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FAQ: Was ist Radikalkritik?
| Acht radikalkritische Thesen

 

Das Johannesevangelium: Kontext und Verfasserschaft

16. September 2014 - In seiner Analyse des Johannesevangeliums bietet Stuart G. Waugh eine Reihe perspektivenreicher Einblicke in die Welt des frühen Christentums. Aufbauend auf den Arbeiten von Joseph Turmel und  Roger Parvus gelangt Waugh zu einer aufschlussreichen Standortbestimmung des vierten Evangeliums vor dem Hintergrund der theologischen Auseinandersetzungen des 2. nachchristlichen Jahrhunderts.

Originell und sehr anregend ist vor allem Waughs Interpretation des im Johannesevangelium verschiedentlich erwähnten Aposynagogos, d.h. des Synagogenausschlusses. Für Waugh handelt es sich dabei lediglich um eine historische Metapher. Mit ihr bezieht sich der Verfasser in Wahrheit auf den Konflikt zwischen den Marcioniten und Katholiken des 2. Jahrhunderts.

Den Artikel von Stuart G. Waugh finden Sie hier.

 


„Falsche Zeugen“ in der ThLZ

3. Mai 2014 -  Hatte ich bisher zu beklagen, dass im Hinblick auf mein 2011 erschienenes Buch „Falsche Zeugen“ „eine Reaktion der TheologInnen ‚vom Fach’“ ausgeblieben ist, so gilt es, diese Aussage nun zu korrigieren. In der letzten Ausgabe der altehrwürdigen Theologischen Literaturzeitung (139, 2014, 4) nahm der Jenaer Neutestamentler Karl-Wilhelm Niebuhr erfreulicherweise Gelegenheit, mein  Buch vorzustellen. Damit aber auch des Erfreulichen genug. Wer auf eine angemessene Darstellung meiner Thesen oder gar auf eine kurze inhaltliche Auseinandersetzung gehofft hatte, sieht sich enttäuscht. Niebuhr teilt seinen Lesern mit, dass der Verfasser des Buches „in der Tradition radikal-historischer Jesus-Forschung“ eine Überprüfung der „immer wieder als Belege für die Existenz Jesu herangezogenen antiken außerchristlichen Quellen (Josephus, Ant 18,63 f.; Tacitus, Ann. 15,44; Plinius, Ep. X; Sueton, Claud. 25,4; Mara bar Serapion, Thallus)“ vorgenommen habe – welcher Argumente ich mich dabei bedient habe, wird jedoch nicht einmal an einem einzigen Beispiel erläutert. Stattdessen heißt es nur: „Die Argumentation des Vf.s changiert zwischen philologischer Analyse und essayistischen, nicht selten polemischen Passagen gegen ‚die Theologen’. Neue Argumente bringt er nicht.“

Nun mag man über die eine oder andere polemische Randbemerkung oder auch die Stärken oder Schwächen einzelner Argumente meines Buches gewiss trefflich streiten. Nicht streiten allerdings lässt sich darüber, dass unter anderem die folgenden im Buch vertretenen Thesen neu sind und in der bisherigen Diskussion nicht vorkommen:

1) Tac Ann 15, 44 basiert auf einem Abschnitt aus den Chronicorum libri des Sulpicius Severus 2,2.

2) Das ganze zehnte Buch der Briefe des jüngeren Plinius ist in Wahrheit eine Fälschung aus der Renaissance; es handelt sich um ein Werk des Theologen, Antiquars und Architekten Jucundus Veronensis bzw. Fra Giocondo.

3) Der Abschnitt über Nero 16, 2 in Suetons Kaiserbiographien wurde christlich überarbeitet (S. 137-141).

Ich habe Herrn Prof. Niebuhr in einer Email gebeten, mir die wissenschaftliche Literatur zu nennen, aus der ihm diese und einige andere von mir gebrauchte Thesen und Argumente bereits bekannt sind. Prof. Niebuhr erwiderte nur, dass ihm die Art und Weise, wie ich auf meiner Webseite mit fachlichen Auseinandersetzungen umgehe, verbiete, auf meine Fragen einzugehen. Auch auf weitere Nachfrage und nach längerem Emailaustausch ließ Prof. Niebuhr meine Bitte um Aufklärung ungehört.

Unerhört, könnte man denken, wenn man den Glauben an die Fähigkeiten oder auch  Möglichkeiten der meisten Theologen, sich sachlich mit radikal-kritischen Positionen auseinanderzusetzen, nicht ohnehin bereits längst verloren hätte. Jedenfalls wäre diese Art der Kommunikation in den exakten Naturwissenschaften, wie mir Freunde versicherten, die dort an vorderster Front arbeiten, wohl ganz undenkbar. Nun, wir sind aber eben nicht in einer exakten Wissenschaft, sondern in der Glaubenswissenschaft, der Theologie, und da zählen  offenbar nicht  nur Fakten oder Argumente, sondern noch etwas anderes.

Herr Prof. Niebuhr ist, wie mir unser Email-Austausch zeigte, ein durchaus verständnisvoller und humorvoller Mensch. Darum wird er meine Enttäuschung verstehen und mir gewiss auch weiterhin ein wenig Polemik und Theologenschelte gönnen (da ich selber einer bin, werde ich mich schon allein aus diesem Grunde mäßigen).

Verwundert war ich ein wenig über die von Herrn Niebuhr vorgenommene Identitätsprüfung, die mich an meinen letzten Besuch im örtlichen polizeilichen Meldeamt erinnerte. Er schreibt, dass ich „ausweislich“ meiner Webseite bei Walter Schmithals promovierte habe. Meine Angaben sind natürlich stets korrekt. Und doch: Seit wann geben sich ernste Wissenschaftler mit einer so mageren Evidenz wie der Webseite eines Autoren zufrieden?

Schließlich habe ich auch nicht verstanden, was mit „Plinius, Ep. X.“ gemeint ein soll. Ich beziehe mich in meinem Buch auf die sog. Christenbriefe, d.h. die Epistel 96-97 des 10. Buches der Korrespondenz zwischen Plinius und Trajan. Welche 10. Epistel aus welchem Buch ist gemeint? Auch auf diese Frage wurde mir von Prof. Niebuhr mit Verweis auf meine Webseite keine Antwort gegeben. So mag sich denn jeder Leser sein eigenes Urteil selber bilden (und dabei auch einen Blick auf das Zitat am rechten Rand werfen).  HD



22. 1. 2014 
 Was bleibt vom Christentum ohne Jesus? fragt Roland W. von der giordano-bruno-stiftung in seiner Rezension des Jesus-Buches von Harald Specht. Sollte man gelesen haben...

Meine Rezension finden Sie hier

Aus dem vor allem für Studenten gedachten UTB-Jesus-Buch der katholischen Neutestamentlerin Angelika Strotman (2012):

Immer wieder begegnen mir bei Studentinnen und Studenten der Katholischen Theologie zwei Perspektiven auf den historischen Jesus: die Leugnung seiner historischen Existenz und Behauptungen und Spekulationen aus der liberalen bis esoterischen Ecke. Dagegen treffe ich kaum auf bibelfundamentalistische Positionen, obwohl es diese sicher auch im katholischen Milieu gibt.
Die Leugnung der historischen Existenz Jesu wird zwar von den Studierenden selbst nicht geteilt, scheint aber einzelne von ihnen stark zu verunsichern. Bis vor wenigen Jahren spielte diese Position bei Theologiestudentlnnen kaum eine Rolle, obwohl die historische Existenz Jesu seit dem 18. Jh. immer wieder in Zweifel gezogen wurde. Einen Auslöser für den gegenwärtigen 'Aufstieg' dieser Position sehe ich u.a. im Internet mit seinen ausufernden Diskussionen zur Existenz Jesu. Doch ist auch das Internet nur ein Indikator für eine Gesellschaft, die sich immer weniger als christlich versteht und in der nicht Wenige dem Christentum insgesamt skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen.

Wäre dies nicht einmal eine Gelegenheit, miteinander ins Gespräch zu kommen - z.B. auf der Grundlage meiner Falschen Zeugen (2011)? Über die Frage nach der Existenz eines historischen Jesus, über außerchristliche Jesus-Quellen usw. werden nicht nur im Internet Diskussionen geführt, sondern auch wissenschaftliche Bücher geschrieben. In dem Kapitel Nichtchristliche literarische Quellen über Jesus wird diese Kritik an den Quellen völlig ignoriert (siehe S.36-40). Wie will man Studenten so von der Richtigkeit der eigenen Position überzeugen? Freilich ist es einfacher, über unsere „unchristliche Gesellschaft” zu lamentieren, als sich auf eine komplizierte historische Diskussion einzulassen. Doch zur Erinnerung: Es gab auch Theologen, die mit dem historischen Jesus (nicht zu verwechseln mit dem Christus des Glaubens) wenig oder nichts anfangen konnten. Für meinen theologischen Lehrer Walter Schmithals war „der Weg von der theologischen Orientierung am historischen Jesus zum Verzicht auf Jesus durchaus konsequent ... Mag die Frage nach dem historischen Jesus auch historisch möglich und erlaubt sein, so ist sie theologisch doch verboten” (Nachzulesen in: Das Bekenntnis zu Jesus Christus, in: Jesus Christus in der Verkündigung der Kirche, 1972) - Meine Frage, was denn der Unterschied sei zwischen einem Jesus, den ich theologisch „verbiete” und einem solchen, den ich historisch nicht habe, ist nie beantwortet worden.   HD


Neu:   Bruno Bauer: Kritik der paulinischen Briefe: Mit einem Nachwort von Hermann Detering (Kommentierte Kindle-Klassiker der Radikalkritik) [Kindle Edition]

             

Die Texte sind ungekürzt, Rechtschreibung und originale Seitenangaben wurden beibehalten [folgende Seiten in eckigen Klammern]. Die digitale Suchfunktion ersetzt das Register und ermöglicht eine schnelle Recherche. Die Umwandlung von Fraktur in Antiqua dient der besseren Lesbarkeit.


 

07. 2. 2014 In den vergangenen Wochen machte mich ein Leser dieser Seite darauf aufmerksam, dass es zwischen den so genannten Analekten - einer Spruchsammlung, die auf den chinesischen Weisen Konfuzius zurückgeführt wird - und den Logien der so genannten Spruchquelle Q manche Ähnlichkeiten gibt. Hier wie dort sind Historizität und Authentizität der Sprüche keineswegs gesichert. Hier wie dort muss damit gerechnet werden muss, dass wir es bei einer Reihe von Aussprüchen mit rein fiktivem, späteren  Material zu tun haben. 

Auf meine Bitte, mir die Angelegenheit näher zu erläutern, erhielt ich einen umfangreichen Aufsatz, worin der Autor seinen Standpunkt umfassend darlegt. Ich muss einräumen, dass ich weder über sprachliche oder historische oder sonstige Kenntnisse des Chinesischen verfüge. Dennoch habe ich den Aufsatz hier veröffentlicht, weil er auf mich bei der Lektüre einen recht schlüssigen Eindruck machte und möglicherweise den einen oder anderen Leser dieser Seite, der sich mit chinesischer Kultur und Sprache besser auskennt als ich, zum Nachdenken oder auch zur Kritik anregt.

Anmerkung: Der Autor spricht von seiner "radikalkritischen Sicht" auf die Analekten. Nach meiner Meinung hätte das Wort "kritisch" genügt, da es offenbar nicht darum geht, die historische Existenz eines Konfuzius in Frage zu stellen - oder? HD


 

„Geboren von einer Frau ”- Gal 4, 4

Neil Godfrey hat auf seiner Webseite Vridar einen schönen Artikel zum Thema  “Born of a Woman” — Sober Scholarship Questioning the Authenticity of Galatians 4:4 veröffentlicht. Godfrey setzt sich darin mit den Thesen des - leider viel zu früh verstorbenen - englischen Neutestamentlers J.C. O'Neill auseinander. O'Neill hat - wie übrigens vor ihm schon W.C. van Manen - richtig erkannt, dass das "geboren von der Frau" ein antidoketischer Einschub ist. Der Hinweis auf die Elchasaiten geht ebenfalls in die richtige Richtung. Die Auseinandersetzung mit Elchasai ist aber nicht sekundär eingetragen, sondern das Kernthema des Briefes - der somit als Ganzes in das 2. Jahrhundert gehört, wie Elchasai und seine Elchasaiten selber. Ich habe diese These (Elchasaiten als Gegner des "Paulus") schon einmal am Kolosserbrief durchgeführt (siehe "Elchasai und die Häresie des Kolosserbriefes"). Mein damaliger Versuch, den Aufsatz in einer neutestamentlichen Zeitschrift unterzubringen ist am Widerspruch eines mir nicht ganz unbekannten Neutestamentlers gescheitert. Einem Experten der theologischen Fakultät der Universität Jena mit dem Forschungsschwerpunkt Hellenistisches Judentum stellte ich vor längerer Zeit einmal höflich die Frage, ob er in der Lage sei, mir eine judenchristliche bzw. jüdische Sekte (und zwar aus dem 1. nachchristlichen Jahrhundert) zu nennen, bei der Beschneidungs- und Gesetzesverpflichtung (wie bei den Elchasaiten des 2. Jahrhunderts) mit Stoicheia-Glauben verknüpft waren. Eine Erwiderung habe ich bis heute nicht bekommen. Man sieht, Theologen im Beamtenstatus dürfen sich offenbar Zeit lassen und selbst wichtige Fragen, wie die nach der Echtheit der Paulusbriefe oder der Existenz ihres Herrn, bis zu dessen Wiederkunft vertagen.

Im Ernst, es gab eine Zeit, in der ich tatsächlich glaubte, was meine Lehrer sagten: dass nämlich auch in der Theologie nichts anderes zähle als das, was begründet werden könne. Das war recht naiv. Auch im akademischen Bereich und gerade in der Theologie zählen häufig ganz andere, viel persönlichere Dinge. Neue Ideen brauchen nun einmal Zeit - viel Zeit.    

Den beiden Neil(l)'s sei jedenfalls Dank!


Lust der Welt und Kunst der Entsagung

25. November 2013 Im Gütersloher Verlagshaus ist heute ein neues Buch von mir erschienen mit dem Titel: Die Lust der Welt – und die Kunst der Entsagung. Zwischen „Scherz, Satire, Ironie“ (die ich mir diesmal mehr als sonst erlaubt habe) braucht der Leser nicht auf „tiefere Bedeutung“ zu verzichten. Abgesehen davon, dass ich auf gesellschaftliche Entwicklungen Bezug nehme und mich kritisch mit dem allgegenwärtigen Trend nach noch mehr Konsum auseinandersetze, ist das Buch auch und vor allem eine Kulturgeschichte des Verzichts und hat als solche einen roten Faden. Der beginnt in Indien und läuft von da über Orphik, Kynismus, Platonismus und Gnosis hin zum frühen Christentum und von dort weiter über Wüstenväter, Sufismus, mittelalterlichen Katharismus und Mystik – bis in die Moderne (siehe z.B. die jüdische Philosophin Simone Weil)...   Weiter

 


"Falsche Zeugen" -  Rezensionen:

Wissen bloggt: Jesus lebt nicht

Der Feststellung des Autoren, dass "der [deutsche] Wikipedia-Artikel über Jesus ... stark von christlichen Kommentatoren" getränkt sei, kann man übrigens uneingeschränkt beipflichten. Die fast ausschließliche Beschränkung auf die deutsche Forschung ist zudem nicht nur wissenschaftlich unprofessionell, sondern provinziell. Die Autoren - mehrheitlich Jesusfreunde und deren Kopiloten - sind nicht in der Lage,  ein mehrstimmiges Bild der internationalen Jesus-Forschung zu zeichnen. 

Nics Bloghaus, Weimar: Wie geschichtlich ist der christliche Glaube?

Siegfried R. Krebs in: Humanismus aktuell (Weiterleitung zur pdf-Datei)

 Archi W. Bechlenberg:  Die Ochs- und Eselwochen

Eine Reaktion der TheologInnen "vom Fach" ist bisher bezeichnenderweise ausgeblieben. Außer einem Hinweis in der Rubrik "Eingegangene Bücher" in der ZNW gab es - immerhin ein Jahr nach der Veröffentlichung des Buches - bisher keine einzige Reaktion in einem kirchlichen oder theologischen Organ. Auch eine Antwort! So soan's halt, die Herren und Damen Theologen, wenn Ihnen nix mehr einfällt, heißt's:

... schweigen, schweigen, fein leise vorüber schleichen, tun als ob nichts geschehn wäre, damit das Publikum glaube, dass was so Einer wie ich sagt nicht wert sei, dass man auch nur hinhöre: nun freilich; sind sie doch vom Ministerio zur Philosophie berufen, und ich bloß von der Natur.

Man ersetze in dem Schopenhauer-Zitat das Wörtchen "Philosophie" durch "Theologie" und sehe: die Zeiten haben sich nicht geändert.

Hinzuweisen  ist noch auf Ronald Biliks, auch in "Aufklärung und Kritik" (1/2012 - 297-291) erschienene  Rezension in FreidenkerIn (4/11). Am meisten scheint der Rezensent dem Autoren zu verübeln, dass er seine historischen Prämissen mit dem christlichen Glauben vereinbaren kann.  Bilik nimmt Anstoß an der  im Buch geäußerten These, dass es in der  Religion nicht um Faktizität, sondern nur um existentielle Wahrheiten gehen könne. "An dieser Stelle", so Bilik, zeige "sich der Sieg der frühkindlich indoktrinierten Emotionen über das logische Denkvermögen" (S. 291).  Mir will vielmehr scheinen, dass sich dieser Stelle das mangelnde Abstraktionsvermögen des Rezensenten zeigt sowie ein  erhebliches Manko an religionspsychologischer Kenntnis über den wesenhaft symbolischen Charakter religiöser Aussagen. -  Zudem hat sich der Autor sehr darüber gewundert, dass Bilik Wissen über den "gelernten Christen" Detering und dessen "frühkindlich indoktrinierte Emotionen" beansprucht. Mit seiner Formulierung belegt Bilik schlagend, dass er davon gar nichts weiß. Die dümmliche Anmaßung entspricht ganz seiner auch sonst praktizierten Methode, aus "Gar nichts" fantasievolle Schlüsse abzuleiten. Wie den, die Evangelien könnten uns die Existenz eines historischen Jesus beweisen...  

Eine sehr ermutigende Email  erhielt ich in der vergangenen Woche von Herrn S. Zschocke:

Sehr geehrter Herr Detering.
Voriges Jahr habe ich, durch einen glücklichen Umstand, ihr äußerst interessantes Buch "Falsche Zeugen - außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand" und darauf hin ebenso Ihr Buch "Der gefälschte Paulus" gelesen. Eigentlich sind es genau jene Bücher, welche ich lange Zeit gesucht hatte und viele meiner Fragen nun
fast restlos beantworten. Zudem gefällt mir Ihr Schreibstil und ihr Humor außerordentlich. Ihre Art, den Leser behutsam und mit Augenzwinkern auf Ihren Gedankengängen mitzunehmen, ist sehr sympathisch. Dem Leser wird klar, daß hier ein Autor schreibt, welcher hochintelligent ist, und gar nicht böse argumentiert, sondern mit einem feinen Humor und einem unbestechlichen Verstand. Es ist einfach vortrefflich und eine hohe Kunst, die deutsche Sprache in so eleganter Weise zu beherrschen. Und an so manchen Stellen haben Sie mich zum herzlichen Lachen gebracht. Beide Bücher habe ich nunmehr an Freunde verliehen in der Hoffnung, sie mögen sich sowohl an Ihren scharfsinnigen Argumentationen erfreuen, als auch an der herzerfrischenden humorigen Art und Weise Ihres Schreibstils.

Vielen Dank!

HDetering


A Simonian Origin for Christianity

4. November 2013: Auf dem Blog Vridar haben Neil Godfrey und Roger Parvus den Versuch gemacht,  die bereits von mehreren Autoren (einschließlich mir) geäußerte Simon=Paulus-Hypothese mit weiteren Argumenten zu unterfüttern.  Ihre Überlegungen dazu sind außerordentlich anregend und zur Lektüre empfohlen.


Echtheitswahrscheinlichkeit

25. Oktober 2013  Der Leser sei auf diesem Wege auf die Webseite des klassischen Philologen Dr. Günther Schwab hingewiesen, dessen imponierende zweibändige Echtheitsuntersuchungen zu den vier kleineren Paulusbriefen wir bereits hier vorstellten. Auf der Webseite setzt sich Schwab nun kritisch mit den Kritikern seiner Thesen auseinander. Dabei wird deutlich, dass die meisten Rezensenten das Werk nur oberflächlich zur Kenntnis genommen und in der üblichen Rezensentenmanier "abgefertigt"  haben, ohne sich weiter mit Details zu "belasten" (rühmliche Ausnahme:  der in den USA lehrende David  Trobisch).

Amüsant ist eine Antwort des von mir bis dato eigentlich sehr geschätzten Otto Zwierlein. Auf eine Email-Nachfrage Schwabs antwortete er sinngemäß, darüber nicht diskutieren zu wollen, weil er bald 74 Jahre alt sei und sich drängenderen Aufgaben widmen müsse.  Diese Art von Reaktion, die auch mir nicht ganz unvertraut ist, ist seltsam: Denn wer A sagt, d.h. einen Autoren öffentlich kritisiert, sollte dem Kritisierten auch das B nicht schuldig bleiben und in der Lage sein, auf eine substanzielle  Kritik der Kritik einzugehen. Davon abgesehen möchte man gerne von Zwierlein wissen, was es denn Wichtigeres gibt als die von Schwab gestellten Fragen, bei denen es ja letztlich um die Authentizität der paulinischen Episteln geht. Dafür sollte man mit 90 und selbst mit 100 nicht zu alt sein... HD


 A Dialogue Concerning the Two Chief Systems Regarding Paul

Peter Kirby

A conversation between Hermann Detering and one of his critics has been rediscovered and arranged here. It bears the title, added at a later date, “A Dialogue Concerning the Two Chief Systems Regarding Paul,” which must be understood as a dispute arising over the authenticity of the letters attributed to the apostle Paul. - See more here
 


Zur Aufhellung der Christusmythologie

11. Oktober 2013 - Es steht zu befürchten, dass der Name Arthur Heinrich Böhtlingk (1849 - 1929) heute für viele kein Begriff mehr ist. Böhtlingk war Literaturhistoriker und Verfasser eines zur damaligen Zeit viel gelesenen Werks über Napoleon Bonaparte.  Er lehrte an der Universität Karlsruhe und war somit Kollege von Arthur Drews, dem Verfasser der Christusmythe. Sein Aufsatz Zur Aufhellung der Christusmythologie, der hier erstmalig veröffentlicht wird, ist eine einfühlsame Verteidigung des bekannten Leugners der Historizität Jesu und gleichzeitig ein engagiertes Plädoyer für die akademische Freiheit. Die ist keineswegs nur durch Zensur und Schreibverbot, sondern auch durch Denkverbote, durch Ignoranz und - durch schlichte Dummheit gefährdet. Bis heute. Insofern kann man aus dem Aufsatz immer noch eine ganze Menge lernen. Nur dass sich die Mittel und Methoden, sich unliebsame Meinungen vom Hals zu halten, heute ein wenig verändert haben und inzwischen subtiler sind als damals. Hat man doch inzwischen gelernt, gar nicht erst auf sie zu reagieren.

Der Aufsatz wurde mir von Herrn Helmut Kunkel aus Jestetten zur Verfügung gestellt. Herzlichen Dank! 

Zur Aufhellung der Christusmythologie


Kategorie Humor: Hermann's Monsters ...


 

 

 

 

 

 

 



Jesus versus Jaldabaoth –
Gnostische Elemente in den Paulusbriefen


Die vorliegende kleine Schrift zieht die Konsequenz aus zwei Beobachtungen:
1. Gnosis ist ein Phänomen des 2. nachchristlichen Jahrhunderts (moderne Forschung).
2. Die Paulusbriefe sind gnostisch beeinflusst (Religionsgeschichtliche Schule).
Als notwendige Schlussfolgerung ergibt sich, dass die gnostischen Elemente entweder später eingefügt wurden bzw., da dieses nicht möglich ist, dass die paulinischen Texte aus dem 2. nachchristlichen Jahrhundert stammen.
Da die zweite These von heutigen Theologen (aus guten Gründen, d.h. um eben jene Schlussfolgerung zu vermeiden) in Frage gestellt wird, soll die Beeinflussung durch die mythologische Gnosis des zweiten Jahrhunderts in Auseinandersetzung mit modernen Forschungspositionen an drei zentralen Beispielen nachgewiesen werden: Phil 2:6-11 („Christushymnus“), 1 Kor 2:6-81 („Herrscher dieser Weltzeit“) und Kor 15:8 (Paulus als „Fehlgeburt“). Dabei zeigt sich:
1) Im „Christushymnus“ ist, wie hier erstmals behauptet wird,  Jesus Anti-Typus des gnostischen Gottes Jaldabaoth;
2) mit den „Herrschern dieser Weltzeit“ in 1 Kor 2:6-8 sind die Archonten des gnostischen Mythos gemeint;
3) 1 Kor 15:8 ist Bezugnahme auf einen in der Gnosis geläufigen Topos.

Jesus versus Jaldabaoth – Gnostische Elemente in den Paulusbriefen. Als pdf


1. Juli 2013 Anbei ein kleines Schmankerl für die "Chronologen" unter den Radikalen. Edwin Johnsons Aufsatz ist schwer zugänglich wird hier erstmals ins Netz gestellt. Ich muss allerdings einräumen: Persönlich fällt es mir nicht immer leicht, mich in die  Geisteswelt des späten Johnson hineinzuversetzen...

Edwin Johnson, "The True History of the Bible", in The
Agnostic Annual, 1894


Jesus Barabbas

17. März 2013:  In diesen vorösterlichen Tagen habe ich, gerade noch zur rechten Zeit, ein „Osterei“ entdeckt: die erste deutsche Übersetzung des Aufsatzes „Jésus Barabbas“ von P.-L. Couchoud und R. Stahl (1930). Sie stammt von meinem langjährigen Freund und Mitstreiter Frans-Joris Fabri und wurde bereits 2007 abgeschlossen. Erst jetzt bemerkten wir, dass sie jahrelang auf der Festplatte gelegen hatte und noch nicht auf der radikalkritik-Seite, für die sie bestimmt war, veröffentlicht worden war.

In einer Zeit, in der manche „Mythizisten“ meinen, sie hätten das Rad neu erfunden, ist es vielleicht nicht ganz unwichtig, von Zeit zu Zeit auf die Quellen hinzuweisen, aus denen sie schöpfen. Bleiben wir bescheiden. Wir stehen auf den Schultern großer und genialer Vorgänger. Viel Wichtiges wurde schon gesagt. Mitunter besteht unsere ganze Originalität nur darin, an etwas erinnert zu haben, was ohne uns vielleicht in Vergessenheit geraten wäre. Dass manch gute alte Idee einer zeitgemäßen Auffrischung oder gründlicher Revision bedarf, steht auf einem anderen Blatt. Also keine Angst: Unsere Kreativität, unsere Fantasie, unsere Kompetenz sind nach wie vor gefragt. Je mehr wir davon haben, desto offener werden wir mit den von uns benutzten Quellen umgehen und auch andere daran teilhaben lassen ...

Hier also das "Osterei" (pdf).

Wer mehr über die Person des Verfassers, den 1959 verstorbenen französischen Radikalkritiker, Philosophen, Schriftsteller und Arzt Paul-Louis Couchoud wissen  möchte, sei auf den schönen englischen Wikidpedia-Artikel  verwiesen (eine pdf-Datei der maßgeblichen Version vom 11. März 2013 finden Sie auf dem Server dieser Seite hier). Schön wäre es , wenn es auch einen deutschen Wikipedia-Artikel über den genialen Franzosen und sein Werk gäbe!

HD


16. März 2013: Auf seiner Webseite hat der Chronologiekritiker und Autor Uwe Topper mein Buch: Falsche Zeugen besprochen. Die Rezension können Sie hier (Seite "chronologiekritik") bzw. hier (Seite "radikalkritik") lesen. HD

Siehe auch SYNESIS-Magazin Nr. 2/2013: http://www.efodon.de/html/publik/sy/sy.html


"It's only words"

Von Hermann Detering, 2013

Price, Robert M. (2011): The Amazing Colossal Apostle: The Search for the Historical Paul. The Search for the Historical Paul: Signature Books.

Wir mussten lange warten. Immer wieder wurde es angekündigt, immer wieder wurde der Termin der Veröffentlichung verschoben. Ende 2012 war es dann soweit. Unsere Geduld wurde belohnt. Der Kinovorhang öffnete sich, ein Raunen ging durch den Saal: Price-Production proudly presents „The Amazing Colossal Apostle.“ Womit sich gleich am Anfang die Frage nach dem Starring stellt. In der Rolle des großen Apostels sehen wir – ja wen eigentlich? Geduld, lieber Leser, soweit sind wir noch nicht. Der Reihe nach…   

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Leseprobe

Robert M. Price, The Amazing Colossal Apostle: The Search for the Historical Paul. Signature Books, Salt Lake City, 2012.


"It makes sense"

Lieber Freund,                                                 28. Januar 2013

wie Du sicher gehört hast, ist Thomas L. Brodie inzwischen als Direktor des Dominican Biblical Center in Limerick zurückgetreten, vielleicht auch „zurückgetreten worden“, so ganz genau weiß man das in Kirchenkreisen nie. Einige Zeitungen melden, Brodie selber solle die Initiative zu diesem Schritt ergriffen haben. Das ist aber nicht sehr glaubwürdig. Es bleibt der Verdacht, dass Brodies Ordensbrüder ein wenig nachgeholfen haben.
 
Wie dem auch sei. Ich habe das Buch „Beyond the Quest for the Historical Jesus“ inzwischen gelesen. Brodies Grundthese, die Evangelien seien durch alttestamentliche Erzählungen (z.B. die Elia-Geschichten) beeinflusst worden, enthält viel Richtiges. Sie ist natürlich auch nicht mehr ganz taufrisch...

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Zwei neue Jesus-Bücher:
Thomas L. Brodie: Beyond the Quest for the Historical Jesus
Paul J. Weiland: Ein Messias aus Galiläa

Ein neues Jesusbuch, in dem nicht nur die historische  Existenz des Mannes aus Nazareth, sondern auch die Echtheit sämtlicher Paulusbriefe bestritten wird. In dem überdies die These vertreten wird, dass Christus als "Ikone Gottes" zu begreifen sei und uns in literarisch-poetischer Form eine Anschauung vom Unanschaulichen vermittelt. -  Keine Angst, ich habe kein neues Buch geschrieben (jedenfalls keines zu diesem Thema). Das Buch stammt vielmehr aus der Feder des  irischen Bibelwissenschaftlers Thomas L. Brodie. Der Autor ist  nicht irgendwer, sondern Mitglied des Dominikaner-Ordens und Direktor des "Dominican Biblical Center" in Limerick/Irland. In seinem Buch schildert er, in Form eines Berichts über eine persönliche 40-jährige  Entdeckungsreise, seinen Weg  vom historischen zum rein symbolischen Verständnis der Evangelien und deren Hauptfigur... weiter


I don’t think, however, that in another 20 years there will be a consensus that Jesus did not exist, or even possibly didn’t exist, but a recognition that his existence is not entirely certain would nudge Jesus scholarship towards academic respectability.

Philip Davies, Emeritus Professor of Biblical Studies at the University of Sheffield,


Neu: Rekonstruktion der marcionitischen Fassung des 1. Korintherbriefs

von Stuart G. Waugh:

1) Marcionite 1 Corinthians Interlinear - Reconstruction

2)
1 Corinthians – Catholic additions

Stuart Waught's Blog Origins, the 2nd Century

Besonders hinzuweisen ist auf den am 19. März 2013 erschienenen Beitrag über die Arbeit des katholischen Redaktors:

Notes on 1 Corinthians and the Catholic editor. The Catholic Editor and other rambling thoughts


Eine „synthetisch … in eins geflossene Erscheinung“
 
Hermann Detering, 2012
 
Ein interessierter Leser stellte mir jüngst die Frage, ob nach meiner Ansicht die Möglichkeit irgendeines Zusammenhangs zwischen Judas dem Galiläer und dem historischen Jesus bestünde. Auch in dem Sinne, dass Züge des Judasbildes später auf Jesus übertragen wurden. Ich greife die Frage, die mir spannender erscheint als die absurde Debatte über eine vermeintliche Ehefrau Jesu, deren historische Existenz mir schon deswegen nicht feststehen kann, weil mir die ihres vermeintlichen Mannes nicht feststeht, gerne auf.
Für unsere Kenntnis des historischen Judas sind wir ausschließlich auf den jüdischen Historiker Josephus angewiesen  weiter htm    pdf


Bruno Bauer: "Christus und die Caesaren" in der kindle-edition

Bruno Bauer (1809-1882) gilt als Enfant terrible unter den Theologen des 19. Jahrhundert und als Wegbereiter der radikalkritischen Schule. In seinem Werk bestreitet er sowohl die historische Existenz Jesu von Nazareth wie die Echtheit sämtlicher Paulusbriefe. In dem 1877 entstandenen und 1879 in zweiter Auflage erschienenen Buch „Christus und die Caesaren“ zeichnet Bauer die Entstehung des Christentums vor dem Hintergrund der römischen Kaisergeschichte des 1. und 2. Jahrhunderts. Das Werk gibt eine abschließende Zusammenschau seiner Ideen und gilt als Klassiker der Radikalkritik.

Die kindle-Ausgabe des Buches enthält weiterhin meinen Aufsatz über „Bruno Bauers theologische Erben“. Er entstand aus Anlass des 200. Geburtstags Bruno Bauers im Jahre 2009 und skizziert Bauers Einfluss auf die nachfolgende Theologiegeschichte. Erstveröffentlichung in: Klaus-Michael Kodalle (2010): Bruno Bauer (1809-1882) ein "Partisan des Weltgeistes"?, S. 75-84, Würzburg: Königshausen & Neumann


Elchasai und die Häresie des Kolosserbriefes

Hermann Detering

12. Juli 2012 - Die Bestimmung der Irrlehrer des Kolosserbriefs führte bisher zu negativen Resultaten, weil die Exegeten von der nicht beweisbaren Voraussetzung einer Entstehung des Schreibens in der zweiten Hälfte des 1. Jahrhunderts ausgingen. Richtiger wäre es, von den religionsgeschichtlichen Parallelen im 2. Jahrhundert zu einer Datierung des Schreibens fortzuschreiten. Zahlreiche Parallelen zwischen kolossischer Irrlehre und der im 2. nachchristlichen Jahrhundert entstandenen judenchristlichen Sekte des Elchasai können zeigen, dass wir es dabei offenbar mit ein und derselben Gruppierung zu tun haben. Nicht nur sind beide Häresien durch die Synthese von Beschneidung und Stoicheia-Dienst charakterisiert, für die sonst jede religionsgeschichtliche Analogie fehlt. Es kann überdies auch wahrscheinlich gemacht werden, dass Kol 2:18 Kenntnis des Buches Elchasai voraussetzt.                     >>>

So far, the exegetes’ attempts at identifying the heretics in the Epistle to the Colossians have failed because they started from the unprovable assumption, that the letter had originated in the second half of the 1st century. A better approach would take as its starting-point the parallels found in 2nd century history of religion, and proceed from there in order to finally come to a dating of that letter. A great many parallels between the Colossian heresy and the Jewish-Christian sect of Elchasai that came up in 2nd century clearly show that those groups are identical. Not only is the synthesis of circumcision and the cult of the στοιχεῖα, of which there isn’t any analogy elsewhere in the history of religion, a feature of both heresies; one can moreover demonstrate it to be probable that Col. 2:18 presupposes knowledge of the Book of Elchasai.   >>>


Prof. "Errorman" und die nichtchristlichen Jesuszeugnisse

Zu Bart Ehrmans Buch: Did Jesus exist?


Der Aufhänger des Buches ist der folgende: Bart D. Ehrman, PhD, Distinguished Professor der University of North Carolina at Chapel Hill, wollte eigentlich ein ganz anderes, wichtigeres Werk schreiben, darüber nämlich, wie aus einem jüdischen Endzeitpropheten namens Jesus ein göttliches Wesen bzw. Gott wurde. Doch dann wurde er durch einige Emails aufgeschreckt. Er sah sich plötzlich in Anspruch genommen durch eine Szene, die ihm bis dato offenbar unbekannt war: Mythizisten, die sich für ihre Behauptung, es habe keinen Jesus gegeben, auf seine Autorität beriefen! Anlass und Grund genug für einen gewissenhaften „New Testament scholar“, die Sache näher in Augenschein zu nehmen...  

Weiterlesen html       pdf       kindle

Hinweis:  G.A. Wells, "Urgestein" der Jesus-Skepsis , hat in der Juni/Juli-Ausgabe der Free Inquiry eine kritische Besprechung des Ehrman Buches veröffentlicht ("Ehrman on the Historicity of Jesus and on Early Christianity"). Hier einige Zitate:


Interview 30 Sep 2011 - 11:29 Nr. 12044

Neue Zweifel an der historischen Existenz Jesu

(hpd) Jesus von Nazaret gilt heute auch selbst vielen Atheisten als historisch belegte Person. Hermann Detering, promovierter Theologe und Pfarrer im Ruhestand, hingegen ist nicht dieser Auffassung. In seinem neuen Buch „Falsche Zeugen. Außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand“ zeigt er, dass auf die als Belege für die Existenz Jesu herangezogenen antiken Quellen kein Verlass ist.


Sehr geehrter Herr Detering, hat Jesus wirklich gelebt? Die meisten Theologen halten die historische Existenz von Jesus von Nazaret durch biblische wie außerbiblische Zeugnisse hinreichend belegt. Sie sind anderer Meinung?

Man sollte sich durch so viel Einmütigkeit nicht einschüchtern lassen. Für mich galt und gilt immer der Satz Bertrand Russells, dass dort besondere Vorsicht angebracht ist, wo sich alle Experten
einig sind...          Weiter                   
nederlandse vertaling


Jetzt erschienen:

Hermann Detering: Falsche Zeugen  
- außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand
Alibri-Verlag  2011

Hat Jesus wirklich gelebt? Nach Ansicht der meisten Theologen und Historiker ist die geschichtliche Existenz Jesu von Nazaret nicht nur durch christliche, sondern auch durch außerchristliche Quellen klar bezeugt. Als „Kronzeugen“ gelten vor allem die antiken Historiker Josephus, Tacitus, Sueton sowie der römische Literat und Statthalter von Bithynien, Plinius der Jüngere.
Moderne Untersuchungsmethoden lassen die Ursprünge des Christentums in einem neuen Licht erscheinen. Stammt das Testimonium Flavianum, in dem vom „weisen Mann“ Jesus die Rede ist, tatsächlich aus der Feder des Josephus? Hat es die neronische Christenverfolgung wirklich gegeben? Handelt es sich beim „Chrestus“ des Sueton um Jesus? Wie authentisch sind die „Christenbriefe“ des jüngeren Plinius?
Es zeigt sich, dass die angeblichen „Jesuszeugnisse“ weder einen historischen Jesus von Nazaret noch die Existenz eines frühen Christentums im 1. Jahrhundert bezeugen können. Die negativen historischen Resultate werfen die Frage nach der Bedeutung der Geschichte für den christlichen Glauben auf.

Aus dem Inhalt

Christliche Interpolationen bei Flavius Josephus * Tacitus: Der Brand Roms und die „neronische Christenverfolgung“ * Plinius der Jüngere – Christenverfolgung in Bithynien * Leben und Werk des jüngeren Plinius * Sueton: Christus in Rom - Sueton und seine Biographien römischer Kaiser * Mara bar Serapion: der „weise König“ * Thallus: Ein Hinweis auf die Passionsgeschichte? * Das Schweigen nichtchristlicher Quellen

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Mara bar Serapion und Arnobius

Erst vor wenigen Wochen entdeckte ich bei Arnobius (4. Jh. n. Chr.) eine bisher noch ganz unberücksichtigte  Parallele zum Brief des Mara bar Serapion. Sie ist ein erneutes Indiz für die schon von Kathleen McVey aufgestellte These, dass der Brief des Mara bar Serapion erst aus dem vierten nachchristlichen Jahrhundert stammt.

Hier die Stelle bei Arnonius  sowie ein kurzer Kommentar.
 


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© 2000-2013 Dr. Hermann Detering


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Zitat:


 


 


Die Rückfrage nach dem einen Jesus der Geschichte ...  stellt sich im Grunde für jeden, dem Jesus mehr bedeutet als eine Idee oder eine Märchenfigur. Nichts gegen Ideen oder Märchenfiguren. Aber der Jesus der Bibel unterscheidet sich grundsätzlich von beiden. Der Jesus der Bibel, darin sind die Zeugnisse des Neuen Testaments eindeutig, ist eben auch eine Gestalt der Geschichte. Und das ist keine mehr oder weniger beiläufige Gegebenheit, sozusagen ein notwendiges Übel, sondern das ist zentral für ein theologisches Verständnis Jesu. Es ist Ausdruck der Inkarnation, des Eingehens Gottes in menschliche Gestalt und Geschichte. 

 

Karl-Wilhelm Niebuhr

 

Autorenseite

Die beiden Adressen  www. radikalkritik.de und hermann-detering.de verweisen jetzt auf unterschiedliche Web-Seiten.  Letztere bezieht sich von nun an auf meine - noch im Aufbau befindliche - Autorenseite mit Hinweisen auf neueste Projekte, Bücher und Texte.

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...die protestantische Skandalerscheinung des letzten Jahres - Roger Thiede, FOCUS

Kuckucksei - Der Wahnsinn hat Methode - Prof. Eta Linnemann

Auf F. C. Baur folgte ein Bruno Bauer und auf Rudolf Bultmann ein Herbert Braun. Man könnte hinzufügen: auf Schmithals ein Detering  - Prof. M. Hengel

Detering ist kein Sensationsjournalist vom Kaliber des unseligen Tandems Baigent/Leigh. Seine Thesen verdienen eine ernsthafte Auseinandersetzung - Pfr. Fritz Gloor, Reformiertes Forum


Inhalt

Paul-Louis Couchoud

Neu: Origins, the 2nd Century (by Stuart Waugh)
Rekonstruktion des marcionitischen Urtextes paulinischer Texte



Rekonstruktion der marcionitischen Fassung
des 1. Korintherbriefs - von Stuart Waugh

Eine „synthetisch … in eins geflossene Erscheinung“

"Falsche Zeugen" - Rezensionen:

Leseempfehlung

Elchasai und die Häresie des Kolosserbriefes

Arthur Drews A New Presentation by R.O. Orlean - Aug. 23d, 2012


3. 4. 2012
Christ sein, die zweite -  Küng und sein Jesus neu

(hpd) Interview 30 Sep 2011 - 
Neue Zweifel an der historischen Existenz Jesu

Lieber Doktor Detering

Adieu, Plinius!

7. 11. 2011 Mara bar Serapion und Arnobius

25. 10.2011 Falsche Zeugen - Ein Leserbrief

伪造的保罗与中国何干?
21. Juli 2011 Der Gefälschte Paulus - und China. Ein Gespräch mit Zhiping Jia.

2./3. April 2011 Biblioblogger beweisen: Frühchristliche Blei-"Ringbücher" sind simple Fälschungen

18. März 2011 Radikalkritik und die Sehnsucht nach "mehr" - ein Email-Wechsel

2. Februar 2011
Prof. Mark Goodacre und die Jesus-Mythicists

"Eine Art Metamorphose des Menschlichen" - „Der Historische Jesus“ von Gerd Theißen und Annette Merz

Buchanzeigen:

Bruno Bauer: "Christus und die Caesaren" in der kindle-edition

Jetzt erschienen: Hermann Detering: Falsche Zeugen  - außerchristliche Jesuszeugnisse auf dem Prüfstand
Alibri-Verlag 2011


Link-Tip

(die Website enthält Texte
von Georges Ory)

 Mythicist Papers
Resources for the
study of Christian origins
Compiled by René Salm


Man trägt wieder Radikalkritik

Posted by John.F. Felix. Thanks!


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"Hermann Detering once
 again proves himself the most keenly insightful New Testament scholar of this generation,
worthy to stand among the neglected giants of the radical criticism whose work
he has brought to light to stir today's Bible students
from their deep
dogmatic slumbers.
My own debt to his work is profound."
Prof. Robert. M. Price


New Testament scholar Robert M. Price, one of America's leading authorities on the Bible, here summarizes much of the scholarship that has led him and a growing number of modern scholars to conclude that Christ -- a partial synonym for Jesus of Nazareth -- is mythical. Most usefully, Price has assembled evidence that shows that almost the entire "biography of Jesus" has been created from Greek Old Testament stories and themes and even incorporates motifs from Homer, Euripides, and perhaps Aesop. Because readers will have a hard time "taking it on faith" that the Jesus biography is merely a reworking of previous material, broad swaths of "Old Testament" context are quoted in association with each New Testament equivalent, so readers can judge for themselves whether or not Dr. Price's claim be true: the "Live of Christ" was not fulfillment of Old Testament prophecies; it was, rather, a conscious reworking of earlier literature.


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