe aber erbaut. Dio 12:6 Denn wer etwas zu wissen glaubt ohne wahre Erkenntnis, der auch das Leben Zeugnis gibt, der hat keine wirkliche Erkenntnis und wird von der Schlange irregeführt, weil er das Leben nicht liebte. Wer aber mit Furcht erkennt und Leben sucht, der pflanzt auf Hoffnung in Erwartung der Frucht Dio 12:7 Möge dir das Herz Erkenntnis und das wahre, tieferfasste Wort sein. Dio 12:8 Wenn du davon Holz trägst und Frucht nimmst, wirst du immerdar ernten, was bei Gott wohlgefällig ist, was die Schlange nicht berührt und kein Betrug entstellt; da wird Eva nicht verführe, sondern als Jungfrau bewahrt; Dio 12:9 ei zeigt sich das Heil, die Apostel erhalten Einsicht, des Herrn Pascha kommt heran, Kerzen werden zusammengebracht und schmuckvoll geordnet, und der die Heiligen lehrende Logos freut sich, durch den der Vater verherrlicht wird; ihm sei die Ehre in Ewigkeit! Amen. IEp 1:1 Ignatius, der auch Theophorus (heisst), entbietet vielmals Gruss in Jesus Christus und in vollkommener Freude der mit Recht überglücklichen Kirche von Ephesus in (Klein-) Asien, die gesegnet ist in der Grösse Gottes des Vaters durch reiche Gnade, die vor allen Zeiten vorherbestimmt ist, auf dass sie immerdar sei zum bleibenden, unveränderlichen Ruhme geeint und auserwählt in wahrem Leiden nach dem Willen des Vaters und Jesu Christi, unseres Gottes. Ich habe aufgenommen in Gott deinen vielgeliebten Namen (= die Gemeinde Ephesus), den ihr erworben habt durch euer gerechtes Wesen gemäss eurem Glauben und eurer Liebe in Christus Jesus, unserem Erlöser; da ihr Nachahmer Gottes seid, habt ihr, im Blute Gottes zu neuem Leben gelangt, das Werk der Bruderliebe vollkommen ausgeübt. IEp 1:2 Denn sobald ihr hörtet, dass ich, gefesselt um des gemeinsamen Namens und gemeinsamer Hoffnung willen, von Syrien her komme, im Vertrauen, durch euer Gebet (unterstützt) in Rom den Kampf mit den wilden Tieren ausfechten zu dürfen, damit ich dadurch es erlangen könne, ein Jünger (Christi) zu sein, da waret ihr eifrig bemüht, mich zu sehen. IEp 1:3 Ich habe also eure ganze Gemeinde im Namen Gottes empfangen in der Person des Onesimus, eines Mannes von unbeschreiblicher Liebe, eures Bischofs im Fleische, den ihr nach Christus - das wünsche ich (am meisten) lieben und dem ihr alle ähnlich sein sollt; denn gepriesen sei der, dessen Huld euch für würdig hielt, einen solchen Bischof zu besitzen. IEp 2:1 Bezüglich meines Mitknechtes Burrus, nach Gottes Willen eures in allen Dingen gepriesenen Diakons, hege ich den Wunsch, dass er (bei mit) bleibe zu eurer und des Bischofs Ehre; auch Krokus, der Gottes und eurer würdig ist, den ich als Zeichen eurer Liebe empfing, hat mich in jeder Hinsicht aufgerichtet, wie auch ihn selbst der Vater Jesu Christi erquicken möge zugleich mit Onesimus Burrus, Euplus und Fronto, durch die ich euch alle der Liebe nach gesehen habe. IEp 2:2 Ich möchte mich immerdar erfreuen an euch, soweit ich dessen würdig bin; daher geziemt es sich, dass ihr in jeder Hinsicht verherrlichet Jesus Christus, der euch verherrlicht hat, damit ihr, in einheitlicher Unterordnung verbunden, in Gehorsam gegen den Bischof und das Presbyterium in allem geheiligt seid. IEp 3:1 Ich gebe euch meine Mahnungen nicht, als ob ich etwas wäre. Denn wenn ich auch um des Namens willen Fesseln trage, so bin ich doch noch nicht vollkommen in Jesus Christus. Ich fange nämlich jetzt erst an mit der Jüngerschaft (Christi) und rede zu euch als zu meinen Mitschülern; denn von euch musste ich (zum Kampfe) gesalbt werden durch Glauben, Ermunterung, Geduld und Langmut. IEp 3:2 Aber weil mich die Liebe nicht schweigen lässt, wenn's euch angeht, deshalb habe ich mir vorgenommen, euch zu ermahnen, dass ihr in Übereinstimmung mit dem Willen Gottes wandelt. Denn auch Jesus Christus, unser untrennbares Leben, ist der Wille des Vaters, wie auch die Bischöfe, die bis an die Grenzen der Welt aufgestellt sind, im Willen Jesu Christi sind. IEp 4:1 Daher ziemt es sich für euch, dem Willen des Bischofs entsprechend zu wandeln, wie ihr es auch tut. Denn euer ehrwürdiges Presbyterium, seines Gottes wert, ist so mit dem Bischof verbunden, wie die Saiten mit der Zither. Deshalb erklingt Jesu Christi Lied in eurer Eintracht und einmütigen Liebe. IEp 4:2 Aber auch die einzelnen sollen einen Chor bilden, damit ihr in Eintracht zusammenstimmet, in Einigkeit die Melodie Christi auffasset und mit einer Stimme durch Jesus Christus dem Vater (lob)singet, auf dass er euch höre und aus euren guten Werken erkenne, dass ihr Glieder seid seines Sohnes. Es ist also gut, dass ihr in vollendeter Eintracht lebet, damit ihr auch an Gott allezeit Anteil habet. IEp 5:1 Wenn nämlich ich in so kurzer Zeit zu eurem Bischof in so enge Beziehung getreten bin, die nicht menschlich, sondern geistig ist, um wieviel mehr muss ich euch glücklich preisen, die ihr (ihm) so fest verbunden seid, wie die Kirche mit Jesus Christus und wie Jesus Christus mit dem Vater, damit alles in Eintracht zusammenstimme? IEp 5:2 Keiner lasse sich irre führen: Wer nämlich nicht innerhalb der Opferstätte ist, der kommt um das Brot Gottes. Wenn nämlich das Gebet eines einzigen oder zweier (Menschen) eine solche Kraft hat, um wieviel mehr das Gebet des Bischofs und der ganzen Gemeinde? IEp 5:3 Wer also nicht zur Versammlung kommt, der ist schon von Hochmut besessen und hat sich selbst gerichtet. Denn es steht geschrieben: "Den Hochmütigen widersteht Gott", Hüten wir uns also davor, mit dem Bischof uns zu entzweien, damit wir im Gehorsam gegen Gott verharren. IEp 6:1 Und je mehr einer sieht, dass der Bischof schweigt (nicht tadelt), um so mehr Achtung soll er vor ihm haben; jeden nämlich, den der Herr des Hauses schickt zur Verwaltung seines Hauses, den müssen wir so aufnehmen wie den Sendenden selbst. Daher ist es klar, dass wir den Bischof so ansehen müssen wie den Herrn selbst. IEp 6:2 Nun Ist Onesimus selbst voller Lob über euer Wohlverhalten in Gott, dass ihr nämlich alle der Wahrheit gemäss lebet und sich keine Irrlehre unter euch eingenistet hat, sondern dass ihr auf keinen mehr höret als auf Jesus Christus, der die Wahrheit redet. IEp 7:1 Es ist nämlich üblich geworden, dass einige in verwerflichem Truge zwar den (Christen-) Namen zur Schau tragen, aber andere Dinge tun, die Gottes unwürdig sind; diesen müsst ihr ausweichen wie wilden Tieren. Das sind nämlich wütende Hunde, die heimlich beissen; vor diesen müsst ihr euch hüten, da sie (ihre Bisse) schwer zu heilen sind. IEp 7:2 Einer ist der Arzt, fleischlich sowohl als geistig, geboren und ungeboren, im Fleische wandelnd ein Gott, im Tode wahrhaftiges Leben, sowohl aus Maria als aus Gott, zuerst leidensfähig, dann leidensunfähig, Jesus Christus unser Herr. IEp 8:1 Keiner soll daher euch verführen, wie ihr euch auch nicht verführen lasset; denn ihr gehöret ganz Gott. Wenn nämlich kein Streit bei euch eingedrungen ist, der euch quälen könnte, dann lebt ihr fürwahr Gott gemäss. Ein Sühnopfer für euch bin ich und werde auch geweiht für euch Epheser, die weitberühmte Kirche für ewige Zeiten. IEp 8:2 Die Fleischlichen können das Geistige nicht tun noch die Geistigen das Fleischliche, so wenig wie der Glaube die Werke des Unglaubens oder der Unglaube die des Glaubens. Aber auch was ihr dem Fleische nach tut, ist geistig; denn ihr tut alles in Jesus Christus. IEp 9:1 Ich habe erfahren, dass einige von dort wieder abziehen mussten, weil sie eine schlechte Lehre hatten; ihr liesset sie ihre Saat bei euch nicht ausstreuen, indem ihr eure Ohren verstopftet, damit ihr die von ihnen ausgestreute Saat nicht aufnähmet, als Bausteine für den Tempel des Vaters, zubereitet für den Bau Gottes des Vaters, in die Höhe gehoben durch das Hebewerk Jesu Christi, welches ist das Kreuz, während euch als Seil diente der Heilige Geist; euer Glaube ist euer Führer nach oben, die Liebe der Weg, der zu Gott emporführt. IEp 9:2 Ihr seid also alle Weggenossen, Gottesträger und Tempelträger, Christusträger, Heiligenträger, in allen Stücken geschmückt mit den Geboten Jesu Christi; ich frohlocke auch über euch, da ich gewürdigt worden bin, durch diesen Brief mit euch zu reden und mich mit euch zu freuen, weil ihr entsprechend einem anderen (das ist nicht fleischlichen) Leben nichts liebet als Gott allein. IEp 10:1 Auch für die anderen Menschen betet ohne Unterlass. Denn auch in ihnen lebt die Hoffnung auf Umkehr, damit sie zu Gott gelangen. Gestattet ihnen daher wenigstens soviel, dass sie aus euren Werken lernen. IEp 10:2 Gegen die Ausbrüche ihres Zornes seid milde, gegen ihre prahlerischen Reden bescheiden, ihren Lästerungen stellt euer Gebet gegenüber, gegen ihre Verirrungen seid stark im Glauben gegen ihr ungestümes Auftreten seid sanft und hütet euch, ihnen nachzuahmen. IEp 10:3 Als ihre Brüder sollen wir erfunden werden durch unsere Nachgiebigkeit; wir wollen uns befleissen, Nachahmer des Herrn zu sein; wer wurde mehr beleidigt, mehr beraubt, mehr missachtet als er? Auf dass niemand unter euch als Pflänzlein des Teufels erfunden werde, sondern dass ihr in aller Reinheit und Mässigung in Jesus Christus verbleibet fleischlich und geistig. IEp 11:1 Die letzten Zeiten sind da; deshalb wollen wir auf der Hut sein und Furcht haben vor Gottes Langmut, dass sie uns nicht zum Gerichte werde. Entweder müssen wir Furcht haben vor dem kommenden Zorn oder die gegenwärtige Gnade lieben, eins von beiden, nur dass wir in Christus Jesus erfunden werden zum wahren Leben. IEp 11:2 Nichts gewinne euer Wohlgefallen ausser ihm, in dem ich die Fesseln herumtrage, die geistigen Edelsteine, in denen mir die Auferstehung zukommen möge durch euer Gebet, dessen ich immer teilhaftig sein möchte, damit ich erfunden werde in den Reihen der Epheser, der Christen, die auch mit den Aposteln immer zusammengestimmt haben in der Kraft Jesu Christi. IEp 12:1 Ich weiss, wer ich bin und wem ich schreibe. Ich bin verurteilt, ihr habt Gnade gefunden; ich bin in Gefahr, ihr seid gefestigt. IEp 12:2 Ihr seid (= eure Stadt ist) der Durchgangspunkt für die, die (getötet werden, dass sie) zu Gott gelangen, ihr seid die Miteingeweihten des Paulus, der geheiligt, gemartert worden ist, des hochseligen, auf dessen Pfaden ich erfunden werden möchte, wenn ich zu Gott gelange, der in einem ganzen Briefe euer gedenkt in Christus Jesus. IEp 13:1 Befleissiget euch daher, dass ihr häufiger zusammenkommt zur (Feier der) Eucharistie Gottes und zum Lobe. Denn wenn ihr euch oft versammelt, wird die Macht Satans gebrochen, und sein verderblicher Einfluss wird in der Eintracht eures Glaubens aufgehoben. IEp 13:2 Nichts ist besser als Friede, an dem aller Krieg himmlischer und irdischer Mächte abprallt. IEp 14:1 Davon bleibt euch nichts verborgen, wenn ihr vollkommen seid in Glaube und Liebe zu Jesus Christus; denn das ist Anfang und Ende des Lebens. Anfang ist der Glaube, Ende die Liebe. Diese beiden, zur Einheit verbunden, sind Gott! alles übrige, was zum rechten Lebet gehört, folgt aus diesen. IEp 14:2 Keiner, der den Glauben bekennt, sündigt, und keiner, der die Liebe besitzt, hasst. Den Baum erkennt man an seinen Fruchten; so werden die, welche sich zu Christus bekennen, an ihren Werken erkannt werden. Denn jetzt kommt es nicht an auf das Bekenntnis, sondern darauf, dass einer in der Kraft des Glaubens befunden wird bis ans Ende. IEp 15:1 Besser ist schweigen und etwas sein, als reden und nichts sein. Gut ist das Lehren, wenn man tut, was man sagt. Einer nun ist der Lehrer, der "sprach und es geschah", und das, was er schweigend getan hat, ist des Vaters würdig. IEp 15:2 Wer Christi Wort besitzt, kann wahrhaftig auch sein Schweigen vernehmen, damit er vollkommen sei, damit er durch sein Wort wirke und durch sein Schweigen erkannt werde. IEp 15:3 Nichts entgeht dem Herrn, sondern auch unsere Geheimnisse sind nahe bei ihm Deshalb wollen wir alles tun, als ob er in uns wohnte, damit wir seine Tempel seien und er, unser Gott, in uns wohne, wie es auch ist und sich zeigen wird vor unserem Angesicht; deshalb sollen wir ihn auch richtig lieben. IEp 16:1 Lasset euch nicht irre führen, Brüder; die die Ehre eines Hauses schänden, werden das Reich Gottes nicht erben. IEp 16:2 Wenn nun Leute, die dem Fleische nach solches verübten, dem Tode verfallen sind, um wieviel mehr, wenn einer den Glauben Gottes durch schlechte Lehre schändet, für den Jesus Christus gekreuzigt worden ist? Wer sich dadurch befleckt hat, wird in das unauslöschliche Feuer wandern, ebenso der, welcher ihn hört. IEp 17:1 Deshalb nahm der Herr Salbe auf sein Haupt, damit er der Kirche Unverweslichkeit zuwehe. Salbet euch daher nicht mit dem üblen Geruch der Lehre des Fürsten dieser Welt, damit er euch nicht aus dem zu erwartenden Leben weg in die Gefangenschaft führe. IEp 17:2 Warum aber werden wir nicht alle (ohne Ausnahme) verständig, die wir doch die Kenntnis Gottes bekommen haben, das ist Jesus Christus? Warum gehen wir törichterweise verloren, da wir die Gnadengabe verkennen, die uns der Herr wahrhaft gesandt hat? IEp 18:1 Mein Geist ist nur Auskehricht des Kreuzes, welches ist den Ungläubigen ein Ärgernis, uns aber Erlösung und ewiges Leben. Wo ist ein Weiser? Wo ein Forscher? Wo ist die Prahlerei derer, die man Weise nennt? IEp 18:2 Denn unser Gott, Jesus der Christus, wurde von Maria empfangen, nach dem Heilsplan Gottes zwar aus dem Samen Davids, aber vom Heiligen Geiste; er wurde geboren und getauft, damit er durch das Leiden das Wasser reinige. IEp 19:1 Und es blieb dem Fürsten dieser Welt verborgen die Jungfrauschaft Marias und ihr Gebären, ebenso auch der Tod des Herrn; drei laut rufende Geheimnisse, die in der Stille Gottes vollbracht wurden. IEp 19:2 Wie wurden sie nun den Zeiten kund? Ein Stern strahlte auf am Himmel, heller als alle Sterne, und sein Licht war unbeschreiblich, und seine Neuheit rief Staunen hervor; alle übrigen Sterne aber samt Sonne und Mond führten einen Reigen auf vor diesem Sterne, und sein Licht überstrahlte alle; und es herrschte Bestürzung darüber, woher diese unter ihnen neue Erscheinung sei. IEp 19:3 Infolgedessen löste jegliche Zauberei sich auf, und jede Fessel der Bosheit ward vernichtet; die Unwissenheit ward weggenommen, das alte Reich ward zerstört, da Gott in Menschengestalt sich offenbarte zur Neuschaffung ewigen Lebens; da nahm seinen Anfang, was bei Gott zubereitet war. Deshalb kam alles in Bewegung, weil die Vernichtung des Todes betrieben wurde. IEp 20:1 Wenn Jesus Christus durch euer Gebet mich würdigt, und es sein Wille ist, werde ich in dem zweiten Briefe, den ich euch zu schreiben vorhabe, euch des weiteren darlegen, was ich begoinen habe über den Heilsplan in Beziehung auf den neuen Menschen Jesus Christus, in seinem Glauben und in seiner Liebe, in seinem Leiden und seiner Auferstehung. IEp 20:2 Ganz besonders (werde ich es tun), wenn der Herr mir offenbart, dass ihr alle Mann für Mann gemeinsam in der Gnade zufolge des Namens euch versammelt in einem Glauben und in Jesus Christus, der dem Fleische nach aus dem Geschlechte Davids stammt, dem Sohne des Menschen und dem Sohne Gottes, auf dass ihr untertänig seid dem Bischof und dem Presbyterium in ungeteilter Gesinnung, ein Brot brechend, das ist ein Heilmittel zur Unsterblichkeit, ein Gegengift, dass wir nicht sterben, sondern leben in Jesus Christus immerdar. IEp 21:1 Meine Seele gebe ich hin für euch und die, welche ihr zu Gottes Ehre nach Smyrna gesandt habt, von wo ich euch schreibe, voll Dank gegen den Herrn, voll Liebe zu Polykarp wie zu euch. Gedenket meiner, wie auch euer Jesus Christus (gedenken möge). IEp 21:2 Betet für die Kirche in Syrien, von wo ich gefesselt nach Rom weggeführt werde, der ich der letzte bin von den dortigen Gläubigen, wie ich ja gewürdigt wurde, zur Ehre Gottes erfunden zu werden. Lebet wohl in Gott dem Vater und in Jesus Christus, unserer gemeinsamen Hoffnung. IMg 1:1 Ignatius, der auch Theophorus (heisst), an die Kirche zu Magnesia am Mäander, die gesegnet ist durch die Gnade Gottes des Vaters in Christus Jesus, unseren Heiland, in dem ich sie grüsse und ihr in Gott Vater und in Jesus Christus alles Gute wünsche. Da ich von eurer in Gott gar wohlgeordneten Liebe erfuhr, nahm ich mir voll Freude vor, im Glauben an Jesus Christus einige Worte an euch zu richten. IMg 1:2 Da ich nämlich des Gott wohlgefälligsten Namens gewürdigt wurde, so preise ich in den Ketten, die ich trage, die Kirchen und wünsche ihnen die Einheit mit dem Fleische und Geiste Jesu Christi, unseres immerwährenden Lebens, die Einheit des Glaubens und der Liebe, über die nichts geht, und was noch wichtiger ist, die Einheit mit Jesus und dem Vater. Denn falls wir in ihm allen Übermut des Fürsten dieser Welt ertragen und meiden, werden wir Gottes teilhaftig werden. IMg 2:1 Da ich nun gewürdigt wurde, euch zu sehen in eurem Gottes würdigen Bischof Damas, in den ehrwürdigen Presbytern Bassus und Apollonius and in meinem Mitknechte, dem Diakon Zotion, an dem ich mich erfreuen möchte, weil er untertan ist dem Bischof, als einer Gnade Gottes und dem Presbyterium als einem Gesetz Jesu Christi .... IMg 3:1 Es ziemt euch aber, das jugendliche Alter des Bischofs nicht auszunützen, sondern entsprechend der Macht Gottes des Vaters jegliche Ehrfurcht ihm zu erzeigen, wie ich erfahren habe, dass auch die heiligen Presbyter seine offenbar in jugendlichem Alter erfolgte Erhebung nicht missbrauchen, sondern als in Gott verständige Männer in Übereinstimmung mit ihm wandeln, doch nicht mit ihm, sondern mit dem Vater Jesu Christi, dem Bischof aller. IMg 3:2 Zur Ehre dessen nun, der uns erwählt hat, ziemt es sich, ohne jede Heuchelei gehorsam zu sein; denn man täuscht nicht diesen sichtbaren Bischof, sondern man spottet über den unsichtbaren. Ein solches Handeln aber bezieht sich nicht auf das Fleisch, sondern auf Gott, der das Verborgene weiss. IMg 4:1 So ziemt es sich denn also, nicht bloss Christ zu heissen, sondern auch zu sein; wie es ja auch Leute gibt, welche den Bischof zwar so nennen, aber alles ohne ihn tun. Diese scheinen mir aber kein gutes Gewissen zu haben, weil sie nicht zuverlässig dem Gebote gemäss ihre Versammlungen halten. IMg 5:1 Da nun die Dinge ein Ziel haben und zweierlei zugleich uns vorgelegt ist, der Tod und das Leben, so wird auch jeder an seinen besonderen Ort gelangen; IMg 5:2 wie es ja auch zwei Münzen gibt, nämlich eine Münze Gottes und eine dieser Welt; und zwar trägt jede derselben ihr eigenes Gepräge an sich: die Ungläubigen das Gepräge dieser Welt, die Gläubigen aber in Liebe das Gepräge Gottes des Vaters durch Jesus Christus, dessen Leben nicht in uns ist, wenn wir nicht selbst durch ihn bereit sind, auf sein Leiden hin zu sterben .... IMg 6:1 Da ich nun in den genannten Personen die ganze Gemeinde im Glauben sah und lieb gewann, ermahne ich euch: Befleissiget euch, alles zu tun in der Eintracht Gottes, da der Bischof den Vorsitz führt an Stelle Gottes, die Presbyter an Stelle des Apostelkollegiums, und die Diakonen, die ich gar sehr liebe, mit dem Dienste Jesu Christi betraut sind, welcher von Ewigkeit beim Vater war und am Ende (der Zeiten) erschienen ist. IMg 6:2 Nehmet also alle gottgefällige Sitte an, gebet einander nach, und keiner sehe in fleischlicher Weise nach dem Nächsten, sondern liebet einander in Jesus Christus allezeit. Nichts sei unter euch, das imstande wäre, euch zu spalten, seid vielmehr eins mit dem Bischof und mit den Vorgesetzten zum Vorbild und zur Lehre der Unvergänglichkeit. IMg 7:1 Wie nun der Herr, da er mit ihm eins ist, ohne den Vater nichts getan hat, weder durch sich selbst noch durch die Apostel, so sollt auch ihr ohne den Bischof und die Presbyter nichts tun; auch sollt ihr nicht versuchen, etwas auf eigene Faust als richtig erscheinen zu lassen, sondern bei eurer Versammlung sei ein Gebet, eine Bitte, ein Sinn, eine Hoffnung in Liebe, in untadeliger Freude, das ist Jesus Christus, im Vergleich zu dem es gar nichts Besseres gibt. IMg 7:2 Kommet alle zusammen wie in einen Tempel Gottes, wie zu einem Altare, zu dem einen Jesus Christus, welcher von einem Vater ausging und bei dem einen blieb und zu ihm zurückgekehrt ist. IMg 8:1 Lasset euch nicht verführen durch die falschen Lehren und die alten Sagen, die nichts nützen; denn wenn wir bis jetzt nach dem Judentum leben, gestehen wir zu, dass wir die Gnade nicht empfangen haben. IMg 8:2 Denn die gotterleuchtetsten Propheten haben nach Christus Jesus gelebt. Deshalb wurden sie auch verfolgt, begeistert von seiner Gnade, auf dass die Ungläubigen volle Gewissheit bekämen, dass es einen Gott gibt, der sich geoffenbart hat durch Jesus Christus, seinen Sohn, der sein nicht in der Stille ausgegangenes ewiges Wort ist und in allem dem wohlgefallen hat, der ihn gesandt hat. IMg 9:1 Wenn nun die nach dem alten Brauche lebten, umgekehrt zur neuen Hoffnung gelangt sind, indem sie nicht mehr den Sabbat halten, sondern ihr Leben nach dem Sonntag richten, an dem auch unser Leben auf gesprosst ist durch ihn und seinen Tod - was einige leugnen - ein Geheimnis, durch das wir den Glauben erhielten und wegen dessen wir ausharren, damit wir uns ausweisen als Schüler Jesu Christi, unseres einzigen Lehrers; IMg 9:2 wie werden wir leben können ohne ihn, dessen Schüler im Geiste sogar die Propheten waren, und den sie als ihren Lehrer erwarteten? Und deshalb ist er, den sie in Gerechtigkeit erwarteten, euch erschienen und hat sie von den Toten erweckt. IMg 10:1 Seien wir daher nicht unempfänglich gegen seine Huld! Wenn er nämlich unsere Handlungsweise nachahmt, dann sind wir schon dahin. Deshalb wollen wir, nachdem wir seine Schüler geworden sind, lernen, dem Christentum gemäss zu leben. Denn wer sich nach einem anderen Namen nennt ausser diesem, der ist nicht Gottes. IMg 10:2 Schaffet also weg den schlechten Sauerteig, der veraltet und versauert ist, und wandelt euch um in einen neuen Sauerteig, der ist Jesus Christus. In ihm sollet ihr gesalzen werden, damit keiner unter euch verderbe (durch Fäulnis), da ihr nach dem Geruche werdet überführt werden. IMg 10:3 Es ist nicht am Platze, Jesus Christus im Munde zu führen und nach dem Judentum zu leben. Denn der Glaube des Christentums führte nicht zum Judentum, sondern das Judentum zum Christentum, zu dem jegliche an Gott gläubige Zunge geführt worden ist. IMg 11:1 Das schreibe ich euch nicht, meine Geliebten, weil ich wusste, dass Leute mit solcher Anschauung unter euch sind, sondern, selbst geringer als ihr, wünsche ich, dass ihr vorsichtig seid, damit ihr nicht in die Angelhaken leeren Glaubens geratet; vielmehr wünsche ich euch gefestigt im Glauben an die Geburt, das Leiden und die Auferstehung, die geschah, als Pontius Pilatus Landpfleger war; wahrhaft und sicher vollbracht von Jesus Christus, unserer Hoffnung, um die keiner von euch gebracht werden möge. IMg 12:1 An euch möchte ich immer meine Freude haben, wenn ich dessen würdig bin. Denn wenn ich auch gefesselt bin, so kann ich doch nicht aufkommen gegen einen von euch, die ihr keine Fesseln traget. Ich weiss, dass ihr nicht aufgebläht werdet; denn ihr traget Jesus Christus in euch; vielmehr weiss ich, wenn ich euch lobe, gehet ihr in euch, wie geschrieben steht: "Der Gerechte ist sein eigener Ankläger". IMg 13:1 Gebet euch Mühe, in den Lehren des Herrn und der Apostel gefestigt zu werden, damit ihr in allem, was ihr tuet, das Richtige treffet für Fleisch und Geist, Glaube und Liebe im Sohne und im Vater und im Geiste, im Anfang und Ende, im Verein mit eurem ehrwürdigsten Bischof und dein schongewundenen geistlichen Kranze eures Presbyteriums und eurer gottgemässen Diakonen. IMg 13:2 Seid untertan eurem Bischof und euch gegenseitig, wie Jesus Christus seinem Vater dem Fleische nach und die Apostel Jesus und dem Vater und dem Geiste, damit Einheit herrsche dem Fleische und dem Geiste nach. IMg 14:1 Überzeugt, dass ihr Gottes voll seid, habe ich euch nur in Kürze zugeredet. Gedenket meiner in euren Gebeten, damit ich Gottes teilhaftig werde, auch der Kirche in Syrien, deren Glied genannt zu werden ich nicht würdig bin; ich bedarf nämlich eures in Gott vereinten Gebetes und eurer Liebe, damit die Kirche in Syrien gewürdigt werde, durch eure Kirche betaut (= erfrischt) zu werden. IMg 15:1 Es grüssen euch die Epheser von Smyrna aus, wo ich euch schreibe; sie sind wie auch ihr zur Ehre Gottes gekommen und haben mich in allen Stücken erquickt, zugleich mit Polykarp, dem Bischof von Smyrna. Auch die übrigen Kirchen grüssen euch zur Ehre Jesu Christi Lebet wohl, die ihr eines Sinnes mit Gott unzerstörbaren Geist besitzet, der ist Jesus Christus. ITr 1:1 Ignatius, der auch Theophorus (heisst), an die von Gott, dem Vater Jesu Christi, geliebte heilige Kirche von Tralles in Kleinasien, der auserwählten und gotteswürdigen, die gefriedet ist im Fleische und im Geiste durch das Leiden Jesu Christi, der unsere Hoffnung ist in der Auferstehung zu ihm hin; sie grüsse ich auch in der (Gnaden-) Fülle, nach Weise der Apostel und wünsche ihr alles Gute. Von eurer tadellosen und in Geduld unverwüstlichen Gesinnung, die euch nicht nur durch Übung, sondern von Natur eignet, habe ich gehört aus dem Berichte des Polybius, eures Bischofs, welcher nach dem Willen Gottes und Jesu Christi in Smyrna war und sich mit mir, der ich in Christus Jesus gefesselt bin, so freute, dass ich in ihm eure ganze Gemeinde erblickte. ITr 1:2 Da ich also durch ihn euer gottgemässes Wohlwollen erfahren durfte, pries ich (Gott), da ich in euch, wie ich erkannt hatte, Nachahmer Gottes fand. ITr 2:1 Solange ihr nämlich eurem Bischof untertan seid wie Jesus Christus, scheint ihr mir nicht nach Menschenart zu leben, sondern nach Jesus Christus, der unseretwegen gestorben ist, damit ihr durch den Glauben an seinen Tod dem Tode entrinnet. ITr 2:2 Daher ist es notwendig -wie ihr es ja haltet -' dass ihr ohne den Bischof nichts tuet, und dass ihr vielmehr auch dem Presbyterium euch füget wie den Aposteln Jesu Christi, unserer Hoffnung, in dem wandelnd wir erfunden werden sollen. ITr 2:3 Auch ist es nötig, dass die Diakonen, welche Geheimnisse Jesu Christi verwalten, auf jede Weise allen genehm seien. Denn sie sind nicht Diener für Speise und Trank, sondern Gehilfen der Kirche Gottes. Daher müssen sie sich vor Anschuldigungen hüten wie vor Feuer. ITr 3:1 Gleicherweise sollen alle die Diakonen achten wie Jesus Christus, wie auch den Bischof als das Abbild des Vaters, die Presbyter aber wie eine Ratsversammlung Gottes und wie einen Bund von Aposteln. Getrennt von diesen kann man von keiner Kirche reden. ITr 3:2 Dass ihr dieses so haltet, davon bin ich überzeugt. Denn ich habe als Abbild eurer Liebe erhalten und habe bei mir euren Bischof, dessen Haltung allein eine starke Lehre und dessen Milde seine Macht ist; ihn achten, glaube ich, auch die Gottlosen. ITr 3:3 Da ich euch liebe, halte ich an mich, obwohl ich ernster hierüber schreiben könnte. Nicht soweit glaubte ich (gehen zu dürfen), dass ich, ein Verurteilter, wie ein Apostel euch befehle. ITr 4:1 Vieles denke ich in Gott, aber ich lege mir Mass auf, damit ich nicht in Uberhebung verloren gehe. Denn jetzt muss ich mich mehr in acht nehmen und darf nicht hören auf solche, die mich aufblähen; denn die (so) zu mir reden, geisseln mich. ITr 4:2 Denn ich liebe zwar das Leiden, aber ich weiss nicht, ob ich würdig bin. Mein eifriges Streben sehen nämlich viele nicht, mir aber setzt es kräftiger zu. Ich brauche also Mässigung, durch die der Fürst dieser Welt zuschanden wird. ITr 5:1 Kann ich euch nicht das Himmlische beschreiben? Ich fürchte aber, es könnte euch, die ihr noch Kinder seid, schädlich sein; verzeihet mir also, damit ihr nicht elend zugrunde gehet, weil ihr es nicht begreifen könnet. ITr 5:2 Denn deshalb, weil ich gefesselt und auch imstande bin, das Himmlische zu erkennen, die Plätze der Engel und die Rangordnung der Herrschaften, das Sichtbare und das Unsichtbare, so bin ich trotzdem noch kein Jünger. Denn es fehlt uns noch viel, dass wir nicht Gottes verlustig werden. ITr 6:1 Ich ermahne euch also, doch nicht ich, sondern die Liebe Jesu Christi; geniesset bloss die christliche Speise, enthaltet euch fremder Kost, das heisst der Irrlehre. ITr 6:2 Denn die, welche sich selbst mit Jesus Christus verknüpfen, damit sie glaubwürdig erscheinen, gleichen denen, die tödliches Gift dem süssen Wein beimischen; das nimmt der Ahnungslose gerne in verderblicher Lust: es ist sein Tod. ITr 7:1 Hütet euch also vor solchen. Das wird bei euch der Fall sein, wenn ihr nicht aufgeblasen seid und euch nicht trennet von Gott Jesus Christus, vom Bischof und von den Vorschriften der Apostel. ITr 7:2 Wer sich innerhalb der Opferstätte befindet, ist rein; wer aber ausserhalb steht, ist nicht rein; das heisst: wer ohne Bischof, ohne Presbyterium und Diakon etwas tut, der ist nicht rein in seinem Gewissen. ITr 8:1 Nicht als ob ich etwas solches bei euch entdeckt hätte (schreibe ich dies); vielmehr will ich euch, meine Geliebten, zum voraus schützen, da ich die Anschläge des Teufels vorhersehe. Nehmet also Sanftmut an und befestigt euch von neuem im Glauben, das bedeutet das Fleisch des Herrn, und in der Liebe, das bedeutet das Blut Jesu Christi. ITr 8:2 Keiner von euch soll etwas haben gegen seinen Nächsten. Gebet den Heiden keinen Anstoss, damit nicht wegen des Unverstandes weniger die ganze Gemeinde Gottes in Verruf komme. Denn wehe dem, der schuld ist, dass wegen nichts bei einigen mein Name gelästert wird. ITr 9:1 Verstopfet daher eure Ohren, sobald euch einer Lehren bringt ohne Jesus Christus, der aus dem Ge, schlechte Davids, der aus Maria stammt, der wahrhaft geboren wurde, ass und trank, wahrhaft verfolgt wurde unter Pontius Pilatus, wahrhaft gekreuzigt wurde und starb vor den Augen derer, die im Himmel, auf der Erde und unter der Erde sind, ITr 9:2 der auch wahrhaft auferweckt wurde von den Toten, da ihn sein Vater auferweckte; denn nach diesem Vorbild wird uns, die wir ihm glauben, sein Vater auch so auferwecken in Christus Jesus, ohne den wir das wahre Leben nicht haben. ITr 10:1 Wenn aber einige Gottlose, das heisst Ungläubige behaupten, es sei nur Schein, dass er (= Jesus Christus) gelitten hat, da sie doch selbst nur Schein sind: warum bin ich dann gefesselt, warum sehne ich mich dann nach dem Kampf mit den wilden Tieren? - Umsonst also sterbe ich. Also rede ich die Unwahrheit über den Herrn. ITr 11:1 Fliehet also die bösen Auswüchse, die tödliche Frucht hervorbringen; wer davon geniesst, wird sogleich sterben. Denn diese sind nicht die Pflanzung des Vaters. ITr 11:2 Denn wenn sie es wären, dann würden sie als Äste des Kreuzes sich zeigen, und dann wäre ihre Frucht unvergänglich; durch diese nämlich ruft er euch zu sich in seinem Leiden, die ihr seine Glieder seid. Unmöglich kann ein Kopf geboren werden ohne die Glieder, da Gott (die) Einheit verspricht, was er selbst ist. ITr 12:1 Ich grüsse euch von Smyrna aus zugleich mit den Kirchen Gottes, die bei mir sind, die mich in jeder Hinsicht erquickt haben, dem Fleische und dem Geiste nach. ITr 12:2 Meine Fesseln, die ich um Jesu Christi willen trage, voll Sehnsucht, Gottes teilhaftig zu werden, meine Fesseln mahnen euch: verharret in eurer Eintracht und im gemeinsamen Gebet. Denn für jeden einzelnen aus euch, vornehmlich aber für die Presbyter gehört es sich, dem Bischof Freude zu machen zur Ehre des Vaters, Jesu Christi und der Apostel. ITr 12:3 Ich wünsche, dass ihr in Liebe mich anhöret, damit ich mit meinem Schreiben nicht zum Zeugnis sei wider euch. Betet auch für mich, der ich eurer Liebe bedarf bei der Erbarmung Gottes, damit ich des Anteils gewürdigt werde, den zu erlangen mir gar sehr angelegen ist, damit ich nicht unwert befunden werde. ITr 13:1 Es grüsst euch die Liebe (= Gemeinde) der Smyrnäer und Epheser. Gedenket in euren Gebeten der Kirche in Syrien, der anzugehören ich, der geringste von ihnen, nicht würdig bin. ITr 13:2 Lebet wohl in Jesus Christus, im Gehorsam gegen den Bischof wie gegen (Gottes) Gebot, im Gehorsam gleicherweise gegen das Presbyterium. Und liebet alle einander in ungeteiltem Herzen. ITr 13:3 Meine Seele opfert sich für euch nicht nur jetzt, sondern auch wenn ich zu Gott gelangt bin. Noch bin ich nämlich in Gefahr; aber der Vater ist getreu in Jesus Christus, mein und euer Gebet zu erhören; in ihm möget ihr ohne Tadel erfunden werden. Ich habe mich gar sehr mit euch gefreut in unserem Herrn Jesus Christus, dass ihr die Abbilder der wahren Liebe aufgenommen und dass ihr, wie es sich für euch gehört, das Geleite gegeben habt denen, die mit Banden gefesselt sind, die den Heiligen zustehen und die ein Schmuck sind der wahrhaft von Gott und unserem Herrn Auserwählten; IRo 1:1 Ignatius, der auch Theophorus (heisst), an die Kirche, die Gottes Barmherzigkeit erfahren in der Herrlichkeit des höchsten Vaters und Jesu Christi, seines einzigen Sohnes, die geliebt und erleuchtet ist im Willen dessen, der alles Seiende gewollt hat, gemäss der Liebe Jesu Christi, unseres Gottes, die auch den Vorsitz führt am Orte des römischen Bezirkes, die Gottes würdig, ehrwürdig, preiswürdig, lobwürdig, des Erfolges würdig, keusch und Vorsteherin ist des Liebesbundes, die das Gesetz Christi hat, des Vaters Namen führt, die ich auch grüsse im Namen Jesu Christi, des Sohnes des Vaters; denen, die dem Fleische und dem Geiste nach eins sind in jeglichem Gebot desselben, die unzertrennlich erfüllt sind mit der Gnade Gottes und völlig gereinigt sind von jeglicher fremden Farbe, sage ich herzlichen, vollkommenen Gruss in Jesus Christus, unserem Gott. Durch mein Gebet habe ich es bei Gott erlangt, euer gottwürdiges Angesicht zu schauen; wie ich auch sehr um dieses Glück gefleht habe: denn gefesselt in Christus Jesus, hoffe ich euch zu begrüssen, wofern es (sein) Wille ist, dass er mich würdigt, ans Ziel zu gelangen. IRo 1:2 Der Anfang hat sich nämlich gut gestaltet, wenn ich die Gnade bekomme dazu, dass ich mein Los unbehindert erlange. Ich fürchte mich nämlich vor eurer Liebe, sie möchte mir zum Schaden sein. Euch geht leicht, was ihr tun wollt; mir aber geht es schwer, Gottes teilhaftig zu werden, wenn ihr nicht schonende Rücksicht auf mich nehmet. IRo 2:1 Denn mein Wunsch ist es, dass ihr nicht den Menschen, sondern Gott gefallt, wie ihr ihm auch wohlgefällig seid. Denn weder werde ich nochmals eine solche Gelegenheit, zu Gott zu kommen, finden, noch werdet ihr, wenn ihr schweiget, auf bessere Werke euren Namen setzen können. Denn wenn ihr von mir schweiget, bin ich Gottes Wort; wenn ihr aber mein (Leben im) Fleisch liebet, werde ich wieder bloss ein (leerer) Schall sein. IRo 2:2 Erweiset mir damit den grössten Gefallen, dass ich Gott geopfert werde, solange der Altar noch bereit steht, auf dass ihr in Liebe einen Chor bildet und dem Vater lobsinget in Christus Jesus, weil Gott den Bischof von Syrien zu finden sich gewürdigt hat und ihn vom Osten nach dem Westen sich herbeigeholt hat. Es ist schön, von der Welt unterzugehen zu Gott, damit ich bei ihm auferstehe. IRo 3:1 Ihr seid nie auf jemand neidisch gewesen; andere habt ihr belehrt. Ich wünsche, dass, was ihr gelehrt und eingeschärft habt, auch fest haften bleibe. IRo 3:2 Erflehet mir nur Kraft nach innen und nach aussen, damit ich nicht nur rede, sondern auch wolle, damit ich nicht nur Christ heisse, sondern auch als solchen mich erweise. Wenn ich nämlich (als solcher) erfunden werde, dann kann ich auch so genannt werden, und dann kann ich getreu sein, wenn ich für die Welt nicht mehr zu sehen bin. IRo 3:3 Nichts ist gut, was (hier) sichtbar ist. Denn unser Gott Jesus Christus erscheint viel herrlicher, seitdem er wieder beim Vater ist. Das Christentum ist nicht das Werk der Überredung, sondern der (inneren) Grösse, solange es von der Welt gehasst wird. IRo 4:1 Ich schreibe an alle Kirchen und teile allen mit, dass ich gerne für Gott sterbe, wenn ihr es nicht verhindert. Ich flehe zu euch, dass euer Wohlwollen mir keine Schwierigkeit bereite. Lasst mich eine Speise der wilden Tiere werden; durch sie ist es mir möglich, zu Gott zu kommen. Brotkorn Gottes bin ich, und durch die Zähne der Tiere werde ich gemahlen, damit ich als reines Brot Christi erfunden werde. IRo 4:2 Lieber schmeichelt den Tieren, damit sie mir zum Grabe werden und nichts von meinem Körper übrig lassen, auf dass ich niemand lästig falle, wenn ich entschlafen bin. Dann werde ich wahrhaft Jesu Christi Jünger sein, wenn die Welt auch meinen Leib nicht mehr sieht. Betet für mich zu Christus, auf dass ich durch diese Werkzeuge als Opfer für Gott erfunden werde. IRo 4:3 Nicht wie Petrus und Paulus befehle ich euch. Jene waren Apostel, ich bin ein Verurteilter; jene waren frei, ich bin bis zur Stunde ein Sklave. Aber wenn ich gelitten habe, werde ich Freigelassener Jesu Christi sein und werde in ihm auferstehen, ein Freier. Jetzt lerne ich, in den Fesseln wunschlos zu sein. IRo 5:1 Von Syrien bis nach Rom bestehe ich den Tierkampf zu Wasser und zu Lande, bei Tag und Nacht, gefesselt an zehn Leoparden, das heisst an eine Abteilung Soldaten; diese werden sogar auf empfangene Wohltaten hin noch schlimmer. Unter ihren Unbilden werde ich besser geschult, aber deshalb bin ich nicht gerechtfertigt. IRo 5:2 Freuen will ich mich auf die Tiere, die für mich bereit gehalten werden, und ich bete, dass sie sich scharf gegen mich zeigen; ich will sie noch locken, dass sie mich sogleich aufzehren, nicht dass sie, wie es bei einigen (geschah), aus Furcht nicht anpacken. Und wenn sie widerspenstig sind und nicht wollen, werde ich sie mit Gewalt dazu zwingen. IRo 5:3 Verzeiht mir; was mir zum Vorteil ist, weiss ich. Jetzt fange ich an, ein Jünger zu sein. Nichts möge sich um mich bemühen von dem Sichtbaren noch von dem Unsichtbaren, damit ich zu Jesus Christus gelange. Feuer, Kreuz, Kämpfe mit wilden Tieren, Zerschneidungen, Zerteilungen, Zerschlagen der Gebeine, Verzerrung der Glieder, Zermalmung des ganzen Körpers, des Teufels böse Plagen sollen über mich kommen, nur damit ich zu Jesus Christus gelange. IRo 6:1 Mir werden nichts nützen die Enden der Erde noch die Königreiche dieser Welt. Für mich ist es besser, durch den Tod zu Christus Jesus zu kommen, als König zu sein über die Grenzen der Erde. Ihn suche ich, der für uns gestorben ist; ihn will ich, der unseretwegen auferstanden ist. Mir steht die Geburt bevor. IRo 6:2 Verzeihet mir, Brüder; hindert mich nicht, das Leben zu gewinnen, wollet nicht meinen Tod, gönnet mich, da ich Gottes eigen sein will, nicht der Welt und täuschet (mich) nicht mit Irdischem; lasset mich reines Licht empfangen. Wenn ich dort angelangt bin, werde ich ein Mensch sein. IRo 6:3 Gönnet mir, ein Nachahmer zu sein des Leidens meines Gottes. Wenn ihn jemand in sich hat, so bedenke er, was ich will, und leide mit mir, da er meine Bedrängnis kennt. IRo 7:1 Der Fürst dieser Welt will mich rauben und meinen auf Gott gerichteten Willen verderben. Deshalb darf keiner von euch, die dabei sind, ihm helfen. Ergreifet vielmehr für mich, das heisst für Gott, Partei! Führet nicht Jesus Christus im Munde, während ihr nach der Welt verlangt. IRo 7:2 Neid soll nicht unter euch herrschen. Wenn ich unter euch weilend euch um etwas bitte, gehorchet mir nicht; folget lieber dem, was ich euch schreibe. Lebend nämlich schreibe ich euch, voll Sehnsucht nach dem Tode. Meine Liebe (zur Welt) Ist gekreuzigt, und in mir ist kein Feuer, das nach Sinnlichem (glüht). Aber lebendes Wasser und redendes ist in mir, das im Innern zu mir spricht: Auf zum Vater! IRo 7:3 Ich habe keine Freude an vergänglicher Speise noch auch an den Vergnügungen dieses Lebens. Gottes Brot will ich, das ist das Fleisch Jesu Christi, der aus dem Samen Davids (stammt), und als Trank will ich sein Blut, das unvergängliche Liebe ist. IRo 8:1 Ich will nicht mehr nach Menschenweise leben; dieser Wunsch geht in Erfüllung, wenn ihr wollt. Zeiget (diesen) guten Willen, damit auch ihr guten Willen findet. IRo 8:2 Mit ein paar Buchstaben bitte ich euch: Glaubet mir. Jesus Christus wird dies euch kund tun, dass ich die Wahrheit sage, (er,) der lügenlose Mund, durch den der Vater die Wahrheit gesprochen. IRo 8:3 Betet für mich, dass ich ans Ziel gelange. Nicht dem Fleische nach habe ich euch geschrieben, sondern dem Willen Gottes entsprechend. Wenn ich leide, habt ihr es gut mit mir gemeint; wenn ich verworfen werde, habt ihr mich gehasst. IRo 9:1 Gedenket in eurem Gebete der Kirche von Syrien, deren Hirte an meiner Statt Gott ist. Jesus Christus allein wird ihr Bischof sein und - eure Liebe. IRo 9:2 Ich aber muss mich schämen, zu ihren Mitgliedern zu zählen; denn ich verdiene es nicht, da ich der letzte unter ihnen bin und eine Fehlgeburt; aber durch (Gottes) Erbarmung bin ich etwas, wenn ich zu Gott gelangt hin. IRo 9:3 Meine Seele grüsst euch und die Liebe der Kirchen, die mich aufgenommen haben im Namen Jesu Christi, nicht wie einen (gewöhnlichen) Durchreisenden. Denn auch die, die nicht an meinem Wege - den ich dem Fleische nach mache - liegen, haben mir von Stadt zu Stadt das Geleite gegeben. IRo 10:1 Ich schreibe euch dies von Smyrna aus durch die preiswürdigen Epheser. Es ist bei mir ausser vielen anderen auch Krokus, der mir teure Name. IRo 10:2 Von denen, die vor mir zur Ehre Gottes von Syrien nach Rom gekommen sind, nehme ich an, dass ihr sie erkannt habet; saget ihnen auch, dass ich nicht mehr ferne bin. Alle sind sie nämlich Gottes und eurer würdig; sie in allem zu erquicken, steht euch wohl an. IRo 10:3 Ich schrieb euch dieses am 24. August. Lebet wohl bis ans Ende in der Geduld Jesu Christi! IPh 1:1 Ignatius, der auch Theophorus (genannt wird), an die Kirche Gottes des Vaters und des Herrn Jesu Christi, die in Philadelphia in Asien sich befindet, begnadigt und gefestigt in Eintracht mit Gott, die ohne Aufhören frohlockt im Leiden unseres Herrn und die in seiner Auferstehung vollendet ist in jeglicher Barmherzigkeit, die ich grüsse im Blute Jesu Christi, die meine ewige und bleibende Freude ist, besonders wenn sie eins ist mit ihrem Bischof und seinen Presbytern und den nach Jesu Christi Willen eingesetzten Diakonen, die er nach seinem eigenen Willen in Festigkeit gestärkt hat durch seinen Heiligen Geist. Von diesem Bischof habe ich erfahren, dass er nicht von sich aus und auch nicht durch Menschen noch auch aus Ehrgeiz sein über die Gesamtheit ausgedehntes Amt sich erworben hat, sondern in der Liebe Gottes des Vaters und des Herrn Jesus Christus. Ich staune über seine Zurückhaltung, der durch Schweigen mehr vermag als die, welche Eitles reden. IPh 1:2 Er stimmt nämlich überein mit den Geboten (Gottes) wie die Zither mit den Saiten. Deshalb preise ich von Herzen seine auf Gott gerichtete Gesinnung, die ich als tugendhaft und vollkommen erkannt habe, seine Standhaftigkeit und Sanftmut in jeglicher Milde des lebendigen Gottes. IPh 2:1 Als Kinder des Lichtes der Wahrheit fliehet die Spaltung und die schlimmen Lehren; wo immer der Hirte ist, dorthin folget wie die Schafe. IPh 2:2 Denn viele Wölfe, die vertrauenswürdig (scheinen), fangen durch böse Lust die Gottsucher weg. Wenn ihr aber einig seid, haben diese keinen Erfolg. IPh 3:1 Hütet euch vor den schlimmen Pflanzen, die Jesus Christus nicht anbaut, weil sie keine Pflanzung des Vaters sind; nicht weil ich bei euch eine Spaltung gefunden hätte, vielmehr fand ich Reinigung. IPh 3:2 Denn alle, die Gott und Jesus Christus angehören, stehen auf seiten des Bischofs; und alle, die Busse tun und zur Einheit der Kirche kommen, auch diese werden Gott angehören, damit sie das Leben haben gemäss Jesus Christus. IPh 3:3 Lasset euch nicht irre führen, meine Brüder; wer einem Abtrünnigen (Schismatiker) folgt, wird das Reich Gottes nicht erben; wer in einer falschen Lehre dahinwandelt, der hat keinen Anteil am Leiden (Christi). IPh 4:1 Bemühet euch, nur eine Eucharistie zu feiern; denn es ist nur ein Fleisch unseres Herrn Jesu Christi und nur ein Kelch zur Einigung mit seinem Blute, nur ein Altar, wie nur ein Bischof ist in Verbindung mit dem Presbyterium und (den) Diakonen, meinen Mitknechten, auf dass, was immer ihr tuet, ihr tuet gemäss dem Willen Gottes. IPh 5:1 Meine Brüder, ich bin gar sehr ausgegossen in Liebe zu euch, und in lauter Frohlocken bestärke ich euch; doch nicht ich, sondern Jesus Christus, in dem gefesselt ich gar grosse Besorgnis habe, da ich noch nicht vollendet bin. Aber euer Gebet wird mich vollkommen machen für Gott, auf dass ich das Los erlange, in dem mir Erbarmung zuteil geworden, da ich zum Evangelium meine Zuflucht nahm als zum Fleische Jesu und zu den Aposteln als dem Presbyterium der Kirche. IPh 5:2 Lieben wir aber auch die Propheten, weil auch ihre Lehre auf das Evangelium hingerichtet ist und weil sie auf ihn hoffen und ihn erwarten; im Glauben an ihn sind sie auch gerettet worden, in Einheit mit Jesus Christus verbunden, liebe und bewunderungswürdige Heilige, von Jesus Christus beglaubigt und mitgezählt in dem Evangelium der gemeinsamen Hoffnung. IPh 6:1 Wenn aber bei euch einer judaistische Lehren verkündigt, so höret nicht auf ihn! Denn es ist besser, von einem Beschnittenen das Christentum zu hören, als von einem Unbeschnittenen judaistische Lehren. Wenn aber beide nichts von Jesus Christus reden, dann sind sie für mich wie Grabsäulen und Totenkammern, auf denen nur Namen von Menschen eingeschrieben sind. IPh 6:2 Fliehet also die schlimmen Kunstgriffe und die Arglist des Fürsten dieser Welt, damit ihr nicht durch seinen Plan in Trübsal kommet und in der Liebe schwach werdet; kommet vielmehr alle an einem Orte zusammen in ungeteiltem Herzen. IPh 6:3 Ich danke meinem Gott, dass ich euretwegen ein gutes Gewissen habe und dass keiner, weder heimlich noch öffentlich, damit prahlen kann, dass ich im Kleinen oder im Grossen ihm zur Last gewesen sei. Und allen, zu denen ich gesprochen habe, wünsche ich, sie mögen (meine Worte) nicht aufgenommen haben zum Zeugnis (gegen sich). IPh 7:1 Wenn mich auch einige dem Fleische nach irre führen wollten, so last sich doch der Geist nicht irre führen, da er von Gott ist. Denn er weiss, woher er kommt und wohin er geht, und das Verborgene untersucht er. Ich schrie in ihrer Mitte, ich rief mit lauter Stimme, mit Gottes Stimme: Haltet euch an den Bischof, das Presbyterium und die Diakonen. IPh 7:2 Wenn aber einige vermuteten, ich hätte so gesprochen, weil ich vorher von der Spaltung einiger gehört hätte, so ist mir der, in dem ich die Fesseln trage, Zeuge, dass ich von menschlichem Fleische es nicht wusste. Aber der Geist hatte es mir kund getan, indem er also sprach: Ohne Bischof tuet nichts, euer Fleisch bewahret als einen Tempel Gottes, die Eintracht liebet, die Spaltungen fliehet, werdet Nachahmer Jesu Christi, wie auch er selbst seines Vaters (Nachahmer ist). IPh 8:1 Ich habe nun das Meinige getan als ein Mensch, der zur Einheit veranlagt ist. Wo aber Spaltung herrscht und Erbitterung, da wohnt Gott nicht. Allen Reuigen jedoch vergibt der Herr, wenn sie sich bekehren zur Einheit mit Gott und zur Vereinigung mit dem Bischof. Ich vertraue der Gnade Jesu Christi, der jede Fessel von euch nehmen wird. IPh 8:2 Ich ermahne euch, nichts aus Streitsucht zu tun, sondern gemäss der Lehre Christi. Da ich einige sagen hörte: wenn ich etwas nicht in den Urkunden, in dem Evangelium finde, glaube ich nicht; und als ich ihnen erwiderte, dass es geschrieben steht, gaben sie mir zur Antwort: dies steht ja in Frage. Mir aber ist Urkunde Jesus Christus; mir sind die unversehrten Urkunden sein Kreuz, sein Tod, seine Auferstehung und der durch ihn begründete Glaube; in diesen will ich durch euer Gebet gerechtfertigt werden. IPh 9:1 Gut waren auch die Priester (des Alten Bundes), besser ist der Hohepriester (= Jesus Christus), der das Allerheiligste erhalten hat, dem allein die Geheimnisse Gottes anvertraut sind; er ist der Zugang zum Vater, durch den Abraham, Isaak, Jakob, die Propheten, die Apostel und die Kirche Zutritt haben. All das dient zur Vereinigung (der Menschen) mit Gott. IPh 9:2 Etwas Besonderes aber hat das Evangelium, nämlich die Ankunft des Erlösers, unseres Herrn Jesus Christus, sein Leiden und seine Auferstehung. Die Weissagungen der geliebten Propheten gehen auf ihn; das Evangelium aber ist die Vollendung der Unvergänglichkeit. Alles miteinander ist gut, wenn ihr in Liebe glaubet. IPh 10:1 Da mir gemäss eurem Gebet und entsprechend der innigen Teilnahme, die ihr in Christus Jesus liegt, gemeldet wurde, dass die Kirche von Antiochien in Syrien wieder Friede hat, geziemt es sich für euch als einer Kirche Gottes, einen Diakon zu erwählen und ihn dorthin als eine Gesandtschaft Gottes zu schicken, auf dass er mit ihnen in gemeinsamer Versammlung sich freue und den Namen (Gottes) preise. IPh 10:2 Glücklich in Christus Jesus, der eines solchen Auftrags gewürdigt wird, und auch euch wird es zum Ruhme sein. Wenn ihr guten Willen habt, ist es nicht unmöglich, dies für den Namen Gottes zu tun, wie ja auch die nächst gelegenen Kirchen teils Bischöfe, teils Presbyter und Diakone gesandt haben. IPh 11:1 Was aber Philo betrifft, den Diakon aus Kilikien, einen Mann von bestem Leumund, der auch jetzt mir dient in Gottes Wort zugleich mit Rheus Agathopus, einem auserlesenen Mann, der mir von Syrien her folgt, nachdem er auf das Leben verzichtet hatte, die auch euch ein gutes Zeugnis geben, so sage auch ich Gott Dank für euch, weil ihr sie aufgenommen habt, wie auch euch der Herr (aufnehmen möge). Wer sie aber missachtet hat, möge Verzeihung finden in der Gnade Jesu Christi. IPh 11:2 Es grüsst euch die Liebe der Brüder von Troja, von wo aus ich euch schreibe durch Burrus, der von den Ephesern und Smyrnäern mir ehrenhalber zum Geleite mitgeschickt wurde. Der Herr Jesus Christus wird sie ehren, auf den sie hoffen in Fleisch, Seele, Geist, Glaube, Liebe, Eintracht. Lebet wohl in Christus Jesus, unserer gemeinsamen Hoffnung! ISm 1:1 Ignatius, der auch Theophorus (heisst), der Kirche Gottes des Vaters und des geliebten Jesus Christus, die Erbarmen gefunden in jeglicher Gnadengabe, die vollendet ist in Glaube und Liebe, die keiner Gnadengabe ermangelt, der gotteswürdigen und Mutter von Heiligen, die zu Smyrna in Asien ist, herzliche Grüsse in untadeligem Geiste und Werke Gottes. Ich preise den Gott Jesus Christus, der euch so weise gemacht hat; ich habe nämlich erkannt, dass ihr vollendet seid in unerschütterlichem Glauben, wie angenagelt mit Leib und Seele an das Kreuz des Herrn Jesus Christus, gefestigt in der Liebe im Blute Christi, vollkommen (im Glauben) an unseren Herrn, den wahrhaftigen Spross aus dem Geschlechte Davids dem Fleische nach, den Sohn Gottes nach dem Willen und der Macht Gottes, wahrhaft geboren aus der Jungfrau und von Johannes getauft, auf dass jegliche Gerechtigkeit von ihm erfüllt würde; ISm 1:2 wahrhaft unter Pontius Pilatus und dem Vierfürsten Herodes für uns im Fleische (ans Kreuz) genagelt, von dessen Frucht wir (stammen) von seinem gottgepriesenen Leiden, auf dass er für ewige Zeiten durch seine Auferstehung sein Banner erhebe für seine Heiligen und Getreuen, sei es unter den Juden oder unter den Heiden in dem e i n e n Leibe seiner Kirche. ISm 2:1 Dies alles hat er nämlich gelitten unseretwegen, damit wir gerettet werden; und zwar hat er wahrhaft gelitten, wie er sich auch wahrhaft auferweckt hat, nicht wie einige Ungläubige behaupten, er habe nur scheinbar gelitten, da sie selbst nur scheinbar leben; und gemäss ihren Anschauungen wird es ihnen ergehen, wenn sie körperlos und gespensterhaft sind (bei der Auferstehung). ISm 3:1 Ich nämlich weiss und vertraue darauf, dass er auch nach der Auferstehung derselbe war im Fleische. ISm 3:2 Und als er zu Petrus und seinen Genossen kam, sprach er zu ihnen: "Fasset (mich) an, betastet mich und sehet, dass ich nicht ein körperloser Geist bin". Und sogleich betasteten sie ihn und glaubten, da sie in Fühlung gekommen waren mit seinem Körper und seinem Geiste. Deshalb verachteten sie auch den Tod und zeigten sich stärker als der Tod. ISm 3:3 Nach der Auferstehung ass und trank er mit ihnen wie ein leibhaftiger Mensch, obwohl er dem Geiste nach vereinigt war mit dem Vater. ISm 4:1 Ich gebe euch hierüber Mahnungen, Geliebte, obwohl ich weiss, dass auch ihr so denket (wie ich es dargelegt habe). Ich warne euch aber vor den Tieren in Menschengestalt, diese dürft ihr nicht nur nicht aufnehmen, sondern womöglich sollt ihr ihnen nicht einmal begegnen, nur beten sollt ihr für sie, ob sie sich vielleicht bekehren, was freilich schwierig ist. Darüber hat die Macht Jesus Christus, unser wahres Leben. ISm 4:2 Wenn nämlich dies nur zum Scheine von unserem Herrn vollbracht wurde, dann bin auch ich nur zum Scheine gefesselt. Wozu habe auch ich mich gänzlich dem Tode überliefert, fürs Feuer, fürs Schwert, für wilde Tiere? Aber nahe dem Schwerte ist nahe bei Gott, inmitten der wilden Tiere ist inmitten Gottes; einzig im Namen Jesu Christi. Um mit ihm zu leiden, ertrage ich alles, wenn er mir Kraft gibt, der vollkommener Mensch geworden ist. ISm 5:1 Ihn verleugnen einige aus Unkenntnis, oder besser sie wurden von ihm verleugnet, da sie eher Anwälte des Todes als der Wahrheit sind; diese konnten die Prophezeiungen nicht überzeugen, noch das Gesetz Mosis, ja nicht einmal bis zum heutigen Tage das Evangelium und die Leiden der einzelnen aus uns. ISm 5:2 Denn auch von uns denken sie ebenso. Was nützt denn ein Mensch mir, wenn er mich zwar lobt, aber meinen Herrn schmäht, indem er nicht zugibt, dass er im Fleische erschienen ist? Wer dies nicht bejaht, hat ihn völlig verleugnet und trägt seine eigene Leiche. ISm 5:3 Ihre Namen aber, die ungläubigen, glaube ich nicht aufzeichnen zu sollen. Ja ferne sei es von mir, ihrer zu gedenken, bis sie sich bekehrt haben zu dem Leiden, das unsere Auferstehung ist. ISm 6:1 Niemand lasse sich täuschen; sogar die himmlischen Mächte und die Herrlichkeit der Engel und die sichtbaren und unsichtbaren Herrscher, auch sie müssen des Gerichtes gewärtig sein, wenn sie nicht an das Blut Jesu Christi glauben. Wer es fassen kann, der fasse es! Keinen blähe seine Stellung auf; das Ganze nämlich ist Glaube und Liebe; diese übertrifft nichts. ISm 6:2 Lernet sie kennen, die Sonderlehren aufstellen über die Gnade Jesu Christi, die zu uns gekommen ist, wie sehr sie dem Willen Gottes entgegen sind! Um die (Nächsten-) Liebe kümmern sie sich nicht, nicht um die Witwe, nicht um die Waise, nicht um den Bedrängten, nicht um den Gefangenen oder Freigegebenen, nicht um den Hungernden und Dürstenden. ISm 7:1 Von der Eucharistie und dem Gebete halten sie sich ferne, weil sie nicht bekennen, dass die Eucharistie das Fleisch unseres Erlösers Jesus Christus ist, das für unsere Sünden gelitten hat und das der Vater in seiner Güte auferweckt hat. Die nun reden wider die Gabe Gottes, die sterben in ihrer Streitsucht. Besser wäre für sie die Liebe, auf dass sie auch auferstehen. ISm 7:2 So ist es passend, von solchen sich fern zu halten und weder einzeln noch gemeinsam von ihnen zu reden, dagegen sich an die Propheten zu halten, ganz besonders aber an das Evangelium, in dem uns das Leiden geoffenbart und die Auferstehung klar dargelegt ist. Die Spaltungen fliehet als den Anfang der übel! ISm 8:1 Alle sollt ihr dem Bischof gehorchen wie Jesus Christus dem Vater, und auch dem Presbyterium wie den Aposteln; die Diakonen aber ehret wie Gottes Anordnung. Keiner tue ohne den Bischof etwas, das die Kirche angeht. Nur jene Eucharistie gelte als die gesetzmässige, die unter dem Bischof vollzogen wird oder durch den von ihm Beauftragten. ISm 8:2 Wo immer der Bischof sich zeigt, da sei auch das Volk, so wie da, wo Jesus Christus ist, auch die katholische Kirche ist. Ohne den Bischof darf man nicht taufen noch das Liebesmal feiern; aber was immer er für gut findet, das ist auch Gott wohlgefällig, auf dass alles, was geschieht, sicher sei und gesetzmässig. ISm 9:1 Übrigens ist es angezeigt, zur Einsicht zu kommen und, solange es noch Zeit ist, sich zu Gott zu bekehren. Es ist gut, Gott und den Bischof zu kennen. Wer den Bischof ehrt, der wird von Gott geehrt; wer ohne des Bischofs Wissen etwas tut, der dient dem Teufel. ISm 9:2 Alles möge also euch in Gnade reichlich zuteil werden; denn ihr seid's wert. In allem habt ihr mich erquickt und euch Jesus Christus. Ob ich abwesend oder da war, ihr habt mir eure Liebe erzeigt. Vergelte es euch Gott, dem zulieb ihr alles ertraget und zu dem ihr gelangen werdet. ISm 10:1 Dass ihr den Philo und den Rheus Agathopus, die mir um Gottes willen gefolgt sind, wie Diakonen Christi des Gottes aufgenommen habt, daran habt ihr gut getan; sie danken auch dem Herrn für euch, weil ihr sie auf jegliche Weise erquickt habt. Nichts wird euch verloren gehen. ISm 10:2 Als Entgelt für euch (gebe ich) meinen Geist und meine Fesseln, die ihr nicht verachtet, deren ihr euch nicht geschämt habt. Auch eurer wird sich nicht schämen der vollkommene Glaube, Jesus Christus. ISm 11:1 Euer Gebet ist gedrungen bis zur Kirche von Antiochien in Syrien, von wo ich (komme), gefesselt mit den Gott angenehmsten Fesseln, und alle grüsse, obwohl ich nicht wert bin, von dort zu sein, da ich der geringste von ihnen bin; aber durch (Gottes) Willen wurde ich für würdig befunden, nicht aus Selbstbewusstsein, sondern durch Gottes Gnade, die mir vollkommen zuteil werden möge, damit ich durch euer Gebet zu Gott gelange. ISm 11:2 Auf dass nun euer Werk vollkommen werde auf Erden wie im Himmel, ist es geziemend, dass eure Kirche zu Gottes Ehre einen Gottgesandten wähle, dass er bis nach Syrien reise und sie beglückwünsche, dass sie (wieder) in Frieden sind und die ihnen eigene Grösse wiedererlangt haben und ihnen der rechtmässige Körper (= die richtige Verfassung) wieder hergestellt worden ist. ISm 11:3 Es dünkt mich also eine würdige Tat, aus eurer Mitte einen Boten mit einem Briefe abzusenden, dass er den nach Gottes Wille ihnen gegebenen Frieden mitverherrliche und dass sie (= die Kirche) auf euer Gebet hin bereits den Hafen erreicht hat. Ihr seid vollkommen sinnet auch auf Vollkommenes. Denn wenn ihr gewillt seid, Gutes zu tun, ist Gott zum Geben bereit. ISm 12:1 Es grüsst euch die Liebe der Brüder in Troas, von wo aus ich euch schreibe durch Burrus, den ihr zugleich mit den Ephesern, euren Brüdern, zu meiner Begleitung abgeordnet habt und der mich in allen Stücken erfreut hat. Dass doch alle ihn nachahmten, da er ein Vorbild ist im Dienste Gottes! Die Gnade wird ihn entlohnen in allem. ISm 12:2 Ich grüsse den gotteswürdigen Bischof und das gottgefällige Presbyterium und meine Mitknechte, die Diakonen, jeden einzelnen und alle insgesamt im Namen Jesu Christi und in seinem Fleische und Blute, seinem Leiden und seiner Auferstehung im Fleische und im Geiste, in eurer und Gottes Einheit. Gnade sei euch, Barmherzigkeit, Friede, Geduld in allem! ISm 13:1 Ich grüsse die Familien meiner Brüder mit ihren Frauen und Kindern und den Jungfrauen, die man "Witwen" nennt. Lebt mir wohl in Kraft des Geistes. Es grüsst euch Philo, der bei mir ist. ISm 13:2 Ich grüsse das Haus der Tavia, der ich wünsche, dass sie gefestigt werde in Glaube und Liebe, der fleischlichen wie der geistigen. Ich grüsse Alke, den mir teuren Namen, und Daphnus den Unvergleichlichen, und Euteknus und alle, Name für Name. Lebet wohl in Gottes Gnade! IPo 1:1 Ignatius, der auch Theophorus (heisst), grüsst vielmals Polykarp, den Bischof der Kirche von Smyrna, der vielmehr selbst wieder als Bischof über sich hat Gott Vater und den Herrn Jesus Christus. Nachdem ich deinen auf Gott gerichteten Sinn, der wie in einem unbeweglichen Felsen gefestigt ist, vernommen habe, bin ich voll Rühmens, dass ich deines unsträflichen Antlitzes gewürdigt wurde, an dem ich mich in Gott erfreuen möchte. IPo 1:2 Bei der Gnade, mit der du angetan bist, ermahne ich dich, deinen Lauf zu beschleunigen und alle zu ermuntern, dass sie gerettet werden. Verteidige deinen Posten in jeglicher Sorgfalt, fleischlicher wie geistiger; sorge für die Einheit, das Beste von allem. Alle ertrage, wie auch dich der Herr; ertrage alle in Liebe, wie du ja auch tust. IPo 1:3 Dem Gebete widme dich ohne Unterlass; bitte um grössere Einsicht, als du hast. Wache, ausgerüstet mit einem schlaflosen Geiste. Mit jedem einzelnen rede nach Gottes Art; trage die Krankheiten aller als vollkommener Held. Wo grössere Mühe, ist reicher Lohn. IPo 2:1 Wenn du nur die guten Schüler lieb hast, bringt es dir keinen Dank; bringe vielmehr die Bösartigen in Sanftmut zur Unterordnung. Nicht jede Wunde wird mit dem gleichen Pflaster geheilt. Fieberanfälle stille durch feuchte Umschläge. IPo 2:2 Werde klug wie die Schlange in allen Dingen und für immer einfältig wie die Taube. Deshalb bist du fleischlich und geistig, dass du, was dir unter die Augen kommt, freundlich behandelst; bitte, dass das Unsichtbare dir offenbar werde, auf dass dir nichts fehle und du Überfluss habest an jeglicher Gnadengabe. IPo 2:3 Die Zeit verlangt nach dir, damit du zu Gott gelangest, wie der Steuermann nach dem Winde, wie der vom Sturm Bedrängte nach dem Hafen. Sei nüchtern wie ein Gottesheld; der Preis ist Unvergänglichkeit und ewiges Leben, wovon auch du überzeugt bist. In allem bin ich für dich zum Opfer bereit und meine Ketten, die du lieb gewonnen hast. IPo 3:1 Die scheinbar Glauben verdienen und die Abweichendes lehren, sollen dich nicht einschüchtern. Stehe fest wie ein Ambos unter den Schlägen (des Hammers). Einem starken Ringkampfer ist es eigen, dass er Streiche erhält und doch den Sieg erringt. Wir müssen in erster Linie um Gottes willen alles ertragen, damit auch er uns ertrage. IPo 3:2 Werde noch viel eifriger, als du bist. Lerne die Zeiten kennen. Den erwarte, der über der Zeit ist, den Zeitlosen, den Unsichtbaren, der unseretwegen sichtbar geworden, den Unbetastbaren, den Leidenlosen, der unseretwegen gelitten hat, der auf alle Arten unseretwegen geduldet hat. IPo 4:1 Witwen dürfen nicht vernachlässigt werden, nach dem Herrn sollst du ihr Schutzherr sein. Nichts soll ohne deinen Willen geschehen, und du sollst nichts tun ohne Gott, wie du es ja auch nicht tust; sei standhaft! IPo 4:2 Die Versammlungen sollen häufiger stattfinden; suche alle beim Namen. IPo 4:3 Sklaven und Sklavinnen verachte nicht; aber auch sie selbst sollen sich nichts einbilden, sondern sollen zur Ehre Gottes noch eifriger dienen, damit sie bessere Freiheit von Gott erlangen. Sie sollen nicht danach trachten, auf Gemeindekosten losgekauft zu werden, damit sie nicht als Sklaven der Begierde erfunden werden. IPo 5:1 Die schlechten Mittel fliehe; handle vielmehr darüber in deinen Reden. Meinen Schwestern sage, sie sollen ihren Herrn lieben und zufrieden sein mit ihren Männern nach Fleisch und Geist. Ähnlicherweise rede meinen Brüdern zu im Namen Jesu Christi, sie sollen ihre Frauen lieben wie der Herr die Kirche. IPo 5:2 Wenn jemand in Keuschheit zu leben vermag zur Ehre des Fleisches unseres Herrn, so bleibe er so ohne Selbstüberhebung. Wenn er sich rühmt, ist er verloren, und wenn er sich für mehr hält als den Bischof, so ist er dem Verderben verfallen. Es gehört sich, dass Bräutigam und Braut mit Gutheissen des Bischofs die Verbindung eingehen, damit die Ehe sei im Sinne Gottes und nicht nach sinnlicher Begierde. Alles geschehe zu Gottes Ehre. IPo 6:1 Haltet zum Bischof, damit auch Gott zu euch (halte). Meine Seele setze ich daran für die, die dem Bischof, den Presbytern und den Diakonen untertan sind; möge es mir gegönnt sein, mit ihnen mein Teil zu bekommen bei Gott. Mühet euch miteinander, kämpfet, laufet, leidet, ruhet, wachet miteinander als Verwalter, Genossen und Diener Gottes. IPo 6:2 Gewinnet die Zufriedenheit eures Kriegsherrn, von dem ihr ja auch den Sold empfanget; keiner werde fahnenflüchtig. Eure Taufe bleibe als Rüstung, der Glaube als Helm, die Liebe als Speer, die Geduld als volle Rüstung. Eure Einlage seien eure Werke, damit ihr würdig euren Lohn empfanget. übet also Langmut gegenseitig in Milde, wie Gott mit euch. Möge ich immer Freude haben an euch. IPo 7:1 Da die Kirche von Antiochien in Syrien, wie mir mitgeteilt wurde, auf euer Gebet hin Friede hat, wurde auch ich freudiger gestimmt in sorglosem Vertrauen auf Gott, wenn ich nur durch meine Leiden zu Gott gelange, damit ich bei der Auferstehung als euer Jünger erfunden werde. IPo 7:2 Es wäre angebracht, gottseliger Polykarp, dass ihr eine gottgefällige Versammlung veranstaltet und einen Mann wählet, den ihr gar sehr liebet, einen unermüdlichen, den man Gottesläufer nennen kann; dass ihr diesen beehret, nach Syrien zu reisen, damit er eure unverdrossene Liebe kund tue zur Ehre Gottes. IPo 7:3 Ein Christ hat nicht freISmRecht über sich selbst, sondern er hat seine Zeit für Gott. Dieses Werk gehört Gott und euch, wenn ihr es vollbringet. Ich habe nämlich das Vertrauen zur Gnade, dass ihr bereit seid zu schöner Tat, die Gott gebührt. Da ich euren Eifer für die Wahrheit kenne, habe ich nur mit wenigen Worten euch ermahnt. IPo 8:1 Da ich nun allen Kirchen nicht mehr schreiben konnte wegen der plötzlichen Abreise von Troas nach Neapel, wie es (Gottes) Wille gebietet, so schreibe du, da du mit Gottes Gesinnung ausgestattet bist, den vorderen Kirchen, dass auch sie das gleiche tun, dass nämlich die einen, denen es möglich ist, Gesandte, die anderen aber durch die von dir abgeordneten Boten Briefe schicken, damit ihr verherrlicht werdet durch ein bleibendes Werk, wie du es ja verdienst. IPo 8:2 Ich grüsse alle bei Namen, besonders die Frau des Epitropus mit ihrem ganzen Hause und ihren Kindern. Ich grüsse meinen geliebten Attalus. Ich grüsse den, der die Ehre haben wird, nach Syrien zu reisen. Die Gnade soll mit ihm sein in allem und mit Polykarp, der ihn abschickt. IPo 8:3 Ich sage euch für immer Lebewohl in unserem Gott Jesus Christus, in dem ihr verharren möget, geeint mit Gott und unter seinen Augen. Ich grüsse Alke, den mir lieben Namen. Lebet wohl im Herrn! Pol 1:1 Polykarp und seine Presbyter an die Kirche Gottes, die in Philippi weilt; Erbarmen und Friede sei mit euch von dem allmächtigen Gotte und unserem Erlöser Jesus Christus in reicher Fülle. Ich habe mich gar sehr mit euch gefreut in unserem Herrn Jesus Christus, dass ihr die Abbilder der wahren Liebe aufgenommen und dass ihr, wie es sich für euch gehört, das Geleite gegeben habt denen, die mit Banden gefesselt sind, die den Heiligen zustehen und die ein Schmuck sind der wahrhaft von Gott und unserem Herrn Auserwählten Pol 1:2 und weil gefestigt ist die Wurzel eures Glaubens, der seit ursprünglichen Zeiten verkündet wird, bis heute fortlebt und Früchte bringt für unseren Herrn Jesus Christus, der es auf sich nahm, für unsere Sünden bis in den Tod zu gehen, den Gott auferweckt hat, nachdem er die Leiden der Unterwelt gelöst hatte; Pol 1:3 an den ihr, ohne ihn gesehen zu haben, glaubet in unaussprechlicher und herrlicher Freude, in die viele einzugehen wünschen, weil sie wissen, dass ihr durch die Gnade erlöst seid nicht kraft der Werke vielmehr nach dem Willen Gottes durch Jesus Christus. Pol 2:1 Darum gürtet eure Lenden und dienet Gott in Furcht) und Wahrheit, verlasset das leere Gerede und den Irrtum der Menge, glaubet an den, der unseren Herrn Jesus Christus von den Toten auferweckt und ihm Herrlichkeit und den Thron zu seiner Rechten verliehen hat! Ihm ist alles untertan im Himmel und auf Erden, ihm dient jegliches Leben, er kommt als Richter der Lebendigen und Toten, sein Blut wird Gott fordern von denen, die nicht an ihn glauben. Pol 2:2 Der aber ihn von den Toten erweckt hat, wird auch uns auf erwecken, wenn wir seinen Willen tun und in seinen Geboten wandeln und lieben, was er geliebt hat, und uns frei halten von jeder Ungerechtigkeit, Habsucht, Geldgier, übler Rede, falschem Zeugnis; wenn wir Böses nicht mit Bösem vergelten oder Schmähung nicht mit Schmähung, noch Faustschlag mit Faustschlag; noch Fluch mit Fluch; Pol 2:3 eingedenk der Worte, die der Herr lehrend sprach: "Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet"; "Verzeihet, damit ihr Verzeihung findet; seid barmherzig, damit ihr Barmherzigkeit erfahret; mit dem Masse, mit dem ihr messet, wird man auch euch messen", und: "Selig sind die Armen und die um der Gerechtigkeit willen Verfolgten, denn ihrer ist das Reich Gottes". Pol 3:1 Brüder, nicht ich selbst habe es mir herausgenommen, euch dies über die Gerechtigkeit zu schreiben, sondern (ich tat's,) weil ihr mich dazu aufgefordert habt. Pol 3:2 Denn weder ich noch sonst einer meinesgleichen kann der Weisheit des seligen und berühmten Paulus gleichkommen, der persönlich unter euch weilte und die damaligen Leute genau und untrüglich unterrichtete im Worte der Wahrheit, der auch aus der Ferne euch Briefe schrieb, durch die ihr, wenn ihr euch genau darin umsehet, erbaut werden könnt in dem euch geschenkten Glauben; Pol 3:3 welcher ja unser aller Mutter ist, wobei die Hoffnung nachfolgt, während die Liebe zu Gott, zu Christus und zum Nächsten vorausgeht. Denn wer in diesen (Tugenden) wandelt, der hat das Gebot der Gerechtigkeit erfüllt; wer nämlich die Liebe hat, der ist weit entfernt von jeder Sünde. Pol 4:1 Anfang aller übel ist die Geldgier. Da wir nun wissen, dass wir nichts mitgebracht haben in diese Welt noch etwas mit hinauszunehmen haben, so wollen wir uns wappnen mit den Waffen der Gerechtigkeit und zuerst uns selbst belehren, in dem Gebote des Herrn zu wandeln. Pol 4:2 Dann aber (unterweiset) auch eure Frauen in dem ihnen verliehenen Glauben, Liebe und Keuschheit, dass sie nämlich ihre Männer lieben in aller Aufrichtigkeit und allen anderen gleichmässig zugetan seien in jeglicher Enthaltsamkeit, und dass sie ihre Kinder erziehen in der Zucht der Furcht Gottes! Pol 4:3 Auch die Witwen (lehret), besonnen zu sein im Glauben an den Herrn, ohne Unterlass für alle zu beten, sich ferne zu halten von jeder Verleumdung, üblen Nachrede, falschem Zeugnis, Geldgier und von jeglichem Bösen, in der Erkenntnis, dass sie ein Altar Gottes sind und dass er alles deutlich durchschaut, und dass ihm nichts verborgen bleibt weder von Gedanken noch von Vorstellungen noch von den Geheimnissen des Herzens! Pol 5:1 Da wir nun wissen, dass Gott seiner nicht spotten lässt, müssen wir seines Gebotes und seines Ansehens würdig wandeln. Pol 5:2 Desgleichen (müssen) die Diakonen untadelig (wandeln) angesichts seiner Gerechtigkeit als Diener Gottes und Christi, nicht der Menschen nicht als Verleumder, nicht doppelzüngig, nicht geldgierig, enthaltsam in allen Dingen, wohlwollend, besorgt, wandelnd nach der Wahrheit des Herrn, der aller Diener war. Wenn wir ihm wohlgefällig sind in dieser Welt, werden wir auch die zukünftige erlangen, wie er uns versprochen hat, von den Toten uns zu erwecken und ebenso (versprochen hat), dass, wenn wir seiner würdig wandeln, wir auch mit ihm herrschen werden, falls wir den Glauben haben. Pol 5:3 Desgleichen (sollen) auch die Jünglinge untadelig (sein) in allem, vor allem der Keuschheit sich befleissen und sich selbst zügeln und zurückhalten vor allem Bösen; denn es ist gut, sich loszureissen von den Begierden der Welt, weil jede Begierde ankämpft wider den Geist und weil weder Hurer noch Weichlinge noch Knabenschänder das Reich Gottes erben werden, noch die, welche Unordentliches tun. Deshalb muss man sich von all dem enthalten, im Gehorsam gegen die Presbyter und die Diakonen wie gegen Gott und Christus; die Jungfrauen sollen in untadeligem und keuschem Gewissen wandeln. Pol 6:1 Auch die Presbyter (sollen) wohlwollend (sein), barmherzig gegen alle, (sollen) die Verirrten zurückführen, alle Kranken besuchen, voll Sorge sein für die Witwen, die Waisen und die Armen; stets (sollen) sie bedacht (sein) auf das Gute vor Gott und den Menschen, sich frei halten von jedem Zorn, von Parteilichkeit, von ungerechtem Urteil, (sollen) ferne sein von jeglicher Geldgier, Reden wider andere nicht sogleich glauben, nicht strenge im Urteil im Bewusstsein, dass wir alle der Sünde unsere Schuld bezahlen. Pol 6:2 Wenn wir nun den Herrn bitten, er möge uns vergeben, dann müssen auch wir vergeben; denn wir stehen unter den Augen des Herrn und Gottes, und wir alle müssen hintreten vor den Richterstuhl Christi, und jeder muss über sich Rechenschaft geben). Pol 6:3 So wollen wir ihm dienen mit Furcht und jeglicher Vorsicht, wie er selbst es befohlen und die Apostel, die bei uns das Evangelium gepredigt, und die Propheten, welche die Ankunft weiseres Herrn vorherverkündet haben; (wir wollen) Eiferer (sein) für das Gute, uns hüten vor dem Ärgernis und vor den falschen Brüdern und vor denen, die heuchlerisch den Namen des Herrn tragen und so unbedachtsame Menschen verführen. Pol 7:1 Denn jeder, der nicht bekennt, dass Christus im Fleische erschienen ist, ist ein Antichrist; und wer das Zeugnis des Kreuzes nicht bekennt, ist aus dem Teufel; und wer die Reden des Herrn verkehrt nach seinen eigenen Begierden und die Auferstehung und das Gericht leugnet, der ist der Erstgeborene Satans. Pol 7:2 Deshalb wollen wir das leere Gerede der grossen Menge und die falschen Lehren beiseite lassen und uns der von Anfang uns überlieferten Lehre zuwenden, andächtig beim Gebete , ausdauernd im Fasten, mit Bitten den allsehenden Gott bestürmend, er möge uns nicht in Versuchung führen, gemäss dem Worte des Herrn: "Der Geist ist zwar willig, aber das Fleisch ist schwach". Pol 8:1 Unablässig wollen wir festhalten an unserer Hoffnung und an dem Unterpfand unserer Gerechtigkeit, nämlich an Jesus Christus, der unsere Sünden an seinem eigenen Leibe ans Kreuz getragen, der keine Sünde getan und in dessen Mund kein Betrug gefunden worden; sondern unseretwegen hat er alles auf sich genommen, damit wir in ihm das Leben haben. Pol 8:2 So wollen wir also Nachahmer werden [seiner] Geduld, und wenn wir seines Namens wegen leiden, wollen wir ihn verherrlichen. Hierin hat er nämlich durch sich selbst ein Beispiel gegeben, und wir haben daran geglaubt. Pol 9:1 Ich ermahne denn euch alle, dem Worte der Gerechtigkeit zu gehorchen und auszuharren in aller Geduld, die ihr ja vor Augen gesehen habt nicht nur an den seligen Ignatius, Zosimus und Rufus, sondern auch an anderen aus eurer Mitte und an Paulus selbst und an den übrigen Aposteln; Pol 9:2 da ihr ja überzeugt seid, dass diese alle nicht vergeblich gelaufen sind, sondern in Glaube und Gerechtigkeit und dass sie an dem ihnen gebührenden Platze sind beim Herrn, mit dem sie auch gelitten haben. Denn sie liebten nicht diese We 1t1 sondern den, der für uns gestorben und der unseretwegen durch Gott auferstanden ist. Pol 10:1 Stehet also darin fest und folget dem Beispiel des Herrn, fest und unwandelbar im Glauben, Freunde der Brüderlichkeit, in gegenseitiger Liebe in Wahrheit geeint! Dienet einander mit der Sanftmut des Herrn, verachtet niemand! Pol 10:2 Wenn ihr Gutes tun könnet, schiebet es nicht auf, weil Almosen vom Tode befreit)! Seid alle einander untertan, führet einen untadeligen Wandel unter den Heiden, damit durch eure guten Werke einerseits ihr Ruhm erlanget, andererseits der Herr in euch nicht gelästert werde! Pol 10:3 Wehe dem, durch den Gottes Name gelästert wird! Prediget deshalb allen Nüchternheit, in der auch ihr selbst wandelt! Pol 11:1 Ungemein betrübt bin ich wegen Valens, der einst bei euch zum Presbyter bestellt wurde, weil er die ihm übertragene Stellung so misskannt hat. Deshalb mahne ich euch, dass ihr euch enthaltet von der Habsucht, dass ihr keusch und wahrhaftig seid. Haltet euch frei von allem Bösen. Pol 11:2 Wer aber in diesen Stücken sich selbst nicht meistern kann, wie soll er es einem andern vorschreiben? Wer sich nicht frei hält von der Habsucht, der wird vom Götzendienst befleckt und wird gleichsam unter die Heiden gerechnet werden, die das Gericht des Herrn nicht kennen. Oder wissen wir nicht, dass die Heiligen die Welt richten werden , wie Paulus lehrt? Pol 11:3 Ich habe aber nichts Derartiges bemerkt oder gehört bei euch, unter denen der selige Paulus gewirkt, die ihr am Anfang seines Briefes stehet). Rühmt er sich doch eurer in allen Kirchen), soweit sie damals Gott erkannt hatten; wir hatten ihn (damals) noch nicht erkannt. Pol 11:4 Gar sehr also, Brüder, bin ich um seinetwillen betrübt und um seine Frau; möge ihnen Gott wahre Reue schenken). Seid aber auch ihr vernünftig in diesem Punkte und betrachtet solche nicht als Feinde", sondern rufet sie als leidende und irrende Glieder zurück, damit ihr den Leib von euch allen gesund machet. Wenn ihr so handelt, werdet ihr euch selbst zur Erbauung dienen. Pol 12:1 Ich vertraue zu euch, dass ihr in den heiligen Schriften wohl bewandert seid; und euch ist nichts unbekannt; mir (allerdings) ist das nicht gegönnt. Nur das sage ich, wie es in diesen Schriften heisst: "Zürnet, aber sündiget nicht", und: "Die Sonne soll nicht untergehen über eurem Zorne". Selig, wer daran sich erinnert, wie es, was ich glaube, bei euch geschieht. Pol 12:2 Gott und der Vater unseres Herrn Jesus Christus, und er selbst der ewige Hohepriester, der Gottessohn Jesus Christus, erbaue euch im Glauben, in der Wahrheit und in aller Sanftmut, ohne jeden Groll, in Geduld, Langmut, Nachsicht und Keuschheit; und er gebe euch Los und Anteil unter seinen Heiligen und uns zugleich mit euch und allen, die unter dem Himmel sind, die glauben werden an unseren Herrn Jesus Christus und seinen Vater, der ihn von den Toten erweckt hat. Pol 12:3 Betet für alle Heiligen. Betet auch für die Könige und die Machthaber und Fürsten und für die, die euch verfolgen und hassen und für die Feinde des Kreuzes, damit eure Frucht offenbar sei bei allen, damit ihr vollkommen seid bei ihm. Pol 13:1 Sowohl ihr habt mir geschrieben als auch Ignatius, dass, wenn jemand nach Syrien reise, er auch euren Brief mitnehmen solle; das werde ich besorgen, wenn ich günstige Zeit habe, sei es persönlich oder durch einen Boten, den ich auch in eurem Namen abordnen werde. Pol 13:2 Die Briefe des Ignatius, die er an uns geschickt hat, und andere, die wir bei uns haben, schicken wir euch zu, wie ihr verlangt habt; sie sind diesem Briefe beigefügt; ihr werdet grossen Nutzen aus ihnen ziehen können. Denn sie handeln von Glaube, Geduld und jeglicher Erbauung, die auf unseren Herrn abzielt. Auch möget ihr, was ihr über Ignatius selbst und seine Begleiter Sicheres erfahren habet, (uns) kund tun. Pol 14:1 Dies habe ich euch geschrieben durch Kreszenz, den ich bisher euch empfohlen habe und jetzt empfehle. Er hat nämlich bei uns einen unsträflichen Wandel geführt; ich vertraue aber, dass er es bei euch ähnlich (halten wird). Auch seine Schwester lasst euch empfohlen sein, wenn sie zu euch kommen wird. Lebet wohl im Herrn Jesus Christus in Gnade mit all den Eurigen! Amen. MPo 1:1 Die Kirche Gottes zu Smyrna an die Kirche Gottes zu Philomelium und an alle Gemeinden der heiligen und katholischen Kirche allerorten. Erbarmung, Friede und Liebe Gottes des Vaters und unseres Herrn Jesus Christus mögen euch in Fülle zuteil werden. Wir schreiben euch, Brüder, über das, was sich zugetragen hat mit den Märtyrern und besonders mit dem seligen Polykarp, der durch sein Zeugnis der Verfolgung gleichsam das Siegel aufgedrückt und ein Ende gemacht hat. Denn beinahe alles, was vorherging, geschah, damit uns der Herr noch einmal das Schauspiel des Martyriums, wie es im Evangelium erzählt ist, vor Augen führe. MPo 1:2 Denn er wartete, bis er ausgeliefert wurde, wie auch der Herr, damit auch wir seine Nachahmer werden, indem wir nicht nur unser eigenes Wohl, sondern auch das des Nächsten im Auge haben (vgl. Phil. 2:9). Denn es ist ein Zeichen wahrer und starker Liebe, wenn man nicht nur sich selbst, sondern auch alle seine Brüder retten will. MPo 2:1 Segensreich und ehrenvoll waren alle Martyrien, wenn sie nach Gottes Willen geschahen; denn, wenn wir gottesfürchtig sind, müssen wir Gott die Macht über alles zuschreiben. MPo 2:2 Wer nämlich sollte nicht ihren Edelsinn, ihre Ausdauer und ihre Liebe zum Herrn bewundern? Zerfleischt mit Geißeln derart, daß man bis auf die Adern und Blutgefäße in ihrem Innern den Bau ihres Leibes sehen konnte, hielten sie aus; selbst die Zuschauer wurden von Mitleid ergriffen und weinten; sie selbst aber erschwangen sich zu einer solchen Höhe der Seelenstärke, daß keiner von ihnen schrie oder stöhnte, und lieferten uns allen damit den Beweis, daß die edelmütigen Märtyrer Christi in der Stunde der Peinigung fern vom Fleische weilten, oder besser gesagt, daß der Herr bei ihnen stand und ihnen zuredete. MPo 2:3 Indem sie ihren Sinn auf Christi Gnade hinrichteten, verachteten sie die irdischen Martern und kauften sich so durch Leiden einer Stunde von ewiger Strafe los. Das Feuer der rohen Henker erschien ihnen als Kühlung; denn sie hatten nur den einen Gedanken, dem ewigen Feuer zu entrinnen, das nie erlischt, und sahen mit den Augen des Geistes auf die Güter, welche den Ausharrenden hinterlegt sind, die kein Ohr gehört, kein Auge gesehen hat und die in keines Menschen Herz gedrungen sind (vgl. 1.Kor. 2:9); ihnen aber wurden sie vom Herrn gezeigt, da sie ja nicht mehr Menschen, sondern bereits Engel waren. MPo 2:4 In gleicher Weise ertrugen sie auch, zu den wilden Tieren verurteilt, gräßliche Qualen; sie wurden über Muscheln gewälzt und auf allerlei andere Art mißhandelt; auf diese Weise wollte der Tyrann sie, wenn es möglich wäre, durch die lange Dauer der Peinigung zur Ableugnung (Christi) bewegen. Vieles ersann der Teufel gegen sie; MPo 3:1 aber, Gott sei Dank! gegen alle war er ohnmächtig. Denn der edle Germanikus stärkte ihre Schwäche durch seine Standhaftigkeit. Er kämpfte in hervorragender Weise mit den wilden Tieren. Als ihn der Prokonsul überreden wollte und sagte, er habe Mitleid mit seinem Alter, reizte er das Tier gewaltsamerweise gegen sich, damit er um so schneller von diesem gottlosen und ungerechten Leben befreit werde. MPo 3:2 Da geriet das ganze Volk in Entsetzen über den Heldenmut der gottliebenden und gottesfürchtigen Sekte der Christen und schrie: Weg mit den Gottlosen, man suche den Polykarp! MPo 4:1 Einer aber, ein Phrygier, namens Quintus, der eben aus Phrygien hergekommen war, geriet in Angst beim Anblick der Bestien. Gerade er war es, der sich freiwillig dem Gerichte gestellt und auch einige andere dazu veranlaßt hatte. Ihn bewog der Prokonsul durch wiederholtes Zureden zu schwören und zu opfern. Darum, Brüder, loben wir nicht die, welche sich selbst darbieten; so lehrt auch nicht das Evangeliums (vgl. Matth. 10:23). MPo 5:1 Der bewunderungswürdige Polykarp aber erschrak nicht, als er davon hörte, und wollte zunächst in der Stadt bleiben; aber die Mehrzahl beredete ihn zur Flucht. Da zog er sich auf ein Landgut zurück, das nahe bei der Stadt lag, und hielt sich dort mit einigen wenigen auf, ohne Tag und Nacht etwas anderes zu tun als zu beten für alle Menschen und für die Kirchen der ganzen Welt, wie er es gewohnt war. MPo 5:2 Und als er so betete, hatte er drei Tage vor seiner Gefangennahme ein Gesicht, er sah sein Kopfkissen von Feuer ergriffen; da wandte er sich an seine Umgebung und sprach prophetisch: "Ich muß lebendig verbrannt werden". MPo 6:1 Da man die Nachforschungen nach ihm eifrig fortsetzte, flüchtete er sich in ein anderes Landhaus, und sofort waren die, welche ihn suchten, ihm auf der Spur. Und als sie ihn nicht fanden, ergriffen sie zwei junge Sklaven, von denen einer auf der Folter bekannte. MPo 6:2 Es war nämlich unmöglich, daß er verborgen blieb, da die welche ihn verrieten, seine Hausgenossen waren (vgl. Matth. 10:36). Der Irenarch, der denselben Namen Herodes trug, beeilte sich, ihn in die Rennbahn zu bringen, damit jener seine Bestimmung erreiche, indem er Christi Genosse wurde, seine Verräter aber die Strafe des Judas treffe. MPo 7:1 Mit dem jungen Sklaven zogen nun an einem Freitage zur Stunde der Mahlzeit die Häscher mit einer Abteilung Reiterei in ihrer gewohnten Bewaffnung gegen ihn wie gegen einen Räuber los. Sie kamen zu später Stunde an und fanden ihn im oberen Stockwerke eines kleinen Hauses. Von dort hätte er wohl an eine andere Stelle fliehen können, aber er wollte es nicht und sagte: Der Wille Gottes geschehe! MPo 7:2 Als er von ihrer Anwesenheit hörte, stieg er hinab und sprach mit ihnen; sie aber waren betroffen über sein hohes Alter, seine Ruhe und darüber, daß sie sich eine solche Mühe gegeben hatten, einen so alten Mann aufzugreifen. Sofort gab er Auftrag, ihnen zur selben Stunde Speise und Trank vorzusetzen, soviel sie wollten; er bat sie aber auch, ihm noch eine Stunde zu ungestörtem Gebete zu gewähren. MPo 7:3 Als sie ihm diese zugestanden, betete er stehend, voll der Gnade Gottes, so, daß er zwei Stunden lang nicht fertig werden konnte und daß die Häscher staunten, mehrere es auch bereuten, gegen einen so gottgefälligen Greis ausgezogen zu sein. MPo 8:1 Endlich schloß er sein Gebet, in welchem er aller gedacht hatte, die er jemals kennen gelernt hatte, Kleiner und Großer, Berühmter und Unberühmter und der ganzen katholischen Kirche auf dem weiten Erdenrund. Als nun die Zeit des Aufbruches kam, setzte man ihn auf einen Esel und brachte ihn so zur Stadt: es war an einem großen Sabbat. MPo 8:2 Der Irenarch Herodes und sein Vater Niketes kamen ihm entgegengefahren; sie nahmen ihn zu sich auf den Wagen und suchten ihn, während sie neben ihm saßen, zu überreden mit den Worten: "Was ist es denn Schlimmes, Herr Kaiser zu sagen, zu opfern und ähnliches zu tun und so sein Leben zu retten?" Anfangs gab er ihnen keine Antwort; da sie ihn aber nicht in Ruhe ließen, sagte er: "Ich bin nicht gewillt zu tun, was ihr mir ratet". MPo 8:3 Als sie nun ihr Vorhaben gescheitert sahen, sprachen sie Drohworte gegen ihn aus und stießen ihn mit solcher Hast hinunter, daß er sich beim Absteigen vom Wagen das Schienbein verletzte. Doch er achtete nicht darauf, ging, als wäre ihm nichts geschehen, heiter mit schnellen Schritten weiter und wurde in die Rennbahn geführt; es war aber in der Rennbahn ein solcher Lärm, daß man nichts verstehen konnte. MPo 9:1 Als Polykarp in die Rennbahn eintrat, erscholl eine Stimme vom Himmel: "Mut, Polykarp, halte dich männlich!" Den Redenden sah niemand, die Stimme aber hörten alle, die von den Unsrigen anwesend waren. Wie schon gesagt wurde, war bei seinem Eintreten der Lärm groß, da man gehört hatte, daß Polykarp ergriffen worden war. MPo 9:2 Als er nun vorgeführt wurde, fragte ihn der Prokonsul, ob er Polykarp sei. Er bejahte das, worauf jener ihn bereden wollte (Christus) zu verleugnen und sagte: "Bedenke dein hohes Alter", und anderes derart, wie sie zu sprechen gewohnt sind: "Schwöre beim Glücke des Kaisers! Gehe in dich, sprich: "Weg mit den Gottlosen!" Polykarp aber schaute mit finsterer Miene über die ganze Masse der in der Rennbahn versammelten heidnischen Scharen hin, streckte die Hand gegen sie aus seufzte sah den Himmel und sprach "Weg mit, den Gottlosen!" MPo 9:3 Der Prokonsul aber drang noch mehr in ihn und sprach: "Schwöre und ich gebe dich frei, fluche Christo!" Da entgegnete Polykarp: "Sechsundachtzig Jahre diene ich ihm, und er hat mir nie ein Leid getan; wie könnte ich meinen König und Erlöser lästern?" MPo 10:1 Als er aber aufs neue in ihn drang und sagte: "Schwöre beim Glücke des Kaisers", antwortete er: "Wenn du dir mit dem Gedanken schmeichelst, ich würde, wie du es nennst, beim Glücke des Kaisers schwören, und dich stellst, als wüßtest du nicht, wer ich bin, so höre mein freimütiges Bekenntnis: Ich bin ein Christ. Willst du aber die Lehre des Christentums kennen lernen, so bestimme mir einen Termin zur Aussprache". MPo 10:2 Der Prokonsul sagte: "Rede dem Volke zu!" Polykarp antwortete: "Dich habe ich einer Erklärung für würdig gehalten; denn man hat uns gelehrt, den von Gott gesetzten Obrigkeiten und Gewalten die gebührende Ehre zu erweisen, wenn sie uns (unserm Gewissen) keinen Schaden bringt; jene aber (das Volk) halte ich nicht für wert, mich vor ihnen zu verteidigen." MPo 11:1 Da erklärte der Prokonsul: "Ich habe wilde Tiere, denen werde ich dich vorwerfen lassen, wenn du nicht anderen Sinnes wirst." Der aber entgegnete: "Laß sie kommen; denn unmöglich ist uns die Bekehrung vom Besseren zum Schlimmeren; ehrenvoll aber ist es, sich vom Schlechten zur Gerechtigkeit hinzuwenden." MPo 11:2 Jener aber fuhr fort: "Wenn du dir aus den Tieren nichts machst, lasse ich dich vom Feuer verzehren, sofern du deine Meinung nicht änderst." Darauf sagte Polykarp: "Du drohst mir mit einem Feuer, das nur eine Stunde brennt und nach kurzem erlischt; denn du kennst nicht das Feuer des zukünftigen Gerichtes und der ewigen Strafe, das auf die Gottlosen wartet. Doch was zögerst du? Hole herbei, was dir gefällt!" MPo 12:1 Während Polykarp dieses und noch anderes sprach, war er voll Mut und Freude und sein Antlitz strahlte von Anmut, so daß er nicht nur nicht bestürzt über das ihm Angedrohte, die Fassung verlor, sondern daß vielmehr der Prokonsul staunte; dieser schickte seinen Herold und ließ mitten in der Rennbahn dreimal verkünden: "Polykarp hat sich als Christ bekannt". MPo 12:2 Als der Herold das ausgerufen hatte, schrie die ganze Menge der Heiden und Juden, die in Smyrna wohnten, in unverhohlener Wut und mit lauter Stimme: "Dieser ist der Lehrer Asiens, der Vater der Christen, der Zerstörer unserer Götter, der durch seine Lehre viele bewegt, nicht zu opfern und anzubeten". So schrien sie und verlangten von dem Asiarchen Philippus, er solle einen Löwen auf Polykarp loslassen. Der aber erklärte, das sei ihm nicht gestattet, weil die Tierhetzen beendigt seien. MPo 12:3 Da fanden sie es für gut, einstimmig zu schreien, Polykarp solle lebendig verbrannt werden. Es mußte ja auch das an seinem Kopfkissen ihm geoffenbarte Gesicht sich erfüllen; er hatte dieses beim Gebete brennen sehen und zu den Gläubigen, die bei ihm waren, hingewandt die prophetischen Worte gesprochen: "Ich muß lebendig verbrannt werden". MPo 13:1 Das wurde schneller ausgeführt, als es erzählt werden kann. Die Volksmassen trugen auf der Stelle aus den Werkstätten und Bädern Holz und Reisig zusammen; die größten Dienste leisteten dabei bereitwilligst die Juden, wie sie es gewohnt sind. MPo 13:2 Als der Holzstoß errichtet war, legte er alle seine Oberkleider ab, löste seinen Gürtel und versuchte, auch seine Schuhe auszuziehen. Das hatte er früher nicht getan, weil allezeit die Gläubigen wetteiferten, wer zuerst seinen Leib berühre; denn wegen seines guten Wandels war er schon vor seinem Martyrium mit aller Tugend geschmückt. MPo 13:3 Sofort nun wurde das Material, das für den Scheiterhaufen zubereitet war, um ihn herumgelegt; als man ihn auch annageln wollte, sagte er: "Laßt mich so; denn der mir verliehen hat, den Feuertod geduldig zu leiden, wird mir auch die Kraft geben, ohne die durch eure Nägel gebotene Sicherheit unbeweglich auf dem Scheiterhaufen auszuharren". MPo 14:1 Die nagelten ihn also nicht an, banden ihn aber fest. Er aber, die Hände auf dem Rücken festgebunden, wie ein ausgezeichneter Widder aus einer großen Herde zur Opfergabe, zum wohlgefälligen Brandopfer für Gott, auserlesen, blickte gen Himmel und sprach: "Herr, allmächtiger Gott, Vater deines geliebten und gebenedeiten Sohnes Jesus Christus, durch den wir Kenntnis von dir erlangt haben, Gott der Engel, der Mächte, der gesamten Schöpfung und der ganzen Schar der Gerechten, die vor deinem Angesichte leben! MPo 14:2 Ich preise dich, daß du mich dieses Tages und dieser Stunde gewürdigt hast, teilzunehmen in der Gemeinschaft deiner Märtyrer an dem Kelche deines Christus zur Auferstehung ins ewige Leben nach Leib und Seele in der Unvergänglichkeit des Heiligen Geistes. Unter diesen möchte ich heute vor dir aufgenommen werden als ein fettes und wohlgefälliges Opfer, sowie du, untrüglicher und wahrhafter Gott, mich dazu vorbereitet, wie du es mir vorherverkündet und wie du es jetzt erfüllt hast. MPo 14:3 Deswegen lobe ich dich auch für alles, ich preise dich und verherrliche dich durch deinen ewigen und himmlischen Hohenpriester Jesus Christus, deinen geliebten Sohn, durch den dir mit ihm und dem Heiligen Geiste Ehre sei jetzt und in alle Ewigkeit. Amen". MPo 15:1 Als er das Amen ausgesprochen und sein Gebet vollendet hatte, zündeten die Heizer das Feuer an. Mächtig loderte die Flamme empor; da schauten wir, denen diese Gnade gegeben war, denen es auch vorbehalten war, das Geschehene den anderen zu verkünden, ein Wunder. MPo 15:2 Denn das Feuer wölbte sich wie ein vom Winde geschwelltes Segel und umwallte so den Leib des Märtyrers; dieser aber stand in der Mitte nicht wie bratendes Fleisch, sondern wie Brot, das gebacken wird, oder wie Gold und Silber, das im Ofen geläutert wird. Auch empfanden wir einen Wohlgeruch wie von duftendem Weihrauch oder von einem anderen kostbaren Rauchwerk. MPo 16:1 Als endlich die Gottlosen sahen, daß sein Leib vom Feuer nicht könne verzehrt werden, befahlen sie dem Konfektor, hinzuzutreten und ihm den Dolch in die Brust zu stoßen. Als das geschah, kam eine solche Menge Blut hervor, daß das Feuer erlosch und das ganze Volk erstaunt war über den großen Unterschied der Ungläubigen und der Auserwählten. MPo 16:2 Einer von diesen ist der bewunderungswerte Blutzeuge Polykarp gewesen, der in unserer Zeit durch seine Lehre ein Apostel und Prophet geworden ist, der Bischof der katholischen Kirche zu Smyrna; denn jedes Wort, das aus seinem Munde kam, hat sich erfüllt und wird sich erfüllen. MPo 17:1 Als aber der Nebenbuhler, der Verleumder und Böse, der Gegner der Gerechten, die Größe seines Martyriums, seinen von jeher unbefleckten Wandel und ihn selbst sah, wie er mit dem Kranze der Unvergänglichkeit geschmückt war und einen unbestrittenen Kampfpreis davontrug, da arbeitete er darauf hin, daß wir seine Überbleibsel nicht davontragen sollten, obschon viele dies zu tun und an seinem heiligen Leibe Anteil zu haben beehrten. MPo 17:2 Er veranlaßte also den Niketes, den Vater des Herodes und Bruder der Alke, den Prokonsul zu ersuchen, er möge seinen Leib nicht herausgeben, damit sie nicht - das sind seine Worte - den Gekreuzigten verlassen und diesen anzubeten anfangen. Das sagten sie auf Antrieb und Drängen der Juden, die auch achtgaben, als wir ihn aus dem Feuer nehmen wollten; sie begreifen nicht, daß wir Christus niemals verlassen werden, der für das Heil aller, die auf Erden gerettet werden, gelitten hat als ein Schuldloser für die Schuldigen, und daß wir auch keinen andern anbeten können. MPo 17:3 Denn ihn beten wir an, weil er der Sohn Gottes ist. Den Märtyrern aber erweisen wir als Schülern und Nachahmern des Herrn gebührende Liebe wegen ihrer unübertrefflichen Zuneigung zu ihrem König und Lehrer. Möchten doch auch wir ihre Genossen und Mitschüler werden! MPo 18:1 Als nun der Hauptmann den Widerstand der Juden sah, ließ er ihn mitten auf den Scheiterhaufen legen und, wie es bei ihnen Brauch ist, verbrennen. MPo 18:2 Auf diese Weise haben wir hinterher seine Gebeine bekommen, die wertvoller sind als kostbare Steine und schätzbarer als Gold, und haben sie an geeigneter Stätte beigesetzt. MPo 18:3 Dort werden wir uns mit der Gnade Gottes nach Möglichkeit in Jubel und Freude versammeln und den Geburtstag seines Martyriums feiern zum Andenken an die, welche bereits den Kampf bestanden haben, und zur Übung und Vorbereitung für die, welche ihm noch entgegengehen. MPo 19:1 So viel über den seligen Polykarpus, der - die Philadelphier miteingerechnet - der zwölfte Blutzeuge zu Smyrna ist, allein aber von allen in höherem Ansehen steht, so daß sogar die Heiden allenthalben von ihm reden. Er war nicht nur ein ausgezeichneter Lehrer, sondern auch ein hervorragender Blutzeuge, dessen Martyrium alle nachzuahmen begehren, da es nach Christi Evangelium geschah. MPo 19:2 Denn durch seine Standhaftigkeit hat er den ungerechten Statthalter besiegt und so die Krone der Unsterblichkeit erlangt; er verherrlicht, mit den Aposteln und allen Gerechten in Jubel vereinigt, Gott den Allvater und preist unsern Herrn Jesus Christus, den Heiland unserer Seelen, den Lenker unserer Leiber und den Hirten der katholischen Kirche auf dem weiten Erdkreise. MPo 20:1 Ihr batet um eine eingehende Darstellung des Geschehenen; wir haben es euch aber in Gegenwärtigem nur der Hauptsache nach durch unsern Bruder Markion mitteilen lassen. Wenn ihr nun Kenntnis davon genommen habt, so sendet das Schreiben auch an die ferner wohnenden Brüder, damit auch sie den Herrn preisen, der unter seinen Dienern eine Auswahl trifft. MPo 20:2 Ihm, der mächtig ist, uns alle in seiner Gnade und Gabe einzuführen in sein ewiges Reich durch seinen eingeborenen Sohn Jesus Christus, ihm sei Ruhm, Ehre, Macht und Herrlichkeit in alle Ewigkeit! Grüßet alle Heiligen! Euch grüßen die Hiesigen und Evaristus, der dies geschrieben hat, mit seinem ganzen Hause. MPo 21:1 Der selige Polykarp litt den Martertod am zweiten des Monates Xanthikus, am 23. Februar, an einem großen Sabbat, um die achte Stunde. Er wurde ergriffen von Herodes unter dem Oberpriester Philippus von Tralles, unter dem Prokonsulat des Statius Quadratus, unter der ewig währenden Herrschaft unseres Herrn Jesus Christus. Ihm sei Ruhm, Ehre, Herrlichkeit und ewiger Thron von Geschlecht zu Geschlecht. Amen. MPo 22:1 Wir sagen euch Lebewohl, Brüder, die ihr wandelt nach dem Worte des Evangeliums Jesu Christi; mit ihm sei Ehre Gott dem Vater und dem Heiligen Geiste zum Heile der auserwählten Heiligen! Sowie dafür Zeugnis abgelegt hat der selige Polykarp, nach dessen Fußstapfen wir im Reiche Jesu Christi befunden werden mögen. MPo 22:2 Dieses hat Gajus abgeschrieben aus dem Exemplare des Irenäus, eines Schülers des Polykarp, der noch mit Irenäus verkehrt hatte. Ich Sokrates aber habe zu Korinth nach der Abschrift des Gajus eine andere gemacht. Gnade mit euch allen! MPo 22:3 Ich Pionius hinwieder habe nach dem eben Beschriebenen Abschrift genommen, als ich es aufgefunden hatte. Ich fand es aber auf Grund einer Offenbarung des seligen Polykarp, wie ich im folgenden dartun werde. Ich habe die Bruchstücke, die der Zahn der Zeit beinahe vernichtet hatte, gesammelt, damit auch mich der Herr Jesus Christus mit seinen Auserwählten im Himmelreiche zusammenbringe, dem die Ehre sei mit dem Vater und dem Heiligen Geiste in alle Ewigkeit. Amen. MPo 23:1 Anderer Schluss: Dies nun hat Gaius aus den Aufzeichnungen des Irenäus abgeschrieben, der auch noch mit Irenäus verkehrt hat, der ein Schüler des heiligen Polykarp geworden war. MPo 23:2 Dieser Irenäus belehrte nämlich viele, als er zur Zeit des Maryriums des Bischofs Polykarp in Rom war: er hatte aber auch viele recht vortreffliche und fehlerfreie Mitschriften verfasst, in denen er sich an Polykarp erinnert, weil er von ihm unterichtet wurde - jede Irrlehre überführte er in geeigneter Weise und den kirchlichen und allgemeinen Kanon überlieferte er so, wie er es von dem Heiligen empfangen hatte. MPo 23:3 Nun sagt er auch folgendes: als der Heilige Polykarp einmal auf Markion getroffen ist, nach dem die sogenannten Markioniten benannt werden, und er sagte "Erkenne uns an, Polykarp!", antwortete er selbst dem Markion: Ich erkenne dich, ich erkenne Dich als Erstgeburt Satans an. MPo 23:4 Auch dies wird in den Aufzeichnungen des Iräneus berichtet, nämlich, dass an dem Tag und der Stunde, in der Polykarp in Smyrna das Maryrium erlitt, Irenäus, der sich in Rom aufhielt, eine Stimme gehört hat, die wie eine Posaune sprach: Polykarp hat das Maryrium erlitten. MPo 23:5 Aus diesen Aufzeichnungen des Iräneus nun, hat, wie vorher gesagt, Gaius abgeschrieben; aus den Abschriften des Gaius ein Isokrates in Korinth. Ich nun, Pionius wiederum, habe aus der Abschrift des Isokrates abgeschrieben, nachdem ich nach einer Offenbarung des heiligen Polykarp danach gesucht und sie gesammelt habe, obwohl sie schon fast aufgrund der Zeit vernichtet waren, sodass auch ich mit seinen Auserwählten in sein himmlisches Reich [kommen möge], dem die Herrlichkeit mit dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist sei, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen. Did 1:1 Zwei Wege gibt es, einen zum Leben und einen zum Tode; der Unterschied zwischen den beiden Wegen aber ist gross. Did 1:2 Der Weg des Lebens nun ist dieser: "erstens du sollst deinen Gott lieben, der dich erschaffen hat, zweitens deinen Nächsten wie dich selbst"; "alles aber, von dem du willst, dass man es dir nicht tue, das tue auch du" keinem anderen. Did 1:3 In diesen Worten ist aber folgende Lehre enthalten: "Segnet die, welche euch fluchen und betet für eure Feinde; ja fastet für die, die euch verfolgen; denn welche Gnade (soll euch werden), wenn ihr die liebet, die euch lieben? Tun nicht auch die Heiden dasselbe? Ihr aber sollt lieben, die euch hassen", und ihr sollt keinen Feind haben. Did 1:4 "Enthalte dich der Lüste des Fleische" und des Körpers! "Wenn dich einer auf die rechte Wange schlägt, reiche ihm auch die andere dar und du wirst vollkommen sein; wenn einer dich eine Meile weit nötigt, gehe zwei mit ihm; wenn einer dir den Mantel nimmt, gib ihm auch den Rock; wenn dir einer das Peinige nimmt, fordere es nicht zurück"; denn du kannst es auch nicht. Did 1:5 "Jedem, der dich bittet, gib und fordere es nicht zurück"; denn der Vater will, dass allen gegeben werde von den eigenen Gnadengaben. Glücklich, wer dem Gebote entsprechend gibt; denn er ist frei von Schuld. Wehe dein, der nimmt! Zwar wenn einer in der Not nimmt, so soll er ohne Schuld sein; ist er aber nicht in Not, dann muss er sich verantworten, weshalb er genommen und wozu; man wird ihn ins Gefängnis werfen und ihn genau untersuchen über sein Tun, und er wird "von dort nicht herauskommen, bis er den letzten Heller bezahlt hat". Did 1:6 Aber auch über diesen Punkt heisst es: "Schwitzen soll das Almosen in deinen Händen, bis du erkannt hast, wem du es geben sollst". Did 2:1 Das zweite Gebot der Lehre aber (heisst): Did 2:2 "Du sollst nicht töten, du sollst nicht ehebrechen", du sollst nicht Knaben schänden, du sollst nicht Unzucht treiben, "du sollst nicht stehlen", du sollst nicht Zauberei treiben, du sollst nicht Gift mischen, du sollst nicht das Kind durch Abtreiben umbringen und das Neugeborene nicht töten, "du sollst nicht begehren nach deines Nächsten Gut". Did 2:3 "Du sollst keinen Meineid schwören, kein falsches Zeugnis geben" du sollst Schlimmes nicht nachreden, du sollst Böses nicht nachtragen. Did 2:4 Du sollst nicht doppelsinnig noch doppelzüngig sein; die Doppelzüngigkeit ist nämlich ein Fallstrick zum Tode. Did 2:5 Deine Rede sei nicht lügnerisch, nicht leer, sie sei inhaltsreich durch (die) Tat. Did 2:6 Du sollst nicht habgierig sein, nicht auf Raub bedacht, nicht verschlagen, nicht boshaft, nicht hoffärtig. Du sollst keine schlimmen Pläne schmieden wider deinen Nächsten. Did 2:7 Du sollst niemand hassen, sondern die einen zurechtweisen, [mit anderen Mitleid haben,] für andere beten, wieder andere lieben mehr als deine Seele. Did 3:1 Mein Kind, fliehe vor allem Bösen und allem, was ihm ähnlich ist. Did 3:2 Sei nicht zornmütig, denn der Zorn führt zum Mord, noch eifersüchtig, noch zänkisch, noch reizbar; denn all das führt zu Mordtaten. Did 3:3 Mein Kind, sei nicht lüstern, denn die Lüsternheit führt zur Unzucht, meide die Zoten und freche Blicke; denn all das führt zum Ehebruch. Did 3:4 Mein Kind, achte nicht auf den Vogelflug, da dies zum Götzendienst führt; halte dich frei von Beschwörungen, Sterndeuterei, Zauberei, wünsche nicht einmal zuzuschauen oder zuzuhören; denn aus all dem entsteht Götzendienst. Did 3:5 Mein Kind, sei kein Lügner, da das Lügen zum Diebstahl führt; sei weder geldgierig noch ruhmsüchtig; denn aus all dem entsteht der Diebstahl. Did 3:6 Mein Kind, sei nicht mürrisch, da dies zur Lästerung führt, sei nicht frech, nicht bösartig; denn aus all dem entstehen Lasterreden. Did 3:7 Sei vielmehr sanftmütig, da "die Sanftmütigen das Erdreich besitzen werden". Did 3:8 Sei langmütig, barmherzig, ohne Falsch, ruhig, gut und "zittre allzeit vor den Worten", die du gehört hast. Did 3:9 Du sollst dich nicht selbst erhöhen und deiner Seele keinen Übermut gestatten. Deine Seele soll nicht zusammen sein mit den Hochmütigen, sondern sie soll wandeln mit den Gerechten und den Demütigen. Did 3:10 Was dir Schlimmes zustösst, nimm als gut auf, du weisst ja, dass ohne Gott nichts geschieht. Did 4:1 Mein Kind, Tag und Nacht sollst du dessen gedenken, der dir Gottes Wort verkündet, ehren sollst du ihn wie den Herrn; denn woher seine Herrlichkeit verkündet wird, da ist der Herr. Did 4:2 Täglich sollst du das Antlitz der Heiligen suchen, damit du Ruhe findest durch ihre Worte. Did 4:3 Du sollst keinen Zwiespalt verursachen, versöhnen sollst du Streitende. "Urteile gerecht", schau nicht auf die Person, wenn du Fehltritte zurechtweisest. Did 4:4 Zweifle nicht, ob es geschehen soll oder nicht. Did 4:5 Sei nicht wie einer, der seine Hände ausstreckt zum Nehmen, zum Geben aber sie zuhält. Did 4:6 Wenn du etwas in deinen Händen hast, so gib es als Sühne für deine Sünden. Did 4:7 Zweifle nicht, ob du geben sollst, und wenn du gibst, murre nicht; denn du wirst erkennen, wer der herrliche Erstatter deines Lohnes ist. Did 4:8 Wende dich nicht ab von dem Bedürftigen, teile vielmehr alles mit deinem Bruder und nenne nichts dein eigen; denn wenn ihr in die unvergänglichen Güter euch teilet, um wieviel mehr in die vergänglichen? Did 4:9 Ziehe deine Hand nicht zurück von deinem Sohn oder von deiner Tochter, unterweise sie vielmehr von Jugend auf in der Furcht des Herrn. Did 4:10 Gib deinem Knecht oder deiner Magd, die auf denselben Gott hoffen, deine Befehle nicht in Bitterkeit, damit sie nicht einmal ablegen ihre Furcht vor Gott, der über euch beiden herrscht; denn er kommt nicht, um zu (be)rufen nach Ansehen der Person, sondem zu denen, welche der Geist vorbereitet hat. Did 4:11 Ihr Knechte aber seid untertan euren Herren als dem Abbild Gottes in Achtung und Furcht. Did 4:12 Hasse jegliche Heuchelei und alles, was dem Herrn nicht gefällt. Did 4:13 Übertritt nicht "die Gebote des Herrn, bewahre, was du überkommen, tue nichts dazu und nimm nichts weg"-. Did 4:14 In der Versammlung sollst du deine Fehltritte bekennen, und du sollst nicht hintreten zum Gebete mit einem schlechten Gewissen. Dies ist der Weg des Lebens. Did 5:1 Der Weg des Todes aber ist dieser: vor allem ist er schlecht und voll von Fluch: "Mord, Ehebruch, Leidenschaft, Unzucht, Diebstahl, Götzendienst, Zauberei, Giftmischerei, Raub, falsches Zeugnis, Heuchelei, Falschheit, Hinterlist, Stolz, Bosheit, Anmassung, Habsucht, üble Nachrede, Missgunst, Frechheit, Hoffart, Prahlerei, Vermessenheit". Did 5:2 Leute, die das Gute verfolgen, die Wahrheit hassen, die Lüge lieben, den Lohn der Gerechtigkeit nicht kennen, "dem Guten nicht nachstreben" und nicht dem gerechten Urteil, die ein wachsames Auge haben nicht für das Gute, sondern für das Schlechte; Leute, die weit entfernt sind von Sanftmut und Geduld, "die Eitles lieben, nach Lohn trachten', die kein Mitleid haben mit den Armen, sich nicht annehmen um den Bedrückten, die ihren Schöpfer nicht kennen, "ihre Kinder töten" das Gebilde Gottes (im Mutterleibe) umbringen, vom Bedürftigen sich abkehren, den Elenden unterdrücken, den Reichen beistehen, die Armen gegen das, Gesetz richten, in allem sündigen; reiset euch los, Kinder, von allen diesen. Did 6:1 Gib acht, "dass niemand dich wegführe" von dem Wege dieser Lehre, da er anders als Gott dich unterweist. Did 6:2 Denn wenn du das ganze Joch des Herrn tragen kannst, wirst du vollkommen sein; vermagst du das aber nicht, so tue, was du kannst. Did 6:3 Was die Speise(gesetze) angeht, erfülle, was du kannst; vom Opferfleisch aber enthalte dich ganz und gar; denn das ist eine Verehrung toter Götter. Did 7:1 Bezüglich der Taufe haltet es so: Wenn ihr all das Vorhergehende gesagt habt, "taufet auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes" in fliessendem Wasser. Did 7:2 Wenn du aber kein fliessendes Wasser hast, dann taufe in einem anderen Wasser; wenn du es nicht in kaltem tun kannst, tue es im warmen. Did 7:3 Wenn du beides nicht hast, giesse dreimal Wasser auf den Kopf "auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes". Did 7:4 Vor der Taufe soil fasten der Taufende, der Täufling und wer sonst kann; den Täufling lasse ein oder zwei Tage zuvor fasten. Did 8:1 "Bei eurem Fasten haltet es aber nicht mit den Heuchlern"; diese fasten nämlich am zweiten und fünften Tage nach dem Sabbat (d. h. am Montag und Donnerstag); ihr aber sollt fasten am vierten Tage und am Rüsttage (d. h. am Mittwoch und Freitag). Did 8:2 Auch "sollt ihr nicht beten wie die Heuchler"), sondern wie der Herr in seinem Evangelium es befohlen hat, "so betet: Vater unser, der Du bist in dem Himmel, geheiligt werde Dein Name, zukomme uns Dein Reich, Dein Wille geschehe wie im Himmel also auch auf Erden; unser tägliches Brot gib uns heute, und vergib uns unsere Schulden, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern, und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns vom Übel"; weil Dein ist die Macht und die Ehre in Ewigkeit. Did 8:3 Dreimal im Tag betet so. Did 9:1 Bezüglich der Eucharistie haltet es so: Did 9:2 Zunächst in betreff des Kelches: Wir danken Dir, unser Vater, für den heiligen Weinstock Davids, Deines Knechtes, den Du uns zu erkennen gabst durch Jesus, Deinen Knecht; Dir sei die Ehre in Ewigkeit. Did 9:3 Und in betreff des gebrochenen Brotes: Wir danken Dir, unser Vater, für das Leben und die Erkenntnis, die Du uns zu erkennen gabst durch Jesus, Deinen Knecht; Dir sei die Ehre in Ewigkeit. Did 9:4 Wie dieses gebrochene Brot auf den Bergen zerstreut war und zusammengebracht eins wurde, so möge Deine Gemeinde von den Enden der Erde zusammengebracht werden in Dein Reich; weil Dein ist die Ehre und die Macht durch Jesus Christus in Ewigkeit. Did 9:5 Aber keiner darf essen oder trinken von eurer Eucharistie, ausser die auf den Namen des Herrn getauft sind. Denn auch hierüber hat der Herr gesagt: "ihr sollt das Heilige nicht den Hunden geben". Did 10:1 Wenn ihr aber gesättigt seid, danket also: Did 10:2 Wir danken Dir, heiliger Vater, für Deinen heiligen Namen, dessen Wohnung Du in unseren Herzen bereitet hast, und für die Erkenntnis und den Glauben und die Unsterblichkeit, die Du uns zu erkennen gabst durch Jesus Deinen Knecht; Dir sei die Ehre in Ewigkeit. Did 10:3 Du allmächtiger Herrscher, "hast alles erschaffen`) um Deines Namens willen, hast Speise und Trank gegeben den Menschen zum Genusse, damit sie Dir danken; uns aber hast Du geschenkt eine geistige Speise, einen geistigen Trank und ein ewiges Leben durch Deinen Knecht. Did 10:4 Vor allem danken wir Dir, weil Du mächtig bist; Dir sei die Ehre in Ewigkeit. Did 10:5 Gedenke, o Herr, Deiner Gemeinde, dass Du sie erlösest von allem Übel und sie vollkommen machest in Deiner Liebe, "führe sie zusammen von den vier Winden", die Geheiligte, in Dein Reich, das Du ihr bereitet hast; weil Dein ist die Macht und die Ehre in Ewigkeit. Did 10:6 Es soll kommen die Gnade und vergehen diese Welt. "Hosanna dem Gotte Davids". Ist einer heilig, so soll er kommen; ist er's nicht, so soll er sich bekehren. Maranatha, Amen. Did 10:7 Den Propheten gestattet, Dank zu sagen, soviel sie wollen. Did 11:1 Wer also zu euch kommt und all das Obige euch lehrt, den nehmet auf. Did 11:2 Wenn er aber, selbst ein verkehrter Lehrer, euch eine andere Lehre vorträgt zur Vernichtung (der unsrigen), so höret nicht auf ihn; aber (lehret er) zur Mehrung der Gerechtigkeit und Erkenntnis des Herrn, nehmet ihn auf wie den Herrn. Did 11:3 Betreffs der Apostel und Propheten haltet es entsprechend der Vorschrift des Evangeliums also: Did 11:4 Jeder Apostel, der zu euch kommt, soll aufgenommen werden wie der Herr; Did 11:5 er soll aber nicht länger als einen Tag bleiben; wenn's nötig ist, noch den zweiten; drei Tage aber wenn er bleibt, ist er ein falscher Prophet. Did 11:6 Wenn der Apostel weggeht, soll er nur Brot mitnehmen, bis er wieder einkehrt; wenn er aber Geld verlangt, ist er ein falscher Prophet. Did 11:7 Und jeden Propheten, der im Geiste redet, sollt ihr nicht prüfen noch richten; denn "jede Sünde wird vergeben werden, diese Sünde aber wird nicht vergeben werden". Did 11:8 Aber nicht jeder, der im Geiste redet, ist ein Prophet, sondern nur wenn er die Lebensweise des Herrn hat; an der Lebensweise erkennt man den falschen Propheten und den (rechten) Propheten. Did 11:9 Und kein Prophet, der den Tisch richten lässt im Geiste, isst davon, ausser er ist ein falscher Prophet. Did 11:10 Und jeder Prophet, der zwar das Rechte lehrt, ist ein falscher Prophet, wenn er das, was er lehrt, nicht tut. Did 11:11 Jeder erprobte, wahre Prophet aber, der für das weltliche Geheimnis der Gemeinde tätig ist, aber nicht lehrt zu tun, was er tut, soll bei euch nicht gerichtet werden. Denn er hat bei Gott sein Gericht; denn so hielten es auch die alten Propheten. Did 11:12 Wenn aber einer spricht im Geiste: Gib mir Geld oder sonst etwas, so höret nicht auf ihn; wenn er aber für andere Bedürftige um Gaben bittet, soll niemand ihn richten. Did 12:1 Jeder aber, "der kommt im Namen des Herrn", soll aufgenommen werden; dann aber sollt ihr ihn prüfen und so kennen lernen; ihr sollet nämlich euren Verstand anwenden zur Entscheidung über rechts und links. Did 12:2 Wenn der Ankömmling nur durchreist, helfet ihm, so viel ihr könnt; er soll aber bei euch nicht länger bleiben als zwei oder drei Tage, wenn's nötig ist. Did 12:3 Wenn er sich aber bei euch niederlassen will als Handwerker, dann soll er arbeiten und essen. Did 12:4 Wenn er aber kein Handwerk versteht, dann sorget nach eurer Einsicht dafür, dass nicht ein fauler Christ unter euch lebt. Did 12:5 Will er es aber nicht so halten, so ist er einer, der mit seinem Christentum Geschäfte macht; hütet euch vor solchen. Did 13:1 Jeder wahre Prophet, der sich bei euch niederlassen will, "ist seines Brotes wert". Did 13:2 Ebenso ist ein wahrer Lehrer genau wie "der Arbeiter seines Brotes wert". Did 13:3 Du sollst daher "alle Erstlinge des Ertrags von Kelter und Tenne, von Rindern und Schafen" nehmen und die(se) Erstlinge den Propheten geben; denn diese sind eure Hohenpriester. Did 13:4 Wenn ihr aber keinen Propheten habt, gebet es den Armen. Did 13:5 Wenn du Brot bäckst, nimm den Anschnitt, gib es gemäss dem Gesetze. Did 13:6 Ebenso wenn du einen "Wein- oder Ölkrug" anbrichst, nimm das erste und gib es den Propheten. Did 13:7 Vom Geld, von Kleidungsstoffen, von jeglichem Besitz nimm nach Gutdünken die Erstlinge und gib sie gemäss dem Gesetze. Did 14:1 Am Tage des Herrn versammelt euch, brechet das Brot und saget Dank, nachdem ihr zuvor eure Sünden bekannt habet, damit euer Opfer rein sei. Did 14:2 Jeder aber, der mit seinem Freunde einen Streit hat, soll sich nicht bei euch einfinden, bis sie versöhnt sind, damit euer Opfer nicht entweiht werde. Did 14:3 Denn so lautet der Ausspruch des Herrn: "An jedem Ort und zu jeder Zeit soll man mir darbringen ein reines Opfer, weil ich ein grosser König bin, spricht der Herr, und mein Name wunderbar ist bei den Völkern". Did 15:1 Wählet euch Bischöfe und Diakonen, würdig des Herrn, Männer voll Milde und frei von Geldgier, voll Wahrheitsliebe, erprobte; denn sie sind es, die für euch versehen den (heiligen) Dienst der Propheten und Lehrer. Did 15:2 Achtet sie deshalb nicht gering; denn sie sind eure Geehrten mit den Propheten und Lehrern. Did 15:3 Weiset einander zurecht nicht im Zorn, sondern in Frieden, wie ihr's im Evangelium habet; und mit jedem, der sich verfehlt hat gegen seinen Nächsten, soll keiner sprechen, und er soll von euch nichts hören, bis er sich bekehrt hat. Did 15:4 Eure Gebete, eure Almosen und alle eure Handlungen sollt ihr so verrichten, wie ihr's habet im Evangelium unseres Herrn. Did 16:1 "Wachet" für euer Leben; "eure Lampen sollen nicht ausgehen und der Gurt um eure Lenden" soll sich nicht lockern, "seid vielmehr bereit, denn ihr wisset nicht die Stunde, in der unser Herr kommt". Did 16:2 Ihr sollt fleissig zusammenkommen, indem ihr nach dem strebet, was euren Seelen zukommt; denn es wird euch die ganze Zeit des Glaubens nichts nützen, wenn ihr nicht in der letzten Stunde vollkommen seid. Did 16:3 Denn in den letzten Tagen werden sich mehren die falschen Propheten und die Verderber, und die Schafe werden zu Wölfen umgewandelt, und die Liebe wird verwandelt werden in Hass. Did 16:4 Wenn nämlich die Gesetzwidrigkeit sich steigert, werden sie einander hassen, verfolgen und ausliefern, dann wird erscheinen der Verführer der Welt, wie der Sohn Gottes wird er auch 'Zeichen und Wunder tun' , und die Erde wird in seine Hände überliefert werden, und er wird Greuel verüben, wie sie von Ewigkeit her noch nicht geschehen sind. Did 16:5 Dann wird das Geschlecht der Menschen kommen in das Feuer der Prüfung, und "viele werden Ärgernis nehmen" und zugrunde gehen; die aber ausharren in ihrem Glauben, werden von dem (durch die Verführer) Verfluchten selbst "gerettet werden". Did 16:6 "Und dann werden die Zeichen der Wahrheit erscheinen; zuerst das Zeichen, dass der Himmel sich auftut, dann das Zeichen des Trompetenschalles" und das dritte: die Auferstehung der Toten, Did 16:7 aber nicht aller, sondern, wie gesagt ward: "Kommen wird der Herr und alle Heiligen mit ihm". Did 16:8 "Dann wird die Welt den Herrn kommen sehen auf den Wolken des Himmels". HV1 1:1 Mein Ernährer hat mich nach Rom an eine gewisse Rhode verkauft. Nach vielen Jahren sah ich sie wieder und gewann sie allmählich lieb wie eine Schwester. HV1 1:2 Nach einiger Zeit sah ich sie, wie sie im Tiber badete, ich reichte ihr die Hand und führte sie aus dein Fluss. Wie ich nun ihre Schönheit sah, wurde ich nachdenklich und sprach bei mir selbst: Glücklich wäre Ich, wenn ich eine solche Frau bekäme mit dieser Schönheit, diesen Sitten. Nur dieses dachte ich, sonst nichts. HV1 1:3 Später ging ich nach Kumä; dabei pries ich die Werke Gottes: ihre Größe, Erhabenheit und Gewalt; da übermannte mich im Gehen der Schlaf. Und ein Geist erfasste mich und entführte mich durch eine unwegsame Gegend, durch die kein Mensch durchkommen konnte; sie war steil und durch das Wasser zerklüftet. Nachdem ich jenen Fluss überschritten hatte, kam ich in die Ebene, fiel auf die Knie nieder, begann zum Herrn zu beten und meine Sünden zu bekennen. HV1 1:4 Während ich betete, tat sich der Himmel auf, und ich sah jene Frau, die ich ersehnte., mich vom Himmel her grüßen und (ich hörte) sie sagen: "Sei gegrüßt; Hermas'" HV1 1:5 Die Augen auf sie gewandt, fragte ich sie: "Herrin, was machst du da?" Und sie erwiderte mir: "Ich wurde aufgenommen, damit ich deine Sünden kund tue bei dem Herrn." HV1 1:6 Ich sagte zu ihr: "So bist du meine Anklägerin?" "Nein", entgegnete sie, "höre vielmehr, was ich dir zu sagen habe. Der Gott, der in dem Himmel wohnet und der aus dem Nichts das Seiende erschaffen, erweitert und vermehrt hat um seiner heiligen Kirche willen zürnt dir, weil du wider mich gesündigt hast." HV1 1:7 Ich entgegnete ihr und sagte: "Wider dich habe ich gesündigt? auf welche Weise? habe ich zu dir einmal ein schlüpfriges Wort gesagt? habe ich dich nicht stets wie eine Göttin angesehen? habe ich dich nicht stets behandelt wie eine Schwester? Warum lügst du, Weib, gegen mich dieses Schändliche und Unreine?" HV1 1:8 Da lachte sie auf und sprach zu mir: "In deinem Herzen stieg die Lust zum Bösen auf. Oder scheint es dir nicht etwas Schlimmes zu sein für einen gerechten Mann, wenn in seinem Herzen die böse Lust aufsteigt? Das ist eine Sünde", sagte sie, "und zwar eine große. Denn der gerechte Mann sinnt auf Gerechtes. Denn darauf, dass er Gerechtes sinnt, baut sich sein guter Ruf im Himmel, und der Herr ist ihm zugetan in all seinem Beginnen; die aber Böses sinnen in ihren Herzen, die ziehen sich Tod und Gefangenschaft zu, am meisten die, welche sich um diese Welt kümmern und sich ihres Reichtums rühmen und auf die kommenden Güter nicht hoffen. HV1 1:9 Bereuen werden es in ihren Herzen alle, die keine Hoffnung haben, sie haben ja sich selbst aufgegeben und ihr Leben. Du aber bete zu Gott, und er wird deine Sünden heilen und die deines ganzen Hauses und aller Heiligen." HV1 2:1 Nachdem sie diese Worte gesprochen hatte, schloß sich der Himmel; ich zitterte am ganzen Leibe und war betrübt. Und ich sprach bei mir selbst: Wenn mir dies zur Sünde angerechnet wird, wie werde ich das Heil erlangen können? oder wie werde ich Gott versöhnen für meine Sünden, die ich durch die Tat vollführt habe? oder mit welchen Worten soll ich mich an den Herrn wenden, auf dass er mir gnädig sei? HV1 2:2 Als ich dies in meinem Herzen erwog und überdachte, sah ich vor mir einen großen, leuchtenden Sitz aus schneeweißer Wolle. Und es kam eine bejahrte Frau in prächtigem Gewande, ein Buch in den Händen haltend, setzte sich allein nieder und grüßte mich: "Sei gegrüsst, Hermas." Voll Betrübnis sprach ich unter Tränen: "Sei gegrüßt, Herrin." HV1 2:3 Und sie sprach zu mir: "Warum bist du traurig, Hermas, du, der Langmütige und Friedliebende, der allzeit Lachende, warum siehst du so niedergeschlagen aus und warum bist du nicht munter?" Ich antwortete ihr: "Wegen einer überaus guten Frau, die sagte, ich hätte wider sie gesündigt." HV1 2:4 Sie entgegnete: "Keinesfalls gibt es bei dem Diener Gottes ein solches Tun. Vielmehr stieg lediglich in deinem Herzen (der Gedanke) an sie auf. Allerdings ist es so, für die Diener Gottes zieht ein solcher Gedanke Sünde nach sich; sündhaft ist nämlich der Wunsch und verwerflich bei einer ganz lauteren und schon erprobten Seele, wenn sie eine schlimme Tat begehrt, und zumal (wenn es) Hermas (tut), der Enthaltsame, der sich frei hält von jeder schlechten Begierde und der erfüllt ist mit jeglicher reinen Gesinnung und großer Unschuld! HV1 3:1 Aber nicht deshalb zürnt dir Gott, sondern damit du dein Haus bekehrest, das sich versündigt hat gegen Gott und gegen euch, seine Eltern. Weil du die Kinder liebst, hast du dein Haus nicht gewarnt, ließest es vielmehr gar sehr verderben; deshalb zürnt dir der Herr; aber er wird all das Böse heilen, das in deinem Hause vorgekommen ist; denn wegen der Fehltritte und Sünden jener ging es dir schlecht in deinen zeitlichen Unternehmungen. HV1 3:2 Aber die Barmherzigkeit Gottes hatte Mitleid mit dir und deinem Hause, und er wird dich stark machen und dich befestigen in seinem Ruhme. Nur nimm du es nicht leicht, sondern fasse guten Mut und bestärke dein Haus. Wie nämlich der Schmied durch das Hämmern des Stückes fertig bringt, was er will, so wird auch die tägliche gute Zusprache Herr über jegliche Schlechtigkeit. Lasse also nicht ab, deine Kinder zu warnen; denn ich weiß es, wenn sie von ganzem Herzen sich bekehren, werden sie mit den Heiligen eingeschrieben werden in die Bücher des Lebens." HV1 3:3 Als sie diese Worte zu Ende gesprochen hatte, sagte sie zu mir: "Willst du mich anhören, wenn ich vorlese?" Und ich versetzte: "Ja, Herrin!" Da sagte sie zu mir: "Höre zu und vernimm die Herrlichkeiten Gottes." Ich hörte Mächtiges und Wunderbares, was ich nicht behalten konnte. Denn alle Worte waren zum Erschauern, so dass sie ein Mensch nicht ertragen kann. Nur die letzten Worte habe ich behalten; sie waren mir nämlich erträglich und milde. HV1 3:4 "Siehe, der Herr der Heerscharen, der mit seiner unsichtbaren Macht und Stärke und großen Weisheit die Welt erschuf und in seinem lobwürdigen Ratschlusse seine Schöpfung mit Schönheit umgab und mit seinem mächtigen Wort den Himmel befestigte und die Erde gründete über den Wassern und in der ihm eigenen Weisheit und Vorsicht seine heilige Kirche schuf, die er auch segnete, siehe, er versetzt die Himmel, die Berge, die Hügel und die Meere, und alles wird ebenes Land für seine Auserwählten, damit er ihnen das Versprechen einlöse, das er mit großem Ruhm und großer Freude gegeben, wenn sie nämlich die Satzungen Gottes halten, die sie in großem Vertrauen empfangen haben." HV1 4:1 Als sie nun mit dem Vorlesen aufgehört und von dem Sitze sich erhoben hatte, kamen vier Jünglinge, nahmen den Sitz und entfernten sich gegen Osten. HV1 4:2 Sie aber rief mich, fasste mich an der Brust und sagte zu mir: "Hat dir meine Vorlesung gefallen?" Und ich erwiderte ihr: "Herrin, der Schluss eben gefiel mir, das Vorhergehende aber ist schwierig und hart." Sie sagte mir aber entgegnend: "Diese Schlussworte sind für die Gerechten, das Vorhergehende ist für die Heiden und die Abtrünnigen." HV1 4:3 Während sie noch mit mir sprach, erschienen zwei Männer, trugen sie an den Armen und entfernten sich gegen Osten, wohin auch der Sitz gebracht worden war. Sie ging aber heiter weg, und im Gehen sagte sie zu mir: "Sei stark, Hermas!" HV2 1:1 Als ich nach Kumä ging zu derselben Zeit wie im vorigen Jahre, dachte ich beim Gehen an die vorjährige Erscheinung, und wiederum erhob mich der Geist und führte mich an den gleichen Ort wie damals. HV2 1:2 Hier angekommen, fiel ich auf die Knie, fing an zum Herrn zu beten und seinen Namen zu verherrlichen, weil er mich für würdig gehalten und mir meine früheren Sünden geoffenbart hatte. HV2 1:3 Wie ich mich dann vom Gebete erhob, sah ich mir gegenüber die ältere Frau, die ich auch im vorigen Jahre gesehen hatte, hin und her wandeln und in einem kleinen Buche lesen; und sie sprach: "Kannst du dies den Auserwählten Gottes verkünden?" Ich erwiderte ihr: "Herrin, soviel kann mein Gedächtnis nicht behalten; gib mir das Buch zum Abschreiben!" "Nimm es", sagte sie, "aber gib es mir wieder zurück." HV2 1:4 Und ich nahm es, zog mich an einen Platz auf dem Felde zurück und schrieb alles buchstäblich ab; denn Silben fand ich nicht. Als ich mit dem Abschreiben der Buchstaben des Buches fertig war, wurde es mir plötzlich aus der Hand gerissen; von wem, sah ich nicht. HV2 2:1 Vierzehn Tage später, nachdem ich gefastet und zum Herrn viel gebetet hatte, wurde mir die Erkenntnis der Schrift enthüllt. Folgendes stand darin: HV2 2:2 "Deine Kinder, Hermas, haben gesündigt gegen Gott und gelästert wider den Herrn; in großer Schlechtigkeit haben sie ihre Eltern verraten, man nannte sie Verräter der Eltern, und sie ließen es sich nicht zu nutzen sein, sondern sie fügten ihren Sünden noch Ausschweifung und allerhand Bosheit hinzu, und so ist ihre Schlechtigkeit voll geworden. HV2 2:3 Tue diese Worte allen deinen Kindern kund und deiner Gattin, die einmal deine Schwester sein soll; denn sie beherrscht die Zunge nicht, sondern sündigt damit; wenn sie aber dies hört, wird sie es nicht mehr tun, und sie wird Erbarmung finden. HV2 2:4 Wenn du ihnen diese Worte mitgeteilt hast, die mir der Herr aufgetragen hat, damit du sie offen erkennest, dann werden ihnen alle Sünden nachgelassen, die sie früher begangen haben, ebenso allen Heiligen, was sie bis auf diesen Tag gesündigt haben, wenn sie aus ganzem Herzen sich bekehren und aus ihrem Herzen den Zwiespalt nehmen. HV2 2:5 Denn der Herr hat bei seiner Herrlichkeit gegen seine Auserwählten geschworen: wenn nach diesem festgesetzten Tage noch eine Sünde geschieht, dann sollen sie das Heil nicht erlangen; denn die Bußzeit hat ein Ende für die Gerechten; die Tage der Buße sind erfüllt für alle Heiligen; für die Heiden aber gibt es eine Buße bis zum Jüngsten Tage. HV2 2:6 Sage daher den Vorstehern der Kirche, auf dass sie ihre Wege bessern in Gerechtigkeit und mit großer Herrlichkeit aus dem Vollen die Verheißungen empfangen. HV2 2:7 Fahret fort, die Gerechtigkeit zu üben und duldet keinen Zwiespalt im Herzen, damit ihr eingehen werdet zu den heiligen Engeln! Glückselig seid ihr alle, wenn ihr die kommende große Trübsal aushaltet und wenn ihr euer Leben nicht verleugnet. HV2 2:8 Denn der Herr hat durch seinen Sohn geschworen, dass denen, die ihren Herrn verleugnen, ihr Leben abgesprochen ist, nämlich denen, die in den kommenden Tagen ihn verleugnen werden; wer es früher getan, dem zeigte sich der Herr gnädig wegen seiner Barmherzigkeit. HV2 3:1 Du aber, Hermas, sollst deinen Kindern das Böse nicht nachtragen und auch deine Schwester nicht entlassen, damit sie von ihren früheren Sünden gereinigt werden. Sie werden nämlich in eine gerechte Zucht genommen werden, wenn du ihrer Sünden nicht gedenkst; denn Böses nachtragen, heißt sich den Tod zuziehen. Du aber, Hermas, wirst selbst große Trübsal mitmachen müssen wegen der Übertretungen der Deinigen, weil du dich nicht um sie gekümmert hast; vielmehr hast du sie vernachlässigt und warst verstrickt in deine bösen Unternehmungen. HV2 3:2 Aber retten wird dich der Umstand, daß du nicht abgefallen bist vom lebendigen Gottel, und deine aufrichtige Gesinnung und deine große Enthaltsamkeit; das ist deine Rettung, falls du so bleibst, und das rettet alle, die so handeln und die wandeln in Gerechtigkeit und Aufrichtigkeit. Diese werden jegliche Schlechtigkeit überwinden und ausharren zum ewigen Leben. HV2 3:3 Glückselig alle, die Gerechtigkeit üben; sie werden in Ewigkeit nicht zugrunde gehen. HV2 3:4 Dem Maximus aber sage: siehe, Trübsal kommt; wenn's dir gut dünkt, verleugne abermals. Nahe ist der Herr denen, die sich bekehren, wie geschrieben steht bei Eldad und Modat, die dem Volke in der Wüste geweissagt haben." HV2 4:1 Brüder, im Schlafe erhielt ich eine Offenbarung von einem gar schönen Jüngling, der mir sagte: "Was meinst du, wer die alte Frau war, von der du das Buchlein bekamst?" Ich sagte: "Die Sibylle". "Du irrst", versetzte er, "die ist es nicht." "Wer ist es denn?" fuhr ich fort. "Die Kirche", war seine Antwort; Ich sagte ihm: "Warum ist sie alt?" "Weil sie", antworete er, "von allem zuerst gegründet wurde; deswegen ist sie alt, und ihretwegen wurde die Welt geschaffen." HV2 4:2 Danach sah ich ein Gesicht in meinem Hause. Die alte Frau kam und fragte mich, ob ich das Buch schon den Presbytern gegeben habe. Ich sagte: "Nein." "Du hast recht getan", fuhr sie fort. "Ich habe noch einiges hinzuzufügen. Wenn ich nun vollends alle Worte hinzugefügt habe, werden sie durch dich allen Auserwählten bekanntgegeben werden. HV2 4:3 Du wirst zwei Abschriften fertigen und eine dem Klemens, eine der Grapte senden. Klemens wird es an die auswärtigen Städte schicken, das ist ihm aufgetragen worden; Grapte wird die Witwen und Waisen mahnen. Und du wirst es in dieser Stadt gemeinsam mit den Presbytern, den Vorstehern der Kirche, vorlesen." HV3 1:1 Was ich schaute, Brüder, verhält sich so. HV3 1:2 Als ich oftmals gefastet und den Herrn gebeten hatte, dass er mir die Offenbarung enthülle, die er mir durch jene alte Frau zu zeigen versprochen hatte, da erschien mir mitten in der Nacht jene Frau und sagte mir: "Da du so mangelhaft unterrichtet bist und so begierig, alles zu erfahren, so komme auf das Feld, wo du Korn bauest, und um die fünfte Stunde werde ich dir erscheinen und dir zeigen, was du sehen musst." HV3 1:3 Ich fragte sie: "Herrin, wo auf dem Felde?" "Wo du willst", sprach sie. Ich wählte einen schönen, etwas zurückgelegenen Platz. Bevor ich aber sie anreden und ihr den Ort bezeichnen konnte, sagte sie: "Ich komme dorthin, wohin du willst." HV3 1:4 Ich begab mich also, Brüder, auf das Feld, zählte die Stunden, kam an den Platz, den ich ihr als Treffpunkt bezeichnet hatte, und sah eine Bank aus Elfenbein dastehen, und über der Bank lag ein leinenes Kopfkissen, und über dem Linnen war ein feines, flächsenes Tuch gebreitet. HV3 1:5 Als ich dies daliegen und niemand an dem Orte sah, geriet ich in Verwirrung, und es überkam mich wie ein Zittern, und die Haare stiegen mir zu Berge. Wie ein Schauern kam es mich an, weil ich allein war. Als ich wieder zu mir gekommen war, als ich an Gottes Herrlichkeit mich erinnert und wieder Mut gefasst hatte, fiel ich auf die Knie und bekannte dem Herrn abermals meine Sünden, wie früher. HV3 1:6 Da kam sie mit sechs Jünglingen, die ich auch früher schon gesehen hatte, trat neben mich und hörte zu, wie ich betete und dem Herrn meine Sünden bekannte. Und indem sie mich berührte, sprach sie: "Hermas, höre auf, nur immer wegen deiner Sünden zu beten; bete auch um die Gerechtigkeit, damit du von ihr einen Teil in dein Haus bringest." HV3 1:7 Dann richtete sie mich auf an der Hand und führte mich, zu der Bank und sagte zu den Jünglingen: "Gehet fort und bauet." HV3 1:8 Und als die Jünglinge sich entfernt hatten und wir allein waren, begann sie zu mir: "Setze dich hierher!" Ich erwiderte ihr"Herrin, lass die Älteren zuerst Platz nehmen." "Was ich dir sage", fuhr sie fort, "setze dich!" HV3 1:9 Als ich mich dann auf die rechte Seite setzen wollte, gab sie es nicht zu und winkte mit der Hand, dass ich mich auf die linke Seite setzen solle. Dann sann ich darüber nach und war missstimmt, weil sie mich nicht rechts hatte sitzen lassen. Sie sagte dann: "Bist du traurig, Hermas? Der Platz zur Rechten gehört anderen, die Gott ganz wohlgefällig sind und um seines Namens willen gelitten haben; dir fehlt noch viel, bis du dich zu ihnen setzen darfst. Aber verbleibe in der Aufrichtigkeit, wie du sie hast, und du wirst bei ihnen Platz nehmen, ebenso alle, welche die Werke jener tun und ertragen, was auch jene ertragen haben." HV3 2:1 "Was", fragte ich, "haben sie ertragen?" "Höre", erwiderte sie, "Geisseln, Gefängnis, große Trübsal, Kreuzesstrafe, wilde Tiere um des Namens willen. Deshalb gehört jenen die rechte Seite der Beseligung und jedem, der wegen des Namens leidet; den übrigen gehört die linke Seite. Aber beide, sowohl die zur Rechten als auch die zur Linken Sitzenden haben die gleichen Gnaden und dieselben Verheißungen; nur genießen die zur Rechten Sitzenden eine gewisse Ehre. HV3 2:2 Du bist voll Begierde, mit ihnen zur Rechten zu sitzen, aber deiner Unvollkomrnenheiten sind es viele; aber du wirst von ihnen gereinigt werden; auch werden alle diejenigen auf diesen Tag von ihren Fehlern befreit, die nicht doppelten Sinnes sind. HV3 2:3 Nach diesen Worten wollte sie gehen ich fiel ihr aber zu Füßen und bat sie bei dem Herrn, sie möge mir das versprochene Gesicht zeigen. HV3 2:4 Da fasste sie mich wiederum bei der Hand, hob mich auf und hieß mich auf der Bank zur Linken Platz nehmen; sie selbst nahm auch Platz zur Rechten. Und nachdem sie einen prunkvollen Stab erhoben hatte, begann sie zu mir: "Du siehst etwas Großes." Ich entgegnete ihr: "Herrin, ich sehe gar nichts." Sie sprach zu mir: "Da, siehst du nicht, wie dir gegenüber ein großer Turm über den Wassern aus prächtigen Quadersteinen erbaut wird?' HV3 2:5 Im Viereck aber wurde der Turm aufgeführt von den sechs Jünglingen, die mit ihr gekommen waren; aber außerdem trugen unzählige Männer Steine herbei, die einen aus der Meerestiefe, die anderen von der Erde, und übergaben sie den sechs Jünglingen; diese nahmen sie in Empfang und setzten sie in den Bau. HV3 2:6 Die aus der Tiefe heraufgezogenen Steine fügten sie alle so in den Bau; denn sie eigneten sich so und passten in den Mauerverband mit den übrigen Steinen; sie wurden so untereinander verbunden, dass man die Fugen nicht sah. Es schien, als ob das Gefüge des Turmes aus einem Stein hergestellt sei. HV3 2:7 Von den anderen Steinen, die sie von der trockenen Erde holten, warfen sie einen Teil weg, den anderen fügten sie ein in den Bau; wieder andere schlugen sie zusammen und warfen sie weil weg vom Turme. HV3 2:8 Und wieder andere Steine lagen in großer Zahl rings um den Turm, aber sie verwendeten sie nicht für den Bau; einige von ihnen hatten Flecken, andere hatten Risse, andere waren verstümmelt, andere waren glänzend und abgerundet, so dass sie in den Bau nicht passten. HV3 2:9 Auch sah ich, wie einige Steine weit vom Turme weggeschleudert auf den Weg fielen, aber in dem Wege nicht liegen blieben, sondern weiter rollten vorn Weg auf unwegsamen Boden; andere sah ich ins Feuer fallen und verbrennen; endlich sah ich, wie einige nahe am Wasser niederfielen, wie sie aber nicht ins Wasser weiterrollen konnten, obwohl sie weiter springen und ins Wasser fallen wollten. HV3 3:1 Als sie mir dies gezeigt hatte, wollte sie weggehen. Da sagte ich ihr: "Herrin, was nützt es mir, wenn ich dies gesehen habe, aber nicht verstehe, was diese Dinge zu bedeuten haben?" Antwortend sagte sie mir: "Du bist ein neugieriger Mensch, da du das Nähere über den Turm erfahren willst." "Ja, Herrin", erwiderte ich, "damit ich es den Brüdern mitteile, damit sie froher werden und damit sie, wenn sie dies hören, den Herrn erkennen in großer Herrlichkeit." HV3 3:2 Sie entgegnete: "Es werden zwar viele dies hören; von diesen werden die einen sich freuen, andere werden weinen; aber auch diese werden sich sogar freuen, wenn sie darauf hören und Buße tun. So höre denn das Gleichnis von dem Turm; ich will dir nämlich alles enthüllen. Aber mache mir keine Vorwürfe mehr wegen der Enthüllung; denn diese Offenbarungen haben ein Ende; sie sind nämlich erfüllt; du aber hörst nicht auf, Offenbarungen zu verlangen; so anspruchsvoll bist du. HV3 3:3 Der Turm, den du bauen siehst, bin ich, die Kirche, die dir jetzt wie auch früher erschienen ist; was du nun willst, das frage über den Turm, und ich werde es dir künden, damit du dich freuest mit den Heiligen." HV3 3:4 Da sagte ich zu ihr: "Herrin, da du mich nun einmal für würdig hieltest, mir alles zu enthüllen, so rede." Sie aber entgegnete: "Was immer dir enthüllt werden kann, das wird enthüllt werden. Nur soll dein Herz zu Gott gerichtet sein, und du darfst nicht anzweifeln, was du siehst. HV3 3:5 Ich fragte sie: "Warum ist der Turm auf Wasser gebaut, Herrin?" "Ich habe es dir", versetzte sie, "schon früher gesagt, du fragst genau nach; wenn du also fragst, wirst du die Wahrheit finden. Höre nun, warum der Turm auf Wasser gebaut ist. Weil euer Leben durch Wasser gerettet wurde und gerettet werden wird. Der Grund des Turmes ist nämlich gelegt durch das Wort des allmächtigen und verherrlichten Namens, er wird zusammengehalten durch die unsichtbare Macht des Herrn." HV3 4:1 Ich antwortete ihr mit den Worten: "Herrin, groß und wunderbar ist diese Sache. Wer aber sind die sechs Jünglinge, die beim Bau tätig sind, Herrin?" "Das sind die heiligen Engel Gottes, die zuerst geschaffenen, denen der Herr den Auftrag gab, seine ganze Schöpfung zu fördern, zu ordnen und sie ganz zu beherrschen. Durch sie wird daher der Bau des Turmes vollendet werden." HV3 4:2 "Und wer sind die anderen, welche die Steine beitragen?" "Auch das sind heilige Engel Gottes; jene sechs aber sind höheren Ranges als diese. Der Turm wird also seine Vollendung finden, und alle insgesamt werden sich freuen rings um den Turm, und sie werden Gott verherrlichen, weil der Bau des Turmes zu Ende geführt wurde." HV3 4:3 Ich fragte sie: "Herrin, ich hätte gerne gewusst, welche Bewandtnis es hat mit der Herkunft und der Bedeutung der Steine. Ihre Antwort lautete: "Nicht weil du von allen der würdigste bist, diese Enthüllung zu erhalten - denn andere kommen vor dir und sind besser als du, so dass ihnen diese Gesichte hätten geoffenbart werden sollen - vielmehr damit der Name Gottes verherrlicht werdet, wurde dir die Offenbarung und wird sie dir zuteil werden wegen der Zweifler, wegen derer, die grübeln in ihren Herzen, ob es so sei oder nicht. Sage, ihnen, dass dies alles wahr ist und nichts gegen die Wahrheit verstößt, sondern alles fest, sicher und wohlbegründet ist." HV3 5:1 "Nun höre von den Steinen, die in den Bau kamen. Die viereckigen, weißen und in den Verband passenden Steine, das sind die Apostel, Bischöfe, Lehrer und Diakonen, welche lebten nach der Heiligkeit Gottes, die ihr Hirtenamt, Lehramt und ihren Dienst heilig und fromm versehen haben für die Erwählten Gottes; die einen von ihnen sind schon entschlafen, die anderen leben noch; immer waren sie einig miteinander, hielten Frieden unter sich und hörten aufeinander; deshalb passen in dem Bau des Turmes die Fugen zueinander." HV3 5:2 "Was aber bedeuten die Steine, die aus der Meerestiefe heraufgezogen und in den Bau eingemauert wurden und deren Linien mit den übrigen schon zum Bau verwandten Steinen übereinstimmten?" "Das sind die, welche für den Namen des Herrn gelitten haben." HV3 5:3 "Auch über die anderen Steine, welche von der Erde genommen, möchte ich Auskunft und Deutung haben, Herrin." Sie erklärte: "Die, welche zum Bau verwendet wurden, ohne dass man sie behauen mußte, sind vom Herrn erprobt, weil sie in der Gerechtigkeit des Herrn wandelten und seine Gebote richtig hielten." HV3 5:4 "Was bedeuten aber die, welche herbeigeführt und in den Bau gelegt wurden?" "Das sind die Neulinge im Glauben und (andere) Gläubige; sie werden von den Engeln zu guten Werken ermahnt, weil in ihnen keine Sünde gefunden wurde." HV3 5:5 "Und was bedeuten die Weggeworfenen und Fortgeschleuderten?" "Das sind solche, welche gesündigt haben und sich bekehren wollen; deshalb wurden sie nicht weit vom Turme weggeworfen, weil sie für den Bau brauchbar sein werden, wenn sie sich bekehrt haben. Die, welche die Bekehrung vorhaben, werden nach ihrer Bekehrung stark sein im Glauben, wenn ihre Bekehrung jetzt geschieht, solange am Turme noch gebaut wird; wenn aber der Bau vollendet ist, dann gibt es für sie keinen Platz mehr, und sie werden verworfen sein; nur das bleibt ihnen, dass sie in der Nähe des Turmes liegen." HV3 6:1 "Willst du auch über die Zerschlagenen und vom Turme weit Weggeschleuderten Auskunft haben? Das sind die Kinder der Sünde; ihr Glaube war Heuchelei, und keine Schlechtigkeit blieb fern von ihnen. Deshalb finden sie das Heil nicht, weil sie wegen ihrer Sünden nicht brauchbar sind für den Bau. Deshalb wurden sie zusammengeschlagen und weit fort geworfen wegen des Herrn Zorn, weil sie ihn geärgert haben. HV3 6:2 Dann hast du andere in großer Zahl daliegen sehen, die nicht in den Bau kamen; das sind die mit Flecken Behafteten; sie haben die Wahrheit zwar erkannt, aber sie blieben nicht bei ihr und schlossen sich den Heiligen nicht an; deshalb sind sie unbrauchbar." HV3 6:3 "Wer sind dann die mit den Rissen?" "Sie bedeuten Leute, die im Herzen etwas gegeneinander haben und miteinander nicht im Frieden leben, vielmehr sich den Anschein des Friedens geben; sobald sie aber auseinander gegangen sind, leben ihre Sünden fort in ihren Herzen; das sind die Risse, welche die Steine haben. HV3 6:4 Die Verstümmelten sodann sind diejenigen, welche zwar gläubig sind und der Hauptsache nach in Gerechtigkeit leben, aber doch einigen Anteil an der Sünde haben; deshalb sind sie verstümmelt und nicht ganz." HV3 6:5 "Was ist aber dann mit den weißen, rundlichen Steinen, die nicht in das Bauwerk passen, Herrin?" Sie antwortete mir: "Wie lange noch bist du töricht und unverständig und fragst nach allem und siehst nichts ein? Das sind solche, die zwar den Glauben haben, zugleich aber auch den Reichtum dieser Welt; wenn die Trübsal kommt, dann verleugnen sie ihren Herrn wegen ihres Reichtums und wegen ihrer Geschäfte." HV3 6:6 Ich erwiderte ihr und sagte: "Herrin, wann werden sie brauchbar werden für den Bau?" "Sie werden dann brauchbar sein für Gott, wenn ihnen der Reichtum, der ihre Seele beherrscht, vermindert worden ist. Wie nämlich der rundliche Stein nur dadurch viereckig wird, dass man ihn behaut und einiges von ihm wegnimmt, so können auch die Reichen in dieser Welt nur dadurch für den Herrn brauchbar werden, dass ihnen der Reichtum beschnitten wird. HV3 6:7 Erkenne dies zuerst an dir selbst; solange du reich warst, warst du nicht zu brauchen, jetzt aber bist du sehr brauchbar und nützlich für das Leben. Werdet brauchbar für Gott! Denn du selbst wirst aus diesen Steinen genommen." HV3 7:1 "Die anderen Steine, die, wie du sahest, weit vorn Turme weggeworfen wurden und auf den Weg fielen, aber vom Wege weiterrollten in wegloses Feld, das sind die, welche zwar geglaubt haben, aber wegen ihres Zweifels ihren wahren Weg verließen; in der Meinung, einen besseren Weg finden zu können, irren sie umher und sind unglücklich durch ihr Umherstreifen in den weglosen Gebieten. HV3 7:2 Die, welche ins Feuer fielen und verbrannten, das sind die, welche am Ende von dem lebendigen Gott abgefallen sind und in deren Herzen keine Sinnesänderung mehr aufkam wegen ihrer schwelgerischen Lüste und ihrer Sünden, die sie begingen. HV3 7:3 Möchtest du endlich wissen, was die zu bedeuten haben, welche nahe am Wasser niederfielen, aber nicht ins Wasser weiterrollen konnten? Das sind die, welche das Wort hörten und sich taufen lassen wollten auf den Namen des Herrn; wenn ihnen hernach die Keuschheit (als Forderung) der wahren Lehre zu Gemüte geführt wird, kehren sie um und laufen wieder ihren schlechten Begierden nacht." HV3 7:4 Da schloss sie mit der Deutung des Turmes. HV3 7:5 Ich aber war frech und fragte sie noch, ob alle diese weggeworfenen und in den Bau des Turmes nicht passenden Steine, ob es für sie eine Buße gibt und ob sie eine Stelle finden in diesem Turme. "Es gibt für sie eine Buße", erwiderte sie, "aber in diesen Turm können sie nicht kommen. HV3 7:6 Aber sie werden für einen anderen viel geringeren Platz passen, und zwar dann, wenn sie ihre Schmerzen getragen und die Tage ihrer Sünden erfüllt haben. Sie werden aber deshalb an einen anderen Ort versetzt werden, weil sie teilgenommen hatten an dem gerechten Worte. Und nur dann wird es ihnen gelingen, ihren Qualen entrissen zu werden, wenn in ihrem Herzen (die Rette über) die bösen Werke, die sie verübt, sich regt. Wenn diese sich aber nicht regt in ihrem Herzen, dann werden sie nicht gerettet werden wegen ihrer Herzenshärtigkeit." HV3 8:1 Als ich nun aufhörte, sie nach all diesem zufragen, sagte sie zu mir: "Willst du etwas anderes sehen?" Da ich sehr begierig war, etwas zu schauen, wurde ich überglücklich durch [die Aussicht auf) ein neues Gesicht. HV3 8:2 Lächelnd sah sie mich an und sagte: "Siehst du sieben Frauen um den Turm?" "Ja, Herrin", erwiderte ich. "Der Turm hier wird von diesen getragen gemäß der Anordnung des Herrn. HV3 8:3 Vernimm nun ihre Bedeutung. Die erste von ihnen, die mit den kräftigen Händen, wird Glaube genannt. Durch sie werden die auserwählten Gottes gerettet. HV3 8:4 Die zweite, mit dem Gürtel und mit dem mannhaften Aussehen, heißt Enthaltsamkeit; sie ist die Tochter des Glaubens. Wer ihr nachfolgt, wird glücklich in seinem Leben, weil er sich von allen bösen Taten frei halten wird, weil er glaubt, dass er das ewige Leben erben wird, wenn er sich frei hält von jeder sündhaften Lust." HV3 8:5 "Was bedeuten aber die übrigen, Herrin?" "Die eine ist die Tochter der anderen. Ihre Namen sind: Aufrichtigkeit, Wissenschaft, Unschuld, Keuschheit, Liebe. Wenn du alle Werke der Mutter von ihnen tust, kannst du das Leben besitzen." HV3 8:6 "Ich hätte gerne gewusst, Herrin, welche Bedeutung jede von ihnen hat." "So höre", antwortete sie, "die Bedeutung, die jede hat. HV3 8:7 Die Bedeutung der einen ist von der anderen abhängig und folgt ihr in der Ordnung, wie sie geboren sind. Von dem Glauben stammt die Enthaltsamkeit, von der Enthaltsamkeit die Aufrichtigkeit, von der Aufrichtigkeit die Unschuld, von der Unschuld die Keuschheit, von der Keuschheit die Wissenschaft, von der Wissenschaft die Liebe. Ihre Werke nun sind rein, keusch, göttlich. HV3 8:8 Wer nun diesen dient und es fertig bringt, ihre Werke zu üben, der wird im Turme Wohnung finden bei den Heiligen Gottes." HV3 8:9 Ich fragte sie dann nach der Zeit, ob schon die Vollendung da sei. Da schrie sie laut auf und rief: "Du unverständiger Mensch, siehst du nicht, dass an dem Turme noch gebaut wird? Erst wenn der Turm fertig dasteht, kommt das Ende. Aber es wird rasch gebaut werden. Frage mich nichts mehr! Diese Mahnung genügt für dich und die Heiligen und die Erneuerung eures Geistes. HV3 8:10 Aber nicht für dich allein wurde diese Offenbarung gegeben, sondern dazu, dass du sie allen kund tuest. HV3 8:11 Nach drei Tagen (du musst es nämlich zuerst verstehen) werde ich dir, Hermas, erst die Worte ans Herz legen, die ich dir sagen will, damit du sie alle den Heiligen ins Ohr redest, damit sie dieselben hören und erfüllen und so gereinigt werden von ihren Sünden, du selbst und sie." HV3 9:1 "Höret mich, Kinder! Ich habe euch aufgezogen in aller Aufrichtigkeit und Unschuld und Keuschheit wegen der Erbarmung des Herrn, der seine Gerechtigkeit herabtauen ließ über euch, damit ihr gerechtfertigt und entsühnt würdet von allem Bösen und aller Verkehrtheit; ihr aber wollt nicht ablassen von eurer Schlechtigkeit. HV3 9:2 Nun höret jetzt auf mich und haltet Frieden unter euch selbst') und besuchet einander und nehmet einander auf und genießet die Gaben Gottes nicht allein im Überfluß, sondern teilet auch den Bedürftigen davon mit! HV3 9:3 Während nämlich die einen infolge zu vieler Nahrungsaufnahme sich eine Krankheit des Körpers zuziehen und ihn schädigen, leidet der Körper der anderen Schaden infolge mangelnder Nahrung, weil sie nicht genug zu essen haben, und so geht ihr Leib zugrunde. HV3 9:4 Diese Unmäßigkeit ist schädlich für euch Wohlhabende, die ihr dem Bedürftigen nichts gebet. HV3 9:5 Schauet hin auf das kommende Gericht! Suchet also ihr, die ihr in Überfluß habet, die Hungernden auf, solange der Turm noch nicht fertig ist! denn nach Vollendung des Turmes werdet ihr Gutes tun wollen, aber es wird euch nicht mehr möglich sein. HV3 9:6 Sehet zu, ihr im Reichtum Schwelgenden, daß die Darbenden nicht etwa seufzen und daß ihr Seufzen nicht emporsteige zum Herrn und ihr nicht mitsamt euren Gütern ausgeschlossen werdet von dem Eingang des Turmes! HV3 9:7 Jetzt aber rede ich zu den Vorstehern der Kirche und den Inhabern der ersten Plätze; werdet den Giftmischern nicht ähnlich! Diese tragen nun zwar ihr Gift in Büchsen, ihr aber habt euer Gilt und euer tötendes Mittel im Herzen. HV3 9:8 Ihr seid verhärtet und wollet euer Herz weder reinigen noch eine einmütige Gesinnung miteinander haben in einem reinen Herzen, auf daß ihr Erbarmen erlangen könntet von dem großen Könige'). HV3 9:9 Sehet also zu, Kinder, daß diese Zwistigkeiten euch nicht um das Leben bringen! HV3 9:10 Wie wollt ihr die Erwählten des Herrn erziehen, wenn ihr selbst keine Zucht habet? Es erziehe also einer von euch den anderen; und haltet Friede unter euch selbst, damit auch ich frohen Herzens vor den Vater treten und eurem Herrn Rechenschaft geben könne über euch alle!'. HV3 10:1 Als sie nun ihr Gespräch mit mir beendigt hatte, kamen die sechs Jünglinge, welche bauten, und trugen sie weg zu dem Turme, und vier andere nahmen die Bank und trugen sie ebenfalls zum Turme; ihr Antlitz konnte ich nicht sehen, weil sie abgewandt waren. HV3 10:2 Als sie nun weggehen wollte, bat ich sie um Aufklärung über die drei Gestalten, in denen sie mir erschienen war. Ihre Antwort lautete: "Darüber mußt du mich ein anderes Mal fragen, damit ich es dir enthülle." HV3 10:3 Bei dem ersten Gesichte voriges Jahr war sie mir, Brüder, als eine ganz alte Frau, auf einem Sessel sitzend, erschienen. HV3 10:4 Bei der zweiten Erscheinung hatte sie ein jüngeres Gesicht, aber einen alten Körper und graue Haare, und sie stand, als sie mit mir sprach; sie war aber in besserer Stimmung als das erste Mal. HV3 10:5 Bei der dritten Erscheinung war sie ganz jung und von ausgezeichneter Schönheit, nur hatte sie graue Haare; aber sie war fröhlich bis zum Schlusse und saß auf einer Bank. HV3 10:6 Dies machte mich ganz traurig, weil ich die Deutung hiervon kennen wollte. Da schaute ich in einem nächtlichen Gesichte die alte Frau, und sie sagte mir: "Jedes Gebet bedarf demütiger Gesinnung; faste also und du wirst erhalten, was du vom Herrn begehrst." HV3 10:7 So fastete ich denn einen Tag, und in der gleichen Nacht erschien mir ein Jüngling, der mir sagte: 'Warum verlangst du im Gebete die Offenbarungen der Reihe nach? Sieh zu, daß du nicht zuviel verlangst und so deiner Gesundheit schadest. HV3 10:8 Diese Enthüllungen genügen dir. Oder kannst du stärkere Offenbarungen als die erlebten aushalten?" HV3 10:9 Ich antwortete ihm: "Herr, nur um das eine bitte ich, nämlich (um Aufklärung) über die dreifache Gestalt der alten Frau, damit die Offenbarung vollständig werde." Da erwiderte er: "Wie lange seid ihr noch unverständig? Vielmehr sind es die Zweifel, die euch das Verständnis nehmen, und der Umstand, daß ihr euer Herz nicht beim Herrn habet." HV3 10:10 Ich antwortete ihm, indem ich nochmals sagte: "Aber von dir, o Herr, werde ich es genauer erfahren." HV3 11:1 "So höre denn über die drei Gestalten, wie du es verlangst. HV3 11:2 Warum sie bei dem ersten Gesichte dir alt erschien und auf einem Sitze ruhend? Weil euer Geist schon alterte und schon abgezehrt war und keine Kraft mehr hatte wegen eurer Schwäche und eurer Zweifel; HV3 11:3 wie nämlich die alten Leute, weil sie keine Aussicht haben, wieder jung zu werden, nur noch auf das Einschlummern warten, so habt auch ihr, durch die zeitlichen Sorgen geschwächt euch der Sorglosigkeit überlassen und habt nicht alle eure Sorgen auf den Herrn geworfen; vielmehr wurde euer Sinn niedergebeugt, und ihr seid gealtert durch eure Kümmernisse." HV3 11:4 "Warum sie auf einem Sessel ruhte, möchte ich wissen, Herr." 'Weil jeder Schwache sich auf einen Ruheplatz niedersetzt wegen seiner Schwäche, damit die Schwäche seines Körpers überwunden werde. Damit hast du die Bedeutung des ersten Gesichtes." HV3 12:1 "Bei der zweiten Erscheinung sahest du sie stehend, mit einem jugendlicheren Gesichte und fröhlicher als das erste Mal, nur mit älterem Körper und grauem Haar. Vernimm", sagte er, "auch dieses Gleichnis! HV3 12:2 Wenn einer schon alt ist und sich schon wegen seiner Schwäche und seiner Armut aufgegeben hat, dann erwartet er nichts anderes mehr als den letzten Tag seines Lebens; da fällt ihm plötzlich eine Erbschaft zu, und er springt bei der Nachricht hiervon auf, und voll Freude bekommt er wieder Kraft und bleibt nicht mehr liegen, sondern steht auf, und sein Geist, der infolge der früheren Arbeiten schon abgemattet war, lebt wieder auf; er bleibt nicht mehr sitzen, sondern rührt sich männlich: so ist es auch euch ergangen, als ihr die Offenbarung hörtet, die euch der Herr gegeben hat. HV3 12:3 Weil er sich erbarmt hat über euch, hat sich auch euer Geist erneuert, habt ihr eure Schwäche abgelegt, habt ihr wieder Kraft geschöpft und seid wieder stark geworden im Glauben, und als der Herr eure Erstarkung sah, freute er sich; und deshalb hat er auch den Bau des Turmes geoffenbart und wird euch noch mehr offenbaren, wenn ihr aus ganzem Herzen unter euch Frieden bewahrt." HV3 13:1 "Bei der dritten Erscheinung sahst du sie jung, schön, fröhlich und von edler Gestalt HV3 13:2 Wie nämlich ein Trauriger, dem plötzlich eine gute Botschaft zukommt, sogleich das alte Leid vergißt und nichts anderes erwartet als die (Erfüllung der) frohen Botschaft, von der er hörte, und wie er künftighin stark sein wird im Hinblick auf das Gute und wie sein Geist sich erneuert wegen der Freude, die ihm zuteil geworden, so habt auch ihr eine Erneuerung eures Geistes erlebt, als ihr diese Güter sahet. HV3 13:3 Und wenn du sie auf einer Bank sitzen sahest, so wisse, daß es ein starker Sitz war, weil die Bank vier Füße hatte und fest stand; denn auch die Welt beruht auf vier Elementen. HV3 13:4 Wer also völlig sich bekehrt, wer nämlich aus ganzem Herzen seine Gesinnung ändert, der wird neu werden und fest gegründet. Nun hast du die Offenbarung vollständig, und du sollst fernerhin gar nichts mehr fragen über die Offenbarung; sollte aber etwas notwendig sein, so wird es dir geoffenbart werden." HV4 1:1 Das vierte Gesicht, welches ich hatte, Brüder, zwanzig Tage nach dem letzten, ist zum Vorbild der kommenden Trübsal. HV4 1:2 Ich ging auf dem Feldweg in meinen Acker. Von der Staatsstraße ist es ungefähr zehn Stadien entfernt; es ist aber leicht, an den Ort zu kommen. HV4 1:3 Wie ich nun allein dahinging, bat ich den Herrn, er möge die Enthüllungen und die Gesichte, die er mir durch seine heilige Kirche gezeigt hatte, vollenden, auf daß er mich stärke und seinen Dienern, die gesündigt haben, Reue schenke, zur Verherrlichung seines großen und berühmten Namens", weil er mich gewürdigt hatte, mir seine Wunder zu zeigen. HV4 1:4 Und während ich ihn lobte und ihm dankte, bekam ich Antwort wie vom Echo einer Stimme: "Zweifle nicht, Hermas !" Ich fing an bei mir selbst zu überlegen und zu sprechen: "Was habe ich zu zweifeln, der ich so gefestigt bin vom Herrn und seine herrlichen Werke geschaut habe?" HV4 1:5 Ich ging ein wenig vorwärts, Brüder, und da sah ich Staub gleichsam bis zum Himmel aufsteigen, und ich begann bei mir selbst zu sprechen: Kommen denn Tiere und machen Staub? Es war von mir etwa ein Stadium weg. HV4 1:6 Als aber die Staubwolke größer und größer wurde, merkte ich, daß es etwas Göttliches sei; einen Augenblick leuchtete die Sonne auf, und da sah ich ein großes Tier wie ein Meerungeheuer, und aus seinem Maule kamen feurige Heuschrecken hervor. Das Tier hatte eine Länge von ungefähr hundert Fuß, und sein Kopf war wie aus Ton. HV4 1:7 Und ich fing an zu weinen und den Herrn zu bitten, er wolle mich von ihm erlösen.; da erinnerte ich mich des Wortes, das ich gehört hatte: Zweifle nicht, Hermas! HV4 1:8 Da wappnete ich mich, Brüder, mit dem Glauben des Herrn und erinnerte mich an seine erhabenen Lehren, und so ermutigt, begab ich mich zu dem Tiere. Es kam aber das Tier daher mit einer Gewalt, daß es hätte eine ganze Stadt verwüsten können. HV4 1:9 Ich ging auf das Tier zu, da streckte sich das riesige Ungeheuer auf den Boden aus, zeigte nur noch die Zunge und regte sich überhaupt nicht, bis ich an ihm vorbeigegangen war. HV4 1:10 Das Tier hatte aber vier Farben am Kopfe: schwarz, feurig- und blutigrot, golden und weiß. HV4 2:1 Als ich aber an dem Tiere vorbeigegangen war und es ungefähr dreißig Schritte hinter mir hatte, begegnete mir eine Jungfrau, geschmückt, wie wenn sie aus dem Brautgemach käme, ganz in Weiß gekleidet auch die Sandalen waren weiß, verschleiert bis zur Stirne, am Kopfbund war ihr Schleier; sie hatte aber weißes Haar. HV4 2:2 Ich wußte aber aus den früheren Erscheinungen, daß es die Kirche war, und wurde froh. Sie grüßte mich mit den Worten: "Sei gegrüßt, Mann." Ich erwiderte ihren Gruß: "Herrin, sei gegrüßt." HV4 2:3 Sie antwortete mir: "Ist dir nichts begegnet?" Ich sagte ihr: "Ja Herrin, so ein großes Tier, daß es ganze Völker vernichten kann; aber durch des Herrn Macht und seine Barmherzigkeit bin ich ihm entronnen." HV4 2:4 "Du kamst gut davon", fuhr sie fort, "weil du deine Sorge auf den Herrn geworfen und dein Herz für den Herrn geöffnet hast im Vertrauen, daß du durch nichts anderes gerettet werden kannst als durch den großen und herrlichen Namen. Deshalb hat Gott seinen Engel, der über die Tiere gesetzt ist und dessen Name Thegri heißt, abgesandt, und dieser hat dem Tiere das Maul verschlossen, damit es dir nichts zuleid tue. Du bist einer großen Trübsal entronnen durch deinen Glauben, weil du beim Anblick des Ungeheuers nicht verzweifeltest. HV4 2:5 So gehe denn hin, erkläre den Erwählten des Herrn seine Großtaten und sage ihnen, daß dieses Tier ein Abbild ist der großen Trübsal, die kommen wird; wenn ihr nun euch vorher bereit haltet und aus eurem ganzen Herzen zum Herrn euch bekehret, werdet ihr derselben entrinnen können, wenn euer Herz rein wird und ohne Sünde und wenn ihr die übrigen Tage eures Lebens dem Herrn untadelig dienet. Werfet eure Sorge auf den Herrn, und er selbst wird sie in Ordnung bringen! HV4 2:6 Glaubet dem Herrn, ihr Zweifler, daß er alles kann, daß er seinen Zorn wegwendet von euch und daß er Geißeln senden wird für euch, die Zweifler. Wehe denen, die diese Worte hören und sie verwerfen! Es wäre besser für sie, sie wären nicht geboren!" HV4 3:1 Ich fragte sie nach den vier Farben, die das Tier an seinem Kopfe hatte. Sie erwiderte mir: "Wiederum bist du neugierig nach diesen Dingen." "Ja, Herrin", versetzte ich, "künde mir, was dies zu bedeuten hat." HV4 3:2 "So höre", erwiderte sie, "das Schwarze bedeutet diese Welt, in der ihr wohnet; HV4 3:3 das Feurige und Blutige aber, daß diese Welt durch Blut und Feuer zugrunde gehen muß HV4 3:4 Der goldige Teil aber seid ihr, die ihr dieser Welt entronnen seid; denn wie das Gold und brauchbar wird, so werdet auch ihr erprobt, die ihr unter ihnen (den Leuten dieser Welt) lebet. Wenn ihr nun ausharret und von ihnen durch das Feuer erprobt seid, werdet ihr gereinigt werden. Wie nämlich das Gold, durch das teuer erprobt was an ihm unrein ist, abwirft, so werdet auch ihr alle Trauer und alle Angst ablegen, und ihr werdet gereinigt und brauchbar werden für den Bau des Turmes. HV4 3:5 Der weiße Teil aber ist die kommende Welt, in der die Erwählten Gottes wohnen werden, weil die von Gott zum ewigen Leben Auserkorenen fleckenlos und rein sein werden. HV4 3:6 Versäume nun nicht, den Heiligen es recht zu sagen. Ihr habt nun auch das Abbild der großen Trübsal, die kommen wird. Wenn ihr aber guten Willen habt, wird sie nichts zu bedeuten haben. Denket an das, was weiter oben niedergeschrieben worden ist." HV4 3:7 Nach diesen Worten entfernte sie sich, und ich konnte nicht sehen, wohin sie ging; es erhob sich nämlich ein Getöse; und ich wandte mich rückwärts vor Angst, weil ich glaubte, das Tier käme HV5 1:1 Als ich in meinem Hause betete und mich auf mein Lager niedergelassen hatte, trat ein Mann herein mit einem vornehmen Gesichtsausdruck; er kam in einem Hirtengewand, hatte ein weißes Ziegenfell umgeworfen, trug eine Tasche über die Schultern und einen Stab in der Hand. Er grüßte mich, und ich grüßte ihn wieder. HV5 1:2 Und sogleich setzte er sich neben mich und sagte mir: "Ich bin gesandt von dem ehrwürdigsten Engel, daß ich den Rest deiner Lebenstage bei dir wohne." HV5 1:3 Ich war der Meinung, er sei gekommen, um mich auf die Probe zu stellen und entgegnete ihm: Wer bist du denn? Denn ich kenne den", sagte ich, "dem ich übergeben worden bin." Er versetzte: "Kennst du mich nicht?" "Nein", entgegnete ich. "Ich bin", lautete seine Antwort, "der Hirte, dem du übergeben worden bist." HV5 1:4 Während er noch redete, veränderte sich seine Gestalt, und ich erkannte ihn als den, dem ich übergeben worden war, und sogleich fuhr ich zusammen, Furcht ergriff mich, und ich brach ganz zusammen aus Trauer darüber, daß ich ihm eine so schlechte und ungeschickte Antwort gegeben hatte. HV5 1:5 Er aber erwiderte mir: "Sei nicht verzagt, sondern werde stark durch die Vorschriften, die ich dir geben werde! Ich wurde nämlich gesandt", fuhr er fort, "damit ich dir alle Gesichte, die du früher schon geschaut hast, noch einmal zeige, und zwar das Wichtigste, das euch von Nutzen ist. Vor allem sollst du meine Gebote und die Gleichnisse aufschreiben; das andere sollst du, so wie ich es dir zeigen werde, aufschreiben; ich verlange von dir deshalb zuerst die Niederschrift der Gebote und Gleichnisse, damit du sie hernach lesest und sie beobachten kannst." HV5 1:6 So habe ich also seinem Auftrag gemäß die Gebote und Gleichnisse niedergeschrieben. HV5 1:7 Wenn ihr nun dieselben höret, beobachtet, in ihnen wandelt und sie erfüllt mit reinem Herzen, werdet ihr vom Herrn empfangen alles, was er euch versprochen hat; wenn ihr sie aber höret und euch nicht bekehret, sondern in euren Sünden weitermachet, werdet ihr das Gegenteil vom Herrn erhalten. Dies alles so aufzuschreiben, befahl mir der Hirte, der Engel der Buße. HMA 1:1 "Fürs allererste: glaube, daß es einen Gott gibt, der alles erschaffen und vollendet und aus Nichts gemacht hat, daß es sei, indem er auch alles umfaßt, während er allein unfaßbar ist, HMA 1:2 Ihm also glaube und fürchte ihn, aus Furcht sei enthaltsam. Dies halte, und du wirst jegliche Schlechtigkeit von dir werfen, und du wirst anziehen jegliche Tugend der Gerechtigkeit und (für) Gott leben, wenn du dieses Gebot hältst." HMB 1:1 Er sagte mir: "Sei geraden Sinnes und werde fehlerlos, dann wirst du sein wie die kleinen Kinder, welche die Schlechtigkeit nicht kennen, die das Leben der Menschen zerstört. HMB 1:2 Vor allem verleumde niemanden und höre dem Verleumder nicht gerne zu; sonst wirst auch du, der Hörer, Teil haben an der Sünde des Verleumders, wenn du der Verleumdung Glauben schenkst, die du hörst. Denn wenn du es glaubst, wirst du selbst eingenommen sein gegen deinen Bruder. Auf diese Weise also wirst du Teil haben an der Sünde des Verleumders, HMB 1:3 Es ist etwas Schlechtes um die Verleumdung, sie ist ein unruhiger, böser Geist, der niemals Friede hält, sondern stets bei Zwistigkeiten wohnt. Halte dich also fern von ihm, und du wirst stets Ansehen genießen bei allen. HMB 1:4 Umgib dich mit Würde, die nichts Schlimmes (und) Anstößiges an sich hat, sondern in allem gerade und freudig ist. Tue Gutes und gib vom Segen deiner Arbeit, den Gott dir gibt, allen Bedürftigen schlechthin, ohne zu fragen, wem du geben und wem du nicht geben sollst. Gib allen; denn Gott will, daß man allen von seinen eigenen Geschenken gibt. HMB 1:5 Die Empfänger aber müssen Gott Rechenschaft geben, warum und wozu sie empfangen haben; wer nämlich in der Not eine Gabe empfangen hat, wird nicht gerichtet werden, wer aber Unterstützungen erheuchelt, wird bestraft werden. HMB 1:6 Der Geber ist frei von Schuld; denn wie er vom Herrn seinen Dienst zur Erledigung bekommen hat, so hat er ihn einfach erledigt, ohne zu untersuchen, wem er geben und wem er nicht geben solle. Und dieser einfach erledigte Dienst ist ehrenvoll geworden vor Gott. Wer demnach so einfach seinen Dienst erfüllt, wird (in) Gott leben. HMB 1:7 Halte also dieses Gebot, wie ich es dir gesagt habe, damit deine und deines Hauses Bekehrung als aufrichtig erfunden werde und dein Herz rein und unbefleckt sei." HMC 1:1 Wiederum sprach er zu mir: "Die Wahrheit liebe, und nur wahre Rede komme aus deinem Munde, damit der Geist, den Gott in dieses Fleisch gepflanzt hat, als wahr(haftig) erfunden werde vor allen Menschen; dadurch wird dann der Herr, der in dir wohnt, verherrlicht werden; denn der Herr ist wahrhaft in jedem Worte, und bei ihm gibt es keine Lüge. HMC 1:2 Die Lügner verleugnen demnach den Herrn und betrügen ihn, da sie ihm das anvertraute Gut, das sie empfingen, nicht zurückgeben. Denn sie bekamen von ihm einen wahrhaften Geist. Wenn sie diesen als lügnerischen Geist zurückgeben, dann haben sie den Auftrag des Herrn nicht gehalten und sind Betrüger geworden." HMC 1:3 Als ich nun dieses hörte, mußte ich laut weinen. Wie er mich weinen sah, fragte er: "Warum weinst du?" "O Herr", erwiderte ich, "weil ich nicht weiß, ob ich gerettet werden kann." "Warum?" fragte er. "Niemals nämlich, o Herr", fuhr ich fort, "habe ich in meinem Leben ein wahres Wort gesprochen, sondern stets war mein Leben mit jedermann voller Ränke und List, und meine Lüge habe ich bei allen Menschen für Wahrheit ausgegeben; und nie hat mir jemand widersprochen, vielmehr glaubte man meinem Worte. Wie nun, o Herr, kann ich das Leben bekommen nach solchem Tun?" HMC 1:4 "Du denkst gut und wahr", erwiderte er; "du hättest nämlich wie ein Diener Gottes in Wahrheit wandeln sollen, und ein schlechtes Gewissen hätte nicht zusammenwohnen sollen mit dem Geiste der Wahrheit und hätte dem erhabenen und wahren Geiste kein Leid zufügen sollen." "Nie, o Herr", sagte ich, "habe ich solche Worte klar und deutlich gehört." HMC 1:5 "Jetzt aber", versetzte er, "hörst du sie; befolge sie, damit auch das, was du früher bei deinen Geschäften gelogen hast, wenn das jetzige als wahr erfunden wird, auch jenes glaubhaft werde; denn es kann glaubhaft werden. Wenn du dies beobachtest und von jetzt ab nur Wahrheit redest, so kannst du dir das Leben erwerben; und wer immer dieses Gebot hört und sich frei hält von der verwerflichen Lüge, der wird das Leben haben bei Gott." HMD 1:1 "lch gebiete dir", fuhr er fort, "die Keuschheit zu bewahren, und es soll in deinem Herzen keine Begierde aufsteigen nach dem Weibe eines anderen oder nach einer unzüchtigen Handlung oder sonst einer derartigen Schlechtigkeit. Wenn du nämlich dies tust, begehst du eine große Sünde. Wenn du aber allezeit an deine eigene Frau denkst, so sündigst du niemals. HMD 1:2 Wenn nämlich jene Begierde in deinem Herzen aufsteigt, sündigst du, und auch wenn sonst solche schlechte Dinge (in deinem Herzen aufsteigen), begehst du eine Sünde; denn eine solche Begierde ist für einen Diener Gottes eine große Sünde; wenn aber einer diese böse Tat vollbringt, dann zieht er sich den Tod zu. HMD 1:3 Siehe also du zu! Enthalte dich von dieser Begierde; wo immer nämlich die Heiligkeit zu Hause ist, dort darf die Sünde nicht in das Herz eines gerechten Mannes kommen." HMD 1:4 Ich erwiderte ihm: "Herr, gestatte mir, einige Fragen an dich zu richten." "Rede", sprach er. "Wenn", so sprach ich, "wenn, o Herr, einer eine im Herrn gläubige Frau hat und diese bei einem Ehebruch ertappt, sündigt der Mann, wenn er weiter mit ihr zusammenlebt?" HMD 1:5 "Solange er nichts davon weiß", antwortete er, "sündigt er nicht; wenn aber der Mann von ihrer Sünde Kenntnis erhalten hat und wenn sich die Frau nicht bekehrt, sondern in ihrer ehelichen Untreue verharrt und der Mann mit ihr zusammenlebt, dann bekommt er Teil an ihrer Sünde und ist mitschuldig an ihrem Ehebruch." HMD 1:6 "Was nun, o Herr", fragte ich weiter, "soll der Mann tun, wenn die Frau in dieser Leidenschaft verharrt?" "Dann soll er sie entlassen", sagte er, "und der Mann soll für sich bleiben; wenn er aber seine Frau entläßt und eine andere heiratet, dann bricht er selbst die Ehe." HMD 1:7 "Wenn nun, Herr", sagte ich, "die Frau nach ihrer Entlassung sich bekehrt und zu ihrem rechten Manne zurückkehren will, darf sie nicht aufgenommen werden?" HMD 1:8 "Aber freilich", antwortete er; "wenn der Mann sie nicht wieder aufnimmt, sündigt er, und zwar zieht er sich eine große Sünde zu; vielmehr muß man den Sünder, der Buße tut, aufnehmen, aber nicht mehrere mal; denn für die Diener Gottes gibt es nur eine einzige Buße. Wegen der Buße nun darf der Mann nicht (eine andere) heiraten. Diese Vorschrift gilt für Mann und Weib. HMD 1:9 Es ist nicht nur Ehebruch, wenn einer sein eigenes Fleisch befleckt, sondern die Ehe bricht auch der, welcher Ähnliches tut wie die Heiden. Wenn also einer in solchen Werken verharrt und sich nicht bekehrt, dann bleibe ihm fern und lebe nicht mit ihm zusammen; andernfalls hast auch du Teil an seiner Sünde. HMD 1:10 Deshalb habt ihr die Vorschrift erhalten, für euch zu bleiben, Mann wie Weib; es kann nämlich auch in solchen Fällen eine Buße geben. HMD 1:11 Ich will aber", fuhr er fort, "damit nicht Anlaß geben, daß dieser Fall tatsächlich vorkomme, sondern nur, daß einer, der gesündigt hat, nicht weiter sündige. Für seine frühere Sünde aber gibt es einen, der die Macht hat, Heilung zu geben; er ist ja der, welcher Macht hat über alle Dinge." HMD 2:1 Wiederum fragte ich ihn, indem ich sprach: 'Da der Herr mich gewürdigt hat, daß du die ganze Zeit bei mir weilest, so laß dir noch einige Worte von mir gefallen, weil ich nichts verstehe und mein Herz verhärtet ist infolge meiner früheren Taten; belehre mich, da ich gar unverständig bin und überhaupt nichts begreife." HMD 2:2 Er antwortete mir und sprach: "Ich bin über die Buße gesetzt, und allen, die Buße tun, gebe ich Erkenntnis. Oder scheint es dir nicht", fuhr er fort, "daß eben die Buße - Erkenntnis ist? Buße tun", sagte er, "ist große Erkenntnis; denn der Sünder erkennt, daß er das Böse getan hat vor dem Herrn und in seinem Herzen regt sich die Tat, die er begangen, er bekehrt sich, tut nicht mehr das Böse, sondern verlegt sich mit Eifer auf das Gute, demütigt seine Seele und quält sich ab, weil er gesündigt. Du siehst also, in der Buße liegt große Erkenntnis." HMD 2:3 "Deshalb frage ich ja, o Herr, bei dir genau nach allem; besonders deshalb, weil ich ein Sünder bin, damit ich erkenne, was ich tun muß, um das Leben zu erlangen; denn meiner Sünden sind es viele und verschiedenartige." HMD 2:4 "Du wirst das Leben haben", versetzte er, "wenn du meine Gebote hältst und in ihnen wandelst; jeder, der diese Gebote hört und sie hält, wird leben in Gott." HMD 3:1 "Noch mehr, o Herr, möchte ich fragen." "Rede", sagte er. "Herr, ich habe von einigen Lehrern gehört, daß es keine andere Buße gibt als die, da wir ins Wasser stiegen und Vergebung unserer früheren Sünden erhielten." HMD 3:2 "Es ist richtig, was du gehört hast", erwiderte er; "es verhält sich so. Denn wer die Vergebung seiner Sünden erlangt hat, der sollte nicht mehr sündigen, sondern in Heiligkeit leben. HMD 3:3 Da du aber genau nach allem fragst, so will ich dir auch dieses kund tun, ohne jedoch ein Anrecht denen zu geben, welche den Glauben an den Herrn in Zukunft annehmen werden oder ihn eben angenommen haben. Denn für die, welche eben jetzt gläubig wurden oder erst gläubig werden, gibt es keine Buße für die Sünden, sie bekommen nur Nachlaß ihrer früheren Sünden. HMD 3:4 Aber für die vor unseren Tagen Berufenen hat der Herr eine Buße eingesetzt; da er ein Kenner der Herzen ist und alles vorherweiß, kannte er die Schwachheit der Menschen und die Verschmitztheit des Teufels, daß er den Dienern Gottes Böses zufügen und schlecht an ihnen handeln wird. HMD 3:5 In seiner Milde erbarmte sich der Herr über seine Geschöpfe und setzte diese Buße ein, und mir hat er die Gewalt über diese Buße verliehen. HMD 3:6 Ich sage dir aber: wenn nach jener großen und heiligen Berufung einer vom Teufel verführt wird und sündigt, so gibt es für ihn nur noch eine Buße; wenn er aber weiter macht im Sündigen und dann Buße tut, so hat das keinen Wert für einen solchen Menschen; nur schwerlich wird er das Leben erhalten." HMD 3:7 Da sprach ich zu ihm: "Ich atmete ganz auf, als ich dieses so genau von dir hörte; denn ich weiß, daß ich gerettet werde, wenn ich nicht mehr sünige." "Du wirst gerettet werden", bemerkte er, "und alle, die so handeln." HMD 4:1 Nochmals fragte ich ihn, indem ich sagte: "Herr, da du mich nun einmal ertragen hast, so offenbare mir auch noch dieses." "Rede", sprach er. "Wenn eine Frau oder umgekehrt ein Mann entschlafen ist und der überlebende Teil von ihnen wieder heiratet, sündigt er, wenn er sich wieder verheiratet?" HMD 4:2 "Er sündigt nicht", antwortete er; "wenn er aber für sich bleibt, verschafft er sich selbst überreiche Ehre und großes Ansehen bei dem Herrn; aber auch wenn er heiratet, sündigt er nicht. HMD 4:3 Bewahre also die Keuschheit und Heiligkeit, und du wirst leben in Gott. Beobachte von jetzt ab all das, was ich dir sage und noch sagen werde, von dein Tage an, da du mir übergeben wurdest und ich in deinem Hause wohnen werde. HMD 4:4 Für deine früheren Fehltritte wirst du Vergebung erhalten, wenn du meine Gebote hältst; und allen wird Vergebung zuteil werden, wenn sie diese meine Gebote halten und in dieser Reinheit wandeln." HME 1:1 "Werde langmütig und verständig", fuhr er fort, "und du wirst erhaben sein über alle bösen Werke und nur Gerechtigkeit üben. HME 1:2 Wenn du nämlich langmütig bist, dann wird der in dir wohnende Heilige Geist rein sein, nicht verdunkelt von einem anderen bösen Geiste, sondern in einer geräumigen Behausung wohnend wird er frohlocken und freudig sein mit dem Gefäße, in dem er wohnt, und er wird Gott dienen mit vieler Freude, da er sein Glück in sich selbst hat. HME 1:3 Wenn aber irgendwie der Jähzorn sich einnistet, dann wird es alsbald dem Heiligen Geiste, der zart ist, zu enge, da er keinen reinen Wohnort mehr hat, und er sucht von da auszuziehen. Der böse Geist sucht ihn nämlich zu ersticken, indem der Zorn ihn vergewaltigt, und so kann er dem Herrn nicht mehr dienen, wie er will. Denn in der Langmut wohnt Gott, in der Zornmütigkeit aber der Teufel. HME 1:4 Wenn nun beide Geister in einem Menschen zusammenwohnen, so ist das unzuträglich und schädlich für den, in dem sie wohnen. HME 1:5 Wenn du nämlich nur ein ganz klein wenig Absinth nimmst und ihn in einen Topf voll Honig schüttest, ist dann nicht der ganze Honig verdorben? Und zwar wird eine solche Menge Honig von dem bißchen Absinth verdorben, er nimmt dem Honig seine Süßigkeit, und dieser schmeckt dem Hers nicht mehr, weil ihm etwas beigemischt und er so ungenießbar wurde. Wenn aber der Absinth dem Honig nicht beigegeben wird, dann behält er seine Süßigkeit und ist dem Herrn wohlbekömmlich. HME 1:6 Du siehst also, daß die Langmut viel süßer ist als Honig und daß sie gar genehm ist für den Herrn und daß er in ihr wohnt. Der Jähzorn aber ist bitter und unnütz. Wenn sich nun der Zorn vermischt mit der Langmut, dann wird diese verdorben, und das Dazukommen jenes ist dem Herrn nicht genehm." HME 1:7 "Ich möchte gern, o Herr, die Wirkung des Jähzorns kennen lernen", fuhr ich fort, "damit ich mich vor ihm hüte." "Fürwahr", entgegnete er, "wenn du dich vor ihm nicht hütest mit deinem Hause, dann ist all deine Hoffnung dahin. So hüte dich also vor ihm; denn ich bin mit dir. Und auch alle, die sich von ganzem Herzen bekehren, werden sich von ihm enthalten; denn auch mit ihnen werde ich sein und werde sie bewahren; denn sie alle wurden gerechtfertigt von dem heiligsten Engel." HME 2:1 "So vernimm nun", fuhr er fort, "die Wirkung des Zornes, wie verderblich er ist und wie er durch seine Wirkung die Diener Gottes verführt und dieselben von der Gerechtigkeit abwendet. Zwar verführt er die Vollkommenen im Glauben nicht, noch kann er Einfluß auf sie gewinnen, weil die Macht des Herrn mit ihnen ist; aber er verführt die leeren und schwankenden Menschen. HME 2:2 Wenn er nämlich solche Leute in Zufriedenheit leben sieht, stiehlt er sich in das Herz dieses Menschen und wegen nichts gerät der Mann oder die Frau in Erbitterung um alltäglicher Dinge willen: über eine Speise, über sonst eine Kleinigkeit, über einen Freund, ob man etwas geben oder nehmen soll, und über ähnliche Torheiten; denn all das sind törichte, eitle, sinnlose und unnütze Dinge für die Diener Gottes. HME 2:3 Die Langmut aber ist groß, gefestigt, von großer Kraft, stark, in weitem Umkreis in Ansehen, freudig, fröhlich, sorglos, allezeit den Herrn preisend, ohne Bitternis im Innern, in allem milde und ruhig bleibend. Diese Langmut also wohnt bei denen, die den vollkommenen Glauben haben. HME 2:4 Der Zorn aber ist vor allem töricht, leichtsinnig und unverständig. Sodann entsteht aus dem Unverstand Bitterkeit, aus der Bitterkeit Erregung, aus der Erregung Zorn, aus dem Zorn Wut; diese Wut, die aus so großen Fehlern sich zusammensetzt, wird zu einer großen, unheilbaren Sünde. HME 2:5 Wenn nämlich diese Geister in einem Gefäße wohnen, in dem auch der Heilige Geist seinen Sitz hat, dann genügt jenes Gefäß nicht, sondern es ist überfüllt. HME 2:6 Der zarte Geist nun, der weder mit dem schlechten Geiste noch mit der Hartherzigkeit zusammenwohnen kann, zieht von einem solchen Menschen aus und sucht sich bei Milde und Ruhe eine Wohnung. HME 2:7 Wenn er dann seine frühere Wohnung bei jenem Menschen verlassen hat, ist dieser von dem guten Geiste verlassen und ganz angefüllt von den bösen Geistern; dadurch verliert er jeglichen Halt in all seinem Tun, wird dahin und dorthin getrieben von den bösen Geistern und wird verblendet, weil er der guten Einsicht bar geworden ist. So nun geht es allen Jähzornigen. HME 2:8 Darum halte dich frei vom Jähzorn, diesem gar schlechten Geiste; ziehe vielmehr die Langmut an und widerstehe dem Zorn und der Bitterkeit, und du wirst gefunden werden bei den Heiligen, die der Herr liebt. Siehe also zu, daß du dieses Gebot nie mißachtest; denn wenn du dieses Gebot beherrschest, wirst du auch die übrigen halten können, die ich dir noch geben werde. Sei stark und mächtig in ihnen, auch alle (anderen) werden gestärkt werden, welche in ihnen zu wandeln entschlossen sind." HMF 1:1 "In dem ersten Gebote", fuhr er fort, "habe ich dir aufgetragen, den Glauben, die Furcht und die Enthaltsamkeit zu bewahren. "Ja, Herr", versetzte ich. "Aber jetzt will ich dir auch ihre Bedeutung mitteilen", sagte er, "damit du auch erkennst, welche Bedeutung und welche Wirkung jedes von ihnen hat; zweifach sind nämlich die Wirkungen derselben; sie liegen auf dem Gebiete des Rechten und des Unrechten. HMF 1:2 Du sollst dem Rechten vertrauen, aber nicht dem Unrechten; denn das Gerechte hat einen geraden Weg, das Unrechte einen verkehrten. Du sollst den rechten, ebenen Weg gehen, den verkehrten sollst du meiden. HMF 1:3 Denn der verkehrte Weg hat keine (gepflegten) Pfade, sondern er ist nicht gangbar, bietet vielfachen Anstoß, er ist rauh und dornig; so schadet er denen, die ihn begehen. HMF 1:4 Die aber auf dem rechten Wege wandeln, gehen eben und ohne Anstoß dahin; er ist auch nicht rauh und dornig. Du siehst also, daß es nützlicher ist, auf diesem Wege zu gehen." HMF 1:5 "Mir gefällt es, o Herr, gut, diesen Weg einzuschlagen." "Du wirst ihn gehen", sprach er, "und jeder, der sich von ganzem Herzen zum Herrn bekehrt, wird ihn gehen." HMF 2:1 "So höre mich denn", fuhr er weiter, "an über den Glauben. Zwei Engel sind bei dem Menschen, einer der Gerechtigkeit und einer der Schlechtigkeit." HMF 2:2 "Wie nun", unterbrach ich, "wie nun soll ich, o Herr, ihre Wirkungen erkennen, da doch beide Engel in mir wohnen?" HMF 2:3 "Höre", erwiderte er, "und lerne sie kennen. Der Engel der Gerechtigkeit ist zart, schamhaft, milde und ruhig; wenn nun dieser in deinem Herzen sich regt, spricht er sogleich mit dir über Gerechtigkeit, Keuschheit, Heiligkeit, Genügsamkeit, über jegliche gerechte Tat und über jede rühmliche Tugend. Wenn all dies in deinem Herzen sich regt, dann wisse, daß der Engel der Gerechtigkeit mit dir ist. Denn das sind die Werke des Engels der Gerechtigkeit, diesem also vertraue und seinen Werken. HMF 2:4 Betrachte nun auch die Werke des Engels der Schlechtigkeit. Er ist vor allem jähzornig, verbittert und unverständig, seine Werke sind böse und verführen die Diener Gottes; wenn also dieser sich in deinem Herzen regt, dann erkenne ihn an seinen Werken." HMF 2:5 "Ich verstehe nicht, o Herr, wie ich ihn erkennen soll." "So höre", sprach er. "Wenn ein Jähzorn an dich kommt oder eine Erbitterung, dann wisse, daß er in dir ist; ferner wenn Begierden kommen, allerlei zu treiben, und mannigfache Ausgaben für reichliche Tafelgenüsse, häufiges und übermäßiges Trinken, für allerlei Leckerbissen und unnötige Dinge, Begierden nach Frauen und Reichtümer; ein übermäßiger Stolz und Prahlerei, und alles, was diesen verwandt und ähnlich ist: wenn also derlei Gedanken in deinem Herzen aufsteigen, dann wisse, daß der Engel der Schlechtigkeit in dir ist. HMF 2:6 Wenn du dann seine Werke erkannt hast, dann sage dich los von ihm und vertraue ihm nicht, weil seine Werke schlecht und den Dienern Gottes schädlich sind. Nun hast du die Wirkungen beider Engel. Lerne sie kennen und vertraue dem Engel der Gerechtigkeit. HMF 2:7 Von dem Engel der Schlechtigkeit sage dich los, weil seine Lehre schädlich ist in jedem Stücke; wenn nämlich jemand ein gläubiger Mann ist und die Gesinnung dieses Engels in sein Herz dringt, dann muß dieser Mann oder diese Frau einen Fehltritt tun. HMF 2:8 Wenn dagegen einer ein ganz böser Mann oder eine ganz böse Frau ist und in sein Herz die Werke des Engels der Gerechtigkeit dringen, dann muß er notgedrungen etwas Gutes tun. HMF 2:9 Du siehst also", spach er weiter, "daß es gut ist, dem Engel der Gerechtigkeit zu folgen, von dem der Schlechtigkeit aber sich abzukehren; HMF 2:10 So viel eröffnet dieses Gebot über den Glauben, damit du den Werken des Engels der Gerechtigkeit vertrauest und sie erfüllest und so in Gott lebest. Glaube aber, daß die Werke des Engels der Schlechtigkeit böse sind, tue sie nicht, und du wirst leben in Gott." HMG 1:1 "Fürchte den Herrn", sprach er, "und halte seine Gebote", wenn du nämlich die Gebote Gottes hältst, wirst du mächtig sein in all deinem Tun, und dieses wird unvergleichlich sein. Denn in der Furcht des Herrn wirst du alles trefflich machen. Das ist die Furcht, die du haben mußt, um das Heil zu erlangen. HMG 1:2 Den Teufel sollst du nicht fürchten; denn in der Furcht des Herrn wirst du den Teufel überwinden, weil er keine Macht besitzt. Wer aber keine Macht hat, den braucht man auch nicht zu fürchten; wessen Macht aber anerkannt ist, vor dem hat man auch Furcht. Jeder, der Macht hat, flößt auch Furcht ein; nur wer machtlos ist, wird allgemein übersehen. HMG 1:3 Furcht haben sollst du vor des Teufels Werken, weil sie böse sind. Wenn du nun den Herrn fürchtest, fürchtest du auch die Werke des Teufels und tust sie nicht, sondern hältst dich fern von ihnen. HMG 1:4 Demnach gibt es also eine zweifache Furcht: furchte den Herrn, wenn du etwas Böses tun willst, dann wirst du es nicht tun; wenn du aber etwas Gutes tun willst, so fürchte den Herrn, und du wirst es tun. So ist die Furcht des Herrn stark, mächtig und rühmlich. Fürchte also den Herrn, und du wirst ihm leben; und alle, die ihn fürchten und seine Gebote halten, werden in Gott leben." HMG 1:5 "Warum, Herr", fragte ich, "sagtest du von denen, die seine Gebote halten: Sie werden in Gott leben?" "Weil", entgegnete er, "weil jedes Geschöpf den Herrn zwar fürchtet, aber seine Gebote nicht hält. Wer aber ihn fürchtet und seine Gebote hält, der wird das Leben haben bei Gott; wer aber seine Gebote nicht hält, der wird auch das Leben nicht haben." HMH 1:1 "Ich habe dir gesagt", sprach er weiter, "daß die Geschöpfe Gottes zwei Seiten haben. So hat auch die Enthaltsamkeit zwei Seiten: von einigen Dingen muß man sich nämlich enthalten, von anderen aber nicht." HMH 1:2 "Sage mir, o Herr, von welchen Dingen man sich enthalten und von welchen man sich nicht enthalten muß." "Vernimm es; dem Bösen bleib fern und tu es nicht; vom Guten aber bleibe nicht weg, sondern tue es, [denn wenn du dem Guten ferne bleibst und es nicht tust, begehst du eine große Sünde]. Wenn du dich also beherrschst und das Böse nicht tust, erfüllst du große Gerechtigkeit. Darum halte dich fern von jeder Schlechtigkeit und vollbringe das Gute." HMH 1:3 "Welches sind nun aber, o Herr, die bösen Dinge", fragte ich, "deren wir uns enthalten müssen?" "Höre", versetzte er; "von Ehebruch und Hurerei, von maßlosem Trunk, von sündhaftem Wohlleben, von häufigen Tafelgenüssen, von Verschwendung des Reichtums, von Prahlerei, Einbildung und Stolz, von Lüge, Verleumdung und Heuchelei, von übler Nachrede und jeglicher Lästerung. HMH 1:4 Das sind die allerschlimmsten Werke im Leben des Menschen; deshalb muß sich auch ein Diener Gottes fern halten von ihnen. Denn wer sich einläßt auf diese Dinge, kann nicht in Gott leben. Vernimm auch noch, welche Dinge sie nach sich ziehen." HMH 1:5 "Gibt es denn", fragte ich, "noch andere böse Werke?" "Gewiß, und zwar noch viele gibt es", antwortete er, "deren ein Diener Gottes sich enthalten muß: Diebstahl, Lüge, Raub, falsches Zeugnis, Gewinnsucht, böse Begierlichkeit, Trug, Eitelkeit, Prahlerei und was sonst dem ähnlich ist. HMH 1:6 Hast du nicht den Eindruck, daß diese Dinge bös sind, und zwar sehr bös für die Diener Gottes? Wer Gott dienen will, darf nichts von all diesem tun. Also halte dich frei von allen diesen Dingen, damit du lebest in Gott und dein Name einmal stehe bei denen, die in diesen Stücken sich beherrscht haben. Nun folgen die Dinge, die man nicht zu meiden braucht. HMH 1:7 Höre, was man nicht lassen, sondern tun muß. Das Gute unterlasse nicht, sondern vollbringe es." HMH 1:8 "Kunde mir auch, Herr, die Bedeutung der guten Dinge, damit ich in ihnen wandle und ihnen diene und dadurch das Heil erlangen könne." "So höre auch die guten Werke, die du tun mußt und nicht unterlassen darfst. HMH 1:9 Vor allem ist es der Glaube, die Furcht des Herrn, Liebe, Eintracht, gerechte Rede, Wahrheit, Geduld; etwas Besseres als dies gibt es nicht im Leben des Menschen. Wenn einer dieses tut und nicht unterläßt, wird er lückselig in seinem Leben. HMH 1:10 Höre auch, was diese Tugenden nach sich ziehen: den Witwen beistehen, Waisen und Unglückliche besuchen, die Diener Gottes aus Bedrängnis befreien, Gastfreundschaft üben (in der Ausübung der Gastfreundschaft findet man einmal Wohltätigkeit), mit niemand Feindschaft halten, in Ruhe leben, sich kleiner machen als alle (anderen) Menschen, das Alter ehrend die Gerechtigkeit üben, die Bruderliebe pflegen, Übermut erdulden, langmütig sein, Unrecht nicht nachtragen, die Niedergeschlagenen trösten, die im Glauben Strauchelnden nicht verstoßen, sondern zurückbringen und ihnen das Gleichgewicht der Seele geben, die Fehlenden zurechtweisen, die Schuldner und die Bedürftigen nicht drängen und noch vieles dieser Art. HMH 1:11 Dünkt dich dies gut?" "Was soll es denn Besseres geben als dies, o Herr?" "So wandle denn", fuhr er fort, "in ihnen und halte dich nie fern von ihnen, dann wirst du das Leben haben in Gott. HMH 1:12 Halte also dieses Gebot; wenn du das Gute tust und es nicht meidest, wirst du in Gott leben, und auch alle, die so handeln, werden in Gott leben. Noch einmal (sage ich dir), wenn du das Böse nicht tust und dich davon frei hältst, wirst du in Gott leben, ebenso werden alle in Gott leben, welche diese Gebote halten und in ihnen wandeln." HMI 1:1 Er sagte mir: "Wirf weg von dir allen Zweifel und jegliches Bedenken, etwas von dem Herrn zu erbitten, indem du bei dir sprichst: wie kann ich etwas von dem Herrn erbitten und erlangen, da ich so sehr gegen ihn gesündigt habe? HMI 1:2 Mach dir darüber keine Gedanken, sondern wende dich von ganzem Herzen an deinen Herrn und bitte ihn ohne Bedenken, und du wirst seine Barmherzigkeit kennen lernen, daß er dich gewiß nicht verlaßt, sondern die Bitte deines Herzens erfüllen wird. HMI 1:3 Denn Gott ist nicht wie die Menschen, die Böses nachtragen, vielmehr verzeiht er und erbarmt sich seines Geschöpfes. HMI 1:4 Reinige also dein Herz von allen Eitelkeiten dieser Welt, auch von den oben erwähnten Bedenken; dann flehe zum Herrn, und du wirst alles erhalten, und keine deiner Bitten wird fehlschlagen, wenn du sie vertrauensvoll an ihn richtest. HMI 1:5 Wenn du aber zweifelst in deinem Herzen, wirst du keine Bitte erfüllt sehen; denn die an Gott zweifeln, das sind die Zweifler, and diesen wird überhaupt keine ihrer Bitten gewährt. HMI 1:6 Aber die Vollkommenen im Glauben bitten um alles im Vertrauen auf den Herrn und erhalten es, weil sie mit Vertrauen bitten, frei von allem Zweifel. Denn es wird schwerlich geschehen, daß ein Zweifler sein Heil findet, wenn er sich nicht bekehrt. HMI 1:7 Reinige also dein Herz vom Mißtrauen, gürte dich mit dem Glauben, denn er ist stark, und vertrau zu Gott, daß du alles, um was du ihn bittest, erlangen werdest. Und wenn du einmal den Herrn um etwas gebeten hast, aber die Erhörung deiner Bitte sich etwas verzögert, so verliere das Vertrauen nicht, weil deine Seele die Erfüllung ihres Gebetes nicht schnell erhielt; denn sicherlich ist eine Prüfung oder ein dir unbekannter Fehltritt daran schuld, daß sich die Erfüllung deiner Bitte verzögert. HMI 1:8 Auch mußt du beharrlich sein mit dem Gebete deiner Seele, dann wirst du es erlangen. Wenn aber dein Eifer und dein Vertrauen beim Beten nachlassen, dann klage dich selbst an und nicht den, der dir geben sollte. HMI 1:9 Schau dir solch ein Mißtrauen an; es ist böse, sinnlos, reißt vielen den Glauben mit der Wurzel aus, sogar ganz Tiefgläubigen und Gefestigten. Und zwar ist diese Zweifelsucht eine Tochter Satans, und sie vergeht sich gar schwer an den Dienern Gottes. HMI 1:10 Lege also den Zweifel beiseite und beherrsche ihn in allem, rüste dich dafür mit dem starken und mächtigen Glauben; der Glaube verspricht nämlich alles und vollendet auch alles, das Mißtrauen aber, das nicht (einmal) an sich selbst glaubt, versagt bei allem, was es beginnt. HMI 1:11 So siehst du denn", schloß er, "daß das Vertrauen von oben kommt, vom Herrn, und daß es große Macht besitzt; das Mißtrauen aber ist ein irdischer Geist, kommt vom Teufel und hat keine Macht. HMI 1:12 Diene also du dem mächtigen Glauben und halte dich fern von dem machtlosen Mißtrauen, dann wirst du in Gott leben; auch alle anderen, die so denken, werden in Gott leben." HMJ 1:1 "Vertreibe aus deinem Herzen die Traurigkeit", begann er wieder; "denn sie ist eine Schwester des Mißtrauens und des Zornes." HMJ 1:2 "Wie ist sie", fragte ich, "eine Schwester von diesen, o Herr? Mir scheint doch etwas anderes der Zorn, etwas anderes der Zweifel, und die Traurigkeit wieder etwas anderes zu sein." "Bist du so ein unverständiger [Mensch", sprach er,] "und siehst nicht ein, daß die Traurigkeit schlimmer ist als alle (anderen) Geister und gar schrecklich für die Diener Gottes, daß sie mehr als alle schlimmen Geister dem Menschen schadet, den Heiligen Geist austilgt und ihn auch wieder rettet?" HMJ 1:3 Ich antwortete; "o Herr, ich bin töricht und verstehe diese Gleichnisse nicht. Wie sie nämlich austilgen und doch wieder retten kann, das begreife ich nicht." HMJ 1:4 "So höre", sprach er. "Leute, die niemals nachgedacht haben über die Wahrheit, die nach der Gottheit nicht geforscht, sondern nur geglaubt haben, die aber in Geschäfte, Reichtum, heidnische Liebhabereien und sonst in vielerlei Dinge dieser Welt verwickelt sind, alle, sage ich, die mit diesen Dingen sich abgeben, verstehen die Gleichnisse der Gottheit nicht; denn infolge dieser Geschäfte werden sie blind, verdorben und werden wertlos. HMJ 1:5 Wie nämlich die guten Weinstöcke, wenn sie vernachlässigt werden, unter Dornen und vielen anderen Gewächsen schlecht werden, so kommen auch gläubige Leute, die sich in diese genannten vielfachen Geschäfte verwickeln, von ihrer guten Gesinnung ab und sind gar nicht mehr empfänglich für die Gerechtigkeit; ja sogar, wenn sie von der Gottheit und Wahrheit reden hören, wendet sich ihr Geist ihrem Geschäfte zu, und sie erfassen gar nichts mehr. HMJ 1:6 Wer aber Gottesfurcht besitzt, wer über Gottheit und Wahrheit nachdenkt, wessen Herz auf Gott gerichtet ist, der erfaßt und versteht, was man ihm sagt, schneller, weil er die Furcht des Herrn in sich hat; wo nämlich der Herr wohnt, da ist auch viel Einsicht. Schließe dich also dem Herrn an, und du wirst alles begreifen und verstehen." HMJ 2:1 "Höre also", fuhr er fort, "Unverständiger, wie die Traurigkeit den Heiligen Geist austilgt und wieder rettet. HMJ 2:2 Wenn der Mißtrauische ein Werk begonnen hat und dieses wegen seines Mißtrauens nicht gelingt, dann zieht die Traurigkeit ein bei dem Menschen, sie betrübt den Heiligen Geist und löscht ihn aus. HMJ 2:3 Wenn aber dann der Zorn einen solchen Menschen wegen einer Sache ergriffen und ihn ganz verbittert hat, dann schleicht sich wiederum die Trauer in das Herz des Zornigen; er ist dann unglücklich über die Tat, die er vollbracht, und es reut ihn, daß er Böses getan hat. HMJ 2:4 Diese Art von Traurigkeit scheint Rettung zu bringen, weil sie Reue über das böse Tun hervorgerufen hat. Beide Handlungen betrüben also den Geist. Das Mißtrauen betrit den Geist, weil sein Unternehmen nicht geglückt isf und der Zorn betrübt ihn, weil er das Böse getan hat. So sind demnach beide für den Heiligen Geist betrübend, das Mißtrauen und der Zorn. HMJ 2:5 Wirf also die Trauer von dir und betrübe den Heiligen Geist nicht, der in dir wohnt, auf daß er nicht etwa bei Gott wider dich spreche und dich verlasse. HMJ 2:6 Denn der Geist Gottes, der diesem Körper gegeben wurde, erträgt keine Trauer und keine Angst." HMJ 3:1 "Ziehe also jenen Frohsinn an, der Gott stets wohlgefällig und angenehm ist und freue dich in ihm. Denn jeder Fröhliche tut Gutes, denkt Gutes und verachtet die Traurigkeit. HMJ 3:2 Ein Trauriger aber macht seine Sache immer schlecht; erstens ist es nicht gut, daß er den Heiligen Geist betrübt, der dem Menschen gegeben wurde als ein Geist der Freude. Zweitens sündigt der, welcher den Heiligen Geist betrübt, weil er nicht mehr zu Gott betet und vor ihm nicht bekennt. Oberhaupt hat das Gebet eines traurigen Menschen nicht die Kraft, auf den Altar des Herrn emporzusteigen." HMJ 3:3 "Weshalb", fragte ich, "steigt das Gebet des Trauernden nicht zum Altar empor?" "Weil die Traurigkeit in seinem Herzen sitzt. Wenn aber die Traurigkeit mit dem Gebete vermischt ist, dann läßt sie das Gebet nicht rein emporsteigen zum Altare. Wie nämlich Essig und Wein miteinander gemischt nicht den gleich guten Geschmack haben (wie der reine Wein), so hat auch die Traurigkeit mit dem Heiligen Geist gemischt nicht das gleiche Gebet. HMJ 3:4 Mache dich daher frei von dieser schlimmen Traurigkeit, dann wirst du in Gott leben; ebenso werden alle in Gott leben, welche die Traurigkeit von sich werfen und sich in lauter Frohsinn kleiden." HMK 1:1 Er zeigte mir Leute, die auf einer Bank saßen, und dazu einen Menschen, der auf einem Stuhle saß. Und er sagte zu mir: "Siehst du die Leute, die auf der Bank sitzen?" "Ja, Herr", erwiderte ich. "Das sind", fuhr er fort, "gläubige Menschen, und der auf dem Stuhle ist ein falscher Prophet, [der] die Diener Gottes um ihre gute Gesinnung bringt, aber nur die Zweifler, nicht die Gläubigen. HMK 1:2 Die Zweifler kommen zu ihm wie zu einem Weisen (Zauberer) und fragen ihn, wie es ihnen gehen werde; und dieser falsche Prophet, der nichts von der Kraft des göttlichen Geistes in sich hat, richtet sich in seinen Reden mit ihnen nach ihren Fragen [und nach ihren schlechten Begierden und macht ihnen das Herz voll], so wie sie es wünschen. HMK 1:3 Da er selbst ein hohler Kopf ist, gibt er auch den hohlen Menschen gehaltlose Antworten; was immer gefragt wird: die Antwort entspricht der Hohlheit des Menschen. Allerdings spricht er auch einige wahre Worte. Denn der Teufel erfüllt ihn mit seinem Geiste, ob er etwa einen Gerechten abwendig machen könne. HMK 1:4 Alle aber, die im Glauben des Herrn gefestigt, die gewappnet sind mit der Wahrheit, verkehren nicht mit derartigen Geistern, sondern bleiben ihnen fern; die Zweifler aber und die häufig ihre Gesinnung ändern, befragen den Heiden gleich den Seher und ziehen sich eine gar große Sünde zu, da sie Götzendienst treiben; denn, wer einen falschen Propheten über irgendeine Sache befragt, ist ein Götzendiener, ist der Wahrheit bar und töricht. HMK 1:5 Denn jeder von Gott gegebene Geist last sich nicht fragen, sondern im Besitze göttlicher Kraft gibt er von selbst jegliche Auskunft, da er von oben ist, von der Kraft des göttlichen Geistes. HMK 1:6 Aber ein Geist, der sich fragen last und der entsprechend den Wünschen der Menschen redet, ist von der Erde, oberflächlich und ohne Kraft; er redet überhaupt nicht, außer wenn er vorher befragt wird." HMK 1:7 "Wie nun, Herr", fragte ich, "soll ein Mensch erkennen, wer von ihnen ein richtiger Prophet und wer ein falscher Prophet ist?" "So vernimm mich über die beiden Prophetenarten; und so wie ich dir sagen werde, wirst du den richtigen und den falschen Propheten beurteilen. Nach seinem Leben erprobe den Menschen, der den göttlichen Geist besitzt. HMK 1:8 Fürs erste ist der Mensch, der den [göttlichen] Geist von oben besitzt, milde, ruhig, demütig, frei von jeder Schlechtigkeit und von jeder eitlen Begierde nach dieser Welt, er macht sich geringer als alle Menschen, nie gibt der göttliche Geist jemand auf eine Frage Auskunft noch redet er im verborgenen für sich oder wenn ein Mensch will, daß er rede, vielmehr spricht der Heilige Geist nur dann, wenn es Gottes Wille ist, daß er rede. HMK 1:9 Wenn also ein Mensch, der im Besitze des göttlichen Geistes ist, in eine Versammlung gerechter Männer kommt, die den Glauben an den göttlichen Geist haben, und wenn von diesen versammelten Männern das Gebet an Gott verrichtet wird, dann erfüllt der Engel des prophetischen Geistes den Menschen, bei dem er wohnt, und vom Heiligen Geist erfüllt, redet der Mensch zu der Menge, so wie der Herr es wünscht. HMK 1:10 Auf diese Weise also wird der göttliche Geist offenbar werden. Daran (siehst du), wie groß die Macht des Herrn sich zeigt im göttlichen Geiste." HMK 1:11 "Jetzt sollst du auch etwas hören über den irdischen, hohlen, ohnmächtigen Geist, der töricht ist HMK 1:12 Vor allem brüstet sich ein solcher, der sich im Besitze des Geistes wähnt, er will den ersten Platz einnehmen, ist gleich keck, frech, geschwätzig, in vielen Genüssen und vielen anderen Täuschungen bewandert und last sich für seine Prophetie bezahlen; wenn er kein Geld bekommt, prophezeit er nicht. Kann nun ein göttlicher Geist Lohn nehmen und dafür prophezeien? Das geht nicht an bei einem Propheten Gottes, vielmehr ist der Geist solcher Propheten von der Erde. HMK 1:13 Sodann kommt er gar nicht in die Versammlung gerechter Männer, sondern geht ihnen aus dem Wege; dafür verkehrt er mit den Zweiflern und hohlen Menschen, prophezeit ihnen in Winkeln und betrügt sie, indem er lauter eitles Zeug schwatzt nach ihrem Begehren; leeren Menschen gilt seine Antwort; wenn man nämlich ein leeres Gefäß mit anderen leeren zusammenstößt, dann zerspringt es nicht, sondern sie tönen miteinander zusammen. HMK 1:14 Wenn er aber in eine Versammlung von lauter gerechten Männern die den göttlichen Geist haben, kommt und wenn von diesen gebetet wird, dann steht jener Mensch leer da: der irdische Geist flieht von ihm aus Furcht, und so wird er stumm und ganz bestürzt, so daß er nichts mehr reden kann. HMK 1:15 Wenn du in einer Vorratskammer Wein oder Öl aufbewahrst und darunter ein leeres Gefäß gestellt hast, so wirst du beim Räumen der Kammer jenes Gefäß, das du leer hingestellt hast, noch leer finden; so wird man auch die leeren Propheten, wenn sie zu den Geistern von Gerechten kommen, in dem Zustand finden, in dem sie gekommen sind. HMK 1:16 Damit hast du das Leben der beiden Prophetenarten; beurteile also nach den Werken und nach dem Leben einen Menschen, der sich als Träger des Geistes ausgibt. HMK 1:17 Glaube aber nur dem Geiste, der von Gott kommt und Macht besitzt; dem irdischen und leeren Geiste aber glaube nicht, weil keine Macht in ihm ist; denn er kommt vom Teufel. HMK 1:18 Höre das Gleichnis, das ich dir sagen will: nimm einen Stein, wirf ihn gen Himmel und siehe zu, ob du ihn (den Himmel) erreichen kannst; oder nimm eine Wasserspritze, spritze zum Himmel und siehe zu, ob du den Himmel damit durchbohren kannst." HMK 1:19 "Wie ist denn dies möglich, o Herr? beidemal redest du von Unmöglichem." "Wie nun diese Dinge", fuhr er fort, "unmöglich sind, so sind auch die irdischen Geister ohne Macht und ohne Kraft. HMK 1:20 Halte dagegen die Macht, die von oben kommt. Ein Hagelkorn ist ein ganz kleines Kügelchen, aber welchen Schmerz verursacht es, wenn es einem Menschen auf den Kopf fällt! oder nimm den Wassertropfen, der von dem Ziegel zur Erde fällt und den Stein aushöhlt! HMK 1:21 Du siehst also, daß ganz geringfügige Dinge, die von oben auf die Erde fallen, eine große Gewalt haben, so ist auch der göttliche Geist, der von oben kommt, voll Macht. Diesem Geiste also glaube, von dem anderen halte dich fern." HML 1:1 Er sagte zu mir: "Lege ab jede schlechte Begierde und ziehe an die gute und heilige Begierde; denn wenn du diese Begierde umgetan hast, dann wirst du die böse Lust hassen und sie beherrschen, wie du willst HML 1:2 Die böse Begierde ist nämlich etwas Wildes, und sich last sich schwer bezähmen; sie ist nämlich fürchterlich, und durch ihre Wildheit richtet sie die Menschen gar sehr zugrunde; ganz besonders wird ein Diener Gottes, der ihr verfällt und nicht klug zu Werke geht, von ihr schrecklich zugerichtet. Sie vergreift sich aber nur an denen, die das Kleid der guten Begierde nicht tragen, sondern in diese Welt verstrickt sind; diese überliefert sie dem Tode." HML 1:3 "Welcher Art, o Herr, sind die Werke der bösen Begierde, daß sie die Menschen in den Tod bringen? Kunde sie mir, damit ich mich von ihnen fern halte." "Höre, durch welche Werke die böse Begierde die Diener Gottes tötet." HML 2:1 "An der Spitze steht die Begierde nach der Frau eines anderen oder nach einem anderen Manne, nach verschwenderischem Reichtum, nach vielem, unnötigem Essen und Trinken und nach vielen anderen törichten Genüssen; HML 2:2 Diese Begierden sind schlecht und bringen den Dienern Gottes den Tod; denn diese schlechte Begierde ist eine Tochter des Teufels. Deshalb mußt ihr euch dieser schlechten Begierden enthalten, auf daß ihr durch die Enthaltung in Gott lebet. HML 2:3 Wer sich aber von ihnen beherrschen last und ihnen nicht widersteht, wird dem Tode verfallen bis ans Ende; denn diese Begierden sind tödlich. HML 2:4 Ziehe an die Begierde nach Gerechtigkeit und wappne dich völlig mit der Furcht des Herrn und leiste ihnen Widerstand; denn die Furcht Gottes wohnt in der guten Begierde. Wenn nämlich die böse Begierde sieht, wie du gewappnet bist mit der Furcht Gottes und ihr Widerstand leistest, wird sie weit von dir fliehen und sich nicht mehr bei dir blicken lassen aus Furcht vor deiner Rüstung. HML 2:5 Wenn du [den Sieg über jene errungen und] den Kranz dir erkämpft hast, dann wende dich der Begierde nach Gerechtigkeit zu, übergib ihr den Sieg, den du errungen, und diene ihr so, wie sie will. Wenn du der guten Begierde dienst und ihr ergeben bleibst, dann wirst du es fertig bringen, die böse Begierde zu beherrschen und sie zu unterdrücken, wie du willst." HML 3:1 "Ich möchte gerne wissen, o Herr, auf welche Weise ich der guten Begierde dienen muß." "Vernimm es: übe Gerechtigkeit und Tugend, Wahrheit und Furcht des Herrn, Glauben, Sanftmut und was es sonst noch verwandtes Gutes gibt! Wenn du dieses erfüllst, wirst du ein wohlgefälliger Diener Gottes sein und ihm leben; alle werden in Gott leben, die der guten Begierde dienen." HML 3:2 Damit war er fertig mit den zwölf Geboten und dann sprach er: "Du hast diese Gebote; wandle in ihnen und rede den Hörenden zu, auf daß ihre Bekehrung rein sei die übrigen Tage ihres Lebens. HML 3:3 Erfülle den Auftrag, den ich dir hiermit gebe, gewissenhaft, und du wirst viel erreichen; du wirst nämlich Dank ernten bei denen, die sich bekehren und deinen Worten folgen werden; ich werde nämlich mit dir sein und sie zwingen, dir zu gehorchend" HML 3:4 Da sprach ich zu ihm: "0 Herr, diese Gebote sind groß, gut, herrlich und fähig, das Herz des Menschen zu erfreuen, der imstande ist, sie zu halten. Aber ich weiß nicht, ob ein Mensch diese Gebote beobachten kann, weil sie gar schwer sind." HML 3:5 Seine Antwort lautete: "Wenn du dir selbst einredest, daß es möglich ist, sie zu halten, wirst du sie ohne Mühe halten, und sie werden keineswegs schwer sein; wenn sich aber in deinem Innern die Meinung regt, sie könnten von einem Menschen nicht gehalten werden, dann wirst du sie auch nicht halten. HML 3:6 Jetzt aber sage ich dir: wenn du sie nicht hältst, sondern sie mißachtest, wirst weder du selbst noch deine Kinder noch dein Haus das Heil erlangen, weil du dir selbst das Urteil schon gebildet hast, daß es unmöglich fur den Menschen sei, diese Gebote zu halten." HML 4:1 Und zwar sprach er diese Worte in großem Zorn, so daß ich ganz bestürzt war und mich sehr vor ihm fürchtete; sein Äußeres veränderte sich nämlich, so daß kein Mensch seinen Zorn ertragen konnte. HML 4:2 Wie er mich aber ganz verwirrt und bestürzt sah, begann er milder [und freundlicher] zu mir zu sprechen, indem er sagte: "Törichter, Unverständiger, Zweifler, weißt du nicht, wie groß, wie mächtig und wunderbar die Herrlichkeit Gottes ist), weil er die Welt um des Menschen willen geschaffen hat und seine ganze Schöpfung dem Menschen unterstellt und ihm die Macht gegeben hat, über alles, was sich unter dem Himmel befindet, zu herrschen? HML 4:3 Wenn nun", fuhr er fort, "der Mensch Herr ist über alle Geschöpfe Gottes und wenn er über alles herrscht, kann er dann nicht auch Herr werden über diese Gebote? Gewiß, über alles, auch über alle diese Gebote kann der Mensch Herr werden, wenn er den Herrn in seinem Herzen trägt. HML 4:4 Für diejenigen aber, die den Herrn nur auf den Lippen haben, deren Herz aber verstockt und vom Herrn weit entfernt ist, für solche sind diese Gebote schwer und nur mit Mühe zu erfüllen. HML 4:5 Nehmet also ihr, die ihr leer seid und geringen Glaubens, den Herrn in euer Herz auf, und ihr werdet erkennen, daß nichts leichter, nichts süßer und milder ist als diese Gebote. HML 4:6 Bekehret euch daher.. die ihr in den Geboten des Teufels wandelt, von diesen schweren, bitteren, wilden und wüsten Geboten und fürchtet den Teufel nicht, weil er keine Gewalt wider euch besitzt. HML 4:7 Denn ich, der Engel der Buße, werde mit euch sein, und ich habe Gewalt über ihn. Der Teufel flößt nur Furcht ein, aber diese Furcht ist ohne Belang; furchtet ihn also nicht, und er wird von euch weichen. HML 5:1 Ich sprach zu ihm: "Höre, o Herr, ein paar Worte von mir an." "Sprich, was du willst." Der Mensch", begann ich, "O Herr, hat zwar den guten Willen, die Gebote Gottes zu halten, und es gibt niemand, der nicht den Herrn um die Gnade anflehen würde, in den Geboten gefestigt zu werden und ihnen untertan zu sein; aber der Teufel gibt nicht nach und wird Herr über die Menschen." HML 5:2 "Aber", versetzte er, "er kann nicht Herr werden über die Diener Gottes, die von ganzem Herzen auf ihn hoffen. Der Teufel kann zwar ringen (wider den Menschen), aber niederringen kann er ihn nicht. Wenn ihr ihm also widerstehet, wird er besiegt voll Schmach von euch abziehen. Allerdings die leeren Menschen fürchten den Teufel, wie wenn er Macht hätte. HML 5:3 Wenn nämlich jemand passende Krüge mit gutem Weine anfüllt und unter diesen einige nicht voll werden, dann kommt er wieder zu den Weinkrügen, schaut aber nicht nach den vollen; denn er weiß, daß sie voll sind; aber nach den halbvollen schaut er aus Furcht, sie möchten sauer werden; denn halbvolle Krüge werden rasch sauer, und der gute Geschmack des Weines geht verloren. HML 5:4 So kommt auch der Teufel zu allen Dienern Gottes, um sie zu versuchen. Wer nun voll ist im Glauben, der widersteht ihm standhaft, und so zieht jener von dannen, da er keinen Platz findet, wo er eindringen kann. Er geht dann zu den Halbvollen, und da er Platz hat, zieht er bei ihnen ein und wirkt in ihnen, was er will, und so werden sie seine Knechte." HML 6:1 "Ich aber, der Engel der Buße, sage euch: Fürchtet den Teufel nicht. Denn ich wurde gesandt, auf daß ich mit euch sei, die sich aus ganzem Herzen bekehren, und daß ich euch stärke im Glauben. HML 6:2 Vertrauet also auf Gott, die ihr wegen einer Sünden die Hoffnung auf das Leben aufgeben mußtet, da ihr in Sünden weiter gelebt und euer Leben belastet habt; denn, wenn ihr euch von ganzem Herzen zum Herrn bekehret und die Gerechtigkeit übet in den übrigen Tagen eures Lebens, und wenn ihr ihm recht dienet nach seinem Willen, dann wird er Heilung schaffen für eure früheren Sünden, und ihr werdet Macht bekommen, über die Werke des Teufels Herr zu werden. Die Drohung des Teufels braucht ihr gar nicht zu fürchten; denn er ist ohne Kraft wie die Sehnen eines Toten. HML 6:3 So höret denn auf mich, fürchtet den Allmächtigen, der retten und ins Verderben stürzen kann und haltet these Gebote, dann werdet ihr das Leben in Gott haben." HML 6:4 Ich sagte ihm dann: "Herr, nun bin ich gestärkt in allen Gerechtsamen des Herrn, well du mit mir bist; und ich weiß, daß du alle Macht des Teufels zerbrechen wirst, daß wir Herr sein werden fiber ihn und alle seine Werke überwinden werden. Auch hoffe ich, o Herr, daß ich imstande bin, alle Gebote. die du mir aufgetragen hast, zu halten, da der Herr mir Kraft. verleiht." HML 6:5 "Du wirst sie halten", schloß er, "wenn dein Herz in Lauterkeit hingerichtet ist zum Herrn; auch werden alle die, welche ihr Herz gereinigt haben von den eitlen Begierden dieser Welt, sie halten und in Gott leben." HSA 1:1 Er sprach zu mir: "Wisset, daß ihr Diener Gottes in der Fremde wohnet! Denn eure (Heimat-) Stadt ist weit entfernt von dieser Stadt. Wenn ihr nun aber eure Heimat kennet, in der ihr wohnen sollet, wozu erwerbet ihr hier Grundbesitz, kostspielige Einrichtungen, Wohnungen und überflüssige Bauten? HSA 1:2 Wer sich in dieser Stadt so einrichtet, der erwartet nicht, daß er zurückkehren werde in seine eigentliche Vaterstadt. HSA 1:3 Du unverständiger, wankelmütiger und armer Mensch, siehst du nicht ein, daß all dies nicht dir gehört und in der Gewalt eines anderen steht? Denn der Herr dieser Stadt wird sagen: Ich will nicht, daß du in meiner Stadt wohnest; wandere aus von dieser Stadt, weil du nicht nach meinen Gesetzen lebst. HSA 1:4 Du hast aber Grundstücke, Wohnungen und sonst manchen Besitz; wenn du nun von ihm vertrieben wirst, was fängst du an mit deinem Acker, deinem Hause und den anderen Dingen, die du dir erworben hast? Denn mit Recht wird dir der Herr dieses Landes sagen: Entweder lebe nach meinen Gesetzen oder verlasse mein Land. HSA 1:5 Was willst du nun tim, da du doch dein (eigenes) Gesetz hast in deiner (Heimat-) Stadt? Wirst du etwa wegen deiner Acker und deines übrigen Besitzes dein eigenes Gesetz ganz verleugnen und nach dem Gesetze dieser Stadt leben? Gib acht, daß dir die Verleugnung deines Gesetzes nicht verderblich werde; denn wenn du in deine (Heimat-) Stadt zurückkehren willst, wirst du nicht aufgenommen, weil du das Gesetz deiner (Vater) stadt verleugnet hast, sondern von ihr ausgeschlossen werden. HSA 1:6 Darum siehe zu: Da du in der Fremde weilst, erwirb dir nur den ausreichenden Lebensbedarf und halte dich bereit, damit du, wenn der Fürst dieser Stadt dich wegen des Ungehorsams gegen sein Gesetz hinausjagen will, seine Stadt verlassen und in deine (Vater)stadt kommen kannst and du nach deinem Gesetze unbeschädigt in Freude leben kannst. HSA 1:7 Sehet euch also vor, ihr Diener Gottes, den ihr im Herzen traget! Vollbringet die Werke Gottes eingedenk seiner Gebote und der Verheißungen, die er gegeben, und vertrauet, daß er sie erfüllen wird, wenn seine Gebote beobachtet werden. HSA 1:8 Kaufet euch je nach Vermögen anstatt der Äcker bedrängte Seelen, besuchet Witwen und Waisen und verachtet sie nicht, und verwendet euren Reichtum und allen Besitz, den euch der Herr gegeben hat, für solche Äcker und Häuser. HSA 1:9 Denn der Herr hat euch eben dazu Reichtum verliehen, damit ihr ihm diese Dienste erweiset; es ist dir viel besser, dir solche Äcker, solchen Besitz und solche Häuser zu erwerben, die du wieder finden wirst in deiner Heimatstadt, wenn du dort dich niederlassest. HSA 1:10 Dieser Aufwand ist gut und heilig, er bringt keinen Kummer und keine Furcht, sondern Freude. Den Aufwand der Heiden sollt ihr nicht mitmachen; denn dieser bringt euch, den Dienern Gottes, Schaden. HSA 1:11 Vielmehr verwendet euer Geld in einer Art, über die ihr euch freuen könnt; übet kein.en Betrug, greifet nicht nach fremdem Gut und begehret dessen auch nicht; denn es ist böse, nach fremdem Gute Begierde zu haben. Erfülle vielmehr deine eigene Pflicht, und du wirst das Heil erlangen." HSB 1:1 Als ich spazieren ging in meinem Acker und dabei Ulme und Weinstock betrachtete und mir so meine Gedanken über sie und ihre Früchte machte, da erschien mir der Hirte und sprach: "Was denkst du bei dir über die Ulme und den Weinstock?" "Ich finde, [Herr,] daß sie vorzüglich zueinander passen." HSB 1:2 "Diese beiden Pflanzen sind zum Abbild gesetzt für die Diener Gottes." "Ich möchte gerne die Bedeutung der Gesträuche, von denen du redest, kennen lernen." "Siehst du die Ulme und den Weinstock?" "Ja, Herr." HSB 1:3 "Der Weinstock hier trägt Früchte, die Ulme aber ist ein unfruchtbarer Baum; wenn sich aber der Weinstock nicht an der Ulme emporrankt, kann er keine Frucht bringen, weil er zu sehr am Boden kriecht, und wenn er Frucht trägt, so verfault sie, weil der Weinstock nicht an der Ulme sich emporwindet. Wenn also der Weinstock an der Ulme emporwächst, dann trägt er sowohl von sich selbst aus Frucht und zugleich wegen der Ulme. HSB 1:4 Du siehst also, daß sowohl die Ulme viel Frucht hervorbringt, und zwar nicht weniger als der Weinstock, eher aber noch mehr." [,'Wie sogar noch mehr, Herr?'] "Weil der Weinstock, wenn er an der Ulme emporwächst, viele und gute, wenn er aber am Boden kriecht, faulige und wenige Früchte bringt. Dieses Gleichnis bezieht sich nun auf die Diener Gottes, auf die Armen und die Reichen." HSB 1:5 "Sage mir, Herr, wie sich das verhält." "Merke auf! Der Reiche hat zwar ein großes Vermögen, aber dem Herrn gegenüber ist er ein Bettler; er gibt sich zuviel mit seinem Reichtum ab, und allzu kurz verrichtet er sein Bekenntnis und sein Gebet zu dem Herrn, und wenn er es verrichtet, so ist es kurz, schwächlich und ohne Kraft nach f oben. Wenn mm der Reiche zu dem Armen geht und ihm das Mangelnde gibt im Glauben, daß, was er dem Armen tut, seinen Lohn bei Gott finden wird - weil der Arme reich ist durch sein Gebet und sein Bekenntnis und weil sein Gebet gar viel vermag bei Gott -' so gewährt also der Reiche dem Armen alles ohne Bedenken. HSB 1:6 Der Arme aber, dem von dem Reichen aufgeholfen wurde, betet für ihn, indem er Gott dankt wegen seines Wohltäters. Und jener fährt in seiner Sorge um den Armen fort, damit diesem während seines Lebens nichts abgehe; denn er weiß, daß das Gebet des Armen wohlgefällig und vielvermögend ist bei Gott. HSB 1:7 Durch die Mitwirkung beider wird das Ziel erreicht; der Arme verrichtet sein Gebet, in dem er reich ist und das ihm Gott verliehen; dies gibt er als Entgelt dem Herrn, der ihm geholfen hat. Und der Reiche gibt gleicherweise den Reichtum, den er vom Herrn empfangen hat, ohne Bedenken dem Armen. Und dieses Werk ist groß und angenehm vor Gott, weil er in richtiger Beurteilung seines Reichtums die Gaben Gottes für die Armen verwendete und so seine Aufgabe richtig erfüllte. HSB 1:8 Bei den Menschen herrscht die Meinung, daß die Ulme keine Frucht trage; sie wissen und verstehen nicht, daß zur Zeit der Dürre die Ulme mit ihrer Feuchtigkeit den Weinstock tränkt und daß dieser, stets mit Feuchtigkeit versorgt, doppelte Frucht bringt sowohl für sich als auch für die Ulme. So vermehren auch die Armen durch ihr Gebet für die Reichen zum Herrn deren Reichtum, und umgekehrt sorgen die Reichen, wenn sie den Armen das Notwendigste geben, für ihre Seelen. HSB 1:9 So haben also beide gemeinsam Anteil an dem guten Werke. Wer so handelt, den wird Gott nicht verlassen, vielmehr wird er eingeschrieben werden in die Bücher der Lebendigen. HSB 1:10 Glücklich die Besitzenden, die einsehen, daß sie ihren Reichtum von Gott haben. Wer nämlich dies einsieht, der wird auch seinen Dienst erfüllen können." HSC 1:1 Er zeigte mir viele Bäume, die keine Blätter hatten, sondern geradezu dürr zu sein schienen; alle waren einander ähnlich. Und er sagte zu mir: "Siehst du diese Bäume?" "Ja, Herr, ich sehe, daß sie einander gleichen und dürr sind. Da antwortete er mir: "Die Baume, die du hier siehst, das sind die Menschen, die in dieser Welt leben." HSC 1:2 "Warum, o Herr", entgegnete ich, "sind sie wie dun und einander ähnlich?" "Weil weder die Gerechten noch die Sünder in dieser Welt auffallen, sondern einander ähnlich sind. Denn für die Gerechten ist diese Welt ein Winter, und man erkennt sie nicht, da sie unter den Sündern wohnen. HSC 1:3 Wie nämlich im Winter die Bäume ihr Laub abwerfen und einander gleichen, so daß man nicht sieht, welche dürr sind und welche Leben haben, so unterscheiden sich in dieser Welt die Gerechten nicht von den Sündern, sondern alle gleichen einander. HSD 1:1 Wiederum zeigte er mir viele Bäume, teils grünende, teils dürre, und sagte mir: "Siehst du diese Bäume?" "Ja, Herr, ich sehe grünende und dürre," HSD 1:2 "Die grünenden Bäume hier", sprach er, "das sind die Gerechten, die in der zukünftigen Welt wohnen werden; denn die zukünftige Welt ist Sommer für die Gerechten, aber Winter für die Bösen. Wenn nämlich die Barmherzigkeit des Herrn aufleuchtet, dann werden die Diener Gottes offenbar werden, und zwar alle. HSD 1:3 Wie man nämlich im Sommer an jedem einzelnen Baum die Früchte sieht und ihre Beschaffenheit erkennt, so werden auch die Früchte der Gerechten offenbar werden, und bei allen wird man in jener Welt sehen, wie schön gewachsen sie sind. HSD 1:4 Die Heiden und die Sünder aber wird man in jener Welt so finden, wie du die dürren Bäume gesehen hast, nämlich dürr und ohne Frucht, und man wird sie verbrennen wie Holz, da man erkannte, daß ihre Werke schlecht waren während ihres Lebens. Denn die Bösen werden ins Feuer geworfen werden, weil sie sündigten und keine Buße taten; die Heiden aber werden ins Feuer wandern, weil sie ihren Schöpfer nicht erkannt haben. HSD 1:5 Bringe daher Frucht, daß sie in jenem Sommer offenbar werde; von den vielen Geschäften halte dich fern, und du wirst nicht sündigen. Denn wer sich mit vielem abgibt, sündigt auch viel, da er ganz aufgeht in seinen Geschäften und seinem Herrn nicht dient. HSD 1:6 Wie kann denn ein solcher vom Herrn etwas erflehen und erlangen, wenn er dem Herrn nicht dient? Wer dem Herrn dient, dessen Wünsche werden erfüllt, wer ihm aber nicht dient, der bekommt auch nichts. HSD 1:7 Wer aber nur ein Geschäft betreibt, der kann auch dem Herrn dienen; denn sein Herz wird nicht verdorben und abgelenkt von dem Herrn, er wird ihm vielmehr dienen mit lauterem Herzen. HSD 1:8 Wenn du dieses tust, kannst du Früchte tragen in der zukünftigen Welt; ebenso alle, die dies halten." HSE 1:1 Fastend saß ich auf einem Berge und dankte dem Herrn für alles, was er mir getan hatte. Da sah ich den Hirten neben mir sitzen; er sprach: "Warum bist du so früh hierher gekommen." "Weil ich Stationstage halte, o Herr." HSE 1:2 "Was ist Station?" fragte er mich. "Ich faste, o Herr." "Was ist das für ein Fasten, das ihr haltet?" "Wie ich es gewohnt bin, Herr, so faste ich." HSE 1:3 "Ihr verstehet nicht, dem Herrn zu fasten, aber trotzdem ist das Fasten, das ihr ihm haltet, nicht wertlos." "Warum, o Herr", fuhr ich fort, "redest du so?" "Ich sage dir, daß das kein Fasten ist, das ihr zu, halten wähnet; aber ich will dich lehren, was vollwertiges und dem Herrn genehmes Fasten ist. Höre! HSE 1:4 Gott will ein solches nutzloses Fasten nicht; denn wer also dem Herrn fastet, der tut nichts für die Gerechtigkeit. Halte aber dem Herrn ein Fasten in folgendem Sinne: HSE 1:5 Tue nichts Böses in deinem Leben und diene dem Herrn mit reinem Herzen; halte seine Gebote, indem du wandelst in seinen Gesetzen, und lasse keine schlechte Begierde aufkommen in deinem Herzen; vertraue zu Gott, daß du ihm leben wirst, wenn du dies befolgst, ihn fürchtest und dich jeder bösen Tat enthältst; auf diese Weise wirst du ein rechtes, Gott wohlgefälliges Fasten halten." HSE 2:1 "Vernimm das Gleichnis, das ich dir mit Bezug auf das Fasten sagen will. HSE 2:2 Ein Mann besaß Grund und Boden und viele Sklaven, und einen Teil seines Grundes hatte er als Weinberg angelegt. Dieser wählte sich einen freuen, beliebten und geachteten Sklaven aus, ließ ihn zu sich kommen und sprach: Nimm diesen Weinberg, den ich angepflanzt habe, und umgib ihn, bis ich komme, mit einem Zaune; sonst sollst du nichts am Weinberge machen; wenn du meinen Auftrag ausführst, sollst du von mir die Freiheit haben. Der Herr des Sklaven ging in die Fremde. HSE 2:3 Als er fortgegangen war, machte sich der Sklave an den Weinberg und umgab ihn mit einem Zaune. Wie er damit fertig war, sah er, daß der Weinberg voll Unkraut war. HSE 2:4 Da dachte er bei sich selbst: diesen Auftrag meines Herrn habe ich nun ausgeführt; nun will ich noch den Weinberg hier umgraben; wenn er umgegraben ist, wird er schöner aussehen, und von Unkraut frei, wird er mehr Frucht bringen, weil ihn das Unkraut nicht erstickt Er ging daran, grub den Weinberg um und riss alles Unkraut, das darin war, aus. Und jener Weinberg bekam ein schönes Aussehen und zeigte guten Wuchs; denn er hatte kein Unkraut, das ihn hätte ersticken können. HSE 2:5 Nach einiger Zeit kam der Herr des Sklaven und des Feldes und er ging in seinen Weinberg. Und als er den guten Zaun um den Weinberg erblickte und sah, wie dieser außerdem umgegraben und jedes Unkraut ausgerissen war und die Weinstöcke in voller Kraft standen, freute er sich gar sehr über die Arbeit seines Sklaven. HSE 2:6 Da ließ er seinen geliebten Sohn, den er als Erben, und seine Freunde, die er als Ratgeber hatte, zu sich kommen und erzählte ihnen, welchen Auftrag er seinem Sklaven gegeben und welche (Arbeit) er erledigt vorgefunden habe. Und diese freuten sich mit dem Sklaven iiber das Zeugnis, das ihm sein Herr ausstellte. HSE 2:7 Er sagte ihnen: Ich habe diesem Sklaven die Freiheit versprochen, wenn er den Auftrag, den ich ihm gab, richtig ausführe. Er hat den Auftrag erledigt und zudem noch eine schöne Arbeit an dem Weinberg getan, die mich gar sehr erfreute. Zum Lohne für seine Leistung will ich ihn nun zum Miterben meines Sohnes machen, weil er den guten Gedanken nicht von sich gewiesen, sondern ihn ausgeführt hat. HSE 2:8 Diesem Vorschlag nun, daß der Sklave das Erbe mit ihm teilen solle, stimmte der Sohn des Herrn zu. HSE 2:9 Einige Tage darauf veranstaltete sein [Hausherr] ein Mahl und schickte davon dem Sklaven viele Speisen zu. Dieser nahm von den Speisen, die ihm sein Herr geschickt hatte, soviel als er zu seiner Sättigung brauchte, das übrige aber verteilte er unter seine Mitknechte. HSE 2:10 Diese freuten sich sehr über die Speisen, die sie von ihm bekommen hatten und fingen an, für ihn zu beten, daß er bei seinem Herrn noch viel mehr Gnade finde, weil er sich so (gut) gegen sie benommen hatte. HSE 2:11 Alle diese Dinge kamen seinem Herrn wieder zu Ohren, und wiederum freute er sich gar sehr über seine Handlungsweise. Da ließ er wiedenim seine Freunde und seinen Sohn zusammenkommen und teilte ihnen mit, was er mit den Speisen, die er bekommen hatte, angefangen habe; und sie waren noch mehr der Ansicht, daß der Sklave mit seinem Sohne sich in die Erbschaft teilen solle." HSE 3:1 Ich sagte: "O Herr, ich verstehe diese Gleichnisse nicht und ich kann sie nicht begreifen, wenn du mir sie nicht erklärst." HSE 3:2 "Ich werde dir alles erklären", versetzte er, "und alles, was ich mit dir bespreche, das werde ich dir auch zeigen. Die Gebote [des Herrn halten, und du wirst Gott wohlgefällig sein, und du wirst aufgeschrieben werden unter die Zahl derer, die seine Gebote halten]. HSE 3:3 Wenn du über das Gebot des Herrn hinaus etwas Gutes tust, so erwirbst du dir überreichen Ruhm, und du wirst angesehener sein bei Gott, dem du gehören wolltest. Wenn du also die Gebote Gottes beobachtest und überdies noch diese Dienste verrichtest, dann wirst du dich freuen, wenn du sie meinem Auftrag entsprechend erfüllst." HSE 3:4 Ich sagte ihm: "Was du mir befiehlst, Herr, das werde ich halten; denn ich weiß, daß du mit mir bist." "Ich werde mit dir sein, weil du so große Bereitwilligkeit hast für das Gute, und auch mit allen anderen, die diesen guten Willen haben, werde ich sein. HSE 3:5 Dieses Fasten ist überaus gut bei denen, die des Herrn Gebote halten. Das Fasten, welches du beobachten willst, halte also: HSE 3:6 Fürs allererste hüte dich vor jedem schlechten Worte, jeder bösen Begierde und halte dein Herz rein von allen Eitelkeiten dieser Welt! Wenn du dies beobachtest, wird dein Fasten vollkommen sein. HSE 3:7 Dabei sollst du es also machen: Zunächst erfülle, was geschrieben steht; dann sollst du an diesem Tage nur Wasser und Brot essen; von den Speisen, die du sonst an diesem Tage genießen würdest, sollst du sodann die Höhe der Auslagen für den in Betracht kommenden Tag berechnen und diese einer Witwe oder einer Waise oder einem Bedürftigen geben und so dich bescheiden, auf daß der, welcher durch deine Bescheidenheit etwas bekommen hat, sein Herz erfülle und für dich zum Herrn bete. HSE 3:8 Wenn du also so, wie ich es angegeben habe, das Fasten hältst, wird dein Opfer angenehm sein bei Gotts und dies dein Fasten wird eingeschrieben werden, und ein Gottesdienst, der so geübt wird, ist gut, erfreulich und wohlgefällig beim Herrn. HSE 3:9 Dies sollst du auf diese Weise beobachten, du selbst, deine Kinder und dein ganzes Haus; wenn du dies hältst, wirst du glücklich sein; auch alle, die dies hören und beobachten, werden glücklich sein und am was immer sie den Herrn bitten, das werden sie erlangen." HSE 4:1 Ich bat ihn dringend, er möge mir das Gleichnis erklären von dem Felde, dem Herrn, dem Weinberg, von dem Sklaven, der den Weinberg mit einem Zaune umgab, von dem Zaune und dem Unkraut, das aus dem Weinberg ausgerissen wurde, von dem Sohne und den Freunden, die seine Ratgeber waren; denn ich sah ein, daß all dies ein Gleichnis ist. HSE 4:2 Er aber entgegnete mir: "Im Fragen bist du gar kühn. Du brauchst überhaupt nichts zu fragen; denn wenn du eine Erklärung nötig hast, wird sie dir gegeben werden." Ich erwiderte ihm: "Herr, wenn du mir Gesichte zeigst, ohne sie zu erklären, dann habe ich sie wohl umsonst gesehen, denn ich verstehe ihre Bedeutung nicht; so ist es auch, wenn du mir Gleichnisse erzählst und sie nicht erklärst, dann habe ich sie wohl umsonst von dir gehört." HSE 4:3 Da gab er mir wieder zur Antwort: "Ein Diener Gottes, der seinen Herrn im Herzen trägt, bittet ihn um Einsicht und erhält sie auch, so daß er jedes Gleichnis (sich) erklären kann und daß alle Worte des Herrn, die in Gleichnissen gesprochen sind, ihm verständlich werden; wer aber bequem und träge ist zum Beten, der zögert, vom Herrn etwas zu erbitten. HSE 4:4 Der Herr ist voll Erbarmen und gibt unaufhörlich allen, die ihn darum bitten. Du bist nun gestärkt durch den heiligen Engel Gottes und hast von ihm ein solches Gebet erhalten und bist nicht träge: warum bittest du den Herrn nicht um Einsicht, damit du sie von ihm bekommst?" HSE 4:5 Da sprach ich zu ihm: "Herr, ich habe dich bei mir und deshalb muß ich notwendig dich bitten und dich fragen; denn du zeigst mir alles und redest mit mir. Wenn ich aber in deiner Abwesenheit es gesehen oder gehört hätte, dann hätte ich mich an den Herrn um Aufklärung gewandt." HSE 5:1 "Ich habe dir's gesagt, und zwar erst vor kurzem, daß du schlau bist und kühn, wenn es gilt, nach der Erklärung der Gleichnisse zu fragen. Da du so hartnäckig bist, will ich dir das Gleichnis von dem Ackerleid und all dem übrigen, was dazu gehört, erklären, damit du es allen verständlich machest. So merke denn auf, daß du es verstehst. HSE 5:2 Der Acker ist diese Welt ; der Herr des Ackers ist der Schöpfer aller Dinge der sie vollendet und befestigt hat; [der Sohn ist der Heilige Geist;] der Knecht ist der Sohn Gottes; die Weinstöcke sind dieses Volk, das er selbst gepflanzt hat; HSE 5:3 die Umzäunungen sind die Engel des Herrn, die sein Volk beherrschen; das Unkraut aber, das aus dem Weinberg herausgerissen wurde, das sind die Sünden der Diener Gottes; die Speisen, die er ihm von seinem Mahle sandte, sind die Gebote, die er seinem Volke gab durch seinen Sohn; seine Freunde und Berater sind die zuerst erschaffenen heiligen Engel. Die Reise des Herrn bedeutet die Zeit, die noch übrig ist bis zur Wiederkunft des Herrn." HSE 5:4 Ich entgegnete: "Herr, groß und wunderbar ist alles, und alles macht einen herrlichen Eindrucks Fürwahr", fragte ich, "wäre ich imstande gewesen, dieses zu ergründen? Auch kein anderer Mensch, und wenn er noch so weise wäre, hätte dieses finden können. Und weiterhin, o Herr, erkläre mir noch, was ich dich fragen werde." HSE 5:5 "Rede, wenn du etwas (wissen) willst." "Warum, o Herr, tritt in dem Gleichnis der Sohn Gottes in der Rolle eines Knechtes auf?" HSE 6:1 "Höre! Der Sohn Gottes tritt [nicht] in der Rolle eines Knechtes auf, sondern in großer Macht und Herrlichkeit." "Wieso, Herr? das verstehe ich nicht." HSE 6:2 "Wenn Gott den Weinberg pflanzte, so will das heißen, er hat das Volk erschaffen und hat es seinem Sohne übergeben; und der Sohn setzte die Engel über sie zu ihrem Schutze; und er selbst hat ihre Sünden getilgt, indem er sich sehr abmühte und viele Arbeit auf sich nahm; denn kein Weinberg kann umgegraben werden ohne viel Arbeit oder Mühe. HSE 6:3 Dadurch, daß er nun selbst die Sünden des Volkes tilgte, zeigte er ihnen die Pfade des Lebens, indem er ihnen das Gesetz gab, das er von seinem Vater empfangen hatte. HSE 6:4 [Du siehst, daß er selbst der Herr ist über das Volk, da er alle Gewalt von seinem Vater empfangen hat,] daß aber der Herr zur Beratung über die Erbschaft des Knechtes seinen Sohn und die ruhmvollen Engel beigezogen hat, darüber höre: HSE 6:5 Den Heiligen Geist, der schon vorher da war und der jegliches Ding erschaffen hat, verpflanzte Gott in einen Leib, den er wollte. Dieser Leib nun, in dem der Heilige Geist wohnte, diente dem Geiste gut durch einen Wandel in Heiligkeit und Reinheit, da er gar nie den Geist befleckte. HSE 6:6 Der Leib nun führte einen guten Wandel, duldete und arbeitete mit dem Geiste in allen Stücken, wandelte kräftig und männlich, deshalb erwählte ihn (der Herr) zum Genossen des Heiligen Geistes; [Gott] hatte nämlich Wohlgefallen an dem Wandel dieses Leibes, weil er sich mit dieser Welt nicht befleckte, da er den Heiligen Geist besaß. HSE 6:7 Als Ratgeber zog er seinen Sohn und die herrlichen Engel bei, auf daß auch dieser Leib, der dem Geiste ohne Tadel gedient hatte, eine Wohnstätte habe und daß es nicht scheine, als sei er des Lohnes [für seinen Dienst verlustig gegangen; denn jeder Leib wird seinen Lohn erhalten], wenn er unbefleckt und makellos erfunden wird, er, in dem der Heilige Geist seine Wohnung hatte. HSE 6:8 Damit hast du auch die Erklärung dieses Gleichnisses. HSE 7:1 "Es war für mich eine Freude, o Herr, diese Deutung zu hören." "So merke jetzt auf! Bewahre deinen Leib rein und unbefleckt, damit der in ihm wohnende Geist ihm Zeugnis geben könne und so dein Leib gerechtfertigt werde. HSE 7:2 Gib acht, daß in deinem Herzen sich nicht einmal der Gedanke rege, dein Leib sei vergänglich, und daß du ihn nicht mißbrauchest zu einer Befleckung. Wenn du nämlich deinen Leib befleckst, befleckst du auch den Heiligen Geist; wenn du aber den Geist befleckst, wirst du das Leben nicht haben." HSE 7:3 Da stellte ich die Frage: "Wenn aber, Herr, vor der Kenntnis dieser Worte eine Torheit begangen würde, wie kann ein Mensch gerettet werden, der seinen Leib befleckt hat'?" "Für frühere aus Unwissenheit begangene Fehltritte kann Gott allein Heilung bieten; denn er besitzt alle Macht. HSE 7:4 [Aber von jetzt ab hüte dich, und der allmächtige Herr wird in seiner Barmherzigkeit für die früheren Taten der Unwissenheit Heilung bieten,] wenn du in Zukunft weder dein Fleisch noch den Geist befleckest. Denn die beiden gehören zusammen, und es kann nicht das eine ohne das andere befleckt werden. Bewahre also beide rein, und du wirst in Gott leben." HSF 1:1 Ich saß in meinem Hause, lobte den Herrn für alles, was ich hatte sehen dürfen, dachte nach, wie schön die Gebote sind, wie kraftvoll, erfreulich, rühmlich und mächtig, der Seele eines Menschen das Heil zu verschaffen, und sprach bei mir selbst: Ich werde selig sein, wenn ich in diesen Geboten wandle, ebenso alle, die in ihnen wandeln. HSF 1:2 Wie ich dies bei mir sprach, bemerkte ich, wie er plötzlich neben mir saß und sprach: "Warum grübelst du nach über die Gebote, die ich dir gegeben habe? Sie sind gut; du sollst gar nicht zweifeln; gürte dich vielmehr mit dem Vertrauen auf den Herrn und wandle in ihnen; denn ich werde dich stark machen durch sie. HSF 1:3 Diese Gebote sind nützlich für die, welche Buße tun wollen. Denn wer sie nicht befolgt, dessen Buße ist wertlos. HSF 1:4 Wenn ihr also Buße tut, dann leget ab die Schlechtigkeit dieser Welt, die euch aufreibt. Ziehet an jegliche Tugend der Gerechtigkeit, und ihr werdet imstande sein, diese Gebote zu halten und in euren Sünden nicht weiter zu machen. [Wenn ihr also in gar keine neue Sünde mehr fallet, werdet ihr auch von den früheren Fehltritten frei werden.] Wandelt daher in diesen meinen Geboten, und ihr werdet in Gott leben. Dies alles ist euch von mir gesagt worden." HSF 1:5 Als er diese Worte an mich gerichtet hatte, fuhr er fort: "Wir wollen aufs Feld gehen, dort will ich dir die Hirten der Schafe zeigen." "Wir wollen gehen, Herr", sagte ich. Wir kamen in eine Ebene, und da zeigte er mir einen jugendlichen Hirten, der durchaus in safranfarbige Gewänder gekleidet war. HSF 1:6 Er weidete eine sehr zahlreiche Herde; seine Schafe waren geradezu üppig und sehr ausgelassen, und munter hüpften sie hin und her; der Hirte selbst war ganz vergnügt mit seiner Herde; und erst das Aussehen des Hirten war überaus freudig, wie er so unter seinen Schafen dahinging. [Auch andere Schafe sah ich noch ausgelassen und üppig an einem Orte, aber sie sprangen nicht umher.] HSF 2:1 Und er sprach zu mir: .'Siehst du diesen Hirten?" "Ja, Herr." "Das ist", fuhr er fort, "der Engel der Üppigkeit und des Trugs. Dieser verdirbt die Seelen der Diener Gottes und macht sie abtrünnig von der Wahrheit, indem er sie betört durch die schlechten Begierden, in denen sie umkommen. HSF 2:2 Sie vergessen nämlich die Gebote des lebendigen Gottes, wandeln in eitel Trug und Üppigkeit und werden so von diesem Engel ins Verderben geführt, die einen zum Tode, die anderen in die Irre." HSF 2:3 Ich sprach zu ihm: "Herr, ich weiß nicht, was das bedeutet: zum Tode und in die Irre." "Höre! Die Schafe, die du freudig umherspringen sahest, das sind die Leute, die sich für immer von Gott losgesagt und den Lüsten dieser Welt übergeben haben. Bei diesen gibt es keine Umkehr zum Leben, weil sie in ihren Sünden weiterlebten und den Namen Gottes lästerten. Für diese kommt der Tod. HSF 2:4 Die Schale aber, die du nicht umherspringen, sondern am gleichen Orte weiden sahest, das sind solche, die sich zwar den Lüsten und Torheiten übergeben, aber den Herrn nicht gelästert haben. Diese sind zwar von der Wahrheit abgeirrt; aber in ihnen lebt noch Aussicht auf Buße, durch die sie das Leben erlangen können. Im Irrtum ist also die Hoffnung auf eine Wiederbelebung, im Tod aber ewige Vernichtung." HSF 2:5 Wir gingen wieder ein Stück weiter; da zeigte er mir einen großen Hirten, dessen Aussehen etwas Rauhes hatte, angetan mit einem weißen Ziegenfell; um die Schultern hatte er eine Tasche, in den Händen einen ganz rauhen Stock mit vielen Knorren und eine große Geißel; sein Blick war sehr streng, so daß ich mich vor ihm fürchtete; so schaute er drein. HSF 2:6 Dieser Hirte nun nahm von dem jüngeren die Schafe, die lustig und munter waren, aber nicht umhersprangen und führte sie an einen steilen mit Dornen und Disteln bewachsenen Ort, so daß die Schafe wegen der Dornen und Disteln sich nicht frei machen konnten, sondern sich in die Dornen und Disteln verwickelten. HSF 2:7 Diese weideten also in Dornen und Disteln verstrickt und mußten sehr viel ausstehen, weil sie von ihm geschlagen wurden; er trieb sie bald dahin, bald dorthin und gab ihnen keine Ruhe, so daß diese Schafe an keinem Orte sich niederlegen konnten. HSF 3:1 Als ich sie nun so geschlagen und leiden sah, tat es mir leid um sie, weil sie so gequält wurden und gar keine Ruhe hatten. HSF 3:2 Da redete ich den Hirten, der mit mir sprach, also an. "Herr, was ist das für ein hartherziger und gestrenger Hirte, daß er gar kein Mitleid mit seinen Schafen hat?" "Das ist der Engel der Strafe; er gehört zu den guten Engeln und ist gesetzt über die Strafe. HSF 3:3 Er nimmt die auf, die von Gott abgeirrt sind und in den Torheiten und Lüsten dieser Welt gewandelt sind, und bestraft sie, wie sie es verdienen, mit harten und verschiedenartigen Strafen." HSF 3:4 "Ich möchte gerne wissen, Herr, welcher Art diese verschiedenen Strafen sind." "So vernimm denn die verschiedenen Züchtigungen und Strafen. Die Züchtigungen kommen im Leben; sie bestehen für die einen in Strafen, für andere in Verlusten, für andere in allerlei Krankheiten oder für andere in gänzlicher Unbeständigkeit, einige werden auch von unwürdigen Leuten beschimpft und haben sonst bei ihren verschiedenen Unternehmungen zu leiden; HSF 3:5 viele nämlich sind unbeständig in ihren Entschlüssen, sie fangen vieles an, aber nichts bei ihnen will recht vorwärts gehen. Diese sagen dann, daß sie kein Glück haben in ihren Unternehmungen; aber daß sie Böses getan haben, daran denken sie nicht in ihrem Herzen, vielmehr beschuldigen sie den Herrn. HSF 3:6 Wenn sie dann jegliche Mühsal erduldet haben, dann werden sie mir übergeben zu einer milden Erziehung, sie erstarken im Glauben an den Herrn und dienen dem Herrn die übrigen Tage ihres Lebens mit reinem Herzen; wenn sie sich dann bekehrt haben, regt sich in ihrem Herzen das Bewußtsein ihrer früheren Sünden, und dann loben sie Gott und sagen, er sei ein gerechter Richter und jeder habe entsprechend seinem Tun die richtige Strafe bekommen: fernerhin dienen sie dem Herrn mit reinem Herzen, und alle ihre Unternehmungen haben einen guten Fortgang, da sie vom Herrn alles erlangen, um was sie bitten'); dann preisen sie Gott dafür, daß sie mir übergeben worden sind; etwas Schlimmes haben sie nicht mehr zu erdulden." HSF 4:1 Ich sprach zu ihm: "Herr, erkläre mir auch noch folgendes." "Wonach willst du fragen?" "Ob die, o Herr, welche in Täuschung und Üppigkeit gelebt haben, ebenso lange gestraft werden, als jenes üppige und verführerische Leben dauerte?" "Gleich lang währt ihre Strafe." HSF 4:2 [Gar wenig werden sie gestraft, o Herr;] sie sollten siebenfach gestraft werden, die in solcher Üppigkeit leben und Gott vergessen." HSF 4:3 "Du bist töricht und kennst den Wert der Strafe nicht", sagte er mir. "Wenn ich es wüßte, o Herr, hätte ich dich nicht um Aufklärung angegangen." "So höre den Wert beider. HSF 4:4 Die Zeit der Schwelgerei und Täuschung ist eine Stunde; die Stunde der Strafe aber hat einen Wert von dreißig Tagen. Wenn also einer einen Tag lang in verlockender Schwelgerei lebt und seine Strafe einen Tag dauert, so hat der Tag der Strafe den Wert eines ganzen Jahres. Es wird also einer so viele Jahre gestraft, als er Tage in Schwelgerei gelebt hat. Du siehst also, daß die Zeit der Üppigkeit und Täuschung sehr kurz, die der Strafe und Züchtigung aber lang ist." HSF 5:1 "Noch immer bin ich, Herr, nicht recht im klaren wegen der Dauer der Täuschung, der Üppigkeit und der Strafe; erkläre mir das noch deutlicher." HSF 5:2 Er antwortete mir: "Deine Torheit hält lange an, und du willst dein Herz nicht reinigen und Gott nicht dienen. Sieh zu, daß die Zeit nicht abläuft und du noch als Tor erfunden wirst. Merke also auf, damit du es verstehst, wie du es willst. HSF 5:3 Wer einen Tag in Schwelgerei und Täuschung verlebt und tut, was er will, in dem ist viel Unverstand, und er bedenkt nicht, was er tut; denn am anderen Tag weiß er nicht mehr, was er tans zuvor getan; denn Trug und Täuschung haben keine Erinnerung wegen der Torheit in der er lebt; wenn aber Strafe und Züchtigung nur einen Tag dem Menschen anhaften, ist er ein ganzes Jahr gestraft und gezüchtigt; denn Strafe und Zilchtigung hinterlassen ein langes Andenken. HSF 5:4 Wer nun ein ganzes Jahr lang gezüchtigt und gestraft wird, der erinnert sich dann an sein Wohlleben und an den Trug und sieht ein, daß er ihretwegen das Schlimme erdulden muß. Daher werden alle Menschen, die sich dem Wohlleben und Trug überlassen, so bestraft, weil sie im Besitze des Lebens sich dem Tode überliefert haben." HSF 5:5 "Welche Arten von Lüsten sind schädlich, Herr?" "Was immer ein Mensch mit Genuß tut, das bedeutet für ihn eine Lust; so zum Beispiel ist es eine Lust für den Jähzornigen, wenn seine Leidenschaft befriedigt wird; ebenso ist es, wenn der Ehebrecher, der Trunkenbold, der Verleumder, der Lügner, der Habsüchtige, der Betrüger und ähnliche Leute ein jeder seine Leidenschaft befriedigt: in ihrem Tun liegt Lust. HSF 5:6 Alle diese Lüste sind nachteilig für die Diener Gottes. Wegen dieser Genüsse müssen sie leiden, wean über sie Züchtigung und Strafe kommt. HSF 5:7 Es gibt aber auch Lüste, die den Menschen zur Rettung dienen; viele empfinden Lust, wenn sie Gutes tun, weil ihr eigenes Vergnügen sie dazu antreibt. Diese Art von Lust ist den Dienern Gottes zuträglich und verschafft einem solchen Menschen das Leben; aber die schädlichen Arten der Lüste, von denen oben die Rede war, verschaffen ihnen Züchtigung und Strafe; wenn sie darin verharren und nicht Buße tun, ziehen sie sich den Tod zu. HSG 1:1 Einige Tage später sah ich ihn in derselben Ebene, wo ich auch die Hirten gesehen hatte, und er fragte mich: "Was suchst du?" "Ich bin hier, o Herr, damit du dem Hirten der Strafe befehlest, mein Haus zu verlassen, weil er mich gar sehr plagt," "Es ist nötig, daß du geplagt werdest; denn der herrliche Engel hat es so angeordnet für dich; er wünscht nämlich, daß du geprüft werdest." "Was habe ich denn so Schlimmes getan, o Herr, daß ich diesem Engel übergeben wurde?" HSG 1:2 "Höre! Du hast zwar viele Sünden, aber nicht so viel, daß du hättest diesem Engel übergeben werden müssen; aber dein Haus hatte große Fehler und Sünden begangen, und der herrliche Engel wurde erbittert über ihr Tun; deshalb befahl er, daß du eine Zeitlang bedrängt werdest, damit auch jene Buße tun und sich reinigen von jeder Begierde dieser Welt. Wenn sie Buße getan und sich gereinigt haben, dann wird der Engel der Strafe von dir weichen." HSG 1:3 Da entgegnete ich: "Herr, wenn doch jene solche Dinge verübt haben, daß der herrliche Engel erbittert wurde, was habe dann ich getan?" "Jene können nur dadurch gestraft werden, daß auch du, das Haupt des Hauses, in Bedrängnis kommst. Wenn sie nämlich an dich kommt, dann trifft sie notwendig auch jene, wenn es aber dir gut geht, können jene keine Bedrängnis erleiden." HSG 1:4 "Aber sieh doch, o Herr, daß sie von ganzem Herzen Buße getan haben." "Auch ich weiß, daß sie aus ganzem Herzen Buße getan haben; aber glaubst du, daß den Büßern [sogleich] die Sünden nachgelassen werden? Keineswegs; vielmehr muß der Büßer seine Seele züchtigen, er muß sich bei jedem Werke kräftig demütigen und in allen möglichen Drangsalen sich quälen; und wenn er die Drangsale, die über ihn kommen, aushält, dann wird der Schöpfer und Bekräftiger aller Dinge volles Erbarmen üben und ihm irgendeine Heilung gewähren. HSG 1:5 Und dies auf alle Fälle, [wenn er das Herz] des Büßers frei von jeglichem Fehltritt sieht. Dir und deinem Hause aber ist die jetzige Drangsal von Nutzen. Doch wozu soll ich dir viele Worte machen? Du mußt die Bedrängnis erleiden, so wie es jener Engel des Herrn, der dich mir übergab, angeordnet hat; und dafür sollst du dem Herrn Dank sagen, daß er dich gewürdigt hat, dir die Drangsal vorher zu offenbaren, damit du sie starkmütig auf dich nimmst, weil du es vorher schon weißt." HSG 1:6 Ich sagte: "Herr, bleibe du bei mir, dann werde ich die Kraft haben, jede Drangsal zu bestehen." "Ich werde mit dir sein; und ich will den Engel der Strafe bitten, daß er etwas milder mit dir verfahre; aber auf kurze Zeit wirst du bedrängt und dann wieder deinem Hause zurückgestellt werden; nur sei ausdauernd in der Demut und ganz reinen Herzens im Dienste des Herrn, ebenso soll es sein bei deinen Kindern und bei deinem Hause; wandle in den Geboten, die ich dir gebe, und deine Buße wird wirkungsvoll und reinigend sein können. HSG 1:7 Und wenn du mit deinem Hause dieses befolgst, wird jegliche Drangsal von dir weichen; auch wird sie von allen denen sich entfernen, die in diesen meinen Geboten wandeln." HSH 1:1 Er zeigte mir einen großen Weidenbaum, der Ebenen und Berge bedeckte, und in den Schatten dieser Weide kamen alle, die im Namen des Herrn berufen sind. HSH 1:2 Ein herrlicher Engel des Herrn aber stand ganz erhaben neben dem Weidenbaum und schnitt mit einem großen Messer Zweige von der Weide ab und gab sie dem Volke, das im Schatten der Weide stand; er gab ihnen aber nur kleine Zweige, etwa ellengroße. HSH 1:3 Als alle ihren Zweig erhalten hatten, legte der Engel das Messer weg, und jener Baum war unversehrt, so wie ich ihn gesehen hatte. HSH 1:4 Darüber wunderte ich mich und ich sprach bei mir selbst: Wie ist der Baum noch unversehrt geblieben, obwohl so viele Zweige abgeschnitten wurden? Der Hirte sagte mir: "Wundere dich nicht, wenn der Baum unversehrt geblieben ist trotz der Wegnahme so vieler Zweige; [aber warte nur zu;] sobald du alles gesehen hast, wird dir auch klar werden, was dies bedeutet. HSH 1:5 Der Engel, der dem Volke die Zweige ausgeteilt hatte, forderte sie wieder von den Leuten zurück; und so wie sie die Zweige in Empfang genommen hatten, so wurden sie zu ihm herangerufen, und jeder gab seinen Zweig zurück. Der Engel des Herrn nahm die Zweige und sah sie an. HSH 1:6 Von einigen bekam er dürre Zweige, die wie von einer Motte angefressen waren; der Engel ließ die Überbringer solcher Zweige sich gesondert aufstellen. HSH 1:7 Andere übergaben dürre Zweige, die aber von der Motte nicht angefressen waren; auch diese ließ er gesondert aufstellen. HSH 1:8 Wieder andere gaben halbdürre Zweige ab; auch diese nahmen einen besonderen Platz ein. HSH 1:9 Einige kamen auch mit halbdürren Zweigen, die Risse hatten; auch diese stellten sich gesondert auf. HSH 1:10 [Wieder andere brachten zwar grüne, aber aufgesprungene Zweige, auch diese traten an einen besonderen Platz.] HSH 1:11 Es kamen auch einige mit Zweigen, die zur Hälfte dürr, zur Hälfte grün waren; auch diese stellten sich besonders auf. HSH 1:12 Andere brachten ihre Zweige, die zu zwei Teilen grün, zu einem Teil dürr waren; auch diese nahmen einen besonderen Platz ein. HSH 1:13 Einige übergaben Zweige, die zu zwei Teilen dürr, zu einem Teil grün waren; auch sie bekamen einen besonderen Platz. HSH 1:14 Andere brachten Zweige, die fast ganz grün waren; nur ein ganz kleiner Teil, und zwar die Spitze war verdorrt; auch zeigten sie Risse; auch diese stellten sich gesondert auf. HSH 1:15 Bei einigen war nur ganz wenig grün, der übrige Teil der Zweige aber verdorrt; auch diese bekamen einen Platz für sich. HSH 1:16 Endlich kamen andere mit Zweigen, die so grün waren, wie sie dieselben von dem Engel bekommen hatten; und zwar übergab der größere Teil der Menge solche Zweige. Über sie war der Engel hocherfreut; auch diese traten an einen besonderen Platz. HSH 1:17 [Auch kamen einige mit grünen Zweigen, die Schößlinge hatten, auch diese stellten sich gesondert auf, und auch über sie war der Engel hocherfreut.] HSH 1:18 Zuletzt übergaben einige ihre Zweige, die grün waren und Schößlinge hatten; die Schößlinge zeigten Fruchtansätze. Und die Leute, deren Zweige dergestalt sich zeigten, waren überaus fröhlich; der Engel war entzückt über sie, und audi der Hirte war ihretwegen ganz froh. HSH 2:1 Der Engel des Herrn befahl, Kränze herbeizubringen. Und es wurden Kränze, die aussahen wie Palmkränze, gebracht, und er bekränzte damit die Männer, welche die Zweige mit den Schößlingen und dem Fruchtansatz übergeben hatten, und entließ sie in den Turm. HSH 2:2 Auch die anderen schickte er in den Turm, welche die grünenden Zweige mit Schößlingen ohne Frucht übergeben hatten, und gab ihnen ein Siegel. HSH 2:3 Es hatten aber alle, die in den Turm gingen, das gleiche Gewand an, weiß wie Schnee. HSH 2:4 Die aber, welche ihre Zweige grün, wie sie dieselben bekommen hatten, abgaben, entließ er auch, nachdem er ihnen Gewand und Siegel gegeben hatte. HSH 2:5 Als der Engel damit fertig war, sprach er zum Hirten: 'Ich gehe weg; diesen aber sollst du innerhalb der Mauern einen Platz anweisen, wie ein jeder zu wohnen verdient. Betrachte aber ihre Zweige gewissenhaft, und danach weise sie an; gib abet genau acht; sieh zu, daß keiner dich täusche. Wenn dich aber einer täuscht, so werde ich ihn richten an dem Altare." Nachdem er dies dem Hirten gesagt hatte, ging er fort. HSH 2:6 Als der Engel weggegangen war, sprach zu mir der Hirte: "Wir wollen die Zweige von allen nehmen und sie einpflanzen, ob nicht einige von ihnen zum Leben kommen könnten." Ich sagte zu ihm: "O Herr, wie werden denn diese dürren Zweige ausschlagen können?" HSH 2:7 Er entgegnete mir: "Dieser Baum ist eine Weide, und diese schlagen gern aus; wenn also die Zweige eingepflanzt werden und ein wenig Feuchtigkeit bekommen, werden viele von ihnen ausschlagen; wir wollen es dann auch versuchen, ihnen Wasser zuzugießen; wenn der eine oder andere zum Leben kommt, werde ich mich über sie freuen; wenn nicht, so werde ich doch nicht als ein Nachlässiger dastehen." HSH 2:8 Der Hirte befahl mir, alle, ihrem Platze nach, herbeizurufen; sie kamen Reihe um Reihe und übergaben ihre Zweige dem Hirten; dieser nahm ihnen die Zweige ab, pflanzte sie nach Reihen ein und begoß sie dann mit viel Wasser, so daß man vor Wasser die Zweige nicht mehr sehen konnte. HSH 2:9 Und nachdem er die Zweige getränkt hatte, sprach er zu mir: "Nun wollen wir gehen; in einigen Tagen wollen wir wieder kommen und nach allen Zweigen sehen; denn der diesen Baum gepflanzt hat, will, daß alle leben, die Zweige von diesem Baume empfangen haben. Und ich hoffe auch, daß diese Zweige, nachdem sie Feuchtigkeit bekommen und Wasser getrunken haben, zum größten Teil wieder leben werden." HSH 3:1 Da sagte ich zu ihm: "Herr, erkläre mir, was dieser Baum zu bedeuten hat; denn ich bin seinetwegen im unklaren, weil er trotz der Wegnahme so vieler Zweige unversehrt geblieben ist und man gar nicht merkt, daß etwas von ihm weggeschnitten ist; darüber bin ich mir nicht klar." HSH 3:2 "Höre", versetzte er; "dieser große Baum, der Ebenen und Berge und die ganze Erde überdeckt, bedeutet das Gesetz Gottes, das für die ganze Welt gegeben ist. Dies Gesetz aber ist der Sohn Gottes, der bis an die Grenzen der Erde verkündet worden ist. Die Völker in seinem Schatten sind die, welche seine Botschaft hörten und an ihn glaubten. HSH 3:3 Der große und herrliche Engel ist Michael, der Gewalt hat über dieses Volk und dasselbe beherrscht. Denn dieser ist es, der sein Gesetz in die Herzen der Gläubigen gelegt hat; und denen er es gegeben hat, bei denen schaut er nach, ob sie es gehalten haben. HSH 3:4 Du siehst den Zweig von jedem einzelnen; denn die Zweige sind das Gesetz. Du siehst nun, daß viele Zweige verdorben sind; daraus wirst du jeden, der das Gesetz nicht gehalten hat, erkennen, auch wirst du sehen, wo ein jeder wohnen wird." HSH 3:5 Ich fragte ihn: "Herr, warum schickte er die einen in den Turm und überließ dir die anderen?" "Alle, die das von ihm überkommene Gesetz übertreten haben, übergab er in meine Gewalt zur Buße; wer aber dem Gesetze bereits Genüge getan und es erfüllt hatte, den behielt er in seiner eigenen Gewalt." HSH 3:6 "Wer sind nun, Herr, die, welche mit Kränzen geschmückt in den Turm gingen?" "[Bekränzt wurden die, welche mit dem Teufel gerungen und ihn niedergerungen haben], das sind solche, die für das Gesetz gelitten haben. HSH 3:7 Die anderen aber, die zwar gleichfalls grünende Zweige mit Trieben, aber ohne Fruchtansatz übergeben haben, das sind die, welche für das Gesetz wohl Mühsal getragen, aber nicht gelitten noch ihr eigenes Gesetz verleugnet haben. HSH 3:8 Grün, wie sie dieselben bekommen hatten, gaben ihre Zweige die ab, welche heilig und gerecht in sehr großer Herzensreinheit gelebt und die Gebote des Herrn gehalten haben. Das übrige sollst du erfahren, wenn ich nach diesen eingepflanzten und begossenen Zweigen gesehen habe." HSH 4:1 Nach einigen lagen kamen wir wieder an den Ort; der Hirte ließ sich auf den Platz des Engels nieder, und ich trat neben ihn. Da sprach er zu mir: "Lege dir ein reines Linnen um aus grobem Stoff [und diene mir;" ich legte das Linnen um]. HSH 4:2 Wie er mich dann gegürtet und für seinen Dienst bereit sah, sprach er: "Rufe die Männer, denen die eingepflanzten Zweige gehören, in der Reihenfolge, wie sie ihre Zweige abgegeben haben;" und ich ging in die Ebene und rief sie alle her; da traten sie alle reihenweise an. HSH 4:3 Und er sagte ihnen: Jeder soll seinen Zweig herausziehen und ihn zu mir bringen. HSH 4:4 Die ersten nun, die ihre Zweige abgaben, hatten dürre und verstümmelte Zweige; als diese dürr und verstümmelt erfunden waren, ließ er die Leute an einen gesonderten Platz aufstellen. HSH 4:5 Dann kamen die, welche dürre, aber keine verstümmelten Zweige brachten; einige von ihnen brachten auch grüne Zweige, die von anderen waren dürr und wie von Motten angefressen. Die Überbringer der grünen Zweige ließ er gesondert aufstellen, die mit den dürren und angefressenen Zweigen stellte er zu den ersten. HSH 4:6 Dann kamen die mit den halbdürren und aufgerissenen Zweigen; und viele von diesen brachten grüne Zweige ohne Riss; einige brachten (sogar) grüne Zweige mit Trieben und Früchten an den Trieben, so wie die, welche mit Kränzen geschmückt in den Turm gegangen waren; viele andere brachten dürre und angefressene, oder dürre Zweige, die nicht angefressen waren, oder solche, die halbdürr waren und Risse zeigten. Er wies einem jeden seinen besonderen Platz an, die einen stellte er nämlich zu den passenden Abteilungen, die anderen aber besonders für sich. HSH 5:1 Dann kamen die zur Abgabe der Zweige, die zuerst grüne Zweige mit Rissen hatten; diese brachten lauter grüne Zweige, und sie bildeten eine eigene Abteilung. Über sie freute sich der Hirte, weil alle sich geändert und die Risse verloren hatten. HSH 5:2 Es kamen auch solche, welche früher halb grüne, halb dürre Zweige hatten; unter diesen fanden sich ganz grüne, halbdürre, dürre und zernagte, auch grüne Zweige mit Schößlingen; diese wurden alle entlassen, ein jeder zu seiner Abteilung. HSH 5:3 Dann kamen die, deren Zweige zu zwei Drittel grün, zu einem Drittel dürr waren; viele von ihnen übergaben grüne, viele halbdürre, andere dürre und angefressene Zweige. Diese alle stellten sich zu der für sie passenden Abteilung. HSH 5:4 [Hernach kamen die, deren Zweige zu zwei Drittel dürr und ein Drittel grün waren; viele von ihnen brachten auch halbdürre, andere dürre und angefressene, andere halbdürre mit Rissen, nur wenige brachten grüne Zweige; alle diese stellten sich zu der für sie passenden Abteilung] HSH 5:5 Dann kamen noch die zur Abgabe, welche grüne Zweige gehabt hatten, die aber ein klein wenig [dürr] waren und Risse hatten; von diesen gaben einige grüne, einige auch grüne Zweige mit Schoßlingen ah; auch sie traten weg, ein jeder zu seiner Schar. HSH 5:6 Dann kamen noch die daran, deren Zweige früher nur zum kleinsten Teil grün, im übrigen aber dürr waren; ihre Zweige waren zum größten Teil grün, hatten Schößlinge und an den Schößlingen Frucht, einige von ihnen waren ganz grün. Über diese Zweige freute sich der Hirte geradezu ungemein, weil sie in dieser Gestalt sich zeigten. Auch sie traten weg, ein jeder zu seiner Abteilung. HSH 6:1 Als der Hirte alle Zweige angesehen hatte, sprach er zu mir: "Ich habe dir gesagt, daß dieser Baum sehr lebensfähig ist. Siehst du, wie viele Buße taten und Rettung fanden?" "Ja, ich sehe es, Herr." "Damit du die Erbarmung des Herrn erkennst, wie groß und herrlich sie ist und wie er den Geist verliehen hat denen, die der Buße würdig sind." HSH 6:2 "Warum", fragte ich, "warum, o Herr, haben sie nicht alle Buße getan?" "Bei wem der Herr sah, daß er sein Herz rein halten und ihm aus ganzer Seele dienen will, dem hat er die Buße verliehen; dagegen hat er denen keine Buße verliehen, bei denen er Falschheit und Schlechtigkeit sah, daß sie nur zum Scheine Buße tun wollten, damit sie nicht von neuem seinen Namen schänden." HSH 6:3 Ich sprach dann zu ihm: "Gib mir jetzt noch Auskunft über die Überbringer der Zweige, wie es sich mit einem jeden von ihnen verhält, und über ihren Aufenthaltsort, damit, wenn die Gläubigen, die das Siegel empfangen, es aber gebrochen und nicht unversehrt bewahrt haben, es hören, ihre Werke erkennen und Buße tun, und dann, wenn sie von dir das Siegel erhalten haben, den Herrn preisen, daß er sich über sie erbarmt und dich gesandt hat zur Erneuerung ihres Geistes." HSH 6:4 "Höre", sprach er: "Deren Zweige man trocken und von der Motte angefressen fand, das sind die Abtrünnigen und Verräter der Kirche, die durch ihre Verfehlungen den Herrn gelästert haben, ja sogar sich des Namens des Herrn schämten, der über sie angerufen worden. Diese sind bis ans Ende verloren für Gott. Du siehst, daß nicht ein einziger von ihnen Buße tat, obwohl sie hörten, was du in meinem Auftrag ihnen sagtest; von solchen ist das Leben gewichen. HSH 6:5 Die Überbringer der dürren, nicht zerfressenen Zweige stehen jenen ziemlich nahe; es waren Heuchler, Verbreiter falscher Lehren, Verführer der Diener Gottes, hauptsächlich der Sünder, da sie diese nicht zur Buße zuließen, sondern sie mit ihren törichten Lehren beschwatzten. Für sie bleibt die Aussicht auf Buße. HSH 6:6 Du siehst ja, daß viele von ihnen schon Buße getan, seitdem du ihnen meine Gebote kund getan hast; auch werden einige noch Buße tun. Wer aber nicht Buße tun wird, der hat sein Leben verloren; wer von ihnen sich bekehrte, wurde gut, und seine Wohnung ist innerhalb der ersten Mauer; einige von ihnen kamen sogar in den Turm. Du siehst also", sprach er, "daß Buße tun für die Sünder Leben bringt, das Verweigern der Buße aber Tod." HSH 7:1 "Nun höre von denen, die halbdürre Zweige mit Rissen übergeben haben. Diejenigen, deren Zweige gleichmäßig halb dürr waren, das sind die Zweifler; sie leben nicht noch sind sie tot. HSH 7:2 Die Überbringer von halbdürren Zweigen mit Rissen das sind Zweifler und Verleumder, die niemals im Frieden miteinander leben, sondern immer Streit haben. Aber auch für diese", sprach er, "gibt es eine Buße. Du siehst, daß einige von ihnen Buße getan haben. Außerdem ist bei einigen noch Aussicht, daß sie Buße tun werden. HSH 7:3 Und wer von ihnen Buße getan, der bekommt Wohnung im Turme. Wer aber aus ihnen nur langsam Buße getan hat, der wird innerhalb der Mauern wohnen. Wer aber keine Buße tut, sondern in seinem Tun verharrt, der wird des Todes sterben. HSH 7:4 Die Überbringer von grünen Zweigen mit Rissen, das waren durchaus gläubige und gute Leute, aber sie waren eifersüchtig aufeinander wegen irgendeines Vorranges oder irgendeiner Ehre; aber alle diese sind törichte Leute, die wegen des Vorranges aufeinander [eifersüchtig] sind. HSH 7:5 Aber auch diese haben, da sie gut waren, auf meine Gebote geachtet und haben sich durch rasche Buße gereinigt. Deshalb bekamen sie Wohnung im Turme; wer sich aber wieder dem Streite zuwendet, der wird aus dem Turme ausgestoßen werden und seines Lebens verlustig gehen. HSH 7:6 Alle aber, die des Herrn Gebote halten, werden das Leben besitzen; in den Geboten aber steht nichts von Vorrang und Ehre, sondern von Langmut und Demut eines Mannes. Solche haben das Leben des Herrn, die Streitsüchtigen und Sünder aber den Tod." HSH 8:1 "Die Überbringer von halbgrünen und halbdürren Zweigen aber das sind die, welche in weltliche Geschäfte sich verwickelt, aber nicht den Heiligen sich angeschlossen haben; deshalb ist die eine Hälfte von ihnen lebendig, die andere abgestorben. HSH 8:2 Von diesen haben viele auf meine Gebote gehört und Buße getan; diese haben ihre Wohnung im Turme. Einige sind aber auch für immer abgefallen; diese haben keine Buße getan; denn durch ihre Geschäfte hatten sie den Herrn geschmäht und verleugnet. Sie haben das Leben verloren wegen ihrer Schlechtigkeit, die sie übten. HSH 8:3 Viele von ihnen waren noch unentschieden; diesen wird die Buße noch zuteil, wenn sie rasch Buße tun, und auch ihre Wohnung wird im Turme sein; wenn sie aber ihre Buße verzögern, werden sie innerhalb der Mauern wohnen; und wenn sie überhaupt keine Buße tun, haben auch sie ihr Leben verloren. HSH 8:4 Die Überbringer von Zweigen, die zu zwei Dritteln grün und zu einem Drittel dun waren, sind solche, die in verschiedenen Fällen (den Herrn) verleugnet haben. HSH 8:5 Viele derselben taten Buße und kamen in den Turm zu wohnen; viele aber sind auf immer von Gott abgefallen; diese haben das Leben auf immer verloren. Einige von ihnen lebten auch im Zweifel und Unfrieden. Für diese gibt es eine Buße, wenn sie schnell Buße tun und nicht in ihren Gelüsten verharren; wenn sie aber weitermachen in ihrem Tun, dann bereiten auch diese sich selbst den Tod." HSH 9:1 "Die Überbringer sodann von den Zweigen, die zu zwei Dritteln dürr und nur zu einem Drittel grün sind, das sind solche, die gläubig waren, dann aber reich wurden und angesehen unter den Heiden; sie hüllten sich in ein hochmütiges Gebaren, wurden stolz, wichen ab von der Wahrheit und verkehrten nicht mehr mit den Gerechten, sondern richteten ihr Leben auf heidnische Weise ein, und dieser Weg schien ihnen bequemer zu sein; von Gott sind sie nicht abgefallen, vielmehr verharrten sie im Glauben, aber sie taten nicht die Werke des Glaubens. HSH 9:2 Viele von ihnen taten nun Buße, und diese erhielten Wohnung im Turme. HSH 9:3 Andere aber, die immer mit den Heiden verkehrten, ließen sich durch die Eitelkeiten derselben verderben, fielen von Gott ab und taten die Werke der Heiden. Diese wurden zu den Heiden gerechnet. HSH 9:4 Andere aber von ihnen verfielen in Zweifel, da sie an ihrem Heile verzweifelten wegen der Werke, die sie getan; andere fielen gleichfalls in Zweifel und richteten Spaltungen an in ihren Kreisen. Für die, welche wegen ihrer Werke dem Zweifel verfielen, gibt es noch eine Buße; aber sie müssen sich damit beeilen, daß sie noch im Turme eine Wohnung bekommen; dagegen ist der Tod denen nahe, die keine Buße tun, sondern in ihren Lüsten verharren." HSH 10:1 "Die Überbringer der grünen Zweige, an denen nur die Spitze dun und aufgerissen war, waren stets gute, gläubige und bei Gott angesehene Leute; sie haben nur ganz wenig gefehlt wegen kleiner Begierden und wegen kleiner Feindseligkeiten, die sie miteinander hatten. Als sie aber meine Worte vernahmen, taten sie zum größten Teil sofort Buße und bekamen Wohnung im Turme. HSH 10:2 Einige von ihnen verfielen zwar dem Zweifel, und im Zweifel riefen sie eine größere Spaltung hervor. In ihnen lebt die Hoffnung auf Buße, weil sie alle Zeit gut waren; schwerlich wird einer von ihnen sterben. HSH 10:3 Die Überbringer von dürren Zweigen aber, von denen nur ein ganz kleiner Teil grün war, sind die, welche nur glaubten, aber die Werke der Gottlosigkeit übten; aber sie sind nie von Gott abgefallen, haben freudig seinen Namen getragen und haben gerne die Diener Gottes in ihre Häuser aufgenommen. Als sie nun von dieser Buße hörten, da taten sie unverweilt Buße, und jetzt üben sie jegliche Tugend und Gerechtigkeit. HSH 10:4 Einige von ihnen sind sogar bereit [zu leiden] in der Erkenntnis ihres früheren (sündhaften) Tuns. Diese werden sämtlich im Turme wohnen." HSH 11:1 Als er mit der Auslegung aller Zweige fertig war, sprach er zu mir: "Gehe hin und sage zu allen, sie sollen Buße tun, und sie werden in Gott leben; denn der Herr hat in seiner Erbarmung mich gesandt, allen Buße zu gewähren, auch wenn einige wegen ihrer Werke sie nicht verdienen. Aber in seiner Langmut will der Herr, daß alle das Heil erlangen, die durch seinen Sohn berufen worden sind." HSH 11:2 Darauf sagte ich: "Herr, ich hoffe, daß alle, die es hören, Buße tun; denn ich bin überzeugt, daß ein jeder in der Erkenntnis seiner eigenen Werke und aus Furcht vor Gott Buße tun wird." HSH 11:3 Da antwortete er mir: "Alle, die aus ganzem Herzen [Buße tun und] sich von den genannten Sünden reinigen und fernerhin keine Ungerechtigkeit mehr begehen, werden Heilung ihrer begangenen Sünden vom Herrn erhalten und werden in Gott leben, wenn sie nicht wanken in diesen Geboten. [Wer aber in seinen Sünden weiterlebt und in den Lüsten dieser Welt wandelt, der schreibt sich selbst das Todesurteil.] HSH 11:4 Und du selbst wandle in meinen Geboten, und du wirst leben [in Gott; und alle, die in ihnen wandeln und recht handeln, werden in Gott leben]." HSH 11:5 Nachdem er mir all das gezeigt und gesagt hatte, sprach er: "Das übrige werde ich dir in einigen Tagen erklären." HSI 1:1 Als ich die Gebote und Gleichnisse des Hirten, des Engels der Buße, aufgeschrieben hatte, kam er zu mir und sprach zu mir: "Ich will dir zeigen, was dir der Heilige Geist gezeigt hat, der in der Gestalt der Kirche mit dir gesprochen hat; jener Geist nämlich ist der Sohn Gottes. HSI 1:2 Da du nämlich zu schwach warst im Fleische, wurde dir keine Offenbarung durch einen Engel gegeben. Nachdem du dann gestärkt warst durch den Geist und gekräftigt in deiner Kraft, so daß du auch den Anblick eines Engels ertragen konntest, da wurde dir durch die Kirche der Bau des Turmes geoffenbart; du hast alles schön und würdig geschaut, wie wenn eine Jungfrau es dir gezeigt hätte. Jetzt aber wird dir die Offenbarung von einem Engel durch denselben Geist gegeben. HSI 1:3 Aber du sollst durch meine Vermittlung alles genauer kennen lernen. Deshalb wurde mir auch von dem herrlichen Engel der Auftrag gegeben, in deinem Hause zu wohnen, damit du alles mit starkem Sinne sehest, nichts fürchtend wie das erste Mal." HSI 1:4 Und er führte mich weg nach Arkadien auf einen busenförmigen Berg, hieß mich auf der Spitze des Berges niedersitzen und zeigte mir eine große Ebene und rings um die Ebene zwölf Berge, von denen jeder ein anderes Aussehen hatte. HSI 1:5 Der erste war schwarz wie Ruß, der zweite war kahl ohne Pflanzenwuchs, der dritte war voll Dornen und Disteln. HSI 1:6 Was auf dem vierten wuchs, war halbdürr, oben grün und gegen die Wurzel hin verdorrt; einige Pflanzen verdorrten, wenn die Sonne darauf brannte. HSI 1:7 Der fünfte Berg hatte grüne Kräuter, war aber rauh. Der sechste Berg war voll von Spalten, teils kleinen teils großen; in den Spalten wuchsen Pflanzen, aber sie waren gar nicht üppig, sondern mager. HSI 1:8 Der siebte Berg hatte lachende Kräuter, und der ganze Berg war frisch, und alle Arten von Tieren und Vögeln weideten auf diesem Berge; und je mehr die Tiere und die Vögel fraßen, um so reicher wuchsen die Pflanzen dieses Berges. Der achte Berg war voll von Quellen, und alle Geschöpfe des Herrn tranken aus den Quellen dieses Berges. HSI 1:9 Der neunte Berg aber hatte gar kein Wasser und sah ganz wie eine Wüste aus; auf ihm lebten wilde Tiere und tödliche Schlangen, die den Menschen verderblich sind. Der zehnte Berg war mit sehr hohen Bäumen bewachsen und war ganz schattig, und in seinem Schatten lagerten viele Schafe, die ausruhten und wiederkäuten. HSI 1:10 Auf dem elften Berge standen die Bäume dicht, ganz dicht beieinander, und zwar waren es fruchtbare Bäume, jeder mit anderen Früchten behangen, daß es jeden, der sie sah, gelustete, davon zu essen. Der zwölfte Berg war ganz weiß und bot einen freudigen Anblick, und der Berg an sich war sehr schön. HSI 2:1 In der Mitte der Ebene zeigte er mir einen großen, leuchtenden Felsen, der sich aus der Ebene erhob. Dieser Felsen war höher als die Berge, rechtwinklig, so daß er die ganze Welt fassen konnte. HSI 2:2 Der Felsen war alt, ein Tor war in denselben eingehauen, und zwar schien es mir, als sei das Tor erst ganz frisch angebracht. Dieses war glänzend wie die Sonne, so daß ich staunen mußte über seine Lichtfülle. HSI 2:3 Rings um das Tor standen zwölf Jungfrauen. Die vier an den Ecken stehenden erschienen mir als die prächtigsten; aber auch die anderen waren prächtig. Sie waren aber so aufgestellt: vier an den Ecken des Tores und in der Mitte jedesmal zwei. HSI 2:4 Sie trugen Linnengewander, waren züchtig gegürtet; die rechte Schulter war frei, als ob sie eine Last tragen wollten. So standen sie bereit, waren sehr freudig und wohlgemut. HSI 2:5 Als ich dies gesehen hatte, staunte ich bei mir selbst über den Anblick der großen, herrlichen Dinge. Sodann wußte ich nicht, warum die doch so zarten Jungfrauen so tapfer dastanden, als wollten sie den ganzen Himmel tragen. HSI 2:6 Da sprach der Hirte zu mir: "Warum grübelst du nach über Dinge, die du nicht verstehst, und schaffst dir selbst Kummer? Wenn du vernünftig bist, dann wage dich nicht an Dinge, die du nicht begreifen kannst, sondern wende dich an den Herrn, damit du Einsicht bekommst, sie zu begreifen. HSI 2:7 Was hinter dir liegt, kannst du nicht sehen, was vor dir ist, siehst du. Lasse daher in Ruhe und quäle dich nicht um Sachen, die du nicht sehen kannst; was du siehst, das mache dir zu eigen, und um das übrige kümmere dich nicht; alles, was ich dir gezeigt habe, werde ich erklären. So schau nun, was noch kommt!" HSI 3:1 Da sah ich sechs große, stattliche Männer kommen, die einander gleich sahen; und sie riefen eine Anzahl Männer herbei. Und es kamen lauter große, schöne, kräftige Männer; jene sechs befahlen nun diesen, oben auf dem Felsen [und zwar über dem Tore] einen Turm zu bauen. Es entstand aber ein großer Lärm, als diese Männer herbeirüclcten zum Bau des Turmes und da und dorthin sict um das Tor drängten; HSI 3:2 die Jungfrauen aber, welche um das Tor herumstanden, sagten den Männern, sie sollen sich beeilen mit dem Turmbau; dabei hatten die Jungfrauen ihre Hände ausgestreckt, als wollten sie von den Männern etwas in Empfang nehmen. HSI 3:3 Da befahlen jene sechs Männer, es sollten sich aus der Tiefe Steine erheben und zum Turmbau herankommen. Da kamen zehn prächtige [nicht-] behauene Quadersteine herauf. HSI 3:4 Dann riefen die sechs die Jungfrauen herbei und gaben ihnen den Auftrag, alle die Steine, die zum Bau des Turmes verwendet werden sollten, durch das Tor hindurchzutragen und sie den Männern zu bringen, deren Aufgabe es war, den Turm zu erstellen. HSI 3:5 Und die Jungfrauen hoben die zehn Steine, die zuerst aus der Tiefe emporstiegen, miteinander auf und trugen zusammen jedesmal einen fort. HSI 4:1 Wie sie miteinander rings vor dem Tore gestanden waren, in dieser Ordnung blieben sie auch beim Tragen, und zwar hatten die, die als die Stärkeren erschienen waren, den Stein an den Ecken auf sich genommen; die anderen hatten sich an den Seiten unter den Stein gestellt, und auf diese Weise trugen sie alle Steine fort; sie gingen mit ihrer Last der Weisung gemäß durch das Tor und brachten sie den Männern für den Turm; diese nahmen die Steine ab und verwendeten sie zum Bau. HSI 4:2 Der Turm aber wurde auf dem hohen Felsen, und zwar über dem Tore erstellt. Es wurden [also] diese [zehn] Steine aneinandergelegt [und sie füllten die ganze Fläche des Felsens aus.. So wurden sie] zum Fundament für den Turmbau; der Felsen aber und das Tor trugen den ganzen Turm. HSI 4:3 Nach den zehn ersten Steinen kamen noch [fünfundj zwanzig aus der Tiefe herauf; sie wurden ebenfalls wie die ersten von den Jungfrauen getragen und in den Bau des Turmes gefügt. Hernach kamen fünfunddreißig Steine herauf, die ebenso dem Turme einverleibt wurden. Danach kamen vierzig weitere Steine, die alle für den Bau zum Turme geschafft wurden; [so waren es jetzt vier Reihen an dem Fundament des Turmes]. HSI 4:4 Von jetzt ab kamen keine Steine mehr aus der Tiefe empor; auch die Bauleute setzten ein wenig aus. Dann befahlen die sechs Männer wieder der Schar von Bauleuten, sie sollten Steine von den Bergen herbeischaffen für den Turmbau. HSI 4:5 Sie brachten also von allen Bergen verschiedenfarbige Steine, die von den Männern behauen wurden, und übergaben sie dann den Jungfrauen; diese trugen die Steine durch das Tor und gaben sie ab für den Bau des Turmes. Und sobald die verschiedenfarbigen Steine dem Bau eingefügt waren, änderten sie die verschiedenen Farben und wurden gleichermaßen weiß. HSI 4:6 Einige Steine wurden auch von den Männern zu dem Bau gebracht, aber diese wurden nicht hell, sondern sie blieben so, wie man sie hingelegt hatte; sie waren eben nicht von den Jungfrauen übergeben noch durch das Tor getragen worden. Diese Steine paßten nun nicht in das Mauerwerk des Turmes. HSI 4:7 Sobald die sechs Männer diese unpassenden Steine in der Mauer erblickten, ordneten sie an, daß dieselben entfernt und wieder hinabgeschafft würden an den Platz, wo ein jeder hergekommen war. HSI 4:8 Und sie sagten zu den Männern, welche die Steine herbeitrugen: Ihr sollt gar keinen Stein für den Bau abgeben; leget sie vielmehr neben dem Turme nieder, damit sie die Jungfrauen durch das Tor tragen und sie abliefern für den Bau. Wenn sie nämlich nicht, sagten sie, von den Händen dieser Jungfrauen durch das Tor getragen werden, können sie ihre Farbe nicht ändern; gebet euch also keine vergebliche Mühe. HSI 5:1 Und wirklich wurde an diesem Tage mit dem Bauen aufgehört, aber der Turm war doch noch nicht fertig; es sollte nämlich noch einmal daran gebaut werden; aber es trat eine Verzögerung ein im Bauen. Die sechs Männer befallen den Bauleuten, sie sollten alle ein wenig zur Seite treten und ausruhen; den Jungfrauen aber geboten sie, nicht von dem Turme zu weichen. Ich hatte den Eindruck, als ob die Jungfrauen zur Bewachung des Turmes dableiben mußten. HSI 5:2 Als sich alle zur Erholung zurückgezogen hatten, fragte ich den Hirten: "Herr, warum wurde der Bau des Turmes nicht ganz vollendet?" Dieser erwiderte: "Der Turm kann erst dann ganz fertiggestellt werden, wenn der Herr desselben da war und diesen Bau geprüft hat, damit er die Steine, die etwa als morsch sich herausstellen, auswechsle; denn auf seinen Wunsch hin wird der Turm gebaut." HSI 5:3 "Ich möchte gerne von diesem Turme wissen, Herr, was seine Erbauung zu bedeuten hat, und was der Felsen, das Tor, die Berge, die Jungfrauen und die Steine, die aus der Tiefe heraufkamen und ohne weitere Bearbeitung, wie sie waren, in den Bau kamen. HSI 5:4 Ferner warum zuerst zehn Steine für das Fundament gelegt wurden, dann fünfundzwanzig, dann fünfunddreißig, dann vierzig; auch über die Steine möchte ich Aufklärung, die zuerst in den Bau eingefügt waren, dann aber herausgenommen und wieder an ihren früheren Platz zurückgebracht wurden; über all dies mögest du, Herr, meine Seele beruhigen und mir Auskunft darüber geben." HSI 5:5 "Wenn es bei dir nicht eitle Neugier ist, wirst du alles erfahren; denn in einigen Tagen [werden wir wieder hierher kommen, dann sollst du alles genau sehen, was an dem Turme noch gemacht wird, und auch alle Gleichnisse sollst du deutlich erfahren." HSI 5:6 Und nach einigen Tagen] kamen wir dorthin, wo wir gesessen waren. Da sagte er zu mir: "Wir wollen zum Turme gehen; denn der Eigentümer des Turmes kommt, um ihn zu besichtigen." So gingen wir zum Turme; aber außer den Jungfrauen war gar niemand dort. HSI 5:7 Da fragte der Hirte die Jungfrauen, ob der Herr des Turmes schon dagewesen sei; sie erwiderten, er werde erst kommen zur Besichtigung des Baues. HSI 6:1 Und wirklich, gleich darauf sah ich eine große Schar von Männern kommen; in der Mitte ging ein Mann von solcher Größe, daß er den Turm überragte. HSI 6:2 Und die sechs Männer, die den Turmbau [leiteten, gingen rechts und links von ihm; auch waren alle beim Bau des Turmes] beschäftigten Männer in seinem Gefolge, und außerdem umgaben ihn noch viele hervorragende Männer; die Jungfrauen aber, die Wache hielten am Turme, eilten auf ihn zu, küßten ihn und begannen dann, in seiner Nähe sich haltend, den Turm zu umschreiten. HSI 6:3 Jener aber nahm es mit der Prüfung des Turmes so genau, daß er jeden einzelnen Stein betastete. Mit einem Stab, den er in der Hand hielt, schlug er an jeden einzelnen in den Bau gefügten Stein. HSI 6:4 Auf den Schlag hin wurden einige von ihnen schwarz wie Ruß, einige bekamen Flecken, einige bekamen Risse, einige wurden verstümmelt, andere waren weder weiß noch schwarz, andere waren rauh und paßten nicht zu den anderen Steinen, wieder andere bekamen viele schmutzige Stellen; das sind die verschiedenen Mängel, die sich an den morschen, für den Bau verwendeten Steinen zeigten. HSI 6:5 Dann befahl er, alle diese Steine aus dem Turme zu entfernen, sie neben den Turm zu legen, andere Steine zu bringen und sie an ihre Stelle zu setzen. HSI 6:6 [Da fragten ihn die Bauleute, von welchem Berge er wünsche, daß die Steine geholt würden, die an die Stelle jener kommen sollten.] Da befahl er, daß die Steine nicht von den Bergen, [sondern von einer nahen Ebene] geholt würden. HSI 6:7 Als man in der Ebene nachgrub, fand man prächtige Steine, viereckige und runde. Alle Steine dieser Ebene wurden mitgenommen und von den Jungfrauen durch das Tor getragen. HSI 6:8 Dann wurden die viereckigen Steine behauen und an Stelle der entfernten eingefügt; die runden aber wurden dem Mauerverband nicht einverleibt, weil sie fürs Behauen zu hart waren und die Arbeit nur langsam vorwärts ging. Sie wurden aber neben den Turm gelegt, wie wenn sie später behauen und dem Bau eingefügt werden sollten; denn es waren gar prächtige Steine. HSI 7:1 Als dies der herrliche Mann, der Herr des ganzen Turmes, vollendet hatte, rief er den Hirten zu sich, übergab ihm sämtliche Steine, die neben dem Turme lagen und von dem Bau ausgeschieden waren, und sprach zu ihm: HSI 7:2 "Reinige diese Steine sorgfältig und verwende sie für den Bau des Turmes, soweit sie sich den übrigen anpassen lassen; was nicht passen will, wirf weit weg vom Turme." HSI 7:3 [Nachdem er dem Hirten diese Weisungen gegeben hatte, entfernte er sich vom Turme] mit allen, [die mit ihm gekommen waren]. Die Jungfrauen aber standen rings um den Turm, um ihn zu bewachen. HSI 7:4 Da fragte ich den Hirten: "Wie können diese Steine in den Turm kommen, da sie doch verworfen sind?" Er gab zur Antwort: "Siehst du diese Steine?" "Ja, Herr." "Ich werde den größten Teil dieser Steine behauen und sie dem Bau einfügen, und sie werden zu den anderen Steinen passen." HSI 7:5 "Wie aber können sie, Herr, wenn sie doch rings behauen sind, den gleichen Platz ausfüllen?" Darauf erwiderte er: "Die sich als zu klein erweisen, werden in den mittleren Teil der Mauer geworfen, die größeren aber werden außen hinkommen und die anderen zusammenhalten." HSI 7:6 Nach diesen Worten fuhr er fort: "Wir wollen jetzt gehen und in zwei Tagen wiederkommen; dann wollen wir diese Steine reinigen und sie in den Bau einfügen; denn rings um den Turm muß alles gereinigt werden, damit der Herr nicht einmal plötzlich komme und die Sachen beim Turm schmutzig finde und dann zürne; dann werden diese Steine nicht in den Bau des Turmes kommen, und mein Herr wird mich für nachlässig halten." HSI 7:7 Als wir nach zwei Tagen zum Turme kamen, sagte er mir: "Nun wollen wir uns die Steine anschauen und sehen, welche in den Bau kommen können." Ich sagte: "Ja, Herr, wir wollen nachsehen." HSI 8:1 Wir fingen an und betrachteten zuerst die schwarzen Steine; sie sahen noch so aus, wie sie bei ihrer Entfernung aus dem Bau ausgesehen hatten. Und der Hirte befahl, sie von dem Turme wegzutragen und abseits zu legen. HSI 8:2 Dann besichtigte er die mit den Flecken; davon nahm er viele, bearbeitete sie und befahl den Jungfrauen, sie hinaufzutragen und in den Bau zu legen. Und die Jungfrauen trugen sie hinauf und legten sie in die Mauer des Turmes, und zwar in die Mitte. Den Rest ließ er zu den schwarzen Steinen schaffen; denn auch sie zeigten eine schwarze Farbe. HSI 8:3 Dann besah er die Steine mit Rissen; auch von diesen bearbeitete er viele und ließ sie durch die Jungfrauen zum Bau tragen; sie wurden auf die Außenseite gelegt, weil sie gesund erschienen. Der Rest konnte wegen der vielen Risse nicht bearbeitet werden; deshalb wurden sie fortgeschafft von dem Bauplatz des Turmes. HSI 8:4 Dann sah er sich die Verstümmelten an, und dabei zeigte es sich, daß viele von ihnen schwarz waren, einige aber auch große Risse bekommen hatten; auch diese ließ er zu den verworfenen Steinen bringen; was davon noch übrig blieb, ließ er reinigen, bearbeiten und zu dem Bau bringen. Die Jungfrauen trugen sie hinauf und legten sie mitten in das Mauerwerk des Turmes; es waren nämlich schwache Steine. HSI 8:5 Dann kamen die zur Hälfte weißen, zur Hälfte schwarzen an die Reihe; viele von ihnen wurden als schwarz erfunden; auch diese ließ er zu den verworfenen bringen. Alle übrigen wurden von den Jungfrauen hinaufgetragen; da sie weiß waren, wurden sie von den Jungfrauen selbst in den Bau eingefügt; sie bekamen ihren Platz außen, weil sie gesund schienen, so daß sie die Steine in der Mitte zusammenhalten konnten; an ihnen brauchte gar nichts weggehauen zu werden. HSI 8:6 Hierauf besichtigte er die harten und rauhen Steine; von diesen mußten nur wenige weggeworfen werden, weil sie sich nicht bearbeiten ließen; denn sie waren zu hart; sonst wurden diese alle behauen und von den Jungfrauen hinaufgetragen und dem Mauerverband des Turmes mitten eingefügt, da sie schwach waren. HSI 8:7 Dann betrachtete er die Steine mit den Schmutzflecken; von diesen waren nur wenige schwarz und wurden zu den anderen gelegt. Die übrigen erschienen glänzend und gesund. Auch diese wurden von den Jungfrauen dem Bauwerk eingefügt, und zwar auf der Außenseite, weil es kräftige Steine waren. HSI 9:1 Hernach machte er sich daran, die weißen und runden Steine zu betrachten; da sprach er zu mir: "Was fangen wir mit diesen Steinen an?" "Was verstehe denn ich, Herr?" "So hast du dir also keine Gedanken über sie gemacht?" HSI 9:2 "Ich verstehe mich nicht auf dieses Handwerk, ich bin kein Steinmetz und kann es (daher) auch nicht verstehen." "Siehst du nicht, daß sie zu sehr gerundet sind? Und wenn ich sie viereckig machen will, muß viel von ihnen weggehauen werden; es müssen aber von ihnen notwendig einige in dem Bau Verwendung finden." HSI 9:3 "Wenn dies sein muß, Herr, was zerbrichst du dir den Kopf und wählst dir für den Bau nicht die aus, die du willst, und fügst sie in denselben ein?" Dann wählte er von ihnen die großen und schonen aus und bearbeitete sie; die Jungfrauen aber trugen sie hinauf und legten sie auf die Außenseiten des Baues. HSI 9:4 Die anderen überflüssigen Steine aber wurden aufgehoben und in die Ebene zurückgetragen, woher sie geholt worden waren; aber sie wurden nicht verworfen, "weil", wie er sagte, "noch eine Kleinigkeit am Turme zu bauen übrig bleibt". Der Herr des Turmes will aber durchaus, daß diese Steine in den Bau eingefügt werden, weil sie überaus schön sind. HSI 9:5 Dann wurden zwölf Frauen herbeigerufen, von schöner Gestalt, in schwarzen Kleidern [gegürtet, aber mit freien Schultern] und aufgelösten Haaren; es schien mir, als ob es Frauen vom Lande seien. Diesen befahl der Hirte, die vom Bau verworfenen Steine aufzuheben und in die Berge zurückzutragen, von wo sie auch hergeholt worden waren. HSI 9:6 Diese hoben freudig alle Steine auf, trugen sie weg und legten sie da nieder, wo man sie geholt hatte. Als dann alle Steine weggeschafft waren und keiner mehr um den Turm lag, sprach der Hirte zu mir: "Nun wollen wir den Turm umschreiten und nachsehen, ob sich nicht irgendein Mangel an ihm findet." Und wir umschritten ihn beide. HSI 9:7 Wie nun der Hirte sah, daß der Turm im Bau gar wohl gelungen war, zeigte er sich hocherfreut; er war nämlich so gebaut, daß mich bei seinem Anblick Sehnsucht erfaßte, in ihm zu wohnen; er war nämlich so gebaut, wie wenn er aus einem einzigen Stein und zu einem Stück zusammengefügt wäre; es machte den Eindruck, als ob der Stein aus dem Felsen herausgehauen wäre; mir schien er aus einem Steine zu sein. HSI 10:1 Als ich so mit ihm ging, war ich sehr erfreut, als ich sah, wie gut dies war. Der Hirte aber sprach zu mir: "Geh und bringe mir Kalk und kleine Scherben, damit ich die Hohlräume, die durch die Wegnahme der zum Bau verwendeten Steine entstanden waren, ausfülle; denn es muß alles rings um den Turm eben sein." HSI 10:2 Ich tat nach seinem Befehle und brachte ihm die Sachen. "Hilf mir", sprach er, [,'und das Werk wird bald vollendet sein']. Dann füllte er die Formen der Steine, die in den Bau gekommen waren, aus und ließ den Platz rings um den Turm aufräumen und reinigen. HSI 10:3 Die Jungfrauen nahmen Besen zur Hand und kehrten, trugen allen Unrat vom Turme fort, sprengten Wasser aus, und so bekam der Platz beim Turme ein freundliches und gar gefälliges Aussehen. HSI 10:4 Jetzt sagte der Hirte zu mir: "Alles ist gereinigt; wenn der Herr zur Besichtigung des Turmes kommt, hat er keinen Grund, uns etwas vor zuhalten." Nach diesen Worten wollte er weggehen. HSI 10:5 Ich aber hielt ihn an seiner Tasche fest und begann, ihn beim Herrn zu beschwören, daß er mir das erkläre, was er mir gezeigt hatte. Er sagte zu mir: "Im Augenblick habe ich keine Zeit; aber ich werde dir alles erklären. Warte hier auf mich, bis ich komme." HSI 10:6 Ich erwiderte: "Herr, was soll ich hier tun, wenn ich allein bin." "Du bist nicht allein; denn diese Jungfrauen sind bei dir." "So übergib mich ihnen", bat ich. Da rief sie der Hirte heran und sagte ihnen: "Ich empfehle euch diesen Mann, bis ich wiederkomme" Und er ging weg. HSI 10:7 Ich aber war allein mit den Jungfrauen; sie waren recht heiter und sehr freundlich zu mir, besonders die vier stattlicheren von ihnen. HSI 11:1 Die Jungfrauen sprachen zu mir: "Heute kommt der Hirte nicht mehr hierher." "Was soll ich nun tun?" "Warte auf ihn bis zum Abend. Wenn er kommt, wird er mit dir reden; wenn er nicht kommt, warte mit uns hier, bis er kommt." HSI 11:2 Ich erwiderte: "Bis zum Abend will ich auf ihn warten; wenn er aber nicht kommt, werde ich nach Hause gehen und morgen früh zurückkehren." Diese aber erwiderten mir: "Uns bist du übergeben; du darfst dich von uns nicht entfernen." HSI 11:3 "Wo soll ich denn bleiben?" "Du wirst bei uns schlafen wie ein Bruder, nicht wie ein Mann; du bist unser Bruder, und wir wollen fernerhin bei dir wohnen; denn wir lieben dich sehr." Ich aber errötete darüber, daß ich bei ihnen bleiben sollte. HSI 11:4 Jene aber, weiche die erste unter ihnen zu sein schien, begann mich zu küssen und mich zu umarmen; als aber die anderen sahen, daß diese mich umarmte, fingen auch sie an, mich zu küssen, mich rings um den Turm herumzuführen und mit mir zu spielen. HSI 11:5 Und wie wenn ich jünger geworden wäre, fing auch ich an, mit ihnen zu spielen. Die einen führten einen Reigen auf, die anderen tanzten, wieder andere sangen; ich aber ging schweigend mit ihnen um den Turm und war froh mit ihnen. HSI 11:6 Als es [aber Abend} geworden war, wollte ich in mein Haus zurückkehren; aber sie ließen mich nicht fort, sondern hielten mich zurück. So blieb ich die Nacht bei ihnen und schlief bei dem Turme. HSI 11:7 Die Jungfrauen breiteten nämlich ihre leinenen Gewänder auf den Boden aus und legten mich in ihre Mitte und sie taten gar nichts als beten; auch ich betete ohne Unterbrechung mit ihnen, und zwar nicht weniger als sie. Und die Jungfrauen freuten sich darüber, daß ich so betete. Ich blieb daselbst bei den Jungfrauen bis zur zweiten Stunde des anderen Tages. HSI 11:8 Dann kam der Hirte und sagte zu den Jungfrauen: "Habt ihr ihm etwa was Unrechtes getan?" "Frage ihn selbst", erwiderten sie. Ich sagte ihm: "Herr, ich bin froh darüber, daß ich bei ihnen geblieben bin." "Was hast du zu essen bekommen?" "Meine Speise war die ganze Nacht hindurch das Wort Gottes." "Haben sie dich gut aufgenommen?" "Gewiß, Herr." HSI 11:9 "Was willst du jetzt", fuhr er fort, "zuerst hören?" "So, Herr, wie du es mir von Anfang an gezeigt hast; ich bitte dich, Herr, daß du es mir so erklärest, wie ich dich frage." "Wie du willst werde ich es dir erklären und gar nichts vor dir geheim halten." HSI 12:1 "Fürs allererste, Herr, erkläre mir dies: Was bedeutet der Felsen und das Tor?" "Der Felsen und das Tor bedeuten den Sohn Gottes." "Wie aber, o Herr, kommt es, daß der Felsen alt, das Tor aber neu ist?" "Merke auf und begreife es, du Unverständiger. HSI 12:2 Der Sohn Gottes ist älter als seine ganze Schöpfung, so daß er auch der Ratgeber seines Vaters bei seiner Schöpfung sein konnte; deshalb ist er (der Felsen) auch alt." "Warum aber ist das Tor neu, Herr?" HSI 12:3 Weil er (der Sohn) sich erst in den letzten Tagen der Erfüllung geoffenbart hat; deshalb ist das Tor neu, damit die, welche das Heil erlangen sollen, durch dasselbe in das Reich Gottes gelangen). HSI 12:4 Hast du gesehen, wie die durch das Tor hereingekommenen Steine für den Bau des Turmes [verwendet wurden], die anderen aber, die nicht durch das Tor gekommen waren, wieder an ihren Platz zurückgebracht wurden?" "Ja, Herr." "So wird niemand in das Reich Gottes gelangen, wenn er nicht den Namen seines Sohnes annimmt. HSI 12:5 Wenn jemand in eine Stadt kommen will und diese Stadt ringsum mit einer Mauer umgeben ist und nur ein Tor hat, kann er denn auf einem anderen Wege in jene Stadt gelangen als [durch das eine Tor,] das sie hat?" "Wie könnte es anders sein, Herr?" "Wie man nun in die Stadt nicht anders gelangen kann als durch ihr Tor, so kann auch ein Mensch ins Reich Gottes nicht anders gelangen als durch den Namen seines geliebten Sohnes. HSI 12:6 Hast du die Schar Leute gesehen, die den Turm erbauten?" "Ja, Herr." "Das sind lauter herrliche Engel; von diesen ist der Herr wie mit einer Mauer umgeben. Das Tor aber ist der Sohn Gottes; dieser ist der einzige Zugang zum Herrn. Auf andere Weise kann keiner zu ihm kommen als durch seinen Sohn. HSI 12:7 Hast du auch die sechs Männer gesehen und den herrlichen, großen Mann in ihrer Mitte, der den Turm umschritt und die Steine wegsprach aus dem Bau?" "Ja, Herr," HSI 12:8 "Der herrliche Mann ist der Sohn Gottes, und jene sechs Männer, das sind die herrlichen Engel, die ihn zur Rechten und Linken umgeben. Von diesen herrlichen Engeln kommt keiner zu Gott ohne ihn; wer seinen Namen nicht annimmt, wird nicht ins Reich Gottes gelangen." HSI 13:1 "Was bedeutet aber der Turm?" "Der Turm, das ist die Kirche." HSI 13:2 "Was bedeuten aber diese Jungfrauen?" "Das sind heilige Geister; anders kann ein Mensch im Reiche Gottes nicht gefunden werden, außer diese haben ihm ihr Kleid angetan; denn wenn du nur den Namen annimmst, das Kleid von ihnen aber nicht empfängst, dann nützt es dir nichts; denn diese Jungfrauen sind die Kräfte des Gottessohnes. Denn wenn du nur seinen Namen trägst, seine Kraft aber nicht trägst, dann wirst du vergeblich seinen Namen tragen. HSI 13:3 Die verworfenen Steine, die du sahest, haben zwar den Namen getragen, aber das Kleid der Jungfrauen hatten sie nicht angetan." "Welches Kleid tragen sie denn, Herr?" "Eben die Namen (der Jungfrauen) sind ihr Kleid. Wer immer den Namen des Gottessohnes trägt, muß auch ihre Namen tragen; denn sogar der Sohn trägt die Namen dieser Jungfrauen. HSI 13:4 Die Steine, die du in den Bau [des Turmes kommen, durch ihre Hände übergeben und in dem Turm verbleiben] sahest, sind mit der Kraft dieser Jungfrauen bekleidet. HSI 13:5 Daher siehst du auch, daß der Turm e i n Stein geworden ist mit dem Felsen. So werden auch diejenigen, die dem Herrn glauben durch seinen Sohn, und die diese Geister angezogen haben, zu einem Geiste, einem Leibes, und einheitlich wird die Farbe ihrer Gewänder sein. Wer so die Namen der Jungfrauen trägt, dessen Wohnung ist im Turme." HSI 13:6 "Warum, Herr", fragte ich, "wurden die verworfenen Steine verworfen? Sie kamen doch durch das Tor und wurden doch von den Händen der Jungfrauen in den Bau des Turmes eingefügt?" "Da du dich um alles kümmerst und genau danach fragst, so höre über die verworfenen Steine! HSI 13:7 Alle diese", sprach er, "hatten den Namen des Sohnes Gottes angenommen und auch die Kraft dieser Jungfrauen. Im Besitze dieser Geister wurden sie mächtig und waren bei den Dienern Gottes, und sie hatten einen Geist und einen Leib und ein Gewand; dachten sie ja doch das gleiche und übten sie Gerechtigkeit. HSI 13:8 Nach einiger Zeit aber ließen sie sich von den Frauen verführen, die du gesehen hast in ihren schwarzen Gewändern, entblößten Schultern, aufgelösten Haaren und in ihrer schönen Gestalt. Als sie diese gesehen hatten, faßten sie Verlangen nach ihnen und sie zogen die Kraft dieser (Frauen) an, [das Kleid und] die Kraft der Jungfrauen aber legten sie ab. HSI 13:9 Diese wurden daher vom Hause Gottes vertrieben und jenen Frauen übergeben; wer sich aber nicht betören ließ durch die Schönheit dieser Frauen, der blieb im Hause Gottes. Somit hast du die Bedeutung der verworfenen Steine." HSI 14:1 "Wenn nun aber, Herr, die Männer, die in dieser Verfassung sind, sich bekehren, die Begierde nach diesen Frauen ablegen, zu den Jungfrauen zurückkehren und in ihrer Kraft und in ihren Werken wandeln, können dann diese nicht in das Haus Gottes kommen?" HSI 14:2 "Ja", antwortete er, "wenn sie dem Werke dieser Frauen entsagen, die Kraft der Jungfrauen annehmen und in ihren Werken wandeln; deshalb trat auch die Verzögerung des Baues ein, damit diese, wenn sie sich bekehren, in die Wohnung des Turmes kommen. Wenn sie sich aber nicht bekehren, dann werden andere kommen, und diese werden für immer ausgeschlossen werden." HSI 14:3 Für all dies habe ich dem Herrn Dank gesagt, daß er sich erbarmt hat über alle, über die sein Name angerufen worden ist und daß er den Engel der Buße zu uns geschickt hat, die wir gegen ihn gesündigt haben, und unseren Geist erneuerte und uns das Leben wieder gab, als wir schon verloren waren und keine Hoffnung fürs Leben mehr bestand. HSI 14:4 "Jetzt aber, o Herr, sage mir, warum der Turm nicht auf dem Boden, sondern auf dem Felsen, und zwar über dem Tore gebaut werden mußte." "Bist du immer noch unverständig und töricht?" "Es ist notwendig, daß ich dich nach allem frage, da ich ganz und gar nichts begreifen kann; denn alles ist groß und herrlich und unbegreiflich für die Menschen." HSI 14:5 "Höre! Der Name des Sohnes Gottes ist groß und unendlich und trägt die ganze Welt. Wenn nun die ganze Schöpfung durch den Sohn Gottes getragen wird, was hältst du dann von denen, die von ihm berufen sind, den Namen des Gottessohnes tragen und in seinen Geboten wandeln? HSI 14:6 Siehst du nun, welche Leute er erträgt? Solche, die aus ganzem Herzen seinen Namen tragen. Er selbst ist die Grundlage für sie geworden und er trägt sie gerne, weil sie sich nicht schämen, seinen Namen zu tragen." HSI 15:1 "Verkünde mir, o Herr, der Jungfrauen [Namen und den der schwarzgekleideten Frauen." "So vernimm die Namen der Jungfrauen, die der stärkeren, die an den Ecken standen. HSI 15:2 Die erste ist der Glaube, die zweite die Enthaltsamkeit, die dritte die Stärke, die vierte die Langmut; die anderen, die zwischen diesen standen, haben folgende Namen: Aufrichtigkeit, Unschuld, Keuschheit, Frohsinn, Wahrheit, Einsicht, Eintracht, Liebe. Wer diese Namen und den des Gottessohnes trägt, der wird ins Reich Gottes kommen können. HSI 15:3 Nun vernimm auch die Namen der schwarzgekleideten Frauen. Auch unter ihnen sind vier stärkere: die erste ist der Unglaube, die zweite die Unmäßigkeit, die dritte der Ungehorsam, die vierte die Verführung. Ihre Begleiterinnen aber heißen: Trauer, Schlechtigkeit, Schwelgerei, Jähzorn, Lüge, Torheit, Üble Nachrede, Haß. Ein Diener Gottes, der diese Namen trägt, wird das Reich Gottes zwar schauen, aber hineinkommen wird er nicht." HSI 15:4 "Was bedeuten sodann die Steine, Herr, die aus der Tiefe für den Bau passend kamen?" "Die zehn ersten, die in das Fundament gelegt wurden, bedeuten das erste Geschlecht, die fünfundzwanzig anderen das zweite Geschlecht der gerechten Männer, die fünfunddreißig Propheten und Diener Gottes, die vierzig aber bedeuten Apostel und Lehrer der Botschaft des Gottessohnes." HSI 15:5 "Weshalb haben nun die Jungfrauen auch diese Steine durch das Tor getragen und für den Bau übergeben?" HSI 15:6 "Diese waren nämlich zuerst Träger dieser Geister und sie ließen durchaus nicht voneinander ab, weder die Geister von den Menschen noch die Menschen von den Geistern, sondern die Geister blieben in ihnen, bis sie entschliefen. Und wenn sie nicht im Besitz dieser Geister gewesen wären, wären sie wohl auch nicht brauchbar gewesen für den Bau dieses Turmes." HSI 16:1 "Noch anderes mußt du mir erklären, Herr." "Was möchtest du wissen?" "Warum, Herr, kamen diese Steine aus der Tiefe und wurden in den Bau (des Turmes) gelegt, wenn sie doch Träger dieses Geistes waren?" HSI 16:2 "Sie mußten notwendig durch das Wasser emporsteigen, damit sie das Leben erlangten; denn sie konnten nicht anders in das Reich Gottes eingehen, als wenn sie die Sterblichkeit des [früheren] Lebens ablegten. HSI 16:3 So haben also auch diese Entschlafenen die Besiegelung des Gottessohnes erhalten [und sind eingegangen in das Reich Gottes]. Denn bevor der Mensch den Namen des Gottessohnes trägt, ist er tot; sobald er aber die Besiegelung erhalten hat, legt er die Sterblichkeit ab und nimmt das Leben an. HSI 16:4 Die Besiegelung aber ist das Wasser: ins Wasser tauchen sie unter als Tote und tauchen empor als Lebendige. Auch ihnen ging die Botschaft zu von dieser Besiegelung; sie machten davon Gebrauch, damit sie ins Reich Gottes gelangten." HSI 16:5 "Warum kamen nun, Herr, diese vierzig Steine mit diesen aus der Tiefe empor, obwohl sie das Siegel schon hatten?" Weil die Apostel und Lehrer, die Verkundiger des Namens des Gottessohnes, nachdem sie in der Kraft und im Glauben des Gottessohhes entschlafen waren, auch den vorher Entschlafenen predigten und ihnen das Siegel der Botschaft übergaben. HSI 16:6 Sie tauchten nun mit ihnen ins Wasser und stiegen wieder empor; aber diese waren lebend, als sie untertauchten, und lebend, als sie wieder emporstiegen; aber die vorher Entschlafenen tauchten unter als Tote und kamen empor als Lebendige. HSI 16:7 Durch sie also haben jene das Leben erlangt und den Namen des Gottessohnes erkannt; deshalb also stiegen sie zugleich mit jenen empor, wurden zugleich mit ihnen dem Bau des Turmes eingefügt und unbehauen dem Bau verbunden; waren sie ja doch in Gerechtigkeit und großer Reinheit entschlafen; nur diese Besiegelung hatten sie nicht erhalten. Nun hast du auch hierfür die Erklärung." "Ja, Herr." HSI 17:1 "Jetzt gib mir noch Auskunft, Herr, über die Berge; warum haben sie ein verschiedenes Aussehen, der eine dieses, der andere jenes?" "Höre! Diese zwölf Berge bedeuten die [zwölf] Stämme, welche den ganzen Erdkreis bewohnen. An sie erging die Botschaft vom Sohne Gottes durch die Apostel." HSI 17:2 "Warum ist das Aussehen der Berge verschieden, beim einen so, beim anderen anders? Erkläre mir dies, o Herr!" "Höre!" fuhr er fort; "diese zwölf Stämme, die den ganzen Erdkreis bewohnen, sind zwölf Völker, verschieden an Gesinnung und Geist. Wie du die Berge verschieden sahest, so gibt es auch bei diesen Völkern Verschiedenheiten des Geistes und der Gesinnung. Ich will dir klarlegen, wie es sich bei jedem einzelnen verhält." HSI 17:3 "Zuerst, Herr, sage mir dies: warum bekamen bei dieser Verschiedenheit der Berge die von ihnen für den Bau verwendeten Steine eine und dieselbe glänzende Farbe wie auch die aus der Tiefe emporgestiegenen Steine?" HSI 17:4 "Weil alle unter dem Himmel wohnenden Völker, wenn sie hörten und glaubten, nach dem Namen [des Sohnes] Gottes genannt wurden. Mit der Besiegelung nun empfingen sie eine Gesinnung und einen Geist, eins wurde ihr Glaube und eins ihre Liebe, und sie trugen die Geister der Jungfrauen mit dem Namen. Deshalb wurde der Bau des Turmes in einer Farbe glänzend wie die Sonne. HSI 17:5 Nachdem sie sich aber vereinigt hatten und ein Leib geworden waren, befleckten sich einige aus ihnen und wurden deshalb ausgestoßen aus dem Geschlechte der Gerechten, und sie wurden wieder, wie sie früher waren oder vielmehr schlechter." HSI 18:1 "Wieso, Herr", fragte ich, "wurden sie schlechter, nachdem sie doch Gott erkannt hatten?" "Wer Gott nicht kennt", sprach er, "und sündigt, der wird bestraft für seine Sünde; wer aber Gott erkannt hat, darf nichts Böses mehr tun, sondern er muß recht handeln. HSI 18:2 Wenn nun der, welcher recht handeln muß, Böses tut, scheint der nicht ein größeres Unrecht zu begehen als der, welcher Gott nicht kennt? Deshalb sind die, welche ohne Gott zu kennen Böses tun, zum Tode verurteilt, und die, welche Gott kennen und seine Großtaten gesehen haben und dennoch sündigen, werden doppelt bestraft und zum ewigen Tode verurteilt werden. Auf diese Weise wird die Kirche Gottes gereinigt werden. HSI 18:3 Wie du es beim Turme sahest, daß die Steine herausgenommen, den bösen Geistern übergeben und von dort entfernt wurden, so werden die Gereinigten einen Leib bilden, und wie der Turm nach der Reinigung wie aus einem Steine geformt dastand, so wird es auch mit der Kirche Gottes sein, wenn sie gereinigt und gesäubert ist von den Bösen, den Heuchlern, den Verleumdern, den Zweiflern und von denen, die alles mögliche Unrecht tun. HSI 18:4 Nach der Entfernung dieser wird die Kirche Gottes sein wie ein Leib, eine Gesinnung, ein Geist, ein Glaube, eine Liebe. Dann wird der Sohn Gottes frohlocken und sich freuen unter ihnen, wenn er sein Volk rein bekommen hat." "Herr, groß und erhaben", sagte ich, "ist dies alles. HSI 18:5 Erkläre mir noch, Herr, welche Bedeutung und Wirkung jeder einzelne Berg hat, damit jede auf den Herrn vertrauende Seele, wenn sie es hört, seinen großen, wunderbaren und herrlichen Namen preise." "So höre denn die Verschiedenheit der Berge und der zwölf Völker." HSI 19:1 "Die Gläubigen von dem ersten, schwarzen Berge sind diese: Abtrünnige sind es, Gotteslästerer, Verräter der Diener Gottes. Für sie gibt es keine Buße, für sie ist der Tod; deshalb sind sie auch schwarz; denn sie sind ein böses Geschlecht. HSI 19:2 Mit den Gläubigen von dem zweiten, kahlen Berge steht es so: es sind Heuchler und Lehrer der Schlechtigkeit. Diese sind den ersten ähnlich: sie haben keine Frucht der Gerechtigkeit; wie nämlich ihr Berg ohne Frucht ist, so haben auch diese Menschen zwar den Namen, aber sie sind des Glaubens bar, und es ist keine Frucht der Wahrheit in ihnen. Für sie gibt es eine Buße, wenn sie sich schnell bekehren; wenn sie aber zögern, haben sie den Tod gemein mit den ersten." HSI 19:3 "Weshalb, o Herr", fragte ich, "gibt es für sie eine Buße und für die ersten nicht? Sie haben ja so ziemlich das gleiche getan." "Für diese gibt es deshalb eine Buße, weil sie ihren Herrn nicht gelästert und die Diener Gottes nicht verraten haben; sie gaben vielmehr ihre Lehren wegen der Begierde, etwas zu erhalten, und ein jeder richtete sich in seinen Lehren nach den Begierden der sündigen Menschen. Eine Strafe aber werden sie bekommen; doch gibt es für sie eine Buße, weil sie keine Gotteslästerer und keine Verräter waren." HSI 20:1 "Mit den Gläubigen von dem dritten, Dornen und Disteln tragenden Berge verhält es sich also: von ihnen ist ein Teil reich, der andere ist in mancherlei Geschäfte verwickelt. Unter den Disteln sind die Reichen, unter den Dornen die in weltliche Geschäfte Verwickelten zu verstehen. HSI 20:2 Denn die [in viele verschiedene Geschäfte Verwickelten] schließen sich nicht an die Diener Gottes an, sondern sie kommen auf Irrwege und ersticken in ihren Geschäften. Die Reichen aber halten es nur ungern mit den Dienern Gottes, weil sie fürchten, man könnte sie um etwas angehen; diese werden nur schwer in das Reich Gottes gelangen'). HSI 20:3 Wie es schwer ist, barfuß über Disteln zu gehen, so ist es auch für diese etwas Schweres, in das Reich Gottes zu gelangen HSI 20:4 Für diese alle aber bedarf es der Buße, und zwar einer raschen, damit sie das, was sie in früheren Zeiten unterlassen haben, jetzt nachholen in (diesen Buß-) Tagen und etwas Gutes tun. [Wenn sie nun sich bekehren und etwas Gutes tun,] werden sie in Gott leben; wenn sie aber in ihrem Tun verharren, werden sie jenen Frauen übergeben werden, die sie zum Tode führen werden." HSI 21:1 "Mit den Gläubigen vom vierten Berge mit vielen Gesträuchen, die zum Teil oben grün und unten an den Wurzeln dürr, zum Teil von der Sonne verdorrt waren, steht es folgendermaßen: das sind die Zweifler und die, die den Herrn auf den Lippen, aber nicht in ihrem Herzen haben. HSI 21:2 Deshalb ist ihre Wurzel trocken und ohne Kraft, und sie haben nur Leben ihren Worten nach, ihre Werke aber sind tot. Solche Leute sind [weder lebendig noch] tot. Ähnlich steht es mit den Zweiflern, auch sie sind weder grün noch dürr, weder lebendig noch tot. HSI 21:3 Wie nämlich ihre Pflanzen angesichts der Sonne vertrockneten, so wenden sich die Zweifler, sobald sie von der Trübsal hören, wegen ihrer Feigheit dem Götzendienst zu und machen dem Namen ihres Herrn Schande. HSI 21:4 Solche sind [weder lebendig] noch tot. Aber auch diese [können] bei baldiger Umkehr [das Leben erlangen; wenn sie sich aber nicht bekehren,] dann sind sie schon den Frauen übergeben, die ihnen das Leben nehmen werden." HSI 22:1 "Von dem fünften Berge mit grünen Pflanzen und rauher Oberfläche kommen folgende Gläubigel): sie haben zwar den Glauben, sie haben schwerverständliche Lehren, sind eingebildet und selbstgefällig, die alles verstehen wollen und gar nichts verstehen. HSI 22:2 Wegen dieser ihrer Einbildung ist die Einsicht von ihnen gewichen, und törichter Unverstand hat seinen Einzug bei ihnen gehalten. Sie rühmen sich selbst ob ihrer Einsicht und drängen sich als freiwillige Lehrer auf, sie sind aber töricht. HSI 22:3 Wegen dieses Hochmutes wurden viele von ihnen erniedrigt, die sich selbst erhöhten. Denn eine dämonische Macht [ist die Einbildung und das unbegründete Selbstvertrauen]; deshalb wurden viele von ihnen verworfen; einige aber bekehrten sich auch, glaubten und fügten sich denen, die Einsicht besitzen, [in der Erkenntnis] der eigenen Unwissenheit. HSI 22:4 Auch für die übrigen dieser Klasse gibt es eine Buße; sie waren ja nicht schlecht, vielmehr [töricht und unverständig. Wenn also diesel Buße tun, werden sie in Gott leben; wenn sie aber keine Buße tun, werden sie zusammenwohnen müssen mit den Frauen, die Böses gegen sie verüben." HSI 23:1 "Mit den Gläubigen vom sechsten [Berge] aber, der große und kleine Spalten und in den Spalten magere Gesträuche aufweist, steht es also: HSI 23:2 die mit den kleinen Spalten, das sind die, welche untereinander Streit haben und infolge ihrer Verleumdungen im Glauben eingetrocknet sind; aber viele von ihnen haben Buße getan. Der Rest wird Buße tun, wenn er meine Gebote hört. Denn ihre bösen Reden sind geringfügig, und rasch werden sie Buße tun. HSI 23:3 Die mit großen Spalten aber sind solche, die in ihren Verleumdungen verharren und das Böse nachtragen, indem sie einander zürnen; diese wurden vom Turme weggeschleudert und aus dem Bau ausgeschlossen. Solche werden nur schwerlich das Leben erlangen. HSI 23:4 Wenn Gott, unser Herr, der über alles gebietet und Macht hat über seine ganze Schöpfung, denen, die ihre Sünden eingestehen, nichts nachträgt, vielmehr Gnade übt, wie sollte ein sterblicher Mensch, der selbst voller Fehler ist, seinem Mitmenschen Böses nachtragen, wie wenn er Macht hätte, ihn zu verderben oder zu retten?') HSI 23:5 Ich aber, der Engel der Buße, sage euch: Wenn ihr in solchem Zwiste lebet, lasset ab von ihm und tuet Buße, und der Herr wird eure früheren [Fehler] heilen, wenn ihr euch reiniget von diesem bösen Geiste; wenn nicht, so werdet ihr ihm übergeben werden zum Tode." HSI 24:1 "Von dem siebten [Berge] aber, [auf dem die Pflanzen] grün [und] freudig aussahen, der ganz fruchtbar war und [auf dem] Tiere und Vögel jeder Art die Pflanzen abweideten und wo diese abgeweideten Pflanzen üppiger nachwuchsen, steht es mit den Gläubigen also: HSI 24:2 sie waren allezeit aufrichtig, ohne Falsch [und glücklich], sie hatten nichts gegeneinander, sondern freuten sich stets über die Diener Gottes, waren angetan [mit dem Heiligen Geiste dieser] Jungfrauen und hatten stets ein Herz für jedermann, und von (dem Ertrag) ihrer Arbeit steuerten sie jedem Menschen bei ohne Schmähung und ohne Zögerung. HSI 24:3 Da [nun der] Herr ihren geraden und in allem kindlichen Sinn sah, gab er ihnen reichen Segen bei ihrer Hände Arbeit und schenkte ihnen seine Gnade bei jeder Unternehmung. HSI 24:4 Dieses sage ich, der Engel der Buße, euch, die ihr so beschaffen seid: Bleibet so, und euer Same wird in Ewigkeit nicht ausgetilgt werden; denn der Herr hat euch geprüft und hat euch in unsere Zahl aufgenommen, und eure ganze Nachkommenschaft wird wohnen bei dem Sohne Gottes; denn von seinem Geiste habt ihr empfangen." HSI 25:1 "Mit den Gläubigen von dem achten Berge, der die vielen Quellen hatte, aus denen alle Geschöpfe des Herrn tranken, steht es also: HSI 25:2 das sind die Apostel und Lehrer, die das Wort des Herrn über den ganzen Erdkreis hin verkündeten und es lehrten in Heiligkeit und Reinheit und dabei nichts wegen der bösen Begierde unterschlugen, sondern allezeit in Gerechtigkeit und Wahrheit wandelten gemäß dem Heiligen Geiste, den sie empfangen hatten. Der Wandel dieser ist daher an der Seite der Engel." HSI 26:1 "Die Gläubigen von dem neunten, dem öden Berge aber, der kriechende und wilde Tiere, die den Menschen verderben, beherbergt, sind also beschaffen: HSI 26:2 die einen, die mit Schmutz bedeckten, das sind Diakonen, die ihren Dienst schlecht verwaltet, den Lebensunterhalt der Witwen und Waisen weggenommen und sich selbst Vorteil verschafft haben aus dem Amte, das ihnen zur Verwaltung anvertraut war; wenn sie in dieser Leidenschaft verharren, dann sind sie dem Tode verfallen, und es besteht für sie keine Aussicht, das Leben zu erlangen; wenn sie sich aber bekehren und ihr Amt vollends heilig halten, können sie das Leben erlangen. HSI 26:3 Die mit den Flecken aber, das sind die, welche ihren Herrn verleugnet und sich ihm nicht wieder zugewandt haben, sondern verwilderten und vereinsamten, da sie sich den Dienern Gottes nicht anschlossen, vielmehr allein für sich ihre Seelen zugrunde richten. HSI 26:4 Wie nämlich ein Weinstock, der verlassen an der Hecke wächst, ungepflegt verdirbt, durch das Gesträuche abgesondert und mit der Zeit verwildert und so für seinen Herrn wertlos wird, so haben auch solche Menschen sich selbst aufgegeben und sind für ihren Herrn wertlos, da sie verwilderten. HSI 26:5 Für diese gibt es eine Buße, wenn es sich nicht zeigt, daß ihre Verleugnung von Herzen kam; wenn es aber herauskommt, daß einer (den Herrn) von Herzen verleugnet hat, dann weiß ich nicht, ob er das Leben erlangen kann. HSI 26:6 Und zwar sage ich dies nicht für die heutige Zeit, damit einer den Herrn verleugne und dann Buße erlange; denn es ist unmöglich, daß einer gerettet werde, der jetzt seinen Herrn verleugnen will; vielmehr soll die Buße für solche bestimmt sein, die früher einmal den Herrn verleugnet haben. Wenn also jemand Buße tun will, soll er sich beeilen, bevor der Turm ganz ausgebaut ist; wenn nicht, so wird er von den Frauen zum Tode verderbt werden. HSI 26:7 Die Verstümmelten aber, das sind die Arglistigen und die Verleumder; auch die Tiere, die du auf dem Berge gesehen hast, bedeuten solche Leute. Gleichwie nämlich die Tiere mit ihrem Gifte den Menschen verderben und töten, so richten auch die Reden solcher Menschen die Leute zugrunde und töten sie. HSI 26:8 Diese sind also an ihrem Glauben verkürzt durch ihre Tat, die sie an sich haben; einige von ihnen taten Buße und wurden gerettet. Auch die übrigen Leute dieser Klasse können gerettet werden, wenn sie Buße tun; wenn nicht, werden sie durch jene Frauen, deren Kraft sie in sich haben, dem Tode überliefert werden." HSI 27:1 "Die Gläubigen vom zehnten Berge aber, dessen Bäume ihren Schatten über einige Schafe ausbreiteten, sind also beschaffen: HSI 27:2 es sind Bischöfe und gastliche Leute, welche allezeit gerne ohne Heuchelei die Diener Gottes in ihr Haus aufnahmen; die Bischöfe haben immer Dürftigen und Witwen ohne Unterlaß ihren Dienst angedeihen lassen, und haben allezeit einen reinen Wandel geführt. HSI 27:3 Diese werden daher alle Gottes Schutz in allen Dingen erfahren. Wer solches tut, steht in Ansehen bei Gott, und ihr Ort ist einmal bei den Engeln, wenn sie bis ans Ende im Dienste Gottes verharren." HSI 28:1 "Mit den Gläubigen vom elften Berge, wo die mit Früchten beladenen Bäume, jeder mit anderen Früchten geschmückt, standen, verhält es sich so: HSI 28:2 das sind die, welche für den Namen des Gottessohnes gelitten, und zwar aus ganzem Herzen gerne gelitten und ihr Leben hingegeben haben')." HSI 28:3 "Weshalb, o Herr, tragen zwar alle Bäume Früchte, während einige von ihnen wieder schönere Früchte haben?" "Höre", erwiderte er; "in Ansehen sind bei Gott alle, die einmal wegen des Namens gelitten haben; die Sünden von allen diesen wurden getilgt, weil sie wegen des Namens des Gottessohnes gelitten haben. Höre auch, warum ihre Früchte verschieden, teilweise sogar hervorragend sind. HSI 28:4 Wer vor die Obrigkeit geführt und untersucht wurde, aber nicht leugnete, sondern bereitwillig litt, der steht in größerem Ansehen bei dem Herrn; seine Frucht ist hervorragend. Wer aber feig und zögernd in seinem Herzen überlegte, ob er leugnen oder bekennen sollte und so litt, dessen Früchte sind geringer, weil dieser Gedanke in seinem Herzen aufstieg; denn das ist ein schlechter Gedanke, daß em Diener seinen Herrn verraten solle. HSI 28:5 Sehet also ihr, die ihr solche Erwägungen heget, zu, daß nicht ein solcher Gedanke in euren Herzen wohne, und ihr für Gott sterbet. Ihr aber, die ihr um des Namens willen gelitten habt, seid Gott zu Dank verpflichtet, daß er euch gewürdigt hat, diesen Namen zu tragen und Heilung aller eurer Sünden zu erlangen. HSI 28:6 So preiset euch also glücklich; glaubet aber ein großes Werk vollbracht zu haben, wenn einer aus euch Gottes wegen gelitten hat. Das Leben schenkt euch der Herr, und ihr sehet es nicht ein; eure Sünden waren nämlich schwer geworden, und wenn ihr nicht um des Herrn Namen willen gelitten hättet, wäret ihr wegen eurer Sünden tot gewesen für Gott. HSI 28:7 Das sage ich euch, die ihr unschlüssig seid, ob ihr leugnen oder bekennen sollet; bekennet, daß ihr einen Herrn habet, damit ihr nicht, wenn ihr leugnet, in das (ewige) Gefängnis überliefert werdet. HSI 28:8 Wenn die Heiden ihre Sklaven strafen, wenn einer seinen Herrn verleugnet hat, was meinet ihr, daß der Herr, der die Herrschaft über alles [hat], euch tun wird? Bannet also solche Gedanken aus euren Herzen, auf daß ihr für immer in Gott lebet." HSI 29:1 "Die Gläubigen aber vom zwölften, weißen Berge sind also beschaffen: sie sind gleich unschuldigen Kindern, in deren Herzen nichts Böses sich regt, und sie haben nicht [erkannt], was Bosheit ist, vielmehr bewahrten sie allezeit die kindliche Unschuld. HSI 29:2 Diese werden also sofort Wohnung bekommen im Reiche Gottes, weil sie in keinem Stücke die Gebote Gottes verletzt haben, sondern in kindlicher Unschuld alle Tage ihres Lebens in der gleichen Gesinnung verharrten. HSI 29:3 Wenn nun ihr alle", fuhr er fort, "bleibet und sein werdet wie die Kinder, frei vom Bösen, dann werdet ihr angesehener sein als alle die schon Genannten. Denn alle Kinder sind angesehen vor Gott, und zwar als die ersten vor ihm. Glücklich seid also ihr alle, wenn ihr die• Bosheit von euch werfet und euch bekleidet mit der Unschuld; als erste von allen werdet ihr in Gott leben." HSI 29:4 Als er mit den Gleichnissen von den Bergen zu Ende war, bat ich jim: Herr, kläre mich nun noch auf über die Steine, die aus, der Ebene herbeigeschafft und in den Turm vermauert- wurden an Stelle der aus dem Turm entfernten, auch über die rundlichen Steine, die in den Turm kamen, und über die, die immer noch eine runde Form haben." HSI 30:1 "Vernimm mich auch noch über all diese Dinge. Die Steine, die aus der Ebene genommen und an Stelle der Verworfenen in den Bau des Turmes gelegt wurden, bilden den Fuß dieses weißen Berges. HSI 30:2 Da ja die Gläubigen von diesem weißen Berge alle als unschuldige Leute sich zeigten, befahl der Herr des Turmes, daß diese vom Fuße theses Berges für den Bau des Turmes verwendet würden; er wußte nämlich, daß diese Steine, wenn sie in den Turm verbaut würden, glänzend bleiben werden, daß keiner von ihnen schwarz werden wird'). HSI 30:3 Wenn aber der Herr Steine von den anderen Bergen dazu genommen hätte, hätte er den Turm noch einmal nachsehen und reinigen müssen. Diese aber erwiesen sich alle weiß, die, welche schon glauben, und die, welche erst zum Glauben gelangen, weil sie aus dem gleichen Geschlechte sind. Glücklich ist dieses Geschlecht, weil es unschuldig ist. HSI 30:4 Höre jetzt über jene runden, weißen Steine. Sie kommen alle von diesem weißen Berge. Vernimm aber, weshalb sie runde Form zeigen. Ehre Reichtümer haben sie nämlich ein wenig ins Dunkel gerückt von der Wahrheit weg und ihre Farbe getrübt; von dem Herrn aber haben sie sich nie entfernt, und kein böses Wort kam aus ihrem Munde, sondern nur Gerechtigkeit, Tugend und Wahrheit. HSI 30:5 Da der Herr ihre Gesinnung sah, daß sie nämlich für die Wahrheit eingenommen sein und daß sie auch gut bleiben können, ließ er ihre Reichtümer beschneiden, aber sie nicht ganz wegnehmen, damit sie von dem Reste Gutes tun können, und sie werden in Gott leben, weil sie aus einem guten Geschlechte stammen. Deshalb also wurden sie ein wenig behauen und dann in diesen Turm vermauert." HSI 31:1 "Die anderen aber, die bis jetzt ihre runde Form behalten haben und für diesen Bau ungeeignet sind, weil sie das Siegel noch nicht erhalten haben, sind an ihren Platz zurückgebracht worden; sie waren nämlich gar (zu) sehr gerundet. HSI 31:2 Auch muß von ihnen diese weltliche Gesinnung weggehauen werden, ebenso die Einbildung auf ihren Besitz, dann werden auch sie für das Reich Gottes geeignet sein. Denn diese müssen in das Reich Gottes eingehen'), denn der Herr hat dieses unschuldige Geschlecht gesegnet. Von diesem Geschlechte wird daher keiner verloren gehen. Und wenn je eines aus ihnen, von dem bösen Satan versucht, einen Fehltritt gemacht hat, so wird es rasch zurückkehren zu seinem Herrn. HSI 31:3 Ich preise euch alle selig, ich, der Engel der Buße, die ihr unschuldig seid wie die Kinder, da euer Anteil gut und ehrenvoll ist bei Gott. HSI 31:4 Ich sage aber euch allen, die ihr dieses Siegel empfangen habt, daß ihr geraden Sinn bewahren, Beleidigungen vergessen, in böser Gesinnung nicht verharren, erlittenes Unrecht nicht bitteren Herzens nachtragen sollet, daß ihr alle eines Geistes werden, diese bösen Spaltungen überbrücken und ganz beseitigen sollet, auf daß der Herr der Herde über diese sich freue. HSI 31:5 Er wird sich aber freuen, wenn er alles gesund antrifft. Wenn er aber finden müßte, daß einige von ihnen sich entfernt hätten, wehe dann den Hirten! HSI 31:6 Wenn aber die Hirten selbst sich entfernt haben? Wie werden sie sich rechtfertigen [furl ihre Herde? Werden sie etwa sagen, sie seien von der Herde verfolgt worden? Das wird man ihnen nicht glauben. Denn es ist unglaublich, daß die Herde dem Hirten etwas zuleid tut; und er wird noch härter bestraft werden wegen seiner Lüge. Und ich bin der Hirte und muß gar strenge Rechenschaft geben über euch HSI 32:1 "Bessert euch also, solange noch am Turme gebaut wird. HSI 32:2 Der Herr wohnt bei den Friedfertigen, denn er liebt den Frieden; aber er hält sich weit fern von den Streitsüchtigen und durch Bosheit Verderbten. Bringet ihm also den Geist unversehrt zurück, wie ihr ihn empfangen habt. HSI 32:3 Wenn du nämlich dem Walker ein neues, unverdorbenes Kleid gibst und es wieder unversehrt zurückhaben willst, wenn es aber der Walker dir zerrissen zurückbringt, wirst du es annehmen? Wirst du nicht sogleich böse werden und ihm Vorhalt machen und sagen: Ich habe dir ein unversehrtes Kleid gegeben; warum hast du es mir zerrissen und unbrauchbar zurückgebracht? Und wegen des Risses, den du ins Kleid gemacht hast, ist es nicht mehr zu gebrauchen. Wirst du nicht alles dies dem Walker zum Vorwurf machen, und zwar wegen des Risses, den er in dein Kleid gemacht hat? HSI 32:4 Wenn nun du so betrübt bist über das Kleid und dich beklagst, daß du es nicht unversehrt zurückbekommst, was glaubst du, daß der Herr dir tun wird, der dir einen unversehrten Geist gegeben hat, und du hast ihn ganz unbrauchbar zurückgebracht, so daß sein Herr ihn nicht mehr brauchen kann? Denn er ist nutzlos geworden, da er von dir verderbt wurde. Wird also nicht der Herr dieses Geistes wegen dieser deiner Tat [dich mit dem Tode] bestrafen?" HSI 32:5 "Sicherlich", erwiderte ich, "wird er alle mit dem Tode bestrafen, die er so antrifft, daß sie Beleidigungen nicht verzeihen." "Tretet daher seine Milde nicht mit Füßen, ehret ihn vielmehr, weil er soviel Geduld hat mit euren Fehlern und weil er nicht ist wie ihr. Tuet Buße, die euch frommt." HSI 33:1 "All das, was hier oben niedergeschrieben ist, habe ich, der Hirte, der Engel der Buße, den Dienern Gottes dargelegt und verkündigt. Wenn ihr also glaubet, auf meine Worte höret, in ihnen wandelt und eure Wege bessert, werdet ihr das Leben haben können. Wenn ihr aber verharret in böser Gesinnung und das Unrecht nicht vergesset, so wird keiner von dieser Verfassung leben in Gott. Ich habe euch all das, wie ich mußte, gesagt." HSI 33:2 Zu mir sprach der Hirte selbst noch: "Hast du mich nach allem gefragt?" Ich sagte: "Ja, Herr." "Warum hast du mich nicht gefragt nach der Form der Steine, die in den Bau kamen, deren Formen wir ausgefüllt haben?" "Das habe ich vergessen, Herr." HSI 33:3 "Vernimm mich jetzt darüber. Das sind die, welche jetzt meine Gebote gehört und aus ganzem Herzen Buße getan haben. Als der Herr sah, daß ihre Buße gut und rein sei und daß sie in ihr verharren werden, befahl er, ihre früheren Sünden zu tilgen. Diese Formen waren nämlich ihre Sünden; sie wurden ausgefüllt, damit man sie nicht mehr sehen kann." HSJ 1:1 Als ich dieses Buch vollendet hatte, kam jener Engel, der mich diesem Hirten übergeben hatte, in das Haus, in dem ich war, ließ sich nieder auf das Lager, und zur Rechten stellte sich der Hirte auf. Dann ließ er mich kommen und sagte zu mir: HSJ 1:2 "Ich habe dich und dein Haus diesem Hirten übergeben, damit du von ihm beschützt werdest." "Ja, Herr", versetzte ich. "Wenn du also geschützt sein willst gegen alle Plage und alle Grausamkeit, und wenn du Erfolg haben willst bei jedem guten Werke und Worte, und wenn du jegliche Tugend der Gerechtigkeit erreichen willst, dann wandle in den Geboten dieses Mannes, die ich dir gegeben habe, und du wirst Herr sein können über alles Böse. HSJ 1:3 Wenn du nämlich die Gebote dieses Mannes befolgst, wird alle böse Lust und die Lockung dieser Welt unter dir sein, und in jedem guten Werke wird guter Erfolg deiner warten. Nimm in dich auf die Würde dieses Mannes und seine Bescheidenheit und verkünde es allen, daß er in großer Ehre und Achtung steht bei dem Herrn, daß er über starke Macht verfügt und daß er Gewalt hat in seinem Amte. Ihm allein ist auf dem ganzen Erdkreis die Bußgewalt Übertragen. Scheint er dir mächtig zu sein? Ihr aber mißachtet seine Würde und die Ehrfurcht, die er gegen euch zeigt." HSJ 2:1 Da entgegnete ich: "Frage ihn selbst Herr, ob ich etwas Ordnungswidriges, wodurch ich ihn beleidigt hätte, getan habe, seitdem er in meinem Hause weilt." HSJ 2:2 "Auch ich", erwiderte dieser, "weiß, daß du nichts wider die Ordnung getan hast noch tun wirst. Und ich habe dir dies deshalb gesagt, damit du ausharrest; dieser hat dir nämlich bei mir ein gutes Zeugnis ausgestellt Du sollst diese Worte den anderen mitteilen, damit sie, die Buße getan haben oder tun werden, ebenso denken wie du und dieser bei mir über sie Gutes berichten kann und ich bei dem Herrn." HSJ 2:3 "Und ich", o Herr, "verkünde allen Menschen die Großtaten Gottes; ich hoffe aber, daß alle, die früher sündigten, wenn sie dies hören, bereitwillig Buße tun und das Leben erlangen." HSJ 2:4 "Harre aus in diesem Dienste und führe ihn durch bis ans Ende. Alle, die seine Gebote halten, werden das Leben und dieser wird große Ehre bei Gott haben. Wer aber seine Gebote nicht hält, der flieht sein Leben und weist diesen zurück; [dieser aber hat seine Ehre bei Gott. Wer immer also ihn verachtet] und seinen Geboten nicht folgt, der überliefert sich selbst dem Tode, und ein jeder von ihnen ist an seinem eigenen Blute schuldig. Dir aber sage ich: Halte diese Gebote, und du hast ein Heilmittel für die Sünden!" HSJ 3:1 "Ich habe dir diese Jungfrauen geschickt, daß sie bei dir wohnen; ich habe nämlich gesehen, daß sie dir zugetan sind. Sie sind als Helferinnen bei dir, damit du die Gebote dieses (Hirten) um so leichter halten kannst; denn es ist nicht möglich, ohne die Jungfrauen diese Gebote zu halten. Ich sehe aber, daß sie gerne bei dir sind; gleichwohl befehle ich ihnen, dein Haus nie zu verlassen. HSJ 3:2 Du aber reinige dein Haus; denn in einem reinen Hause werden sie gerne wohnen; sie sind nämlich alle rein, keusch, fleißig und in Gnaden bei Gott. Wenn sie also bei dir ein reines Haus haben, werden sie bei dir bleiben; wenn aber in irgendeinem Stücke auch nur im geringsten was Unreines geschieht, werden sie sogleich dein Haus verlassen; denn diese Jungfrauen lieben durchaus keine Befleckung.". HSJ 3:3 Ich entgegnete? "Ich hoffe, Herr, es werde ihnen gefallen, so daß sie immer gerne in meinem Hause weilen, Und wie dieser, dem du mich übergeben hast, nichts über mich zu klagen hat, so werden auch jene nicht klagen." HSJ 3:4 Da wandte er sich zu diesem Hirten mit den Worten: "Ich sehe, daß der Diener Gottes das Leben erlangen, diese Gebote halten und in keuscher Gemeinschaft mit diesen Jungfrauen zusammenwohnen will." HSJ 3:5 Nach diesen Worten übergab er mich noch einmal diesem Hirten, rief jene Jungfrauen heran und sagte ihnen: "Da ich sehe, daß ihr gerne in dem Hause dieses Mannes wohnet, empfehle ich euch ihn und sein Haus, auf daß ihr gar nie von seinem Hause weichet." Sie aber nahmen diese Worte freudig auf. HSJ 4:1 Darauf sagte er zu mir: "Halte männlich aus in diesem Dienste, verkünde allen Menschen die Großtaten des Herrn, und du wirst Gnade haben in diesem Dienste. Wer immer in diesen Geboten wandelt, wird das Leben haben und wird glücklich sein in seinem Leben; wer immer aber sie mißachtet, wird das Leben nicht haben und in seinem Leben nicht glücklich sein. HSJ 4:2 Sage es allen, damit sie nicht nachlassen, wer immer recht handeln kann; es ist ihnen von Nutzen, wenn sie gute Werke tun. Ferner sagte ich, daß man alle Leute aus ihrer mißlichen Lage befreien muß. Denn wer dürftig ist und in seinem täglichen Leben übles erduldet, der ist in großer Bedrängnis und Not. HSJ 4:3 Wer also die Seele eines solchen Menschen der Not entreißet, der erwirbt sich eine große Freude. Wer nämlich von solchem Mißgeschick geplagt wird, der ist in gleicher Weise gequält wie der, welcher deshalb im Gefängnis sitzt. Viele haben wegen derartigen Unglücks, das sie nicht ertragen konnten, sich das Leben genommen'). Wer daher die Not eines solchen Menschen kennt und ihn daraus nicht befreit, der begeht eine große Sünde und macht sich seines Blutes schuldig. HSJ 4:4 Wer immer von euch (Güter) vom Herrn empfangen hat, der verrichte gute Werke, damit nicht, wenn ihr lange zögert, der Bau des Turmes vollendet wird. Denn euretwegen wurde der Bau unterbrochen. Wenn ihr euch also nicht beeilet mit euren guten Werken, wird der Turm vollendet, und ihr werdet ausgeschlossen werden." HSJ 4:5 Nachdem er dies zu mir gesprochen hatte, stand er vom Lager auf, nahm den Hirten und die Jungfrauen bei der Hand und ging fort, sagte mir aber, daß er den Hirten und die Jungfrauen in mein Haus zurückschicken werde.